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VG WORTTour 64: Essen - Borkum (980 km)


Fahrradlenker und Dünen auf Borkum
Auf Borkum

Bike-Blog & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Essen - Münsterland - Borkum (29.4.-8.5.2013)
Märchenhaftes auf der Hundert-Schlösser-Route

Schlossliebhaberin Miri soll auf ihre Kosten kommen. Wir begeben uns auf die "100 Schlösser Route" im Münsterland. Am Ende haben wir 50 von ihnen gesehen. Märchenschlösser unterschiedlister Art (vgl. Foto Special rechts). Allerdings: Die allermeisten Burg- und Schlossherren wollen gar nicht, dass ihre Schlösser Ziel von Fahrrad- oder sonstigen Touren sind. Besichtigungen und Führungen gibt es kaum. In der Regel findet man die Attraktionen nicht einmal ohne Karte, weil sie weder ausgeschildert und noch beschildert sind. Aber nicht nur das Wetter und die Europäische Märchengesellschaft lassen die Schlösser-Tour märchenhaft werden. Am Ende breche ich noch durch zur Insel.
Foto Special: 47 von 100 Münsterland-Schlössern
Foto Special:
47 von 100 Münsterland-Schlössern

Die Tour bei YouTube


Der Münsterland-Film mit Kettenriss und fast 50 Schlössern zu fürstlicher Musik


Miri on the Bike auf der doppelt gekrümmten Fußgänger-Radfahrer-Brücke Gelsenkirchen-BismarckDas Schloss der Finanzbeamten
Montag, 29. April 2013: Essen - Emscher - Waltrop - Cappenberg - Nordkirchen (81 km)

Die dritte Tour, die in meiner Heimatstadt Essen beginnt. Sogar mit elterlichem Mittagessen am Theater. Die Nachmittags-Etappe führt über Karmel Stoppenberg und Zeche Zollverein zum Rhein-Herne-Kanal. Wo Emscher-Weg und Emscher-Park-Radweg miteinander konkurrieren. Gelegentlich geht es über die parallel zum Kanal verlaufende Emscher. Von Renaturierung wenig zu sehen und stinken tut sie auch. Immer noch.
Von Ferne ist die Schalke-Arena zu sehen, das ein oder andere größere Kunstwerk und alles recht grün. Beim Schiffshebewerk Henrichenburg ist es recht kühl geworden, sodass wir uns in ein griechisches Restaurant mit selbst gebackenen Plätzchen zurückziehen. Danach ist die Sonne zurück und statt unserem Einstieg in die Hundert-Schlösser-Route in Olfen fahren wir über Schloss Cappenberg. Das aber nur recht düster daliegt.
Schöner haben wir es noch zum Sonnenuntergang beim "Westfälischen Versaille": Schloss Nordkirchen (Fotos s. Foto Special: 47 von 100 Münsterland-Schlössern). Angehende Finanzbeamte beleben die Abendatmosphäre. Laut Fremdenverkehrsinfo gehört es zu den Top-18 der Hundert-Schlösser-Route. Womöglich sogar mehr. Miri jedenfalls ist angetan, auch von dem, was man durch die Fenster von der Innenausstattung erspechten kann. Noch fünf Kilometer sind es zum Gasthof im Ortsteil Capelle. Ein Tag mit starkem Rückenwind, der, vielleicht auch deshalb, am Ende etwas kühl ausfiel.


