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VG WORTTour 60: Mainz - Brocken (455 km)


Sebastian auf dem Radweg an der Lahn kurz vor Marburg
Sebastian an der Lahn kurz vor Marburg

Sebastian auf dem Rad bei Schnee im Harz kurz vor dem Brockengipfel
Sebastian im Harz kurz vor dem Brockengipfel

Bike-Blog & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Mainz - Marburg - Brocken - Wernigerode (5.-9.4.2012)
Sebastian und der Oster-Brocken im Schnee

Rauf auf den Brocken. Sebastian will das schon eine ganze Weile. Und dann auch noch mit mir. Erst hatten wir das Höchste am Norden Anfang Dezember im Visier. Aber Dauerregen und ein Anflug von Vernunft ließen uns den Plan aufschieben. Bis Ostern. Wo es immer noch genug schneit. Aber das Daylight etwas länger die Route erhellt.

Die Tour bei YouTube


Ankunft auf dem Brocken


Sebastian und Christoph vor dem Start mit Marker-BannerMehr Kilometer, weniger Höhenmeter
Gründonnerstag, 5. April 2012: Mainz - Wiesbaden - Idstein (43 km)

Afterwork-Radeln am Gründonnerstag. Kurz nach 17 Uhr beginnt das Downhill-Biken vom Lerchenberg (Foto links). Ich bin dank Eigengewicht und Gepäck so schwer, dass ich Sebastian schon nach wenigen Metern enteile. Bergab. Schock für ihn. Doch in der Ebene sind wir schnell gleichauf. Fahren durch unseren Wohnort Mainz als Radtouristen. Vollgepackt. Wie stets braucht man für fünf Tage so viel wie für fünf Wochen.
Erstes Brocken-Training am Sonnenberg in Wiesbaden. Oft gefahren und immer bleibt es der Berg, der scheinbar niemals endet. Und wenn er endet, geht's kurz darauf noch weiter hinauf. Wir finden schnell ein gemeinsames Tempo. Runter nach Niedernhausen und dann durchs Grüne nach Idstein. Drei Stunden haben wir gebraucht. Länger als gedacht. So hat Heinrich nach langem Arbeitstag schon ein umfangreiches Radel-Abend-Essen fertig. Wir sitzen in Radklamotten am Tisch. Laden Heinrich ein, uns am nächsten Tag zu begleiten. Doch der erwartet Besuch.
Bleibt die Frage nach der Route für morgen. Eigentlich dachte ich an den direkten Short-Cut über die Berge nach Gießen und von dort an der Lahn entlang. Doch nach den Steigungen von heute entscheiden wir uns für den kürzesten Weg zur Lahn und wollen dann dem Fluss-Radweg folgen, den ich mit Miri im vergangenen Jahr in der andern Richtung geradelt bin. Das bedeutet zwar mehr Kilometer, weniger Höhenmeter.


Sebastian auf dem Lahn-Radweg vor Weilburg
Sebastian auf dem Lahn-Radweg vor Weilburg


Sebastian auf dem Lahn-Radweg kurz vor MarburgÜ100: Sebastians Rekordfahrt
Karfreitag, 6. April 2012: Idstein - Aumenau - Wetzlar - Gießen - Marburg (119 km)

