Tour 82: Karibik: Barbados - Haiti (902 km) 2016
Karibik 2016
Chris Tour 91: Jerusalem - Dan - Eilat (1165 km) 2017
Negev 2017
on the Tour 96: Karibik II: Havanna - Miami (1560 km) 2018
Kuba 2018
Bike Tour 97: Kigali - Kampala - Nairobi (1136 km) 2019
Uganda 2019

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VG WORTTour 99: Emden - Hamburg (476 km)


Radler am Nordsee-Deich bei Varel, Jadebusen
Am Nordsee-Deich bei Varel, Jadebusen

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Emden - Langeoog - Hamburg (30.4.-5.5.2019)
Sechs Tage am Meer im Mai

Kurzfristig kann ich die Brückentage nach dem Maifeiertag frei nehmen. Wind- und Wettervorhersage lassen mich die Nordseeküste wählen. Die Idee: Nach 111 Ländern und 15 deutschen Bundesländern auf dem Rad soll das letzte fehlende Bundesland folgen: Bremen. Bestehend aus den beiden Städten: Bremen und Bremerhaven. Und letzteres liegt geschickter Weise direkt auf dem Nordseeküsten-Radweg. Emden und Hamburg sind ganz gut per Zug zu erreichen. Dazwischen gelingt mir sogar noch ein Abstecher auf eine ostfriesische Insel: Langeoog. Die Wettervorhersage ist weniger gelungen: Hagel und Schnee erwarten mich.

Hängende Fahrräder im schweizer EuroCity Tanz in den Mai
Dienstag, 30. April 2019: Zug Mainz - Emden

Ich hänge mal wieder in der Bahn-Hotline wegen der Fahrrad-Reservierung. Erstmals versuche ich es über die Bahn-Bonus-Hotline. Dank viel zu vieler Bahnfahrten genieße ich inzwischen den Bahn-Comfort-Status. Die extra Hotline ist genau so teuer wie die normale. Ist sie besser?
Immerhin komme ich innerhalb einer Minute dran. Die noch spannendere Frage: Bekomme ich für den nächsten Tag noch eine Fahrradresevierung für den Vorabend des 1. Mai? Und einen Platz für die Rückfahrt am Sonntag von Hamburg nach Mainz? Erstaunlicherweise ist beides zur Wunschzeit möglich. Nur, dass die Tickets mit BahnCard sechs statt neun Euro kosten, ist der Spezial-Hotline-Dame nicht bekannt. Dafür weiß ich es ja. Muss allerdings insistieren. Nach neun Minuten Telefonat ist alles erledigt. Für Bahn-Hotlines eine gute Zeit.


Fahrrad-Abstellbereich im RE 15 zwischen Münster und Emden
Im RE 15 von Münster nach Emden

RE 15 von Münster und Emden


Chinesen-Tempel in Emden bei Nacht Der Stellplatz, genauer gesagt Hängeplatz, im schweizer EutoCity (Foto links) ist durch Rollator und Kinderwagen zunächst blockiert. Ein netter Radler auf dem Rückweg vom Lago Maggiore hilft mir beim Aufhängen neben seinem Rad. Lange Zeit akkumuliert der Zug Verspätungen von schließlich 14 Minuten. Damit könnte ich in Münster meinen Anschluss nicht mehr erreichen. Weil der Zug, wie zuletzt viele, statt über Bochum und Dortmund via Gelsenkirchen fährt, pulverisiert er die Verspätung auf den letzten Stationen wieder.
Zwei Stunden in einem Regionalzug von Endhaltestelle zu Endhaltestelle am späten Abend, wie jetzt von Münster nach Emden (Fotos oben) können sich hinziehen. Kurz vor Mitternacht erreiche ich mein Airbnb in Emden, das sich in meiner Erinnerung dank mancherlei Ähnlichkeit mit Emmerich vermischt hat. Völlig zu Unrecht. Emden ist ein Kleinod, wo ich Punkt Mittternacht auf dem Marktplatz in den Mai tanzen kann (Fotos rechts und unten).