Frühlingsblühen auf einer Allee in Wanne-Eickel
Frühlingsblühen auf einer Allee in Wanne-Eickel


Maibaum-Aufstellen 2013 in Ahlen-VorhelmFolterkeller und himmlischer Fußball
Dienstag, 30. April 2013: Nordkirchen - Drensteinfurt - Ottmarsbocholt - Rinkerode - Ahlen-Vorhelm (80 km)

Schlösser alle paar Kilometer. Schon nach zwei Kilometern: Schloss Westerwinkel. In morgendlicher Einsamkeit. Haus Itlingen und Haus Venne in Mersch. Beide sehr sehenswert, auch wenn das nur von außen möglich ist. Wie das Haus Steinfurt Drensteinfurt (Viele Fotos s. Foto Special: 47 von 100 Münsterland-Schlössern). Um die Ecke die alte Synagoge. Und wir sind gerade erst 15 Kilometer gefahren.
Das Haus Dahl auf dem Weg nach Ascheberg können wir nicht finden. Kein Problem: Haus Rambeck und Haus Byink stehen nur ein paar Meter weiter. Am Turm von Davensberg (Fotos s. Foto Special) Mittagspause (Foto unten). Weil die Dame vom Heimatverein gerade ins Turmzimmer steigt, können wir hier sogar reinschauen und bekommen auch den Folterkeller zu sehen.
Weil Ottmarsbocholt so nah ist, radeln wir zum Grab von Andreas. Dann mal durch Wald. Und wieder Schlösser im Doppelpack: Rinkerode. Das dritte am Orte, Haus Göttendorf, ermöglicht leider nicht die Durchfahrt nach Osten, die wir uns gemäß Karte erhofften. Fahren wir fast wieder nach Drensteinfurt und von dort durch Felderlandschaft nördlich an Ahlen vorbei nach Vorhelm, wo wir pünktlich zur Maibaum-Aufstellung (Foto rechts) einschlagen. D.h. wir hören sie schon dank Ostwind kilometerweit vor dem Ort. Und erleben sie dann bis spät in die Nacht.
Das nahe gelegene Hotel hat Zimmer zur Rückseite. Der nahe gelegene Sportplatz ein Vereinsheim mit Sky-Empfang. Ein himmlisches Erlebnis: das Erreichen des Champions-League-Finals von Borussia Dortmund in Real Madrid am Vorabend des verschärften Rauch-Verbots in Nordrhein-Westfalen. All die Tage begrüßen uns einsame Gehöfte im Münsterland mit ihrer Fußball-Leidenschaft, die sich in BVB-, Schalke-, Mönchengladbach- oder Bayern-Fahnen manifestiert. Nur der Tanz in den Mai entfällt: die Vorhelmer, oder "Vórhlmr", wie der Maibaum-Einheizer sie fortwährend nennt, sind erschöpft vom Baum, vom Spiel. Niemand tanz mehr um Mitternacht unterm Maibaum.


Picnic am Fuß des Burgturms von Davensberg, Münsterland
Picnic am Fuß des Burgturms von Davensberg


Birkenzweig am Fahrradlenker auf einer Allee im Münsterland
Deher Mai ist gekommen...

Miri on the Bike vor blühendem Magnolienbaum
Miri on the Bike vor blühendem Magnolienbaum


Miri pausiert im Schlossgarten von Hovestadt, LippetalKettenriss in der Blüteneuphorie
Mittwoch, 1. Mai 2013: Ahlen-Vorhelm - Beckum - Hovenstadt - Oelde - Ostenfelde (78 km)