So oder so, von Bergen bleiben wir am Morgen nicht verschont. Schon nach Bad Camberg geht es über die Höhen und zwei, drei heftige Steigungen bringen uns dann samt langer Abfahrt mit max. speed 63,5 km/h bei Aumenau an die Lahn. Übrigens genau die Höhe, die uns im letzten Jahr von dem direkten Weg nach Idstein abhielt.
Was ich dank der alten Tour weiß: wir folgen jetzt einigen der schönsten Lahn-Kilometern. Der Fluss und der Fahrradweg. Sonst nichts. Ruhig (Foto oben). Bis Weilburg. Wir erklimmen den Schlossfelsen für einen Blick ins Lahn-Tal zur Mittagspause. So richtig schnell sind wir auch danach nicht. Nächste Pause vor dem Karfreitagsgottesdienst im Wetzlarer Dom. Der Bettler davor bekommt ein paar Kekse ab. Reminiszenz an jenen Bettler, der mir am Karfreitag 1983 auf meiner Tour nach Budapest und Zagreb die Gotik im Regensburger Dom erklärt hat. Die faszinierendste Kirchenführung ever.
Ein Blick auf die Karte und unser Befinden lassen uns die Abkürzung nach Gießen wählen - ohne die Flussschleifen, die der Radweg auf der andern Flussseite mitnimmt. Am Ende müssen wir dann fragen. Eine Frau schwärmt von den letzten Metern nach Gießen: "so schön". Was wir finden, ist ein Schrottplatz (Foto unten) und die Rückseite vom Bahnhof. Miri ist leider noch nicht da. Deshalb starten wir nach Marburg durch. Für Sebastian eine Rekordfahrt. Noch nie ist er mehr als hundert Kilometer an einem Tag gefahren. Jetzt feiern wir bei 101 und allen folgenden Kilometern (Foto rechts: Smiling Sebastian). Die letzten dann auf der Marathon-Strecke von Marburg, die ich im letzten Jahr hinter mich gebracht habe. Auch heuer steigen wir wieder in der Jugendherberge am Sportplatz ab. Miri kommt genau zwei Stunden später. Jetzt ist unser Oster-Trio perfekt. Wir ziehen noch durch die Altstadt, die alle begeistert.


Schrottplatz am Rand der City von Gießen
The Beauty of Gießen


Miri und Sebastian bei einer Pause an einem kleinen See (51.113542, 9.384427) zwischen Niedermöllrich und Lohre, Eder-RadwegEin kleines Stück Paradies am Karsamstag
Karsamstag, 7. April 2012: Marburg - Gemünden an der Wohra - Zwesten - Kassel (114 km)

Kurze Besichtigung der Universitätskirche von Marburg und eines Hauses in Cölbe und der dortigen Selbsthilfe-Gemeinschaft auf dem Hof Fleckebühl. Dann über die Berge ins Wohratal. Wieder entscheiden wir uns gegen meine Nordkap-Route von 2001. Und für einen Flussradweg. Schöne Strecke. Doch nach der Pause im Café von Gemünden dann wieder Berge. Richtige Höhenmeter. Richtig schöne Höhenmeter. Bis wir das Edertal erreichen. Wieder ziehen Wolken pünktlich zur Pausenzeit auf. Wir suchen Schutz am Bahnhof von Wabern. Vergeblich. Wenige Kilometer weiter finden wir ein kleines Stück Paradies an einem kleinen See (Foto links). Und die Sonne ist auch wieder da. Bio-dynamische Fleckenbühl-Stärkung.
Die ist notwendig. Denn der Eder-Radweg will kein Ende nehmen. Zuletzt nehmen wir einen Shortcut zu seinem Ende in Guxhagen, um wenigstens die letzten vier Kilometer zu sparen. Der Fulda-Radweg macht's nicht viel besser. Statt der geplanten gut 90 Kilometer sind wir heute 114 Kilometer bis Kassel (Fotos unten) unterwegs. Und sind am Abend in der Jugendherberge von Kassel zu nichts mehr zu gebrauchen.


Man walking to the Sky (Himmelsstürmer) von Jonathan Borofsky: Überbleibsel der documenta 9 vor dem Kasseler
Man walking to the Sky (Himmelsstürmer) von Jonathan Borofsky
Überbleibsel der documenta 9 vor dem Kasseler "Hauptbahnhof" und Kultur-Bahnhof

Miri und Sebastian vor der Orangerie in Kassel
Miri und Sebastian vor der Orangerie in Kassel


Chris on the Bike bei Pöhlde (Foto: Sebastian Johannsen)Euphoria
Ostersonntag, 8. April 2012: Kassel - Hann. Münden - Göttingen - Bad Lauterberg am Harz - Braunlage (128 km)