Rathaus-Turm in Emden bei Nacht
Rathaus-Turm

Fearless Coverband Emden beim Tanz in den Mai 2019, Emden
Tanz in den Mai mit der Fearless Coverband

Ratsdelft Emden bei Nacht
Ratsdelft


Bronze von Gerhard Marcks: Die große Maya (1942) Grelle Rapsfelder
Mittwoch, 1. Mai 2019, Tag der Arbeit: Emden - Greetsiel - Norddeich - Bensersiel - Fähre - Langeoog (102 km)

Die Neun-Uhr-Messe in der Emdener Sankt-Michael-Kirche direkt neben meinem Quartier existiert nur im Netz und auf den Aushängen. Ein Asiat ist vergebens herangeradelt. Kann ich also gleich losradeln. Am Ufer des Alten Hafens am Rathaus, Ratsdelft genannt, entdecke ich einen evangelischen Freiluftgottesdienst. „Vor“ der Mai-Demonstration, wie der Pfarrer betont. Bei etwa sechs Grad und ordentlich Wind. Nach supersonnigen und superwarmen Tagen rund um Ostern sind jetzt eiskalte Tage angekündigt. Verfrühte Eisheilige. Und kräftiger Westwind. Der mich nach Hamburg wehen soll. Ein entscheidender Grund, mich vorgestern für diese Tour zu entscheiden, statt eine Rundtour im Quellgebiet von Saar, Maas und Mosel zu machen.
Hinter der Kunsthalle von Henri Nannen, ein Native wie Komiker Otto, bedeutet Westwind erstmal Gegenwind (Vor der Kunsthalle Emden: Bronze von Gerhard Marcks: Die große Maya (1942), Foto links). Ich will die ganze Strecke bis Hamburg immer so nah wie möglich am Meer entlang fahren. Das bedeutet hier erstmal, zur Landspitze bei der Mündung des Knockster Tief rauszuradeln. Schon kurz dahinter trennen sich die North Sea Cycle Route (Logo: Foto ganz unten) und ich wieder. Denn der offizielle Nordseeküsten-Radweg führt eben nicht möglichst nah am Meer entlang. Vielmehr macht er unmotiviert allemöglichen Schlenker landeinwärts. Dass die nicht nötig sind, verrät mir meine alte Radkarte von Ende der neunziger Jahre. In der Regel kann ich direkt am Deich landeinwärts fahren. Da sieht man nicht viel vom Meer. Dafür bin ich vor dem Westwind halbwegs geschützt (Foto unten).


Rysumer Landstraße, Emden, Ostfreisland: Rad vor Rapsfeldern
Rad vor Rapsfeldern

Radler-Selfie vor Rapsfeld
Chris vor Rapsfeld

Junges Schaf auf Deich-Radweg, Ostfriesland
Schafe auf dem Deichradweg

Foto vom Deich: Radler vor Rapsfeld
Radler vor Rapsfeld


Deich-Radweg bei Norddeich, Ostfriesland Begeisternd ringsum die Rapsfelder (Fotos oben) durch ihr grelles Geld und ihren süßen Duft. Rund um Greetsiel nimmt der Radverkehr zu. Der Ort erweist sich als sehr nett. Weiter geht es im Bogen der Küste folgend nach Norddeich. Wo es gute Matjesbrötchen gibt. Und ich mich ein bisschen aufwärmen kann. Die tideabhängigen Fährzeiten ins familiär bewährte Juist liegen heute ungünstig.
Genau passend dagegen ist die Abfahrt von Bensersiel auf Miris bewährte „Fortbildungs“-Insel Langeoog. Von ihr bin ich auch vor den Preisen gewarnt: 25 Euro für mich, 24 Euro fürs Fahrrad. Sogar, wenn es ein verpacktes Faltrad wäre. Außerdem weiß ich von Miri, dass ich bei der Gepäckabgabe darauf hinweisen muss, dass ich nicht mit der Inselbahn in den Ort fahren will, sondern natürlich mit dem Rad.
Von den ersten 93 Kilometern des Tages, habe ich mich auf der Fähre ein bisschen regeneriert. Zum Glück. Denn bis ich ein Quartier gefunden habe, sind weitere neun Kilometer fällig. Die Pensionen sind entweder ausgebucht oder nicht bemannt. Im Hotel Dünenläufer finde ich schließlich noch ein Zimmer. 26 Euro billiger als auf Booking.com. Noch ein Vorteil: in hundert Meter Entfernung rund um das Hotel, sind (neben anderen Kneipen: Foto unten) drei Sky-Kneipen. Das Champions-Halbfinale Barcelona - Liverpool lohnt sich nun wirklich. Im Pier 2 allerdings läuft es nicht auf Sky sondern auf Dazn, was man offenbar Dazone ausspricht.