Miri überrascht mich mit einem Birkenzweig an meinem Lenker (Foto oben). Erster Mai. Und damit die Erst-Mai-Radler mit Wagen oder Wägele, jedenfalls mit Bier und Flaschen jeder Art unterwegs. Auf der Umleitung nach Beckum noch wenig. Beckum ist auch nur begrenzt attraktiv. Am schönsten noch der Weg in die Beckumer Berge. Von denen es wiederum eine schöne Abfahrt nach Süden gibt. Ruhige Straßen trotz Feiertags-Tourismus. An der Südost-Spitze unserer Tour liegen die Schlösser des Kunstortes Lippetal. Haus Assen noch versteckt. Dann das Spitzenschloss Hovestadt (Fotos s. Foto Special). Mittagspause im Schlosspark (Foto rechts). Ein Ghetto-Bluster betriebener Heuwagen mit Träcker umrundet das Schloss.
Ruhig wird es wieder jenseits der Schlösser-Route auf dem Weg zum Schloss Crassenstein (Foto s. Foto Special). Wir erklimmen die Höhen von Stromberg. Punkige Jugendliche an der Wallfahrtskirche mit romanischer Christus-Figur. Eine windige Pause. Runter Richtung Oelde. Durch den Wald, hier Geisterholz genannt. Die Geister der geistigen Getränke merkt man jetzt der ein oder andern Radler- oder Wandertruppe an. Magnolien blühen in großer Pracht (Foto oben). Nach dem kalten Frühling können wir fast Stunde für Stunde sehen, wie die Natur explodiert. In die Blüteneuphorie hinein reißt Miris Kette. Wir reparieren im Gras. Und entscheiden uns zu einem Spontan-Schluss in Ostenfelde, weil der Magarethenplatz so schön ist, viele Fahrräder dort stehen und auch ein Hotel. Weniger Meter vom letzten Schloss für heute.


Allee in Lippetal
Allee in Lippetal


Kettenreparatur am FahradTeuto: auf dem Münsterland-Balkon
Donnerstag, 2. Mai 2013: Ostenfelde - Warendorf - Bad Iburg - Tecklenburg (85 km)

Die Erst-Mai-Radler sind weggefegt. Einsam ziehen wir trotz Brückentag heute wieder über die "100 Schlösser Route". Mit einem Schlenker über Freckenhorst. Das auch ein Schloss hat, aber stärker mit seiner Kirche nebenan brilliert. Genialer Taufstein von 1129 mit Darstellungen von Jesu Geburt und Taufe.
Pause auf dem Marktplatz von Warendorf, wo die Buchhandlung versucht, mit einem Dortmund- und Bayern-Schaufenster und Schalke im Separée es allen und der Fußballbegeisterung recht zu machen. In Sassenberg endet die Fahrt in einer Sackgasse einer Art Fabrikschloss. Irgendwo steht auch ein richtig altes Schloss auf dem Firmengelände. Sehen kann man das erst in der Ferne, wenn man den Ort schon wieder so gut wie verlassen hat. Das am weitesten abgeschottene Schloss der Tour. Ab ist dann auch wieder die Kette an Miris Rad (Foto links). Diesmal versuche ich die Stelle mit einem Kettenschloss zu überbrücken. Den großen Bogen zum "Dreiländereck" bei Versmold sparen wir uns. Schießen direkt zum Doppelschloss Harkotten durch (Fotos s. Foto Special: 47 von 100 Münsterland-Schlössern). In eines der vielen Schloss-Gebäude kommt man tatsächlich rein: Café und Laden machen es möglich.
Danach ist entweder die Karte ungenau oder unsere Analyse derselben. Die sandigen Waldwege sind trotzdem klasse. Bis Miris Kette zum dritten Mal reißt. Diesmal hält meine Reparatur nur noch ein paar Hundert Meter. Miri walkt und ich fahr mit zwei Rädern schon mal vor. Wobei ich kettenbedingt auf dem größeren fahren muss, was nicht die beste der beiden Möglichkeiten ist. Fünf Kilometer lang. Dann bin ich am Ortseingang von Bad Iburg, wo "Teutorad" Hilfte verspricht. Der Fahrradhändler will erst ein paar Teile bestellen, um eine Premium-Lösung umzusetzen. Ich mache den Ernst der Lage deutlich, woraufhin das Rad seine neue Kette bekommt, als Miri walkend eintrifft. Rauf zum Schloss können wir also wieder radeln. Und sind damit schon im Teutoburger Wald. Doch wir bleiben auf dessen Südseite und fahren am Fuße des Gebirgszugs weiter.
Trotz Müdigkeit lassen wir weder das Hohe Haus von Lienen noch das Haus Vortlage in Lengerich aus, obwohl das recht abseits steht. Der Ostwind hilft. Das zentrale Haus Intrup dagegen finden wir nicht. Abschließend grüßt uns in Lengerich die Taufkirche von Friedrich von Bodelschwingh. Ein paar Kilometer weiter jenseits der A 2 stehen wir an seinem Geburtsort. Naturgemäß auch das ein Schloss: Haus Marck. Sehr schön mal eine Anlage in einem Tal. Noch mal rauf in den Teutoburger Wald nach Tecklenburg, dem "Balkon des Münsterlandes". Tatsächlich 200 Meter über dem Meer und hundert Meter über dem Münsterland bieten Aussichtspunkt, Turm und Jugendherberge eine Fernsicht aufs platte Land.


