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VG WORTTour 117: Südamerika: Buenos Aires - Tacna (ca. 4.000 km)



Seufzergasse in Colonia del Sacramento, Uruguay

Bike-Blog & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Südamerika: Buenos Aires - Tacna (6.1-5.3.2023)
Pampa und Anden: Quer durch Südamerika

Ausrüstung: Bike & More
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Eine Tour durch sieben Länder soll es werden: einmal quer durch Südamerika von Buenos Aires durch Uruguay, Brasilien, Argentinien, Paraguya, Bolivien, Chile und Peru. Lange ist es flach in Pampa, Campo und Gran Chaco. Doch dann erheben sich die Anden auf dem Weg zum Pazifik. Es soll auf über 4.000 Meter Höhe gehen. Das Salzmeer lockt: der Salar von Uyuni. Doch im südlichen Sommer ist dann Regenzeit. Aus dem trockenen Salz könnte weißer Matsch geworden sein. Vom abflussfreien Altiplano zwischen West-Anden (Cordillera Occidental) und der Ost-Anden (Cordillera Oriental) geht es durch einen Zipfel Atacama-Wüste hinunter zum Meer. Glückauf.

Die weiteren Teile hier:

Teil 2: XXX (Woche 3 + 4: 23.1.-5.2.2023)

Teil 3: XXX (Woche 5 + 6: 6.2.-19.2.2023)

Teil 4: XXX (Woche 7 + 8: 20.2.-5.3.2023)


Hier Teil 1: Buenos Aires - Asunción (Woche 1 + 2: 6.1.-22.1.2023)


Mit Air Europa nach Südamerika
Freitag, 6. Januar 2023: Mainz - Taxi- Frankfurt - Flug - Madrid - Flug…

Nachdem der Flug mit Karton und Taxi vor Wochen Richtung Mongolei sich bewährt hat, Entscheide ich mich auch diesmal dafür. Der Radkarton stammt diesmal vom Bretzenheimer Fahrradladen (Gracias!). Er ist fast ein Kilo leichter. Dafür bringe ich diesmal noch einiges Gepäck unter, sodass ich den Rest als Handgepäck mitnehmen kann. Ein Grund: ich hatte die spanische Linie Air Europa auch gewählt, weil der Radtransport mit 75 Euro sehr günstig war. Als ich den dann zu Beginn des Jahres endlich gebucht habe, kostete der Interkontinentale Transport plötzlich 200 Euro. Das Extragepäck von 60 auf 120 Euro.
Miri begleitet mich noch zum Flughafen. Sie kann leider diesmal nicht mitreisen. Drei Stunden vor Abflug sollen wir dasein, gut zwei Stunden vorher öffnet der Checkin. Mit einem professionell aussehenden Karton wirkt man deutlich seriöser. Ich darf erstmals die Gepäckaufkleber selbst anbringen.




Das Handgepäck ist nun deutlich schwerer. Sperriger. Weil mein Maxikorb ziemlich den Handgepäck-Maximalmaßen von Air Europa entspricht, kommt er mit. Darin die verkleinerte Zelttasche mit Schlafsack und die Lenkertasche. Ich habe für diese Tour noch mal das ganze Gepäck auf Einsparpotential durchforstet. Rund zwei Kilo sind am Ende dabei rumgekommen. Hauptsächlich das fehlende Rahmenschloss und die kleinere Zelttasche bewirken das. So muss ich aber immer noch fast zehn Kilo im dafür unpraktischen Korb durch den Madrider Flughafen tragen. Weitgehend ohne Wägelchen. Fast einen Kilometer weit. Und weil der Korb nicht mehr ins Handgepäckfach passt, fliegt er erstklassig über den Atlantik.






Samstag, 7. Januar 2023: Aeropuerto Ezeiza - Buenos Aires (43 km)

Die Sonne geht auf als wir über der Grenze zwischen Uruguay und Brasilien fliegen. Von meinem Fensterplatz sehe ich die kargen Hügel von Uruguay. Hier und da ein kleines Flüsschen. Ganz wenig Besiedlung. Und dann der Rio de la Plata. Ein kurzer, aber ein ganz breiter Fluss. Schon halb im Meer. Gespeist von mehreren Zuflüssen Und auf der Südseite: Buenos Aires. Hier und da Hochhäuser aber sonst ein Meer von. Flachbauten.
Ausnahmsweise warte ich diesmal nur auf das Sperrgepäck, den Radkarton. Als ich mich nach dem entsprechenden Schalter erkundige, heißt es, der Radkarton komme übers normale Gepäckband. Leichte Panik überkommt mich. Da sehe ich schon den Karton draußen am Band lehnen. Die Gepäckmenschen lassen sich nicht davon abbringe es zu versuchen. Und mit etwas Gewalt gelingt es ihnen auch. Mit Ach und vor allem Krach wird der Karton durch die enge Luke gestoßen. Immerhin stehe ich auf der anderen Seite um das schlimmste zu verhindern. Der Karton war wohl sowieso schon ramponiert. Beim Zoll wollen sie es noch einmal durchleuchten. Dass das Gerät dafür zu klein ist, glaubt mir der Mensch erst als ich ihn gezwungen habe mitzuhelfen. Also nur Außenbesichtigung des Rads.






Bald ist alles zusammengebaut und durch das Spalier der Geldwechsler schiebe ich das Rad in den argentinischen Sommer. Die Autobahn scheint mir der optimale Weg in die Stadt. An der Tollstation des Flughafens werde ich nicht aufgehalten und an der vielspurigen Strecke sind auch einige Rennradler zu sehen. Ganz abgesehen von einigen Polizeikontrollen.
Nach zwölf Kilometern Autobahn kann ich kleinere Parallelstraßen nehmen. Sehr nette Vorstädte. Irgendwie wirkt von vornherein nichts ungewohnt an dieser Stadt. Buenos Aires könnte einfach eine Stadt in Südeuropa sein. Mehr oder weniger auf meinem Weg liegen die Hauptsehenswürdigkeiten Plaza de Mayo und Obelisk. Und der Samstagmittag-Ferienverkehr macht das Radeln leicht im Zentrum. Nicht allerdings die häufigen extremen Kopfsteinpflasterstrecken. Ausweichen auf den Bürgersteig ist angesagt.
Vom Zentrum wende ich mich den westlichen Stadtvierteln zu. Überraschung: es gibt Radwege. Viele Straßen sind Einbahnstraßen. Und häufig gibt es einen mehr oder weniger abgetrennten Radweg auf der LINKEN Straßenseite. Auf dem kann man auch noch in beiden Richtungen radeln. Das funktioniert besser als gedacht. Warum am Rand auch alle paar Meter ein Altglascontainer steht, bleibt rätselhaft. Ich komme ohne Platten zu meinem kleinen B&B. Und dann zu Patenkind Anna mit ihrer Familie, die schon seit ein paar Tagen Besuch aus Rhein-Main haben von Antonia und Heinrich, außerdem mit Kinderinfektionen kämpfen. Anna hat gerade die Nacht mit der drei Monate alten Rosario im deutschen Krankenhaus verbracht. Auch wenn ich Anna und Co seit zweieinhalb Jahren nicht gesehen habe, ist der Draht schnell wieder gefunden.