Dwarslooper-Pub auf Langeoog bei Nacht
Dwarslooper-Pub


Strand-Dünen an der Nordküste von Langeoog Minusrekord am Südstrand
Donnerstag, 2. Mai 2019: Langeoog - Fähre - Bensersiel - Horumersiel - Wilhelmshaven - Dangast (103 km)

Frühstück- und Fährzeiten veranlassen mich, schon um sieben Uhr losradeln. Ohne Gepäck bis zur Meierei am andern Ende von Langeoog. Auf der autofreien Insel ein Genuss. Auch wenn die dunklen Wolken die Sonne nicht aufgehen lassen (Foto links). Die Rückfahrt gegen den Wind ist etwas beschwerlich. Das Frühstück ein weiteres Highlight.
Nach dreißig Inselkilometern bringt mich die Fähre wieder auf den Deichradweg. Weite, einsame Strecken kann ich mich auf Betonplatten zwischen Meer und Deich treiben lassen (Foto unten). Muss nur ab und zu ein Tor öffnen, um es den Wölfen mit den tausenden Schafen auf dem Deich nicht zu leicht zu machen. Unterbrochen nur durch den Hafen von Neuharlingersiel. Während der Nordseeradweg längst nach Jever abgezweigt ist, radle ich ohne Bierstopp den Bogen bei Horumersiel aus. Wo die Marienkirche von 2010 ein markantes Satteldach hat (Foto unten). Außen schwarz, innen weiß.


Hafen von Neuharlingersiel
Hafen von Neuharlingersiel

Kirche St. Marien am Meer in Horumersiel-Schillig
Kirche St. Marien in Horumersiel-Schillig

Deich bei Harlesiel
Deich bei Harlesiel


Statue von Kaiser Wilhelm II. in Wilhelmshaven Hinter Horumersiel wird der Westwind zum Seitenwind. Durch eine an einer Straßenecke herum stehende Karte werde ich auf einen besonders schönen Radweg am bewaldeten Ufer des Hooksieler Binnentief aufmerksam. An dessen Ende ich im Fischrestaurant "Brücke Hooksiel" windgeschützt am Ufer essen kann. Die Bedienung klagt so über die Kälte hier draußen, dass ich zum Bezahlen reingehe.
Rund um den riesigen Jade-Weser-Port gibt es wegen Baustellen am Deich die ein oder andere Umleitung. So radle ich schließlich auf Schleichwegen nach Wilhelmshaven (Foto links: Stadtgründer und Namensgeber Kaiser Wilhelm II.) rein. Wo ich in der Fußgängerzone Kollegin Elisabeth Schmidt beim Drehen treffe. Wind und Wetter laden nicht so recht zum Verweilen ein. Noch weniger eigentlich zur Weiterfahrt am Jadebusen. Denn die führt vom Nordsee-Südstrand der Stadt (Foto unten) schnurstracks gegen heftigsten Westwind. Ich wähle die maximale Quälerei: außen am Deich. Bis ich mit sieben Stundenkilometern auf ebener Strecke wohl einen persönlichen Minusrekord aufstelle. Auf der Deichinnenseite schaffe ich immerhin elf Stundenkilometer.
Da der Jadebusen nunmal fast ein Kreis ist, dreht sich mein Gegenwind bald zum Seitenwind. Es wird Ebbe. Und sieht so aus, als könne man vom Zielort Dangast zu Fuß durchs Watt rüber nach Wilhelmshaven. Nach der langwierigen Herbergssuche gestern, mache ich hier gleich am Ortseingang im Alten Posthaus Quartier. Das von einem Blumenmmeer umgeben ist.