Blüten am Lenkertäschle vor dem Schloss Ostenfelde
Blüten am Lenkertäschle vor dem Schloss Ostenfelde


Endlich fürstliche Gemächer: Geheimes Schloss-B&B
Freitag, 3. Mai 2013: Tecklenburg - Rheine - Bad Bentheim - Ochtrup - Heek-Nienborg (97 km)

Runter vom Balkon des Münsterlandes mit max. speed 57,7 km/h. Dann führt uns die (Neben-)Route parallel zu einer stillgelegten Eisenbahnstrecke, die noch viel besser, weil flacher wäre. In der Niederung dümpelt der Dortmund-Ems-Kanal vor sich hin und strahlt einen ruhigen Werktag aus. In Riesenbeck sind die Brücken über den Kanal in unserem Führer nicht so recht eingezeichnet. Jedenfalls kreuzen wir den Kanal eine Winzigkeit zu spät, sodass es zu Schloss Surenburg mit Riesen-Park samt Parkhotel etwas zurückgeht. Miri verpasst Iphone-meditierend eine Abzweigung, aber per Handygespräch finden wir schnell wieder zusammen. In Rheine können wir auf die Schnelle nicht den Falkenhof entdecken. Nur die Kirchtürme identifizieren wir.
Mit Thomas Bücksteeg in der Bibliothek der Europäischen Märchengesellschaft auf Schloss Bentlage, Rheine Wir brettern durch zum Schloss Bentlage. Und treffen tatsächlich noch kurz vor dem Ende seiner Arbeitswoche meinen Studienkollegen Thomas Bücksteeg (Foto rechts) an, der hier in schönster Umgebung seit 20 Jahren die Europäische Märchengesellschaft managt. Und uns noch zu einem Blick in die Bibliothek und einem Einblick in die Märchenwelt verhilft.
Heute ist es noch sonniger, noch wärmer. 25 Grad. Wir sputen uns, um in Bad Bentheim die Führung um 15 Uhr zu erreichen, die es zu der Uhrzeit aber gar nicht mehr gibt. Führen wir uns selbst durch die größte Höhenburg Nordwestdeutschlands. Ein beginnender Mittelaltermarkt am Wochenende und eine Hochzeit geben dem ein romantisches Ambiente (Foto unten und Foto Special).
Wieder in der Niederung stoßen wir in Ochtrup auf die Villa im Winkel. Mit Baujahr 1899 ein Youngster auf unserer Tour. Haus Welbergen ist Höhepunkt. Haus Schulze-Lohof in Metelen dagegen ein Tiefpunkt: Hier lässt sich aus der Ferne am Tor nu gar nix Historisches erkennen.
Die letzten drei "Schlösser" des Tages hat Heek-Nienborg zu bieten (Fotos s. Foto Special). Versammelt in einer Art Burgstadt. Im letzten der drei übernachten wir fürstlich: Haus Keppelborg. Nichts deutet außen daraufhin, dass sich in den Mauern ein B&B befindet, was ich irgendwo aufgeschnappt habe. Mutter und Sohn laden gerade ihr Auto aus und selbst auf unsere Fragen nach einer Unterkunft, gewähren sie uns nur sehr zögerlich Zugang zu den fürstlichen Gemächern. Wirklich ein Schatz. Die schönste Unterkunft der Tour.