Sonntag, 8. Januar 2023: Buenos Aires (21 km)

Ich radle zur nahe gelegenen (Deutschen) „Evangelischen Kirche am Plata“ ??? Doch ein Schild verkündet, dass hier nur am ersten und dritten Sonntag im Monat um 10 Uhr Gottesdienst ist. Wäre hilfreich gewesen, wenn das auch auf der Homepage stünde. Auch die katholische Kirche San Patrizio hält sich nicht an die Online-Informationen. Schönstatt-Kapelle und evangelisch-lutherische Kirche haben ebenfalls keinen 10-Uhr-Gottesdienst. So setze ich mich schließlich ruhig vor die Krippe in San Ambrosio. Immerhin bin ich wieder gut rumgekommen in dem schönen Viertel mit dem Radweg auf der „La Pampa“ direkt vor meiner Unterkunft.
Mittags nehmen Antonia, Heinrich und ich die Metro um noch einmal ins Zentrum zu kommen. Am Plaza de Mayo erklimmen wir im weißen Kolonialgebäude durch die Revolutionsausstellung hindurch den ersten Stock mit famosem Blick auf den Platz um dann auch noch die ehemalige Wirkungsstätte von Papst Franziskus schräg gegenüber zu betrachten: die Kathedrale.





Zurück im Kiez gibt‘s weltmeisterliches Eis direkt um die Ecke. Großartige Sorten. Und wer möchte kann sich frisches Eis am Stil in den Farben des Nationalteams mit Messis (und Maradonas) Rückennummer 10 überziehen lassen. Noch im Dezember machte ich eine Tour im Land des amtierenden Männer-Fußballweltmeisters. Jetzt ist es Argentinien. 27 von 117 Touren führten durch das Land des jeweils aktuellen Weltmeisters.
Anna schlägt einen Ausflug zum Lago de Regatas vor. Sie nimmt Rosario, Jazmín und Heinrich im Auto mit. Antonia radelt mit mir dorthin. Sie ist schon 1986 zu einer Radtour von Hongkong aus zu einer Radtour durch China aufgebrochen. Zuguterletzt sitze ich noch mit ihr und Heinrich bei böhmischem Bier und Tapas im warmem Sommerabend vor einem Restaurant. Was für eine schöne Akklimatisierung.






Montag, 9. Januar 2023: Buenos Aires - Fähre = Grenze Argentinien/Uruguay Colonia del Sacramento - Carmelo (108 km)

Abschied. Jazmín hat ein Bild gemalt. Mit meinem Fahrrad. Toll. Gracias. Für alles. Und Martín hat mein Ticket ausgedruckt. Wunderbar. Rund 15 Kilometer sind es bis zur Fähre. Aber jetzt ist Werktagsverkehr. Zumindest Ferien-Werktag. Die Radler haben sich vermehrt, auch um Escooter-Fahrer, die Autofahrer noch mehr. Und an jeder Kreuzung eine Ampel. Weitgehend kann ich wieder auf dem Radweg fahren. Der führt mich am Obelisk vorbei. Auf einer großen Leuchttafel feiert Coca-Cola den Weltmeister. Unten am Ufer wird der Radweg breiter und wird abseits der Autos geführt.
Dann bin ich am Terminal von Colonia Express. Wie sich herausstellt eine relativ kleine Personenfähre. Wieviel ich genau für die Fahrt mit meiner Kreditkarte gezahlt habe, weiß ich nicht. Ein Zugeständnis angesichts der extrem galoppierenden Inflation an den Schwarzmarkt ist, dass seit kurzem eine Art Schwarzmarktkurs bei Kreditkarten zu Grunde gelegt werden. Bei meiner Kreditkarten-Firma wird das so gehandelt, dass erst der schlechte offizieller Kurs berechnet wird und kurz darauf eine Gutschrift über einen ominösen Dollarkurs folgt. Somit ist es fast doppelt so Doppelt so günstig mit der Kreditkarte zu zahlen als mit Bargeld. Zum offiziellen Kurs. Vorher steht ein Check-In und die Grenzkontrolle. Samt uruguayische Einreise. Hier sogar noch mit richtigem Stempel. Die Räder werden aus der Wartehalle schon mal aufs Pier geschoben. Ein Rennradlerpaar und ein Rucksackradlerpaar möchten ebenfalls an Bord. Mit Kinderwägen und Rollis haben wir Priority-Boarding. Vamos. Argentina braucht nicht um mich zu weinen. Im Norden will ich das Land noch einmal kreuzen.




Uruguay







Rund 75 Minuten dauert die Fahrt über den hier rund 50? Kilometer breiten braunen Rio de la Plata. Und tatsächlich gibt es auf der anderen Seite keine Kontrolle mehr. Sieht man davon ab, dass das Gepäck noch einmal durchleuchtet wird. Schon von See aus sieht man Reste der Stadtmauer. Jetzt posiert mein Rad vor dem Xyz Stadttor von Colonia del Sacramento. Die älteste Stadt Uruguays, errichtet als Schmugglerhub für Buenos Aires, ist Unesco-Weltkulturerbe. Alles ist klein, überschaubar, weitläufig. Gleich am Anfang führt die pittoreske Seufzergasse? runter zum Fluss. Ich lasse mich nieder in einem der vielen Touristen-Restaurants mit Freisitzen im Schatten. Ich will die Hitze zumindest ein bisschen abwarten. Rund 90 Restkilometer lassen mir allerdings nicht allzu viel Zeit. Kurz vor zwei rumple ich über die letzten Meter des teils sehr historischen Pflasters. Es breitet sich die Bucht mit Badestränden aus. Tatsächlich: in der braunen Brühe schwimmen Menschen. Ein paar Familien nutzen die Grillplätze. Hinter der Stierkampfarena - Stierkampf ist lange verboten - komme ich durch kleine Straßen zur Nationalstraße. Hier erfasst mich der südliche Rückenwind. Der Sonnenstand verwirrt mich kolossal. Zum ersten Mal in meinem Leben zieht die Sonne im Laufe des Tages nicht südlich an mir vorbei sondern im Norden. Alle Automatismen der Orientierung, denen ich mir kaum bewusst bin, sind dahin. Am Ende habe ich leichte Sonnenbrände auf der Vorderseite, obwohl ich im wesentlichen nach Norden geradelt bin.
Wenig Verkehr. Wenig Besiedlung. Große Hitze. Ich komme gut voran, kippe aber alle paar Kilometer reichlich Wasser in und über mich. Viele Felder sind schon abgeerntet. Der Wein steht noch. Ist genießbar.
Carmelo ist am Ende die einzige Ortschaft. Sehr klein und überschaubar. Am Geldautomaten kann man wählen zwischen uruguayischer Währung oder US-Dollar. Ein Obst-Gemüseladen und ein Supermarkt erweitern meine Kenntnisse der Mikrowirtschaft. Preiswert ist es hier nicht. Die günstigste Unterkunft habe ich ein paar Kilometer außerhalb gebucht. An der Landstraße lädt der Hof La Tortuga mit einer alten Kutsche in seine kleinen Bungalows. Die Mücken halten sich in Grenzen. Ich genieße vor dem Haus den Sonnenuntergang.






