Tour 32: Samarkand-Kashgar (1200 km) 2006
Kashgar 2006
Chris Tour 34: Assuan-Khartum (969 km) 2007
Sudan 2007
on the Tour 39: Nizza - Nogaro (1085 km) 2008
Pyrenäen 2008
Bike Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum-Highway 2009

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Tour 24: Mittelrhein und Nebenflüsse (795 km)


Christoph Gocke vor der Porta Nigra, Trier

Trier, Porta Nigra


Live-Ticker-Diary & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Rhein - Mosel - Lahn - Aar - Saar - Nahe (19.-21.3.; 28.3.; 10.-13.4.2004)
Radln mit Rahmenbruch

Zwei kleine Frühlingstouren am Mittelrhein und seinen Nebenflüssen: Zunächst allein eine Umkreisung des Mittelrheins, dann mit Miri rheinabwärts, mosel- und saaraufwärts, zuletzt 80 km naheabwärts mit gebrochenem Rahmen bis Bingen.


Tour 1: Mainz - Hunsrück - Mosel - Lahn - Aar - Idstein - Mainz (19.-21.3.2004)

Freitag, 19. März 2004: Mainz - Bingen - Argenthal (60 km)
Ein düsterer, nasser Frühlingsabend. Ich fahre vom Lerchenberg aus nach Arbeitsschluss in den dunklen Regen gen Westen. Runter ins Rheintal, in dem von oben die langen Lichterkolonnen der Autos dahinschleichen. Schon stecke ich mittendrin. Bei Bingen kann ich sie hinter mit lassen. Es geht aufwärts durch den Binger Wald. An der einen oder andern Tankstelle stärke und wärme ich mich. Die Schließ-Zeit der Jugendherberge rückt bedrohlich näher. Runter nach Stromberg, rauf über den Schanzerkopf. Einsame Nebenstrecke. Als ich bei Argenthal den Schutz von Wald und Tal verliere, wirft sich mir der stürmisch-nasse Wind entgegen. Und: Die Strecke, die Fahrradkarte und Routenplaner als fahrbar ausweisen, ist zur Schnellstraße ausgebaut - für Radler gesperrt. Im peitschenden Wind zerre ich das Handy heraus, der Herbergsvater verlängert für mich die Öffnungszeiten, eine einfache und gute Wegbeschreibung kann er nicht bieten. Jedenfalls fahre ich zurück nach Argenthal. Vor einem Haus sehe ich in der Dunkelheit ein kleinen Transporter, der gerade ausgeladen wird. Ich frage nach dem Weg, der Fahrer meint, die JH liege sowieso auf seinem Weg. Ich flüchte mich und das Fahrrad in den Wagen. Der Transporteur hatte früher ein Bodybuilder-Studio für Amerikaner am Flughafen Hahn, jetzt schlägt er sich durch mit Verteilen von Anzeigenblättern. Und bringt mich wirklich zur Herberge.

Mosel Samstag, 20. März 2004: Sargothausen - Cochem - Koblenz - Bad Ems (120 km)
Wind und Regen haben nachgelassen. Über die Hunsrück-Höhen radle ich Richtung Moseltal. In das ich mich kurz vor Cochem hinunterstürze. Ich treffe Ulrich. Kulturprogramm: Eine Führung durch die Reichsburg Cochem. Danach: Musicalgeneralprobe mit Ulrich's Freundin, Daniela. Beide bringen mich zurück zum Fahrrad, das an ein Verkehrsschild zwischen Parkplatz und Rhein gekettet ist. Wetter besser. Der Radweg wechselt bis Koblenz ein paar Mal die Uferseite, ohne dass der Grund zu erkennen ist. In Koblenz umgehe ich das Deutsche Eck mit einer Abkürzung. Komme so noch fast bei Tageslicht in Bad Ems an, wo die JH wie gewohnt hoch am Berg liegt. Dort bemerke ich, dass ich den Schlüssel für's Schloss verloren habe. So kommt das Rad in den JH-Keller und ich suche noch einmal die Strecke in Bad Ems ab. Ohne Ergebnis. Ich versuche Ulrich anzurufen, weil ich ihn beim Losfahren in Cochem verloren haben könnte. Erreiche nur den AB.