Mittelalter-Schönheit im Innenhof der Burg Bad Bentheim
Mittelalter-Schönheit im Innenhof der Burg Bad Bentheim


Heek-Nienborg: Leaving Haus Keppelborg, MünsterlandOst-Charme in der Ruhrgebiets-Juhe im Wald
Samstag, 4. Mai 2013: Heek-Nienborg - Coesfeld - Borken - Raesfeld - Dorsten-Wulfen (99 km)

Burg-Frühstück im Schloss-Zimmer. Der Schlossherr gibt Tipps zu den nächsten Highlights. Wir folgen ihnen. Nach der Schlossnacht Aufbruch (Foto links) Richtung Asbeck. Wo das Haus Asbeck nicht allzuviel Historisches zu bieten hat, aber die Kirche einen teilrekonstruiertem Klosterkreuzgang. Haus Egelborg bei Legden gibt die Kulisse für eine weitere Hochzeit ab. Jetzt wird's mühsam. Gegenwind. Die "Baumberge".
Wir streifen bei Haus Loburg die Ausläufer von Coesfeld. Wegen des Windes drehen wir ab Richtung Borken. Wieder trifft es Miris Rad: Platten. Aufpumpen hält nur vier Kilometer. Dann Flicken am Straßenrand (Foto unten). Pause an der Jugendburg Gemen. Dann Schloss Raesfeld. Sehr schön. So schön in der Abendsonne, dass wir am liebsten blieben. Doch dann wird der Weg nach Münster morgen zu weit. Deshalb noch ein Schloss: Riesen-Schloss Lembeck. Auch sehr, sehr schön. Und noch eine Maien-Hochzeit. Das Schlosshotel wirkt nicht so einladend. Fahren wir weiter zur Jugendherberge Dorsten-Wulfen. Ruhrgebiet mitten im Wald. Ruhrgebiets-Charme beim Personal. Ost-Charme bei den Gebäuden. Der JH-Chef weilt am Cappenberger See. Der Management-Trend bei den Jugendherberge geht anscheinend zur zur Zweitjuhe. Der Reifen ist wieder platt. Selbe Stelle im Mantel, der Schlauch ist verrutscht. Wir finden die Ursache wieder nicht.


Platten: Fahrrad-Reparatur auf offener Strecke
Platten auf offener Strecke


Bahntrassen-Radweg Richtung Haltern kurz vor der Vollendung: UntiefenSchnulze vor dem unvollendeten Bahntrassen-Radweg
Sonntag, 5. Mai 2013: Dorsten-Wulfen - Lüdinghausen - Senden - Hiltrup - Münster (93 km)

Die zweite Hälfte der Erstkommunion von Liprammsdorf bekommen wir noch mit. Der später vom Priester mit slawischem Akzent viel gelobte Organist intoniert zunächst die Titanic-Schnulze My Heart Will Go On, um gegen Ende das Dallas-Intro zum besten zu geben. Ein Bahntrassen-Radweg Richtung Haltern steht kurz vor der Vollendung. Momentan gilt es noch die ein oder andere Untiefe zu meistern (Foto rechts).
Wir stoßen vor Haltern auf den Wesel-Datteln-Kanal, dem wir eine schöne Weile bis Olfen folgen. Dann folgen Hügelchen Richtung Lüdinghausen, wo Haus Vischering das ideale Ambiente für die letzte Schlösser-Mittagspause abgibt (Fotos s. Foto Special: 47 von 100 Münsterland-Schlössern). Schloss Senden ist das nunmehr 50. auf unserer Tour entlang der "100 Schlösser Route". Abgesperrt, dem Verfall preisgegeben. Gesucht wird händeringend ein Investor, der eine Millionen-Investion garantiert. Von dort geht's nach Münster wieder am Dortmund-Ems-Kanal entlang.
In Hiltrup ist Johannes mit am Start, der vom Hamburger Kirchentag herbeigeeilt ist. Auf allen Seiten des Kanals zu Hause (Fotos unten), führt er mich auch noch zum und durchs Paulus-Kolleg, seine derzeitige Bleibe und Bleibe von offenbar sehr sympathischen Münsteraner Studentinnen und Studenten. Auf dem Rückweg komme ich als Zugabe noch am Schloss Münster, Schloss Nr. 51, vorbei, während Miri schon in Mauritz auf der Terrasse bei Angret und Co. Schlösser-Erinnerungen zum besten gibt.