Dienstag, 10. Januar 2023: Carmelo - Nueva Palmira - Dolores - Mercedes (100 km)

Nach der Hitzeschlacht gestern habe ich den Wecker auf halb sechs gestellt. Da steige ich aber schon aufs Rad, weil ich früher wach geworden bin. Dem Jetlag sei dank. So ist gerade ausreichend Licht, als ich durch den windstillen Morgen gleite. Erst mit dem Sonnenaufgang um kurz nach sechs setzt langsam Wind ein. Wie das so ist in Äquatornähe: erst weht der Wind vom Äquator weg, bevor er mittags wieder zum Äquator zurückdrängt. Dann habe ich Rückenwind. Der Südostpassat ist die südliche Entsprechung des Nordostpassat. Er reicht im Sommer bis etwa in diesen Bereich. So aber muss ich erst kämpfen. Und die Strecke ist zudem wie schon gestern hügeliger als gedacht.
Einen Miniabstecher mache ich in Nueva Palmira zum Ufer des Rio Uruguay. Ein Fernradler begegnet mir. Der Argentinier Diego radelt mit Anhänger so quasi einmal um Uruguay herum, wenn ich ihn richtig verstehe.




Wie entkräftet und dehydriert ich bin merke ich erst als ich um 10 Uhr nach 60 Kilometern Dolores erreiche. Ich kippe zwei eiskalte Liter Trinkjoghurt aus dem Schlauch in den Rachen. Taumel zum Unabhängigkeitsplatz vor der Kirche. Dort richte ich mich für die nächsten, heißesten Stunden des Tages im Dreiviertelschatten der Bäume ein. Schlafe erstmal eine Stunde auf der Bank. Heute sind 37 Grad vorhergesagt. Kaum einer traut sich noch vors Haus. Die Geschäfte am Platz sind geschlossen. Schreibe an meinem Blog. Ab und zu bringen Wolkenfelder etwas Erleichterung. Den Verlauf des Schattens vermag ich auch heute nicht korrekt vorherzusagen.
Kurz vor vier breche ich wieder auf. Halbwegs erträglich ist es nur unter Wolken. Alle sieben Kilometer trinke ich jede Menge Wasser und kippe noch mehr über mich. Aber auch das ist 37 Grad heiß.
Ich erreiche tatsächlich nach hundert Kilometern Mercedes. Mit Eis und eiskaltem Sprudel versuche ich meine Temperatur runterzubringen. Finde ein Zimmer im klassischen Hotel Colon. Die letzten Meter lege ich entgegen der Einbahnstraße zurück. Das mögen sie hier gar nicht.
Abendspaziergang zum Rio Negro. Überall stehen oder schwimmen sie im Fluss. Das Gefühl abseits vom Tourismus an einem überaus lebenswerten beliebten Ort zu sein. Mit einem kräftigen Patagonia-Bier sitze ich danach in Zillertal-Stühlen (so heißt eine uruguayische Premium-Biermarke) in einem Strandcafé zu den Klängen von Love Generation bei nunmehr angenehmen Temperaturen.







Mittwoch, 11. Januar 2023: Mercedes - Paysandú (123 km)

Weil ich wieder früh wach werde, schwanke ich zwischen einem Frühstart und dem Hotelfrühstück um sieben. Das gewinnt. Zunächst zerspringt mein süßes Nektarsaftglas auf dem Boden, weil zwei Kaffeetassen aneinander kleben, dann kommt mir der Gedanke, dass ich womöglich meinen Schlafsack in Deutschland gelassen haben könnte. Letzteres bestätigt sich schnell. Damit sind die Zeltoptionen vorerst eingeschränkt. Ich sollte es daher heute bis zum nächsten Ort mit Unterkünften schaffen: Paysandú, roundabout 120 Kilometer. Das Wetter ist wesentlich angenehmer als gestern und vorgestern. Es ist relativ bedeckt und der Wind ist mas o menos in meinem Rücken.
Eine riesige Brücke leitet mich über den breiten Rio Negro. Kurz darauf eine Toll-Station. Google Maps hat die gebührenpflichtige Straße schon länger angekündet. Jetzt wird an der Ruta xyz kassiert. Für Radler gibt es eine extra Gratisspur. Dann verlasse ich zum ersten Mal richtig das System der Rutas-Nationalstraßen. Ein schmalerer Shortcut führt nach Norden. Ohne Markierung mit schlechterem Asphalt ist es deutlich romantischer. Die hügelige Landschaft mit den nicht allzu großen Feldern kommt noch besser. Darüber die weißen Wolken. Uruguay aus dem Bilderbuch.




Nach zehn Kilometern bin ich wieder auf der Ruta. Die Fahrbahn ist aus Betonplatten, der - wie meist - breite Randstreifen recht soft asphaltiert. Also wechsle ich seltener als an den ersten Tagen. Links könnte ich nach Nuovo Berlin.
Auf halber Strecke die einzige Einkehrmöglichkeit: eine Tankstelle. Klimatisiert und mit großem Shop. Trotz Wolken sind es um die 35 Grad und da fällt es mir immer schwer, Nahrungsmittel zu mir zu nehmen. Die Pause dehnt sich entsprechend. Aber der Rückenwind macht die zweite Hälfte der Strecke zu einer machbaren. Schon gegen drei Uhr erreiche ich Paysandú. Ich radle nicht durchs Zentrum, sondern finde ein Hotel in Ufernähe des Rio Uruguay in Industrieruinen-Nachbarschaft. Der Hotelpool ist verlockender als ein Flussbad. Kurz vor Sonnenuntergang bin ich auf der nagelneuen Strandpromenade mit Radweg und Inlinespur. Fast alle haben Matetee-Equipment dabei. Cannabisgeruch liegt über der relaxten weitläufigen Szene. Weil der Fluss häufig über die Ufer tritt ist der Weg zum uruguayischen halbgefrorenen Patricia Lager etwas weiter.








Donnerstag, 12. Januar 2023: Paysandú - Termas del Dayman (114 km)

Im hoch gelegenen Stadtzentrum werfe ich noch einen Blick in die Basilika. Gegenüber entsteht ein riesiges Hochhaus. Sehr ungewöhnlich. Heute ist es weniger wolkig als vorhergesagt. Aber nicht so heiß wie noch vor Tagen. Gleichzeitig habe ich mich etwas an die Hitze gewöhnt.
Es ist etwas mehr Verkehr als zuvor. Erst nach der Abzweigung Richtung Tacuarembó wird es wieder gemütlicher auf der Ruta 3. Mit einem T-Shirt decke ich heute die Sonnen-gefährdeten Stellen ab. Am Morgen der Nacken, am Nachmittag der rechte Arm.