Immobile Wohnmobile am Südstrand von Wilhelmshaven
Immobile Wohnmobile am Südstrand von Wilhelmshaven


Radschild: Burhave, Waddens, North Sea Cycle Route, D-Route 1 Zuletzt das kleinste Bundesland
Freitag, 3. Mai 2019: Dangast - Eckwarderhörne - Blexen - Fähre - Bremerhaven Dorum-Neufeld (102 km)

Ich setze die Jadebusen-Umrundung fort. Erstmals bei Sonnenschein (Foto links und ganz oben). Eine dreiköpfige Männergruppe, der ich gestern schon begegnet bin, ist auch heute etwas schneller als ich. Sie machen eine Drei-Tages-Tour von Emden nach Bremerhaven. Sind aber ein wenig unschlüssig über die Streckenführung der letzten Etappe. Je weiter ich um den jetzt gefluteten Jadebusen strample, desto mehr zieht sich der Himmel zu und desto mehr muss ich gegen den Westwind kämpfen. Zuletzt bei Eckwarderhörne wieder frontal und wieder außen am Deich (Foto unten): es ist einfach das wahre Outdoorfeeling. An der Landspitze gegenüber von Wilhelmshaven wartet zum Glück ein Restaurant. Theoretisch gibt es eine Fußgänger-Fahrrad-Fähre hinüber. Praktisch existiert sie wohl schon länger nicht.
Weiter geht's Richtung Norden. Ich verstecke mich nun hinter dem Deich. Tatsächlich: der Wind fegt über Deich und mich hinweg. Die Fahrt ist viel leichter als gedacht. Erst recht, als die Küste nach Südosten dreht und der Wind mit voller Macht die Pedale pusht. Nun wieder weitgehend außen am Deich. Gestärkt durch die frischsten und besten Matjesbrötchen ever im Hafen Fedderwardersiel.


Deich-Radweg bei Eckwarderhörne, Jadebusen
Bei Eckwarderhörne


Blick auf Bremerhaven von der Fähre ab Blexen In der Ferne ragt das Kranenmeer von Bremerhaven auf. Dazwischen liegt noch die Wesermündung. Weil ich häufig Mai-Touren an Donnerstags-Feiertagen mit einem Brückenfreitag gemacht habe, fühle ich mich durch den Mittwochs-Maifeiertag die ganze Tour über immer einen Tag später. Heute denke ich also meist, es ist Samstag. Dabei ist es ein ganz normaler Wochentag. Deshalb fährt die Fähre nach Bremerhaven alle 20 Minuten und nicht, wie ich zunächst irrtümlich annehme, alle 40 Minuten.
Die Autofähre (Foto rechts) bringt mich in zwölf Minuten ins Herz der Stadt. Ich radle nunmehr im letzten der 16 Bundesländer: Bremen. Berlin, mein Bundesland Nummer 15, habe ich schon vor zehn Jahren erstmals auf einer Tour unter die Felgen genommen. So vollende ich die Bundesländer auf meiner Tour 99 (der 50. Tour, die auch durch Deutschland führt) mit dem kleinsten, das zugleich die wenigsten Einwohner hat.
Zehn Kilometer radle ich umtost von Containerlastern durch den Hafen von Bremerhaven. Sehe den futuresken Autotransporter Polaris Highway von 2017 (Foto unten). Ansonsten ist die Hafenfahrt nicht allzu spaßig, dazu schlecht beschildert. Zuletzt geht es durch einen Tunnel, und plötzlich hat man den Hafen hinter sich gelassen: ein Misthaufen, der Deich und ein Radweg. Stille wie zuvor.
Anders als hinter Eckwarderhörne heute Mittag, nimmt der Deich dem Wind nicht die Kraft. Also nochmals zwanzig Kilometer kämpfen. Merkwürdigerweise nehmen offizielle Radwege wieder Umwege landeinwärts. Ich bleibe am Meer, am Deich, wo nun ein „Neufeld“ auf das nächste folgt. In Dorum-Neufeld lädt das Deichhotel zum Verweilen. Und vor dem Deich ist durch die Wolken sogar ein Stückchen Sonnenuntergang zu genießen.