Im Ostergottesdienst von Sancta Familia um fünf Uhr morgens fehlt eine Taufkerze, den Lektoren die richtige Lesung und mir noch ein wenig Schlaf. Lege mich nachher noch mal hin. So starten wir erst kurz nach zehn.
Der Fulda-Radweg nach Hann. Münden ist schön wie eh und je. Sonne und Wolken mit Kälte wechseln. Grad am Weserstein ist es zu kalt für eine Pause. Ein Café tut's auch.
Wie im vergangenen Jahr und vor zehn Jahren geht's auf der B 3 mit bis zu 333 Metern Höhe nach Göttingen. Miri muss leider zurück nach Hause. Wir nutzen den Stopp am Bahnhof, Göttingens einziger und deshalb nicht Hauptbahnhof, für eine ADFC-Harz-Rad-Karte. Eine lohnenswerte Anschaffung, auch wenn sie uns hinter Pöhlde auf einen sich immer mehr verlierenden Waldweg (Foto links) führt, der an einem kleine Abgrund endet. Doch längst scheint die Sonne. Auch als wir nach 110 Kilometern Bad Lauterberg am Harz erreichen. Eigentlich soll Schluss für heute sein. Zunächst ist kaum eine Herberge zu sehen. Miris Iphone-Recherchen im Zug ermuntern nicht, hier zu bleiben. Es ist erst kurz nach 18 Uhr. Ein freundlicher Radler bestätigt unsere Vermutung: 20 Kilometer, 300 Höhenmeter bis Braunlage. Das müsste zu schaffen sein. Seinen Tipp, auf der Waldweg-Seite des Stausees zu fahren, ignorieren wir allerdings.
Noch eine kurze Pause an der ohrenbetäubenden Wasserfontäne. Telefonisch erfahren wir, dass Sebastians Vater auf der Homepage entdeckt hat, dass an seinem Fahrrad der Sattel ausgetauscht ist. Sein Sohn hat seinen 20-Euro-Sattel installiert. Ob er besser ist, bleibt offen. Beschwerden hat Sebastian an dieser Stelle jedenfalls keine.
Dem kleinen Aufstieg zur Staumauer folgt die Straße am See, die Sebastian zu einem neuen Rekord führt. 120 Kilometer. Doch das Auffahr-Finale rockt. Sebastian steigt ab, massiert die Wade. Es zwickt, wie er sagt. Den Rest des Berges erklimmt er in Serpentinen. 200 Höhenmeter. Vier Lerchenberge. Aber mit bis zu zehn, elf Prozent Steigung. So kommen wir auf 600 Meter Höhe.
Es geht noch ein wenig bergab. Bei inzwischen Minus zwei Grad. Miri hat uns simultan ein Quartier gebucht, so dass wir bei Pension Wiemann in Braunlage mit "Guten Abend, Herr Gocke" begrüßt werden. Die ältere Wirtin fährt ihren Wagen aus der Garage, damit die Räder darin stehen können. Dabei umkurvt sie uns, unser Gepäck und unsere Räder halbwegs übersichtlich. 128 Kilometer ist Sebastians Rekordmarke heute. Samt 1111 Höhenmetern. Der Brocken kann kommen. Euphorie.


Sebastian an der Talsperre des Oderstausee
Sebastian an der Talsperre des Oderstausee


Eisige Fahrt zum Gipfel-Wind
Ostermontag, 9. April 2012: Braunlage - Brocken (1142 m) - Wernigerode (51 km)