Die Strecke ist unverändert sehr schön und kaum besiedelt. Pause an einer Bushaltestelle. Oft weit und breit der einzige Ort mit Schatten. Mir fehlt ein kaltes Getränk. Erst in der Tankstelle von Chapicuy ist es soweit. Ich taumel etwas, von der Hitze benommen. Der Joghurtschlauch eignet sich bestens Stirn und Kopf zu kühlen. Kurz bevor ich weiterziehe kommt noch einer aus der Tankstelle und meint der Nachbar komme aus Deutschland. Wiederholung in Termas del Dayman. Dann Klimaanlage und kühle Dusche, um den Körper runterzubekommen. Um vier Uhr, 20 Uhr deutscher Zeit, bin ich fit für den ersten Online-Doko mit der Heimat.
Am Abend habe ich endlich die Energie für ein paar Optimierungen am Rad. Die Flaschenhalter mache ich nutzbarer. Einer von den vieren kommt oben an den Lenker und ist somit wesentlich besser greifbar. Dank Kabelbinder. Die müssen schließlich auch für den Lenkertaschenhalter herhalten. Weil ich die Probleme kommen sah, hatte ich es gar nicht erst am Flughafen mit dem Anbau versucht und war bisher ohne geradelt.






Freitag, 13. Januar 2023: Termas del Dayman - Salto - Bella Union (150 km)

Nach Bella Unión kann ich wie ursprünglich geplant in zwei 90-km-Tagen mit einem Abstecher zu den Termas del Aparey. Oder auf knapp 150 km auf direktem Weg. Der Tag ist wie gemacht für eine Megaetappe. Der Himmel bedeckt, oft angenehmer leichtester Regen, Thermometer unter 30 Grad und weitgehend Rückenwind. Je länger der Tag desto stärker. Wie all die Tage am Rio Uruguay. Recht flach ist es auch noch. Und der Verkehr noch weniger als gestern. An einer Stelle teilen alter und junger Fuchs die Beute auf offener Straße. Bis ich komme. Die Kadaver auf der Straße zeugen von der Fauna: vor allem Vögel, Leguane, Frösche. Die Flussauen sind ein Vogelparadies. Und hier breitet sich der Fluss dank der Staumauer mit dem Megawasserkraftwerk bei Salto weit in alle Richtungen aus. Ein Rückstau von rund hundert Kilometern.




Es ist eine Traumetappe zu der ich nach dem Minifrühstück in der netten Containerunterkunft aufbreche. Erst nach 50 Kilometern die erste Pause. Eine Lourdes-Nachbau unter Palmen steht gegenüber. Ansonsten findet sich auf 150 Kilometern sehr wenig Infrastruktur. Nach 108 Kilometern das erste Dorf. Dank Google Maps finde ich in der dritten Reihe ein kleines Restaurant. Absolut nichts los. Aber man kocht für mich: Hamburger Mailänder Art mit Käse, Thymian und Reis. Dazu Salat. Und Coca-Cola. Genau das richtige. Bei der Wahl zwischen Zucker ohne Ende und unvermeidliches Fleisch habe ich mich für diese Tour gegen den Vegetarismus entschieden.
Ich schone mein rechtes Handgelenk mit Voltaren, einer Bandage und indem ich extrem selten schalte. Nach neun Stunden erreiche ich den Grenzort Bella Unión im Dreiländereck von Uruguay, Argentinien und Brasilien. Am Strand fährt eine Fähre nach Argentinien. Im Boutique-Hotel in der Nähe ist nur noch die Suite frei. Günstiger ist das Zimmer im Orient- Hotel. Mit meinen Restdevisen schlage ich im Minimarket schräg gegenüber vom Hotel zu. Entdecke in einem Kühlschrank Zillertal-Bier. In der praktischen Ein-Liter-Flasche. Der Abend ist gerettet.





Dreiländertag: Freihändig durch Brasilien
Samstag, 14. Januar 2023: Bella Unión - Grenze Uruguay/Brasilien - Uruguaiana - Grenze Brasilien/Argentinien - Paso de los Libres (95 km)

Ein letztes uruguayisches Frühstück. Die Orte lagen weit auseinander, aber sie hatten viele Hotels. Trotz der Ferienzeit waren immer Zimmer frei. Es war immer angenehm. Wie das ganze Land. Ich fühlte mich sehr sicher. Die mehr oder weniger hügeligen Strecken auf wenig befahrenen Straßen waren wunderbar zu fahren. Und Rückenwind hatte ich meist auch noch. Der Vermieter macht noch ein Foto von mir. Que todo pasa bien.
Nach den letzten sieben Kilometern im Land , halb so groß wie Deutschland, Landerreiche ich am Ufer des Grenzflusses Cuareim die uruguayische Grenzstation. Ich bin der einzige, der einen Ausreisestempel möchte. Rund zehn Minuten dauert das. Ausdrücklich werde ich ermahnt auf der brasilianischen Seite einen Einreisestempel zu ergattern. Ganz in meinem Sinne. Dann rolle ich auf die Brücke. Begleitet von einer lange nicht mehr funktionstüchtigen Eisenbahnbrücke.




Brasilien




Den einzigen, der hier im äußersten Südwesten das brasilianische Riesenreich bewacht, muss ich wecken. Es ist kurz nach acht und er ist in der Sonne sitzend eingenickt. Er kann offenbar nichts für mich tun, außer mich an die Immigracion an dem brasilianisch-argentinischen Grenzübergang in Uruguaiana, 75 Kilometer weiter nördlich am Rio Uruguay zu verweisen. Damit entscheide ich mich, dort schon wieder Brasilien Richtung Argentinien zu verlassen und nicht erst 200 Kilometer weiter nördlich bei São Borja. Es soll also ein Dreiländertag werden: vom ersten über den Rekord- zum aktuellen Weltmeister. Und mit Brasilien habe ich nun auch alle Länder beradelt, die jemals Weltmeister wurden.
Der Grenzort Barra do Quaraí ist sehr überschaubar. Gut, dass ich nicht noch gestern Abend über die Grenze gegangen bin. Der Verkehr auf der nicht übermäßig gut asphaltierten Straße tendiert gegen Null. Ich kann freihändig fahren, was meine Handgelenke weiter entlastet. Die Felder werden viel intensiver bewässert als in Uruguay. Unerwartet braust ein uralter Feuerwehrwagen vorbei: Bomberos. Ein paar Kilometer weiter sehe ich ihn wieder. Ein Auto liegt völlig ausgebrannt im Straßengraben. Rund herum war eine größere Fläche in Brand geraten und ist weitgehend gelöscht. Zwei kleine Motorflieger von einer Flugschule setzen ständig auf und heben wieder ab. Dann sind wieder nur die Vögel und mein Tretwerk zu hören.
In Uruguaiana mache ich eine Pause auf dem Praça Barão do Rio Branco vor der Kathedrale??? Ich unterhalte mich mit einem älteren Mann in Bayern-Trikot. Er bestätigt mir, dass Pelé vor kurzem gestorben ist und klagt über einen Meniskusschaden im rechten. So bleibt ihm nur ein weiterer Schluck Dosenbier. Ich radle zur Grenzbrücke. Zäune verbarrikadieren den direkten Weg. Ich sehe schon den Stau und muss aber noch einen Schlenker machen um dazuzustoßen. Was für ein Gegensatz zur Beschaulichkeit von Barra do Quaraí. Es scheint als wolle ganz Brasilien gerade heute über diesen Grenzübergang nach Argentinien. Eine schier endlose Schlange an Menschen schlängelt sich auf das Abfertigungsgebäude zu. Ich stelle Passanten ein paar polyglotte selffullfilling Fragen, um daran glauben zu können, ich bräuchte mich hier nicht anzustellen und könnte mich bei den Fahrzeugen einreihen. So bin ich ruckzuck auf der Brücke samt der Ungewissheit, ob die argentinische Immigracion irgendein Interesse an brasilianischen Ein- und/oder Ausreisestempeln hat. Beides fehlt mir ja. Ich kehre um, stoße so aber an das Ende der Schlange im Moment des Eintritts in das Abfertigungsgebäude. Die Menschen scannen mit ihren Handys wie wild QR-Codes um sich irgendwie zu registrieren. Hier will ich weder mit noch ohne Rad samt Gepäck rein. Ein paar halboffiziell aussehende geben dem ein oder anderen Antworten. Alles was sie ausweist ist ein schwarzes T-Shirt auf dem Policia Federal steht. Einer dieser Menschen spricht sogar ein bisschen Englisch. Ich erwähne kurz meine Reiseroute und schon ist er weg mit meinem. Im größten Tohuwabohu, was man sich an einem offiziellen internationalen Grenzübergang so vorstellen kann. Sollte er nie mehr auftauchen, wären meine weiteren Reisepläne akut gefährdet. Er taucht wieder auf. Hat irgendeinen Stempel mit heutigem Datum ergattert. Er meint, das sei egal ob Ein- oder Ausreisestempel, quasi ein Allzweckstempel.
Zwischen Autos und Lastwagen kämpfe ich mich über die Brücke. Die verwaiste Bahnstrecke könnte man leicht zu einem Fußgängerweg umgestalten. Oder Radweg. Stattdessen weiche ich oft auf den keinen Meter breiten bestehenden Weg aus.