Miri und Johannes on the Bike, Radweg am Dortmund-Ems-Kanal in Münster, Westfalen
Mit Johannes on the Bike...

Chris und Johannes on the Bike, Radweg am Dortmund-Ems-Kanal in Münster, Westfalen
...am Dortmund-Ems-Kanal in Münster


Nicht-asphaltierter Radweg am Dortmund-Ems-Kanal im MünsterlandPapenpurg, Pause, Pennen
Montag, 6. Mai 2013: Münster - Papenburg (157 km)

Miri muss zurück nach Mainz. Ich habe noch drei Tage frei. Nach all den Schlössern und der Schlösser-Route bretter ich einfach am Dortmund-Ems-Kanal entlang mit Rückenwind nach Norden. Bis Gut Venhaus auf der westlichen Seite. Danach wechselt es. In Meppen verliere ich Kanal und Radweg. Bleibe mehr oder weniger an der Bundestraße 70, die fast kontinuierlich einen separaten Radweg zu bieten hat. Es ist heiß. Schön. Und wenn ich mit den Kräften etwas sparsamer umgegangen wäre, käme ich wohl heute zumindest nach Leer, wenn nicht über die 200-Kilometer-Grenze bis nach Emden. Das schafft erst Johannes unter sehr viel unwirtlicheren Umständen keine drei Wochen später. In Papenburg sehe ich ein paar Hotels und plötzlich ist einfach alle Luft raus. Pause. Pennen.


Schiffsverkehr auf dem Dortmund-Ems-Kanal im Münsterland
Radweg am Dortmund-Ems-Kanal im Münsterland


Über die Insel nach Holland
Dienstag, 7. Mai 2013: Papenburg - Emden - Fähre - Borkum - Fähre = Grenze D/NL - Eemsmond (110 km)