Sonntag, 21. März 2004: Bad Ems - Diez - Hahnstätten - Strinz-Trinitatis - Eschenhahn - Idstein - Mainz (110 km)
Sonniger Sonntag. An der Lahn mal unten mal ganz oben entlang. Ohne Schlüssel lässt sich in den Pausen noch weniger machen. Ganz schlimm ist Coca-Cola light. Der Magen spürt Zucker, aber es ist keiner. Das Hungerloch wird größer. Zumal nach dem Aartal wieder Berge kommen, in denen sich der Fahrradweg auf der Karte in Wäldern verliert. Dafür gibt es bei Sabine's Geburtstag in Idstein leckeren Kuchen. Stärkung für den Heimweg, an dessen Ende Ulrich meldet, dass Daniela noch einmal am Verkehrsschild nach meinem Schlüssel gesucht, und einen mit dem grünen Ampelmännchen als Anhänger gefunden hat. Meinen.


Prolog Tour 2: Mainz - Loreley (28.3.2004)

Sonntag, 28. März 2004: Mainz - Loreley - St. Goarshausen (57 km)
Ein kleiner Sonntagsausflug von Rheinkilometer 500 in Mainz durch das Unesco-Weltkulturerbe Mittelrheintal zum Rheinkilometer 555 an der Loreley. Die Schranke ist kurz hinter Bingen heruntergefallen. Sie lässt genug Platz zum Umfahren. Miri will gleich über die Gleise auf die andere Seite. Ist ja auch nur eine ICE-Strecke. All das nur, weil wir übersehen haben, dass eine neue Fahrradbrücke bei Bingen es neuerdings möglich macht, zwischen Bahn und Fluss zu bleiben. Schon bei Kaub nehmen wir spontan die gerade ablegende Fähre zur anderen Rheinseite. Der Radweg ist dort schlechter, wenn überhaupt vorhanden. Aber wir wollen ja nur bis zur Loreley. Den 135-Höhenmeter-Aufsteig sparen wir uns. Brentanos Loreley-Mädchen, das den Schiffern Unglück brachte, ist nach ihrem Verzweiflungssprung in die Tiefe jetzt in Bronze gegossen auf dem langen Landarm zu besuchen.


Tour 2: Loreley- Rhein - Mosel - Saar - Hunsrück - Nahe - Bingen (10.-13.4.2004)

Miri und die Kirschblüte, MoselKarsamstag, 10. April 2004: St. Goar - Koblenz - Cochem (90 km)
Wir setzen den sonntäglichen Ausflug zur Loreley fort auf der andern Rheinseite in St. Goar. Miris Bedingung: Keine Etappen über 100 Kilometer. Bis Koblenz ist es recht mühsam. Ich bin mürrisch, das Wetter ist stürmisch. Dann ergreift uns der österliche Ostwind und treibt uns moselaufwärts. Gelegentlich ein Lichtblick am Himmel. Richtig regnerisch wird es erst, als das Osterfeuer in Cochem entfacht wird.

Ostersonntag, 11. April 2004: Cochem - Traben-Trarbach - Bernkastel-Kues - Detzem (108 km)
Mit dem Ostermorgen ist die Sonne da und mit ihr die Wärme. Die Kirschen blühen und der Wind treibt uns die Moselbögen entlang. Und den Berg hinauf, als wir einen größeren Bogen abkürzen. Hier halten Miri auf dem Tourenrad und mein Gurkenrad gleichermaßen gut mit. Eine Geduldsprobe bringt die Quartiersuche. Erst pocht Miri auf das Erreichen der 100-Kilometer-Marke, danach kommen keine Zimmer mehr. Wir strampeln weiter - bis sich in Detzem in der warmen Abendsonne ein nettes Hotel direkt am Ufer findet.

Ostermontag, 12. April 2004: Detzem - Trier - Merzig - Nonnweiler (134 km)
Der wärmste, schönste, längste Tag. Sonnige Frühlingsstimmung. Mittags an der Porta Nigra (Fotos oben und unten) und bei Sankt Matthias in Trier. Kurz danach an der Saarmündung nach Süden drehend. Das Saartal wird noch enger. Heute heißt die Geduldsprobe: Warten auf die Mittagspause. Nirgendwo ist es zugleich schön, leer, sonnig und windgeschützt genug. So verschiebt sich die Siesta bis in die Saarschleife bei Ohrscholz. Trotz der Menschenmassen. Kurz hinter den Keramikwerken von Villeroy & Boch verlassen wir das Flusstal, um über die Berge zur Nahe zu kommen. Nonnweiler verheißt auf der Karte mehr als es halten kann. Echt tot. Immerhin finden wir Gästezimmer.