Argentinien




Die argentinische Immigracion scheint sich null für brasilianische Stempel zu interessieren. Nicht mal Kamera und Fingerabdruck, die bei der Ein- und Ausreise in Buenos Aires obligatorisch waren, kommen zum Einsatz. Dann stürzen sich die Schwarzhändler auf mich. Ihr Business konzentriert sich aber auf brasilianisches Geld. Dollar oder Euro haben sie nicht im Portfolio.
Vielleicht hätte ich hartnäckiger bei den Schwarzhändlern nachhaken sollen. Jedenfalls verbringe ich Stunden damit, im Grenzort Paso de los Libres Unterkunft, Bargeld und Lebensmittel zu bekommen. Die Geschäfte nehmen keine Kreditkarten, die Geldautomaten geben mir kein Geld und die Hotels, zum Teil sechs- oder siebenstöckig sind alle ausgebucht. Vielleicht wegen der Kombi von Ferien und Wochenende. Außerdem will ich aus der Hitze raus. Alles was ich in Erfahrung bringe, dass die zwanzig Kilometer längere Straßenstrecke wesentlich besser sein soll als der direkte Weg über eine Piste. Am Ende mache ich doch noch Geld locker und ergatter ein überteuertes Doppelzimmer. Zeit für die Abendmesse.








Sonntag, 15. Januar 2023: Paso de los Libres - Tapebicuá - La Cruz (88 km)

Das Hotelfrühstück soll erst um halb acht starten. Eine halbe Stunde später als überall sonst und das ist für mich und die drohende Hitze schon zu spät. Also nutze ich den Kaffeeservice in der Lobby, verzichte aufs Hotelfrühstück und sitze schon um sieben auf dem Rad. Ich habe mich für die Pistenroute via Tapebicuá entschieden. Spart 19 von 54 Kilometern der Straßenstrecke. Kann man nicht viel verlieren.
Schon weit vor dem Ortsrand von Paso de los Libres endet der Asphalt. Es wird etwas kiesig, zum Teil sandig. Mühsam also, aber fahrbar. Dann sind die letzten Villen unter Bäumen passé. Es beginnt die Weite der Felder und Weiden. Ich bin allein. Auf gut 30 Kilometern Piste begegnen mir nur ein Motorrad und ein Auto. Und viele Pferde, Rinder sowie Millionen Vögel. Der Sound des Regenwalds. Es ist ein bisschen beschwerlich und ich muss ständig aufpassen nicht stecken zu bleiben. Am schönsten ist die Pause zum zweiten Frühstück im Schatten und umgeben von Vogelgezwitscher. Ein anderer Höhepunkt: Fahrt über die Holzbrücke





Ernüchterung auf der Ruta Nacional 14. Asphalt, aber ein bisschen wenig. Es gibt keinen Randstreifen. Wie sehr zuverlässig fast überall in Uruguay. Auf den Banquinas liegt überwucherter Schotter rum. Jede Abfahrt von der Fahrbahn ein Abenteuer. Die Lastwagenfahrer machen durch Hupen deutlich, dass sie genau das von mir erwarten. Und es ist - trotz Sonntag - deutlich mehr Verkehr als die ganze Woche.
Zwei Fernradler stehen auf der anderen Seite am Straßenrand und lassen den Verkehr vorbeibrettern. Ich geselle mich zu ihnen. Martín radelt nach Norden in seine argentinische Heimat. Raime ist Chilene auf dem Weg in den Süden und will im Mai nach Deutschland kommen. Wir verabreden uns auf ein paar Bier.
Martín begleitet mich noch ein paar Kilometer. Ich sehe wie genau er in seinem Rückspiegel den Verkehr beobachtet und sehr oft freiwillig ins Bankett fährt. Er will noch rund hundert Kilometer weiter bis Santo Tomé. Ich muss raus aus der Mittagshitze in La Cruz. Erst kühle ich mich runter in einer klimatisierten Tankstelle. Dann steuer ich das Hotel del Rio direkt am Fluss an. Es übertrifft alle Erwartungen. Blick über den Fluss hinüber nach Brasilien, Swimmingpool, einige nette Gäste und sehr aufmerksames Personal. Nicht schlecht, wenn man schon um zwei Uhr einchecken kann.







Montag, 16. Januar 2023: La Cruz - Alvear - Santo Tomé - Taveiri (138 km)

Der erste Sonnenaufgang über dem Rio Uruguay bedeutet den letzten Blick auf den Fluss, der mich bisher die ganze Tour über begleitet hat. Nach einem exzellenten Frühstück in meinem Lieblingshotel radle ich an sehenswerten Gebäuden von La Cruz vorbei zurück zur ungeliebten Nationalstraße 14, der ich heute den ganzen Tag folgen will oder muss. Es bleibt ein ständiger Kampf mit den Lastwagen, auch wenn heute zunächst weniger Verkehr ist. Ich bin unentschlossen wie weit ich fahren will. Und ob ich einen Busausflug zu den Wasserfällen von Iguazú machen soll. Dafür wäre Posadas die vermeintlich ideale Ausgangsposition. Die Grenzstadt zu Paraguay ist 260 Kilometer entfernt, was aber von der Hotellogistik schlecht auf zwei Tage aufzuteilen ist. So oder so muss ich erstmal nach Santo Tomé. Ein modernes Riesenkunstwerk überrascht mich.