Ostwind Stärke 3. Da fällt die Routen-Variante von hier Richtung Hamburg-Ratzeburg-Lübeck flach. An der Meyer-Werft stoße ich auf den Deich, dem ich nach Norden folge. Allerdings an seinem Fuße, blind für den Fluss und die Landschaft auf der andern Seite. Also versuche ich ab und zu, rauf auf die Deichkrone oder jenseits davon zu kommen. Als ich in Leer mangels Emden-Schildern die dem Wasser am nächsten liegende Route nehme, lande ich in einer Sackgasse. Der ich nur Richtung Schafe auf der andern Deichseite entkommen kann. Die Schafs-Gitter sind teils offen, einige verschlossen. Irgendwann muss ich dann samt Rad übers Tor klettern.
Weit vor Emden führen Wegweiser von Stadt und Fähren auseinander. Ich strebe zu den Fähren, will direkt nach Holland übersetzen. Schon allein des Ostwinds wegen. Die "Internationale" (weil niederländisch-deutsche) Dollard-Route setzt hier theoretisch über nach Delfzijl. Die Fähre ist eifrig beschildert, aber sie fährt nicht. Am vermeintlichen Ableger nicht mal ein Fahrplan. Auf der andern Seite des Hafenbeckens geht's nach Borkum. Ich studiere die Fahrpläne und entdecke die Möglichkeit, am Nachmittag nach Borkum und am frühen Abend dann von dort weiter nach Holland zu fahren. Zu halbwegs akzeptablen Kosten. Weil die Tageskarte gilt.
Bleibt vorher noch Zeit für ein paar Radl-Kilometer. Das VW-Werk versperrt mir den Weg nach Osten. Drehe ich Richtung Emden Innenstadt. An der Touri-Info versuche ich meinen Ärger über die nicht realisierbare Dollard-Route loszuwerden. Die Dame weist daraufhin, dass die Fähre ja im Sommer am Mittwoch, Freitag und Samstag fahre. Ich wende ein, dass jemand der am Samstag komme, vier Tage warten müssen auf die Fähre. "Da müssen Sie halt planen", ist die nicht übermäßig einfühlsame offizielle Antwort.
Sand und mehr: Panther Dominance Trekking am Deich von Borkum Borkum ist bedeckt. Lange Fahrt ins Zentrum, das ich zeitgleich mit der Inselbahn erreiche. Von dort noch einen Schlenker in Deich und Dünen (Foto rechts). Zum Flughafen. Fast verfehle ich die Piste zurück zum Hafen. Ausgerechnet mit der Fähre "Münsterland" geht es von Borkum nach Holland.
Der Hafen Eemshaven ist riesig. Windräder dominieren das Bild (Foto unten). Drei, vier Kilometer brauche ich, um aus dem Hafen rauszukommen. Rundherum Ödnis. Die kleine Straße nach Groningen ist gesperrt. Für Fahrräder. Ich folge dem überdimensionierten neuen Radweg parallel zur neuen Straße, die an der Küste entlang nach Osten zu führen scheint. Noch auf keiner Karte zu entdecken. Sie führt ins Nirgends. Jedenfalls nicht zu Hotels. Wieder zurück. An der Hafenausfahrt diesmal Richtung Roodeschool. Nach ein paar Kilometern wider Erwarten direkt hinterm Deich ein Hotel. Sie haben für das letzte freie Zimmer noch eine Reservierung via booking.com ausstehen. Sie rufen den potentiellen Gast, einen Luxemburger Spediteur an, ob noch jemand zu erwarten sei. Aber sie finden keine rechte gemeinsame Sprache. Ich übernehme den Hörer. Der Fahrer werde wohl noch kommen, kein Zimmer frei also für mich. Die Hoteliers rufen für mich im nächstbesten Hotel an. Zimmer mit Dusche und WC auf dem Gang. OK.


Hafen Eemshaven mit Windrädern, Eemsmond, Niederlande
Ödnis: Hafen Eemshaven mit Windrädern


Andreaskerk/Andreaskirche Spijk, Niederlande Aldi-Vla und Wirren an der Ems
Mittwoch, 8. Mai 2013: Eemsmond - Winschoten - Grenze NL/D - Rhede - Heede - Papenburg (100 km)

Ab sechs Uhr kann man frühstücken im Hotel. Die vielen Vertreter, deren Autos den Parkplatz bevölkern, machen's möglich. Als ich um kurz vor neun auschecke, fehlen nur noch zwei Zimmerschlüssel an der Wand. Der inzwischen vorhergesagte Südwind macht mir das Radeln schwer. Und die vielen für Radler verbotenen Straßen. Mühsamst rücke ich Richtung Süden voran. Nur der runde Platz mit Wassergraben an der Andreaskirche von Spijk (Foto links) erfreut mich.
Erst hilft mir überraschend ausgerechnet die gestern noch verfluchte Dollard-Route. Irgendwann werde ich auf das holländische Knotenpunkt-System aufmerksam. Beschildert wird immer zum nächsten Knotenpunkt. An dem steht eine Karte und man wählt den nächsten Knotenpunkt, den man mit seiner Nummer ansteuert. In Siddeburen drifte ich ab Richtung Osten, Deutschland. In Winschoten erste Pause. Es ist grad kühl. Und ich kippe einen Liter Aldi-Vla in mich hinein, gefolgt von Joghurt. Das ist zu viel. Mir wird kotzübel und nach ein paar Kilometern muss ich mich auf eine Bank legen. Danach geht's, aber der Südwind bleibt. Insbesondere als ich in Deutschland wieder Richtung Süden fahren muss. Wieder findet sich kein Radweg direkt an der Ems. Eigentlich will ich nach Meppen. Aber in Heede ist meine Liebe zu den Gegenwinden erschöpft. Ich drehe ab Richtung Norden. Doch nach Papenburg. Ein letztes Mal verfahre ich mich am Ufer der Ems. Dann bekomme ich dank des Südwinds noch mal richtig Schwung für die letzten Kilometer.
Um 16.16 Uhr sitze ich im Zug zurück nach Münster. Beglückt von einem Bahn-Mitfahrer-Gutschein, den mir der Zufallsgenerator in Frankfurt bereitet hat. Mal ein Goodie von der Bahn. Die mich heute erst mal nach Münster bringt. Und Miri am Abend ebenfalls.


