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VG WORTTour 93: Mainz - Bad Hersfeld - Fulda (334 km)


In der Rhön bei Philippsthal
In der Rhön

Bike-Blog & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Mainz - Bad Hersfeld - Fulda (28.4.-1.5.2018)
Munter rauf und runter auf dem "BahnRadweg Hessen"

Chris on the Bike auf der 22. ADFC-RadReiseMesse in Frankfurt 2018
An meinem Stand auf der
22. ADFC-RadReiseMesse
in Frankfurt im Februar 2018
Bei meinem ersten Messeauftritt im Februar 2018 auf der 22. Frankfurter ADFC-RadReiseMesse fiel mir ein Prospekt in die Hände vom "BahnRadweg Hessen". Ein Vierteljahr später kommt ein langes Wochenende gerade recht, um den mal auszuprobieren. Bei genauerem Studium zeigt sich, dass er eine Aneinanderreihung von mehreren ehemaligen Bahntrassen kombiniert mit Flussradwegen ist: Vulkan-, Fulda-, Milseburg, Ulstertal- und Solztalradweg (Karte ganz unten). Allerdings nicht lückenlos. Gefühlt mindestens ein Drittel der Strecke ist weder BahnRadweg noch FlussRadweg. Dennoch: den Großteil über fühlt man sich am Vogelsberg und in der Rhön fernab der Metropole(n) mitten in der Natur, durch die man auf sanft ansteigenden oder abfallenden Streckenabschnitten dahingleitet.

440 Meter Radweg-Steg am Opelhafen in Rüsselsheim Neuigkeiten auf dem südlichen Mainufer
Samstag, 28. April 2018: Mainz - Frankfurt (56 km)

Kurz nach 14 Uhr rolle ich von Mainz-Gonsenheim runter zu Rhein und Main. Ich hab kaum Gepäck dabei. Will am Abend wieder hier sein. Der BahnRadweg Hessen (Logo ganz unten) hat die Wahl am Ende gewonnen, weil die Bahn in Frankreich bestreikt wird. Und so eine Vollendung unserer April-Tour im Bereich der Meuse-Quelle logistisch etwas schwierig erscheint. Außerdem ist das Losrollen zum Tour-Start direkt vor der Haustür sehr angenehm.
Um an den Start des BahnRadweg Hessen in Hanau zu kommen will ich einmal quer durchs Rhein-Main-Gebiet am Main entlang radeln. Ich entscheide mich für das Südufer bis Frankfurt. Einige Jahre hab ich am Wochenende meine 30-Kilometer-Läufe von der Mainzer Neustadt am Main entlang nach Rüsselsheim und zurück gemacht. So kenne ich die Uferstrecken auf beiden Seiten gut. Bin aber schon eine Weile nicht mehr dagewesen. Es hat sich einiges verändert: Das Wehr bei Kostheim kann endlich wieder überquert werden. Vor allem das Opel-Werk bei Rüsselsheim muss nicht mehr umfahren (oder -laufen) werden: Ein 440 Meter langer, breiter Steg aus Metallplatten führt zwischen Anlegestellen für Binnenschiffer, die das Werk beliefern, und der Kaimauer entlang (Foto links). Sehr praktisch.


Ölhafenbrücke in Raunheim
Ölhafenbrücke in Raunheim

Ölhafenbrücke in Raunheim
Abfahrt Richtung Osten


Mönchhofkapelle in Raunheim am Main Auch bei Raunheim muss man sich nicht mehr fernab vom Fluss durch besiedelte Gebiete schlagen. Die 2013 gebaute Ölhafenbrücke macht's möglich (Fotos oben). So kommt man auch an der kleinen Möchhofkapelle von Raunheim vorbei (Foto rechts). Und erreicht das Wehr Eddersheim, wo es zuvor nur auf der nördlichen Seite weiterging.
Frankfurt ist ursprünglich nur mein erstes Zwischenziel heute. Im Historischen Museum hat Alexandra mich auf die Immigrationsbuchmesse hingewiesen, auf der sie eine Buchvorstellung mit musikalischer Einführung moderiert (Fotos unten). Es geht um den ersten Präsidenten Bangladeshs. Auch ein bengalischer Reporter aus Berlin ist da, der das Ganze mit Video-, Fotokamera und Smartphone für die Medien im entfernten Dhaka dokumentiert.
Anschließend werde ich noch spontan von Alexandra zum Familien-Abendessen eingeladen. Das ist noch viel schöner, als heute Abend bis Hanau zu fahren. So bin ich auch schneller mit der Bahn wieder daheim in Mainz.