Als ich an den Ausläufern der Stadt die erste Tankstelle erreiche hat die Hitze ihren Tageshöhepunkt erreicht. Nur ab und zu geben Wolken etwas Schonung. Ich rette mich in den klimatisierten Shop mit kostenlosem Wlan. Eine Gruppe Biker ist gleichzeitig eingetroffen und mischt den Laden auf. Mit Marine und Aline komme ich ins Gespräch. Sie machen von Brasilien aus eine Gruppentour zur Spitze Südamerikas. Zu den vielen Aufklebern auf ihren Edelbike gesellt sich nun noch „The Länd“ mit dem Slogan „Nett hier. Aber waren Sie schon einmal in Baden-Württemberg?“ Als sie weg sind widme ich mich der Handyladestation und der weiteren Planung. Irgendwann fahre ich einfach weiter. Hitze hin oder her. Und es wird mühsamer. Gerade jetzt, wo die Strecke sich nach 900 Kilometern ein wenig nach Westen dreht, spielt der Südostpassat verrückt und der Wind kommt plötzlich aus Westen. Nach einer Stunde rette ich mich unter eine der heute ganz wenigen Baumgruppen. Und wie ich da so liege denke ich, es wäre eine gute Gelegenheit heute zu zelten. Überraschend kommt noch eine desaströse Tankstelle, wo ich die Vorräte minimal aufstocken kann. Dann nehme ich eine der ganz seltenen Abzweigungen. Wie schon in Uruguay und auch in den USA üblich ist das gesamte Land abgezäunter Privatbesitz. Zum Glück treffe ich einen Reiter. Er meint ich könne im Eukalyptuswald mein Zelt aufbauen und zeigt mir, wie sich das Tor öffnen lässt.






Dienstag, 17. Januar 2023: Taveiri - Gobernador Virasoro - Puerto Valle (97 km)

Obwohl ich das Zelt erst zum Sonnenuntergang aufgebaut habe, ist es drückend heiß, als ich mich mit der Dunkelheit reinkrieche. Ich habe ja auch momentan keinen Schlafsack dabei. Eine Windjacke stülpe ich über die Füße. Hilft. Ich schlafe recht gut. Eine Pinkelpause bringt einen tollen Sternenhimmel und eine Mücke mit ins Zelt, deren Lebensdauer dadurch eingeschränkt ist. Sehr wenige Mücken übrigens bisher hier.
Um halb sechs lasse ich mich wecken, aber es wird viertel vor sieben, bis ich zum Gatter rolle. Die Rinder kommen erwartungsvoll angestürmt. Und schon beginnt wieder der Überlebenskampf auf der RN 14. Lastwagen, Busse, Autos auch entgegen kommende Fahrer die überholen, drängen mich von der Fahrbahn. Immer volle Konzentration und manchmal kommt es doch überraschend. Immer beide Hände fest am Lenkrad. Mate-Felder liegen am Straßenrand.




Pausen an den beiden Tankstellen in Gobernador Virasoro. Bei keiner funktioniert Wlan richtig. Ein paar Kilometer weiter die erste größere Kreuzung. Rein theoretisch wollte ich hier abdrehen Richtung Asuncion. Aber schon länger habe die Route leicht umgeplant über Posadas. Noch in der Zeltnacht habe ich die Reiseführer-Screenshots durchgeschaut. Von dort kann ich gut mit dem Bus zu den Iguazúwasserfällen, dem absoluten touristischen Highlight weit und breit. Doch als ich jetzt mehr pro forma an der Kreuzung halte merke ich: ich will nicht weiter auf der RN 14 fahren. Alles ander ist egal. Und schon rolle ich auf der ursprünglichen Strecke, der RN 120. Und schon ist die Tour wieder ein Genuss. Wenig Verkehr, viel weniger Gefahr.
Am Ende der Querverbindung stoße ich auf das Ufer des Rio Paraná, der hier aufgestaut wird. Das Tagessoll ist erreicht. Ich radle die sandige Strecke zum Camping Paraná, der es auf Google Maps geschafft hat. Ganz klein, etwas heruntergekommen, einige bellende Hunde, aber sehr nett und ein Traumstrand. Preis: ein Dollar.





Mittwoch, 18. Januar 2023: Puerto Valle - Ituzaingó - Grenzbus Argentinien/Paraguay - Ayolas - Santiago (88 km)

Marcello ist der Vorbote schlechter Nachrichten. Der Rennradler kommt mir erst entgegen und überholt mich dann plötzlich. Es ist kurz vor acht und ich radle auf die argentinische Grenzstation zu, um über den Staudamm des Rio Paraná nach Paraguay zu kommen. Um halb fünf wurde ich wach auf den Campingplatz, noch vor sechs schob ich das Rad zur Straße. Nochmal 25 Kilometer auf der Nationalstraße. Jetzt die RN 12. Rund um den Sonnenaufgang ist hier nicht sehr viel los, aber genug, um ab und an in die Botanik fahren zu müssen. Jetzt die einsame Straße zur Grenze und Marcello meint, die Grenze sei geschlossen. Ich müsse doch über Posadas fahren, nunmehr 90 Kilometer RN12 entfernt. Da es nur noch einen vier Kilometer bis zur Grenze sind, radle ich die auch noch. Einige Autos dürfen passieren, aber die würden beim E-Werk arbeiten. Sagt mir ein Typ, der mir ebenfalls die Detour über Posadas empfiehlt. Doch dann spricht er plötzlich von einem Bus. Ob ich nicht einfach hier an der Grenze zusteigen könne. Das wäre ja wohl zu einfach. Nein, ich müsse nach Ituzaingó, das ich vorhin links liegen lassen habe. Also 14 Kilometer zurück. Tatsächlich wartet dort ein mittelgroßer Bus der Marke Rio Uruguay, die ich von einigen Überholmanövern kenne. Ohne Vorderrad und Sattel passt das Rad samt leicht ramponiertem Korb hinten rein. Obwohl fast alle Plätze frei bleiben. Nur ein Paar fährt noch mit. Sie spendiert mir das Ticket für knapp drei Dollar, weil ich keine argentinischen Pesos mehr habe. Kreditkarte nimmt der junge Busfahrer nicht. Stattdessen greift er gern zum Handy und der gesamten Matetee-Ausstattung.





Paraguay



Der paraguayische Grenzbeamte hat offenbar seine Tochter heute mit zur Dienststelle genommen. Sie darf auf der linken Ecke von Papas Schreibtisch was ausmalen, obwohl sie dafür eigentlich schon ein bisschen zu alt ist. Nun gut, irgendwas muss sie machen in den Sommerferien. Papa fragt nach meinen Reiseplänen. Immerhin muss ich weder mein Rückflugticket von Lima vorzeigen noch meine Gelbfieberimpfung, die angeblich nach Brasilienaufenthalten überprüft wird. Mein, er haut den Einreisestempel von Paraguay direkt unter das brasilianische Unikat in meinem Pass und schreibt noch „90 Dias“ dazu, damit ich die paraguayische Willkommenskultur richtig einschätze.
Draußen frage ich den Busfahrer, ob ich nicht wenigstens jetzt mit dem Rad weiterfahren könne. Natürlich nicht. Also werde ich noch bis Ayolas zwangstransportiert. In dem Provinznest („das Tor zu Paraguay“) ist alles grün und dahinter verschwinden selbst die Gebäude, die auffallen können. Wie der Busbahnhof und die Bank, nach der ich suche, als ich insbesondere Vorderrad und Hydralikbremse wieder zur einer halbwegs brauchbaren Kombination vereint habe. Am ehesten ist die Bank noch an zwei bewaffneten Polizisten zu erkennen. Die kleine Glaszelle des Bancomaten in der prallen Sonne ist extrem angenehm runtergekühlt. Wie ich später auf Insta sehe, schießen die Polizisten in dieser Zeit von mir unbemerkt Fotos von meinem Rad und mir. Denn danach zeigen sie mir noch Bilder von ihren Radtouren und Rennen. Da muss ich sie natürlich noch mit meinem Visitenkarten beglücken.
Jenseits des Ortes setzt sich die Gemächlichkeit fort. Die Straße hat einen riesigen Seitenstreifen. Ich brauche ihn überhaupt nicht, weil so gut wie kein Verkehr ist. In Santiago, das sich Hauptstadt der legendären Jesuiten-Mission nennt, gefällt‘s mir ausgezeichnet. Ein Hotel gibt es auch und kurz vor zwei Uhr wird es sowieso zu heiß. Zeit für die tägliche Wash-Hour.







