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Tour 30: Elbe: Hamburg - Dresden (604 km)


Skyline Dresden
Skyline Dresden, 800 Jahre alt


Live-Ticker-Diary & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Hamburg - Magdeburg - Wittenberg - Dresden (11.-15.7.2006)
Elbe-aufwärts: TV-Tour auf Deutschlands beliebtestem Radweg

Equipment: Bike & More
Equipment:
Bike & More
Der Elbe-Radweg ist zum zweiten Mal in Folge zu Deutschlands beliebtestem Fernradweg gewählt worden. Den will ich mir nicht entgehen lassen. Fünf Tage folge ich dem blauen "e" auf dem Kernstück Hamburg - Dresden. Flach und mit Rückenwind dazu. All das in angenehmster Begleitung durch ein phantastisches Kamerateam und größtenteils gemeinsam mit zwei Radlern aus Hamburg: Thomas und Michael. Foto Special: Elbe
Foto Special:
Elbe

Die vier Filme über die fünf Etappen


Kamerateam Jan-Peter Sölter und Matthias Fey in Hitzacker Schwarz-Rot-Gold: Die Party geht weiter
Dienstag, 11. Juli 2006: Hamburg - Lauenburg - Hitzacker (122 km)
Die Strandperle ist so etwas wie der inoffizielle Start- und Zielpunkt des Elbe-Radwegs in Hamburg. Früh am Morgen ist das Strandcafé noch geschlossen. Die Szenerie von Sandstrand, Joggern, Hafen und Elbauen ist trotzdem klasse. Ich starte - erstmals mit einer Fahne: Die Fußball hat Schwarz-Rot-Gold zu Modefarben dieses Sommers gemacht. Und so bin ich zusammen mit dem orangen T-Shirt gut auf den Bildern des Kamerateams zu finden, das mich mal näher, mal distanzierter begleitet.
Ein schmaler Weg führt durch den Stadtteil Övelgönne an Fachwerkhäusern vorbei. Sieht gar nicht nach Hamburg aus. Eigentlich darf man hier nicht radeln, weil es so eng ist. Gerade hier begegnet mir jemand, der den Trip in umgekehrter Richtung soeben hinter sich gebracht hat: Dresden - Hamburg. Er klagt über Sand- und Holper-Wege. Das kann mich nicht aufhalten.
In der Lauenburger Mühle machen wir eine Pause, weil hier Papagei Nora Flaschen öffnet. Für uns kleine Likör-Flaschen. Was man zum Glück auf den Fernsehbildern nicht bemerkt: Es stinkt beachtlich. Aber das unermüdliche Aufbrechen der Metallhülsen ist erstaunlich.
Dann regnet’s. Nicht lang, aber genug für ein paar Leidensbilder. Unter einem Baum entdecke ich zwei junge Radler, die sich dorthin geflüchtet haben. Der Blick auf die keineswegs Wasser-dichten Radtaschen verrät: Anfänger. Der dritte Mitfahrer im Bunde ist ihnen verletzungsbedingt abhanden gekommen. Das hatte aber nichts mit dem Radln zu tun.
Dank Rückenwind erreiche ich Hitzacker (Foto links: Kamera-Mann Jan-Peter Sölter und Kamera-Assistent Matthias Fey ziehen an einem Kabel) halbwegs im Zeitplan. Kurz vor knapp gilt es noch ein paar Hügel zu überwinden. Am Ziel inszenieren wir einen kleinen Schluss-Spurt mit Fotofinish und der dazugehörigen Etappen-Siegerehrung mit Gelbem Trikot, für die ich Heike zum Küssen sowie Thomas und Michael für die Plätze 2 und 3 gewinnen kann. Auch sie sind von Hamburg aus gen Osten mit dem Radl unterwegs.

Elbe-BogenYou will never bike alone: Zwergen-La-Ola und Fahrrad-Haltestellen
Mittwoch, 12. Juli 2006: Hitzacker - Wahrenberg - Arneburg (123 km)
Am zweiten Morgen meiner "Tour de Elbe" stoße ich im Gestrüpp der Hügel rund um Hitzacker auf ein Zwergen-Frühstück. Das ist pures Glück: Denn die Kobolde lassen sich nur einmal im Jahr blicken: In der Zwergen-Woche im Juli. Mit Zwergensaft im Leib und der LaOla-Welle im Herz heißt es: Jetzt geht’s los. Weiter an der Elbe entlang...
Michael und Thomas sind mit dabei. Die beiden Wassserschutz-Polizisten machen Kurzurlaub und wollen zu einem Depeche Mode Konzert nach Leipzig radeln. Danach will Thomas die letzte Woche der Tour de France live erleben und Alpe d’Huez mit seinem Rennrad bezwingen. Ich genieße die Fahrt in ihrem Windschatten.
Eine „Fahrrad-Haltestelle“ lockt uns im Wendland von der Strecke. Auf dem dazugehörigen Bauernhof entdecken wir Friedegunde Zippoll. In der Einsamkeit des Wendlandes sollen die Fahrrad-Haltestellen die Radler vor dem Verhungern und Verdursten retten. Alles umsonst. Wer will kann Friedegundes Sparschwein füttern. Schlechte Erfahrungen hat die Fahrrad-Haltestellen-Betreuerin bisher keine gemacht.
Wir erreichen das frühere deutsch-deutsche Grenz-Gebiet mit Betonpisten, Bioreservat und Wachturm. Hier trennen sich vorerst unsere Wege. In der Sommersaison heißt es auf dem Elbe-Radweg aber fast immer: You’ll never bike alone. Ständig begegnen mit Gruppen und Grüppchen.
Ich mache einen kleinen Abstecher nach Wahrenberg, der Ort Sachsen-Anhalts mit den meisten Störche. Hier erläutert mir Wolfgang Brünicke (sh. Seite Foto-Special), dass die Störche alle freiwillig kommen. Die vielen Tümpel und Seen in der Umgebung sind Anziehungspunkt genug.