Nebel. Durchsetzt mit Schnee. Die gute Sicht dahin. Die Temperatur schwankt zwischen Null und Minus einem Grad. Wenig Wind. Und immer noch sind alle Geschäfte geschlossen. Immerhin die Bäckerei von Braunlage hat geöffnet. Wir decken uns mal etwas wahllos ein. Wer weiß, was noch kommt heute. Hungerast am Berg ist übel.
Hinter "Elend" geht der Weg leider abwärts. Dann beginnt der Aufstieg. Alles in allem 600 Meter. Der Schnee, der uns von Beginn an begleitet, bleibt jetz auch liegen. Liegt teils auf Eis. Das ist heikel. Vor allem für die Rückfahrt. Aber schon jetzt dreht ab und zu das Hinterrad durch. Meist lässt sich am Rand des Asphalts am besten fahren.
Sebastian und Chris on the Bike bei Schnee und Eis mit dem Rad auf dem Brocken (1142 m) Im Wald fahren wir windgeschützt. Und wenn, dann haben wir Rückenwind. Es geht alles lockerer als erwartet. Von der Schranke bei Schierke brauchen wir für zehn Kilometer und 500 Höhenmeter anderthalb Stunden. Das kann fast ein Wanderer schaffen. Die nehmen merkwürdigerweise zum Gipfel hin immer mehr zu. Auch der Nebel. Auch der Schnee. Auch die Kälte. Vor allem der Wind. Wind. Wind. Ganz oben pustet er uns fast weg. Und im Nebel-Schnee-Eis-Dunst ist kaum noch was zu erkennen. Weder der Brocken noch sein Wirt. Sebastian kennt sich aus. Und die Menge der Wanderer kann nicht irren. So kommen wir doch zum Foto am Gipfel-Brocken (Foto rechts) und zur obligatorischen Erbsen-Suppe im extrem doppelt-verglasten "Touristensaal".
Die Euphorie ist schwächer als gestern. Die Kälte größer (Foto unten: Frozen Ortlieb). Für die Abfahrt lege ich noch einen Windstopper obenauf und Sebastian trägt erstmals eine Mütze. Tatsächlich aber leiden die Hände am meisten. Wir stoppen mehrfach, um die Finger zu enteisen. Und fahren über die Schnee-Eisfelder im Schritttempo. Richtig bremsen kann man in den kritischen Momenten nicht, sonst rutscht man weg. Glück im Gasgeben ist das Motto. Und wir haben es.
Dann durchbrechen wir wieder die Frostgrenze nach unten. Die Straße stürzt teilweise hinab über Drei Annen nach Wernigerode. Es wird wärmer und trockener. Am wärmsten und trockensten dann im großen Café am Markt von Wernigerode.
Im Bahnhof versuchen wir noch Sebastians Bike-Computer anzuschließen. Die Käbelchen waren mal angelötet. Sie mit Klebeband zu befestigen scheitert beim ersten, zweiten, dritten und vierten Versuch. Muss Sebastian allein versuchen. Er radelt weiter via Goslar, Braunschweig zu Julia nach Hamburg. Könnte er ja an einem Tag. Aber er will sich eine Woche Zeit lassen...


Frozen Ortlieb: Panther Dominance Trekking bei Schnee und Eis auf dem Brocken
Frozen Ortlieb: Panther Dominance Trekking bei Schnee und Eis auf dem Brocken


Route Mainz - Marburg - Brocken - Wernigerode



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Mainz - Marburg - Brocken - Wernigerode (5.-9.4.2012)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 5.4.2012 Mainz Wiesbaden Idstein 43
2. 6.4.2012 Idstein Aumenau - Wetzlar - Gießen Marburg 119
3. 7.4.2012 Marburg Gemünden an der Wohra - Zwesten Kassel 114
4. 8.4.2012 Kassel Hann. Münden - Göttingen - Bad Lauterberg am Harz Braunlage 128
5. 9.4.2012 Braunlage Brocken (1142 m) Wernigerode 51
Summe 455

Chris und Sebastian auf dem Fulda-Radweg und hessischen Radweg R1 kurz vor Kassel (Foto: Mirjam Müller)
Miri shooting: kurz vor Kassel an der Fulda


Anschluss Tour 83: Mainz - Denkendorf (341 km) Jan. 2017

Anschluss Tour 79: Westerwald - Hunsrück (383 km) Juni 2016

Anschluss Tour 78: Mainz - Jagst - Kocher (528 km) Mai 2016

Anschluss Tour 74: Rheinhessen - Donnersberg (300 km) Aug./Sept. 2015

Anschluss Tour 70: Plettenberg - Rothenburg (467 km) Juli 2014

Anschluss Tour 69: Mainz - Plettenberg (444 km) Juni 2014

Anschluss Tour 57: Aschaffenburg - Berlin (800 km) Juli 2011

Anschluss Tour 25: Nordsee: Brest - End to End - Mainz (4455 km) Aug./Sept. 2004

Anschluss Tour 14: Mainz - Nordkap - Lofoten (4144 km) Juni/Juli 2001

Anschluss Tour 13: Magdeburg - Naumburg (224 km) April 2001


Nächste Tour: New York - Detroit (1369 km) April/Mai 2012

Vorherige Tour: Errachidia - Agadir (1005 km) Feb. 2012


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Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum 2009
Chris Tour 51: Khartum - Addis Abeba (1760 km) 2010
Äthiopien 2010
on the Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) 2011
Moldau 2011
Bike Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
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