Donnerstag, 19. Januar 2023: Santiago de Las Misiones - Santa Rosa - San Juan Bautista - Villa Florida (114 km)

Wieder sitze ich um 5:45 Uhr im Sattel. Doch ohne Zeltabbau brauche ich natürlich deutlich weniger Vorlauf. Es ist der kälteste Zeitpunkt des Tages: 26 Grad. Von hinten geht nach einer halben Stunde die Sonne auf und wirft ultralange Schatten. Bald bin ich auf der Ruta 1, der Hauptverbindungstraße zwischen den beiden größten Städten des Landes: Encarnacion und Asuncion. Hier ist der Seitenstreifen etwas abgesetzt aber breit und gut asphaltiert. Trotzdem muss ich immer wieder auf die eigentliche Straße, weil der Seitenstreifen unterbrochen ist. Die linke Seite der Reifen leidet darunter auf Dauer.
Touristisch wird die Strecke als Ruta Jesuitica beworben. Doch die geschlossenen Kirchen und Museen in Santiago de las Missiones waren enttäuschend. Deshalb können mich die großflächigen Plakate zu Kirchen und Ruinen nicht von der Strecke locken. Nach relativ flachen Tagen geht es am Vormittag kräftig rauf und runter. Fast kommt man gelegentlich mit dem Schwung der Abfahrt auf die nächste Höhe.




Am Nachmittag wird es flacher und sehr viel trockener. Kunsthandwerkerinnen offerieren ihre Produkte am Straßenrand. Obwohl ich Villa Florida vor ein Uhr erreiche, hab ich ein bisschen zu viel Hitze abbekommen. Auch mein neues Shirt mit höchstem Lichtschutzfaktor absorbiert die Sonne nicht völlig. Es ist sogar zu heiß für den Swimmingpool in dem kleinen aber feinen Bungalowhotel direkt am Ufer des Rio Tebicuary. Fluss und Uferauen haben eine Weite, ähnlich wie die Straßen und die gesamte Stadtanlage.







Freitag, 20. Januar 2023: Villa Florida - Quiindy - Carapeguá - Nueva Italia - Villeta (130 km)

Es läuft alles eigentlich wunderbar. Die Sonne geht auf jenseits von meinen Wasserflaschen, als ich schon unterwegs bin und die Strecke ist wieder ein bisschen hügelig. Schon in Quiindy ist es richtig heiß. Kaltes Getränk und Wasser über Kopf und Schulter sind die übliche Antwort. In der Stadt werden offenbar Fußbälle produziert. Alle Parameter werden sie angeboten. Jeder Ort hat seine speziellen Angebote. Und überall gibt es Terrere. Das ist ein Tee aus mehreren Kräutern, der eiskalt serviert werden soll. Noch habe ich ihn nicht probiert.
In Carapeguá habe ich die Hälfte der Strecke bis zur Hauptstadt Asunción absolviert. Ich sehe keine passende Unterkunft, und es ist auch noch möglich, ein paar Kilometer zu fahren. Ich entscheide mich allerdings für eine Nebenstrecke über Nueva Italia.






Jetzt gibt es zwar überhaupt keinen Seitenstreifen mehr, aber auch keine LKW und Busse. Eine sehr schöne Nebenstrecke. Allerdings auch weitgehend ohne Unterkünfte . Google Maps zeigt nur ein paar Ferienhäuser oder Ferienwohnungen an: Quinta. Die sind zum Teil auch vor Ort leicht zu finden, allerdings komme ich nirgendwo zum Zuge. Die Leute sind eher irritiert, wenn ich auftauche und bringen zum Beispiel ihre Motorradhelme in Sicherheit. Jetzt ist es aber definitiv zu heiß, um weiter zu fahren. Mehrfach mache ich längere Pausen, dämmere weg. In Nueva Italia verspreche mir zwei Männer in einem SUV für eine Unterkunft zu sorgen, machen aber 1 Stunde später einen Rückzieher. Mir bleibt nichts übrig, als schließlich doch noch bis zum Rio Paraguay zu radeln. Rund 30 km vor der Hauptstadt komme ich doch noch zu einem guten Hotelzimmer. Aber den super heißen Nachmittag hätte ich mir besser erspart.





Samstag, 21. Januar 2023: Villeta - Asunción (41 km)

Am Morgen ist es „abgekühlt“ auf 27 Grad. Es sollen heute Mittag 39 Grad sein. Aber bis dahin will ich längst in meinem gerade gebuchten Hotel in Asunción sein. Es sind gerade mal rund 40 Kilometer. Eigentlich könnte ich etwas später starten, doch ausgerechnet mrin Hotel hier in Villeta ist das erste, das schon ab 6 Uhr Frühstück anbietet. Als ich gegen sieben starte mache ich noch einen Schlenker zum Rio Paraguay. Wie meist kommt man auf den Wegen nicht allzu nah ans Ufer. Flache breite Flüsse brauchen breite Überflutungsflächen. Es wird also wohl so schnell keinen Radweg am Rio Paraguay geben.
Die Straße von Villeta mündet bald in den Accesso Sur, der wiederum auf die Ruta 1. Mit jeder Kreuzung und jeden Meter steigt meine Euphorie. Alle am Wegesrand bekommen einen heitersten Morgengruß ab. Eine. Art Finale nach einem Viertel der Zeit und einem Drittel der Strecke. Die mit Abstand größte Stadt, mindestens zwei Millionen Einwohner, zwischen Start und Ziel. Alles ist bisher nach Plan gelaufen. Bis eine Autofahrerin auf dem Seitenstreifen, der nun immer häufiger von parkenden Autos und haltenden Bussen blockiert ist, ihre Tür öffnet. Dooring. Riesengefahr. Null Reaktion als ich sie anschreie. Zum Glück kann ich noch bremsen und etwas ausweichen. Ok. Volle Konzentration bis zum letzten Meter. Noch defensiver fahren.
Erstes Ziel in der Stadt, praktischer Weise direkt an der Ruta 1 ein Angel-, Waffen- und Campingladen: El Mohicano. Vermutlich die einzige Chance auf der ganzen Strecke, einen vernünftigen Schlafsack zu kaufen. Angesichts der begrenzten Auswahl werde ich ruckzuck Besitzer eines Schlafsacks der Angler-Marke Sumax. Angeblich mit einer Komforzone zwischen plus und minus zehn Grad. Für die Anden halt. Kostet rund 40 Euro.