Elbe-Radweg: Drei Rentner aus dem Rheinland - Durchschnittsalter 71 Jahre
Drei Rentner aus dem Rheinland - Durchschnittsalter 71 Jahre


Im Kreuzgang des ehemaligen Prämonstratenser-Kloster JerichowWilliams-Christ, Weltrad und Wasserstraßenkreuz
Donnerstag, 13. Juli 2006: Arneburg - Magdeburg - Barby (125 km)
Da ich am Abend noch bis Arneburg gekommen bin, wo Michael und Thomas bei Verwandten übernachten, können wir wieder gemeinsam starten. Wir begegnen drei Rentnern aus dem Rheinland. Durchschnittsalter: 71 Jahre. Auch bei ihnen: alles easy. In der "Wasserflasche": hochprozentige Williams-Christ-Birne, von der ich auch kosten darf.
In Jerichow kreuzen wir die Romanische Straße von Sachsen-Anhalt: Wo früher Prämonstratenser lebten, planen wir die nächsten Kilometer an der Elbe (Foto rechts). Jeden Tag die gleiche Qual der Wahl: Auf welcher Elbseite radeln wir, welche Fähre, welche Brücke ist am schönsten (und schnellsten)? Wir entscheiden uns für ein paar Meter Kanalfahrt, um dann an Europas größtem Wasserstraßenkreuz nördlich von Magdeburg von der Kanalbrücke runter zur Elbe und ihrem Radweg zu rollen.

Elbe-Radweg: Hundertwasser-Haus in MagdeburgSchon sind wir in Magdeburg, wo wir eine Pause bei der Grünen Zitadelle einlegen, dem letzten Werk von Friedrich Hundertwasser. Auch Fernradler Klaus Köppen, 55 Jahre jung, pausiert hier - ist trotz bedecktem Himmel mit freiem Oberkörper unterwegs (Foto links).
Südlich von Magdeburg lockt mich in Schönebeck die „Fahrrad-Manufactur“, nur 150 Meter vom Elbe-Radweg entfernt in einem Hinterhof. Weltrad nennt sie sich, weil es diese Marke schon in den 20er Jahren hier gab. Frank Leue hat dieses Ostprodukt mit seinen Kollegen wiederbelebt. Das Konzept: Räder im Oldtimer-Look mit der besten Technik von heute. Gerade mal 200 Retro-Räder stellen sie in jedem Jahr her. Mein Silberpfeil schneidet im Urteil des Fahrradprofis natürlich schlecht ab. Dafür bekomme ich für die letzten Kilometer bis Barby ein Weltrad gestellt. Es fährt sich prächtig.


Elbe-Radweg: Erschöpft am Abend in Barby - mit Weltrad-Macher Frank Leue
Erschöpft am Abend in Barby - mit Weltrad-Macher Frank Leue (ganz links)