Polaris Highway: Autotransporter von 2017
Polaris Highway: Autotransporter von 2017 im Hafen von Bremerhaven


Wald bei Berensch-Arensch, Cuxhaven Hagel, Schnee und das Craftbeer-Festival
Samstag, 4. Mai 2019: Dorum-Neufeld - Cuxhaven - Freiburg (Elbe) - Stade (112 km)

Ich starte. Der Wind von gestern ist geblieben und erleichtert zunächst nicht die Fahrt. Was man auch von einigen Hagelkörnern sagen kann. Doch langsam dreht die Küste wieder. Erstmals fahre ich bei dieser Tour durch Wald (Foto links). Dann führen lange Promenaden um die Landspitze bis hinein nach Cuxhaven (Fotos unten). Hier kommt man nun wirklich nicht so schnell hin. Auch wenn hier Fähren nach Helgoland auslaufen. Und zu einigen anderen Zielen. Ich stärke mich mal wieder mit frischen Matjesbrötchen.
Gewissermaßen gehen in Cuxhaven auch Weser- und Elbe-Radweg ineinander über. Letzter ist offenbar jüngst erst aufgemöbelt worden. Ein neues Asphaltband zieht sich am Meer entlang (Foto unten). Die Streckenführung des Nordseeradwegs querfeldein nach Hemmoor und Stade ist völlig antiquiert und bedauerlich. Denn die Flut plätschert bis auf den Radweg (Foto unten).


Strandkörbe bei Cuxhaven
Strandkörbe bei Cuxhaven

Skyline von Cuxhaven
Zufahrt auf den Haven von Cuxhaven

Matjesbrötchen mit Fahrrad
Matjesbrötchen in Cuxhaven

HH: Radwegmarkierung auf dem Asphalt von Cuxhaven nach Hamburg
Radweg-Markierung auf dem Asphalt

Sand auf Meeres-Radweg bei Otterndorf
Radweg am Meer bei Otterndorf


Radler an Reetgedeckten Häusern zwischen Balje und Krummendeich Von Otterndorf an führt eine Durststrecke zur Überquerung des Flüsschens Oste landeinwärts. Jenseits der Brücke könnte man wieder am Deich entlang fahren. Wo der inzwischen auf Nord gedrehte Wind empfindlich stören würde. Ich halte mich deshalb ab Balje am alten Deich. Der Ortsname Krummendeich ist Progamm. Links habe ich den Deich als Windschutz und rechts viele schöne, oft reetgedeckte Häuser auf der schmalen Straße (Foto rechts).
Von Freiburg an ist man so richtig an der Elbe. Es geht mit Rückenwind nach Süden. Dort wo die Fähre aus Glückstadt anlegt, führt der Elberadweg auf einer Brücke über die Wischhafener Süderelbe. Theoretisch. Praktisch ist die Brücke hochgeklappt. Was sie etwa 99 Prozent des Jahres ist. Nur zwischen Mai und Oktober samstags, sonntags und feiertags ist sie von 10 bis 12, sowie 17 bis 19 Uhr per Rad passierbar. Eigentlich habe ich Glück: ich müsste nur eine Dreiviertelstunde warten. Doch es ist kalt, leichter Regen setzt ein, durchsetzt von der ein oder anderen Schneeflocke. Hier kreuzt sich der Weg auch mit der allerersten großen Tour mit Miri vor fünfzehn Jahren. Da ich nun auf dem Radweg an der Bundesstraße entlang fahre, komme ich in Wischhafen-Neuland an unserm damaligen Quartier vorbei: Gasthof Kurbjuweit. Sieht unverändert aus. Ist aber seit Mitte April endgültig geschlossen, wie ich später lese. Neu ist der Elbe-Radwanderbus, der im Sommer an den Wochenenden Radler hier vorbei bringt. Heute ist er leer.
Die unwirtlichen Bedingungen haben mich schon frühzeitig das Hotel am Fischmarkt von Stade buchen lassen. Mein Zimmer hat ein Fenster zum schönsten Platz der Stadt (Foto unten). Ein paar Meter weiter lockt das "Craft Beer & Gourmet-Festival". Outdoor allerdings. Angesichts der Temperaturen wird auch Glühwein ausgeschenkt. Anfang Mai. Ich verziehe mich auf mein Zimmer.