Ich könnte von hier aus auf einer Art Ringstraße zum Riesendenkmal Cerro Lambaré radeln. Ein Reisebericht heute Morgen im Netz schilderte im Umfeld Elendsviertel. Ich frage die Angelexperten, ob man da langfahren solle. Nachts nicht, heißt es. Ich bleibe dann doch auf der Ruta 1. Es ist alles schon heiß genug. Vorbei am zentralen Markt. Hier ist Stau. Ansonsten hält sich der Samstagsverkehr in Grenzen.
Im historischen Zentrum klapper ich mit dem Rad noch ein paar Sehenswürdigkeiten ab. Vor dem Heldenpalast, Grabstätte einiger Kriegsführer, ist Wachablösung mit Tschingderassabum. Nicht weit sind Parlament, Justizgebäude und Präsidentenpalast. Überall Polizei, Militär. Jenseits des Palastes bin ich wieder am Ufer des Rio Paraguay. Vor der Silhouette des Palastes sind die Buchstaben des Stadtnamens aufgerichtet, um ein pittoreskes Bild für Touris abzugeben. Erst hocke ich hier alleine auf dem heißen Pflaster. Dann erscheinen zwei Chileninnen, sodass wir zu dritt die Selfiearie absolvieren können.
Heiß genug, um mich in dem wohl klimatisierten Hotel mit Rooftoppool zu verbarrikadieren. Auch gegen sechs Uhr abends ist es immer noch viel zu heiß draußen. Ich springe von Schatten zu Schatten. Viele wunderbare neoklassizistische Bauten. Kleine und große wie der alte Bahnhof. Manche restauriert, manche verfallend. Wie an den letzten beiden Tagen kann ich auch heute den Abend im Pool ausklingen lassen. Das ist perfekte Regeneration.







Sonntag, 22. Januar 2023: Asunción

Im Pool heute Morgen ein älteres Paar, das mit Tochter und Schwiegersohn versucht, den Erfolg in der heimischen Landwirtschaft bei Magdeburg hier hin zu transferieren nach Villarica. Bald soll das Wohnhaus auf der Estanca fertig werden. Zu meiner geplanten Weiterfahrt in den Chaco meinen sie, sie hätten gehört, dort fahre man nur mit zwei Autos hin, falls eins liegen bleibt.
Ich versuche es noch einmal mit der deutschen evangelischen Kirche am la Plata. In Buenos Aires war ich am falschen Wochenende vor der Kirche. Hier soll der deutsche Gottesdienst am vierten Wochenende im Monat um 10:00 Uhr stattfinden. Ein Spaziergang von einer halben Stunde. Ausgerechnet heute ist der Himmel bedeckt. es gibt kleine Schauer und Gewitter. Ein idealer Tag zum Fahrradfahren, der einzige ideale Tag weit und breit. Aber eine Pause tut gut und Asunción ist dafür ein guter Ort. Wieder bekomme ich viele alte Gebäude zu sehen.
Die Internet Angaben zum Gottesdienst stimmen leider nicht. Hinter einem McDonald’s lande ich beim österreichischen Konsulat. Ich zeige dem Pförtner die Homepage und er kann mir weiterhelfen . vorbei an der Saint Andrews Church, wo um 10:00 Uhr ebenfalls ein Gottesdienst ist, noch ein paar Meter weiter. So bin ich wenige Minuten zu spät. rund ein Dutzend Gläubige Feiern Gottesdienst wie mitten in Deutschland. Ein junger Mann spielt Orgel und Gitarre, zwei Frauen wechseln sich bei Gebet und Predigt ab. Schluss Lied: von guten Mächten, wunderbar geborgen. Nachher komme ich noch mit ein paar Gottesdienstbesucherinnen ins Gespräch. Eine Mennonitin meint, die täglichen 40°, die mich jetzt Tag für Tag in ihrer Heimat erwarten, seien für Januar und Februar völlig normal.









Ich Trampe zurück zur Kathedrale ins Zentrum. Beim Hinweg hatte ich in Erfahrung gebracht, dass Adalberto Kardinal Martínez Flores, der Erzbischof von Asunción, um 11:00 Uhr höchstpersönlich den Gottesdienst feiern würde. Er macht einen sehr sympathischen Eindruck. Sowohl während der Predigt, als auch nach dem Gottesdienst, wo er mit verschiedenen Leuten noch ins Gespräch kommt.
Ich gehe noch kurz eine Kleinigkeit essen. Ich bestelle eine sopa paraguyayana und einen Salat. Es kommt ein Salat und ein Mais-Soufflé. Die sopa war nicht die erwartete Suppe, da mir das ganze zu viel ist und ich sowieso etwas brauche für das frühe Frühstück morgen, lasse ich mir das meiste einpacken. Ein paar Meter weiter liegen und sitzen zwei Frauen mit mehreren Mädchen auf dem Bürgersteig. Eines der Mädchen zeigt auf meine Verpackung. Niemand von denen sieht hungrig oder unterernährt aus, aber offenbar leben sie auf der Straße. Ich zeige dem Mädchen, was in der Verpackung ist. Alle sind sehr dankbar, dass ich das Mais Soufflee da lasse.




Die weiteren Teile hier:

Teil 2: XXX (Woche 3 + 4: 23.1.-5.2.2023)

Teil 3: XXX (Woche 5 + 6: 6.2.-19.2.2023)

Teil 4: XXX (Woche 7 + 8: 20.2.-5.3.2023)


Route Südamerika: Buenos Aires - Tacna



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Südamerika: Buenos Aires - Tacna (7.1.-5.3.2023)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 7.1.2023
2. 8.1.2023
3. 9.1.2023
4. 10.1.2023
5. 11.1.2023
6. 12.1.2023
7. 13.1.2023
8. 14.1.2023
9. 15.1.2023
10. 16.1.2023
11. 17.1.2023
12. 18.1.2023
13. 19.1.2023
14. 20.1.2023
15. 21.1.2023
16. 22.1.2023
17. 23.1.2023
18. 24.1.2023
19. 25.1.2023
20. 26.1.2023
21. 27.1.2023
22. 28.1.2023
23. 29.1.2023
24. 30.1.2023
25. 31.1.2023
26. 1.2.2023
27. 2.2.2023
28. 3.2.2023
29. 4.2.2023
30. 5.2.2023
31. 6.2.2023
32. 7.2.2023
33. 8.2.2023
34. 9.2.2023
35. 10.2.2023
36. 11.2.2023
37. 12.2.2023
38. 13.2.2023
39. 14.2.2023
40. 15.2.2023
41. 16.2.2023
42. 17.2.2023
43. 18.2.2023
44. 19.2.2023
45. 20.2.2023
46. 21.2.2023
47. 22.2.2023
48. 23.2.2023
49. 24.2.2023
50. 25.2.2023
51. 26.2.2023
52. 27.2.2023
53. 28.2.2023
54. 1.3.2023
55. 2.3.2023
56. 3.3.2023
57. 4.3.2023
Summe sss



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