Frankfurter Skyline mit Messeturm vom Main
Frankfurter Skyline mit Messeturm vom Main

Immigrationsbuchmesse im Historischen Museum Frankfurt
Bengalische Buchvorstellung auf der Immigrationsbuchmesse

Main-Ufer bei Hanau
Main-Ufer bei Hanau


Schloss Philippsruhe in Hanau Durch die Vulkanlandschaften des Vogelsberg
Sonntag, 29. April 2018: Frankfurt - Hanau - Gedern (76 km)

Heute starte ich immerhin schon um halb zwölf. Am Frankfurter S-Bahnhof Ostendstraße katapultieren lange Rolltreppen mein Rad und mich ans Tageslicht. Und in den Wind, der heute anfangs entgegenweht.
Da ich möglichst schnell an den Start des BahnRadweg in Hanau kommen möchte, bleibe ich auf dem Nordufer des Main. Das bedeutet wenig Fluss und viel Fahrt direkt auf dem Radweg neben der Schellstraße.
Als ich Schloss Philippsruhe in Hanau erreiche, hat sich die Sonne durchgesetzt (Fotos oben und links). Ab jetzt geht's nach Norden und der Ostwind kann mir halbwegs egal sein. Direkt am Schloss entdecke ich den ersten Hinweis "BahnRadweg". Die ersten gut 30 Kilometer hat er allerdings mit ehemaligen Bahntrassen gar nichts zu tun. Er führt, meist auf Radwegen, durch Nidderau. Dabei wird man auf eine Höhe geführt, die man bald runter zur Nidder, einem Nebenfluss der Nidda, verlässt.
Ich suche noch nach einem Mitbewohner aus Studienzeiten auf dem Friedhof. Klemens ist leider schon vor einigen Jahren in seiner Heimat Heldenbergen verstorben.


Rapsfelder in Nidderau
Rapsfelder in Nidderau

Burg Lißberg
Burg Lißberg

Radweg in Nidderau
Radweg in Nidderau


Vulkanradweg Inzwischen hat sich der "Vulkanradweg im Vogelsberg" dazugesellt. Erst am Bahnhof von Glauburg-Stockheim beginnt die Bahntrasse (Foto rechts) auf der Strecke der ehemaligen Vogelsbergbahn oder Oberwaldbahn. Außerdem berührt man die Bonifatiusroute. Es geht noch ein bisschen durch die Nidderau. Ab Lißberg (Fotos oben) führt die Route dann bergan. In typischer Bahnstreckenmanier mit maximal drei Prozent Steigung. Je höher desto schöner. Vogelsberg heißt das ganze Gebirge, das durch verschiedene Vulkane entstand. Meist fährt man im Wald. Immer wieder denkt man, es könne demnächst eigentlich nur noch bergab weitergehen. Aber es findet sich immer eine Möglichkeit, die Strecke weiter bergauf zu führen.
Unterkunftsmöglichkeiten werden mit eigenen Radwegschildern bedacht. So habe ich in Gedern am Ziel die Wahl zwischen Schlosshotel (Foto unten) und Gasthof Zum Löwen.


Schloss Gedern
Schloss Gedern


Alte Bahn-Signale am Vulkanradweg im Vogelsberg Sophia und das Franziskanerkloster auf dem Frauenberg
Montag, 30. April 2018: Gedern - Bad Hersfeld (98 km)

Einige wenige Regentropfen auf dem Weg vom Frühstück zurück zum Zimmer und ein dickes Regenband auf dem Regenradar, das über Gedern hinwegzieht, lassen mich den Start um eine Stunde verschieben. Merkwürdigerweise fällt nicht ein einziger, weiterer Regentropfen. Sei's drum. Um zehn Uhr starte ich den 13 Kilometer langen Anstieg zum höchsten Punkt des BahnRadweg Hessen. Immer noch drohen düstere Wochen über dem Vogelsberg. Der Rückenwind aus Süden schiebt an. Vielfach fährt man im Wald. Hier und da ist die ehemalige Bahnstrecke deutlich zu erkennen (Foto links). Einige, wenige Radler und E-Radler begegnen mir. Nach einer Stunde habe ich mit Hartmannshain den Scheitelpunkt erreicht. 570 Meter über dem Meeresspiegel.
Nun geht es munter runter. Vielleicht zu munter. Mittags muss ich feststellen, dass wie schon vor - zwei Wochen an der Meuse - zwei Speichen am Hinterrad gebrochen sind (Foto rechts). Die Bremse wird minimal touchiert. Aber alles hält schließlich bis zum Schluss.