Fahrrad-Rahmen-Bruch Dienstag, 13. April 2004: Nonnweiler - Idar-Oberstein - Bad Kreuznach - Bingen (116 km)
Trüber und kühler. Mit kräftigen Anstiegen. In recht verlassener Gegend. Kaum sind wir an der Nahe kann ich mit der Torpedo-Drei-Gang-Schaltung am Gurkenrad immer seltener umschalten. Als ich bei Tageskilometer 39 der Sache auf den Grund gehe, wieder mal was Neues in Sachen Pannen: Der Rahmen ist gebrochen. Zumindest angebrochen kurz vor dem Tretlager. Durchgerostet vor allem. Der Zug der Gangschaltung hält alles noch halbwegs zusammen. Weiter geht's auf der Megagurke. Als der Naheradweg mal wieder einen echten Anstieg im Programm hat und ich aus dem Sattel gehe, kommt der endgültige Bruch (Foto links), Tageskilometer 89. Ich kann ihn abfangen, schiebe den Rest hinauf. Und wieder hinunter. Wir haben uns schon nach der nächsten Bahnstation erkundigt, als ich noch einmal versuche ein paar Meter bis dorthin zu radeln. Das Vorderteil wackelt gehörig hin und her. Mit einem kleinen Stöckchen versuche ich die Bruchstelle zu stabilisieren. Funktioniert. Voll konzentriert hocke ich auf der Gigagurke, umkurve jede kleinste Unebenheit. So erleben wir noch radelnd die Salinen und Stiefmütterchen von Bad Münster am Stein (Foto unten) sowie die Kurpracht von Bad Kreuznach. Immer noch ist das Gigagurken-Fahren möglich. Bis Bingen, wo sich der Kreis unserer Loreley-Tour schließt, bei Tageskilometer 119. Macht 80 km mit gebrochenem Rahmen. Geht doch.


Route

Routen-Karte: Mittelrhein und Nebenflüsse

Grün = Chris im März; Gelb = Miri und Chris an Ostern; Rotes Kästchen = Übernachtung


Etappen Rhein - Mosel - Lahn - Aar - Saar - Nahe (19.-21.3.; 28.3.; 10.-13.4.2004)

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 19.3.2004 Mainz Bingen Argenthal 60
2. 20.3.2004 Sargothausen Cochem - Koblenz Bad Ems 120
3. 21.3.2004 Bad Ems Diez - Hahnstätten - Strinz-Trinitatis - Eschenhahn - Idstein Mainz 110
4. 28.3.2004 Mainz Loreley St. Goarshausen 57
5. 10.4.2004 St. Goar Koblenz Cochem 90
6. 11.4.2004 Cochem Traben-Trarbach - Bernkastel-Kues Detzem 108
7. 12.4.2004 Detzem Trier - Merzig Nonnweiler 134
8. 13.4.2004 Nonnweiler Idar-Oberstein - Bad Kreuznach Bingen 116
Summe 795

Akt, Kurpark, Bad Münster am Stein

Kurz vor dem Ziel: Bad Münster am Stein


Anschluss Tour 26: Paris - Trier (477 km) März 2005

Anschluss Tour 14: Mainz - Nordkap - Lofoten (4144 km) Juni/Juli 2001

Anschluss Tour 6: Mainz - Strasbourg (428 km) Sept. 1998

Anschluss Tour 4: Bonn - Luxembourg (295 km) April 1987

Anschluss Tour 2: Düsseldorf - Rom (1719 km) Sept. 1982

Anschluss Tour 1: Essen - Trier (422 km) Okt. 1981


Nächste Tour: Nordsee: Brest - End to End - Mainz (4455 km) Aug./Sept. 2004

Vorherige Tour: Budapest - Kaukasus (3154 km) Sept./Okt. 2003


Mirjam Müller vor der Porta Nigra, Trier

Trier, Porta Nigra


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Tour 20: Béni Ounif-Jerba (2534 km) 2002
Sahara 2002
Chris Tour 23: Budapest-Kaukasus (3154 km) 2003
Kaukasus 2003
on the Tour 25: Brest-Mainz (4455 km) 2004
Nordsee-Umrundung 2004
Bike Tour 27: Baku-Samarkand (2707 km) 2005
Seidenstraße 2005
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