Schwinge am Fischmarkt in Stade
Schwinge am Fischmarkt in Stade


Bastijoe on the Bike in Stade Bierseliger Bollerwagen
Sonntag, 5. Mai 2019: Stade - Hamburg (57 km) - Zug - Mainz

Basti hat sich nach langer Nachtfahrt und kurzem Schlaf aus den Federn gerissen und rollt um 9.29 Uhr in den Bahnhof von Stade. Ein Cappuccino in der Bahnhofsbäckerei macht ihn fahrtüchtig (Foto links). Vor sieben Jahren haben wir eine Tour auf den Brocken in Schee und Eis absolviert. Heuer ist das Wetter etwas gnädiger. Bei Sonnenschein sind wir anfangs von einigen anderen Radlern und einem Großaufgebot von wandernden Feuerwehrleuten samt bierseligen Bollerwagen umgeben. Die Beschilderung des Elberadwegs ist für uns nicht immer verfolgbar. Bevor sie bei der Fähre von Finkenwerder komplett endet.
Wir bleiben auf der linken Elbseite. Die Umgehung der Airbus-Airbase und Unterquerung der Autobahn 7 wird verschönt durch heimelige Straßenzüge an alten Deichen (Foto unten). Bis wir Bastis Bleibe in Hamburg-Harburg erreichen. In the Heart of Harburg, der Lämmertwiete, kulminiert die finale Etappe im indischen Restaurant Shukria mit einem Delhi- und Maharaja-Cocktail. Thank u, India. Danke Basti. Merci to all. Sechs Tage am Meer im Mai: it was great.


Altes Fachwerkhaus in Jork-Borstel
Fachwerkhaus in Jork-Borstel

Bastijoe in Hamburg
In Hamburg


Flaschensammler am Kölner Hauptbahnhof Der Rest ist Bahnfahrt nonstop von Hamburg nach Mainz. Begleitet von einem Flaschensammler mit Hosenträgern. Der im Kölner Hauptbahnhof mit reichlich Beute den Zug verlässt (Foto rechts).


Route Emden - Langeoog - Hamburg



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Emden - Langeoog - Hamburg (1.-5.5.2019)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 1.5.2019 Emden Greetsiel - Norddeich - Bensersiel - Fähre Langeoog 102
2. 2.5.2019 Langeoog Fähre - Bensersiel - Horumersiel - Wilhelmshaven Dangast 103
3. 3.5.2019 Dangast Eckwarderhörne - Blexen - Fähre - Bremerhaven Dorum-Neufeld 102
4. 4.5.2019 Dorum-Neufeld Cuxhaven - Freiburg (Elbe) Stade 112
5. 5.5.2019 Stade Hamburg 57
Summe 476

Logo North Sea Cycle Route am Nordseeküsten-Radweg in Ostfriesland
Nordseeküsten-Radweg in Ostfriesland


Anschluss Tour 90: Hamburg - Rügen (508 km) Okt./Nov. 2017

Anschluss Tour 64: Essen - Borkum (980 km) April/Mai 2013

Anschluss Tour 31: Paris - Hamburg (1100 km) Juli/Aug. 2006

Anschluss Tour 30: Hamburg - Dresden (604 km) Juli 2006

Anschluss Tour 25: Brest - Mainz (4455 km) Aug./Sept. 2004


Nächste Tour: Que Sera!

Vorherige Tour: Braunschweig - Wittenberge (370 km) April 2019


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Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
Chris Tour 65: Kirgisien - Almaty (951 km) 2013
Kirgisien 2013
on the Tour 68: Strasbourg - Vicenza (1275 km) 2014
Alpen 2014
Bike Tour 75: Iran - Persischer Golf (2690 km) 2015
Iran 2015
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