Lauterbach
Lauterbach


Gebrochene Speiche am Hinterrad Lauterbach ist ein nettes Örtchen (Foto oben). Nun bin ich an der Lauter. Die mich nach Bad Salzschlirf alias "Schlirf" führt. Hier kann ich die 17 Tage alte Sophia sehen, Tochter von Freunden. Und werde mit hervorragendem Milchreis gestärkt für die restlichen Tageskilometer.
Ich komme zur Mündung der Lauter in die Fulda. Eigentlich führt der BahnRadweg jetzt an der Fulda südlich nach eben Fulda. Der Südwind ist aber weiterhin sehr heftig. So wähle ich den Alternativweg: an der Fulda nördlich direkt zum Zielort des BahnRadweg: Bad Hersfeld. Wahrscheinlich habe ich die 30 Kilometer schneller zurückgelegt, als die 20 Kilometer gegen den Wind bis Fulda.
Irgendwann kommt mir ein Hüne von Radler entgegen. Er drängt mich, stehen zu bleiben. Ist verzweifelt. Über den Gegenwind. Will wissen, wie er am besten weiter kommt. Das beste wäre gewesen, mit mir zurück nach Bad Hersfeld zu fahren und von dort mit der Bahn nach Süden. Das fällt mir aber zu spät ein. Denn das genau ist mein Plan. Kaum in Bad Hersfeld angekommen, schwinge ich mich mit Rad in den Zug und fahre nach Fulda, um von dort morgen auf dem BahnRadweg ein weiteres Mal Bad Hersfeld anzusteuern. Auf den letzten Metern in die Stadt werde ich noch von einem älteren Ehepaar auf einem Tandem überholt, das von dem Mann ohne Helm mit großem Ehrgeiz und wahnsinnigem Tempo gesteuert wird (Foto unten).
Über booking.com kann ich überraschender Weise ein Zimmer im Franziskanerkloster Frauenberg in Fulda buchen. Der Frauenberg thront mit seiner Kirche (Fotos unten) majestätisch über der Stadt. Als Kloster wird längst nur noch ein kleinerer Teil des riesigen Gebäudekomplexes genutzt. Gästezimmer werden inzwischen offenbar an jedermann vermietet. Mit Zugang zum Meditationsraum.


Altes Paar auf Tandem bei Bad Hersfeld
Altes Tandem

Kirche auf dem Fuldaer Frauenberg
Vor dem Frauenberg-Kloster

Blick vom Frauenberg auf den Dom zu Fulda
Blick auf den Dom zu Fulda


Fahrt am oberen Ende aus dem Milsbergtunnel Volle Biergärten am Feiertag in der Rhön
Dienstag, 1. Mai 2018, Tag der Arbeit: Fulda - Tann - Bad Hersfeld (104 km)

Das Morgengebet der Mönche, die Laudes, ist für sieben Uhr angekündigt. Kurzfristig haben sich die Mönche angesichts des Feiertags für halb acht entschieden. Ebenso unangekündigt haben sich die Frühstückszeiten verschoben. Dafür frühstückt man im ehemaligen Refektorium der Mönche in seiner barocken Pracht.
Auch heute beginnt der Tag mit einem Anstieg. Er ist flacher, dauert dafür länger und führt mit seiner Maximalhöhe von 540 Metern nicht ganz so hoch wie gestern. Einige Kilometer außerhalb von Fulda wird man auf den Bahntrassenweg des Milseburgradwegs (Logo ganz unten) geführt. Die führt in die Rhön hinein. Rund um das Schloss Bieberstein, das auf einem hohen Felsen thront. Und plötzlich führt der Weg in einen Tunnel, der mehr als einen Kilometer weiter bergan fährt. An der Ausfahrt des Milseburgtunnels (Foto links), gebaut von 1887 bis 1889, hat man den höchsten Punkt erreicht. Das Café wird gerade aufgemacht. Der Pächter spricht von einer Nacht an der Frostgrenze. Es ist kalt. Was jetzt bei der Abfahrt so richtig spürbar wird. In einer Tankstelle wärme ich mich bei einem Miniimbiss auf.