Papenburg
Finito: Papenburg


Sabrina, Felix, Christoph: Erstkommunion Glücklicher Felix
Donnerstag, 9. Mai 2013: Münster: Erstkommunion von Felix

Krönender Abschluss: Mein Patenkind Felix geht zur Erstkommunion. Foto rechts und viele weitere davon hier


Route Essen - Münsterland - Borkum



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Münsterland: "100 Schlösser Route"

Routen-Karte Münsterland: '100 Schlösser Route'
Rot: Unsere Münsterland-Route in Pfeilrichtung


Etappen Essen - Münsterland - Borkum (29.4.-8.5.2013)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 29.4.2013 Essen Emscher - Waltrop - Cappenberg Nordkirchen 81
2. 30.4.2013 Nordkirchen Drensteinfurt - Ottmarsbocholt - Rinkerode Ahlen-Vorhelm 80
3. 1.5.2013 Ahlen-Vorhelm Beckum - Hovenstadt - Oelde Ostenfelde 78
4. 2.5.2013 Ostenfelde Warendorf - Bad Iburg Tecklenburg 85
5. 3.5.2013 Tecklenburg Rheine - Bad Bentheim - Ochtrup Heek-Nienborg 97
6. 4.5.2013 Heek-Nienborg Coesfeld - Borken - Raesfeld Dorsten-Wulfen 99
7. 5.5.2013 Dorsten-Wulfen Lüdinghausen - Senden - Hiltrup Münster 93
8. 6.5.2013 Münster Papenburg 157
9. 7.5.2013 Papenburg Emden - Fähre - Borkum - Fähre = Grenze D/NL Eemsmond 110
10. 8.5.2013 Eemsmond Winschoten - Grenze NL/D - Rhede - Heede Papenburg 100
Summe 980

Chris on the Bike im Münsterland mit Fahrradhelm Uvex Supersonic L (57-62 cm) 58-63 cm pearl/light-blue und Aldi-Sonnenbrille Kollektion 2013
Unterwegs mit Uvex-Helm "Supersonic pearl/light-blue" und Aldi-Sonnenbrille Kollektion 2013


Anschluss Tour 69: Mainz - Plettenberg (444 km) Juni 2014

Anschluss Tour 24 Stunden Ruhr: Quelle - Mündung (226 km) Aug. 2010
Den ganzen Fluss non-stop in einem Nacht-Tag-Marathon

Anschluss Tour Ruhr.2010: Dortmund - Duisburg (113 km) Juni 2010
Fußball-, Industrie- und Alltags-Kultur in der Kulturhauptstadt Europas

Anschluss Tour 31: Paris - Hamburg (1100 km) Juli/Aug. 2006

Anschluss Tour 3: Essen - Zagreb (1680 km) März/April 1983

Anschluss Tour 1: Essen - Trier (422 km) Okt. 1981


Nächste Tour: Kirgisien - Almaty (951 km) Juni/Juli 2013

Vorherige Tour: Lago Maggiore - Breisach (450 km) März/April 2013


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Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum 2009
Chris Tour 51: Khartum - Addis Abeba (1760 km) 2010
Äthiopien 2010
on the Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) 2011
Moldau 2011
Bike Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
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