Kali-Halde bei Philippsthal
Kali-Halde bei Philippsthal


Brücke über die Ulster Bald bin ich im Ulster-Tal (Foto rechts). Der Südwestwind ist tatsächlich auch heute beachtlich. Und pustet mich durch das Tal. Immer mehr setzt sich die Sonne durch. Schon von weitem erblickt man die Kali-Halde von Philippsthal (Foto oben). Der BahnRadweg umrundet die weiße Halde in weitem Bogen, mit ein paar Kilometern an der Werra. In Heimboldshausen eine weitere Tankstellen-Pause. An der freien HTH-Tanktstelle hat das Lädchen noch den Stil der 60er Jahre. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt schon minimal verfahren. Denn in Heimboldshausen teilen sich der BahnRadweg und der hessische R7 und führen auf getrennten Wegen nach Bad Hersfeld. Letzter an der B62 entlang. Ich muss ein paar Meter zurück und finde den Einstieg in die Berge nach Ausbach. Auch hier begegnen mir Mai-Wanderer. Kaum eine Gruppe, die heute ohne Bollerwagen und Bierdose in der Hand auskommt. Es ist auch deutlich wärmer geworden (Foto ganz oben). Wie an allen vier Tagen dieser Tour folgt auf einen kalten, düsteren Morgen ein warmer, sonniger Nachmittag. Der Biergarten zum alten Bahnhof in Sorga und noch mehr ein paar Kilometer weiter der Biergarten Zur Weißen Dame sind schon fast überfüllt. Und auch in Bad Hersfeld (Foto unten) lebt die Altstadt im sonnigen Feiertagsmodus auf. Ich bin zum zweiten Mal am Ziel. Die Rückker vom BahnRadweg nach Mainz lege ich mit der Bahn zurück.


Bad Hersfeld
In Bad Hersfeld


Route Mainz - Bad Hersfeld - Fulda



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

BahnRadweg Hessen Karte mit eigener Route
Meine Route in Blau im Vergleich zur offiziellen BahnRadweg-Hessen-Route in Rot

Etappen Mainz - Bad Hersfeld - Fulda (28.4.-1.5.2018)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 28.4.2018 Mainz Frankfurt 56
2. 29.4.2018 Frankfurt Hanau Gedern 76
3. 30.4.2018 Gedern Bad Hersfeld 98
4. 1.5.2018 Fulda Tann Bad Hersfeld 104
Summe 334

Logo Milseburg-Radweg und BahnRadweg Hessen
Logo: Milseburg-Radweg und BahnRadweg Hessen


Anschluss Tour 87: Mainz - Münster (400 km) Juni 2017

Anschluss Tour 83: Mainz - Denkendorf (341 km) Jan. 2017

Anschluss Tour 79: Westerwald - Hunsrück (383 km) Juni 2016

Anschluss Tour 78: Mainz - Jagst - Kocher (528 km) Mai 2016

Anschluss Tour 74: Rheinhessen - Donnersberg (300 km) Aug./Sept. 2015

Anschluss Tour 72: Mainz - Emmerich (416 km) Mai 2015

Anschluss Tour 70: Plettenberg - Rothenburg (467 km) Juli 2014

Anschluss Tour 69: Mainz - Plettenberg (444 km) Juni 2014

Anschluss Tour 64: Essen - Borkum (980 km) April/Mai 2013

Anschluss Tour 60: Mainz - Brocken (455 km) April 2012

Anschluss Tour 57: Aschaffenburg - Berlin (800 km) Juli 2011

Anschluss Tour 56: Dillenburg - Idstein (423 km) Juni 2011

Anschluss Tour 55: Mainz - Wissembourg (361 km) April 2011

Anschluss Tour 25: Nordsee: Brest - End to End - Mainz (4455 km) Aug./Sept. 2004

Anschluss Tour 24: Mittelrhein und Nebenflüsse (795 km) März/April 2004

Anschluss Tour 14: Mainz - Nordkap - Lofoten (4144 km) Juni/Juli 2001

Anschluss Tour 10: Mainz - Vilnius (2100 km) Aug. 2000

Anschluss Tour 9: Mainz - Dresden (715 km) Juni 2000

Anschluss Tour 7: Mainz - Ravensburg (370 km) April 1999

Anschluss Tour 6: Mainz - Strasbourg (428 km) Sept. 1998

Anschluss Tour 3: Essen - Zagreb (1680 km) März/April 1983


Nächste Tour: Esslingen - Friedrichshafen (253 km) Mai 2018

Vorherige Tour: Maas: Neufchâteau - Rotterdam (951 km) April 2018


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Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum 2009
Chris Tour 51: Khartum - Addis Abeba (1760 km) 2010
Äthiopien 2010
on the Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) 2011
Moldau 2011
Bike Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
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