Elbe-Radweg: Zwei tolle Teams trennen sich an der Saale-Mündung : Thomas und Michael, Jan-Peter und MatthiasDie Männer sind folgsam und trinken Bier
Freitag, 14. Juli 2006: Barby - Wörlitz - Wittenberg - Torgau (125 km)
In Barby übernachten wir in einem weitläufigen Hof-Hotel, vor dem mir am Morgen drei Radler mit zwei Rädern begegnen. Vater und Sohn auf einem kombinierten Sitz- und Liegerad. Damit können die Eltern ihrem herzkranken Sohn Joscha einen Traum erfüllen. So hat jeder der jährlich etwa 70.000 Elbradler sein ganz persönliches Ziel und Erfolgserlebnis.
Auch Michael und Thomas haben an der Saale-Mündung andere Ziele: Die beiden fahren Saale-aufwärts nach Leipzig. Ich folge weiter der Elbe. Die Tage mit den beiden Hamburgern waren super. Dazu waren sie extrem flexibel für unsere Dreharbeiten (Foto rechts: Abschied vom Team). Allein der starke Rückenwind erleichtert den Abschied.
Ich erreiche das Gartenreich Wörlitz bei Dessau (Foto links in der Nähe). Am Rande des riesigen Parks tuckert eine rollende Gondel über den Asphalt. Der Gondoliere macht Werbung für sein Restaurant in Wörlitz, das sich auf die Elberadler spezialisiert hat. Ich order dort den extra-leichten „Radfahrer-Salat“.
In Wittenberg hat man eine alte Arbeiter-Siedlung aufgepeppt - ein Expo-Projekt. Auf den Marktplatz der Lutherstadt rolle ich gemeinsam mit einer Gruppe Hamburger. Sie begnügen sich mit 30, 40 Kilometern am Tag. Die Frauenfraktion ist nach dem ersten Tag happy, weil sie auch die Radel-Partner gebändigt hat: „Die Männer sind folgsam.“ Und trinken Bier. Die Damen stärken sich nach eigener Aussage nur mit Apfelsaftschorle.
Mandy und Kathleen leben in Wittenberg. Kathleen profitiert als angehende Restaurant-Fachfrau davon, dass viele Radler einen Abstecher zu Luther machen. Die in aller Regel angenehme, müde Gäste seien.
Der nächste größere Marktplatz ist mein heutiges Etappenziel: Torgau. Ich bin bereits in Sachsen. Das Hotel Goldener Anker am Marktplatz ist meine erste Wahl. Die Türschwelle des Bett-&-Bike-Betriebs ist meine heutige Ziellinie, hinter der mich das obligatorische Radler für alle hier eintreffenden Radler erwartet.


Jan-Peter Sölter, Matthias Fey, Christoph Gocke
Drei Sieger als tolles Team: Jan-Peter Sölter, Christoph Gocke, Matthias Fey


Elbe-Radweg: Mit WM-Fieber-2006-Deutschland-Fahne im Park von Wörlitz800 Jahre: Party in Dresden mit Sektdusche
Samstag, 15. Juli 2006: Torgau - Riesa - Dresden (109 km)
Bei Frank und Hilke, ebenfalls in Hamburg gestartet, rollt gar nix mehr. Sie haben die allererste Panne: Platten. Diagnose: Ventil kaputt. Doch beim neuen Ventil klappt es mit dem Pumpen nicht so recht. Ich helfe aus.
Schon am Vormittag wird es ziemlich heiß. Über 30 Grad im Schatten. Nur: es gibt kaum Schatten auf dem Elbe-Radweg. Etwas Kühle verschafft mir die „erste deutsche Radfahrerkirche“ in Weßnig kurz hinter Torgau. Eigentlich nur eine alte Dorfkirche, aber viele Radler schalten für sie ein paar Gänge runter. Die Radfahrerkirche, im Kern eine normale Pfarrkirche, ist immer geöffnet.
Ein Hinweisschild am Elbe-Radweg lockt mich zur traditionsreichen Teigwarenfabrik in Riesa. Das Nudel-Center bietet ein Nudel-Museum, einen Nudel-Shop und ein Nudel-Restaurant. Wir bekommen leckerste Nudelgerichte.
Rund um Meißen zeigt sich der Elbe-Radweg mit bewaldeten Höhen auf beiden Seiten, Vorboten des Elbsandsteingebirges, wieder von einer seiner allerschönsten Seiten. Auch das macht ihm zum beliebtesten Radweg in Deutschland. Dresden begrüßt uns mit einer Woche Party. Die Stadt wird 800 Jahre alt. Mein Einzelzeitfahren endet auf den Champs-Elysees von Dresden. Die Glückshormone schießen in der Partylaune über. Ich lass mir noch einmal fürs Fernsehbild das Gelbe Trikot und einen Kuss verpassen. Und singe unter der Sektdusche, die zunächst schmerzvoll ins Auge geht: "So sehen Sieger aus. So sehen Sieger aus."


Route Elbe: Hamburg - Dresden



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Hamburg - Magdeburg - Wittenberg - Dresden (11.-15.7.2006)

Details als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 11.7.2006 Hamburg Lauenburg Hitzacker 122
2. 12.7.2006 Hitzacker Wahrenberg Arneburg 123
3. 13.7.2006 Arneburg Magdeburg Barby 125
4. 14.7.2006 Barby Wörlitz - Wittenberg Torgau 125
5. 15.7.2006 Torgau Riesa Dresden 109
Summe 604

Immer voller Einsatz und Ideen: 
      Kameramann Jan-Peter Sölter
Immer voller Einsatz und Ideen: Kameramann Jan-Peter Sölter


Anschluss Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) Aug./Sept. 2011

Anschluss Tour 57: Aschaffenburg - Berlin (800 km) Juli 2011

Anschluss Tour 47: Mulde: Zwickau - Dessau (240 km) Juni 2009

Anschluss Tour 31: Paris - Hamburg (1100 km) Juli/Aug. 2006

Anschluss Tour 14: Mainz - Nordkap - Lofoten (4144 km) Juni/Juli 2001

Anschluss Tour 13: Magdeburg - Naumburg (224 km) April 2001

Anschluss Tour 9: Mainz - Dresden (675 km) Juni 2000


Nächste Tour: Paris - Hamburg (1100 km) Juli/Aug. 2006

Vorherige Tour: Athen - Adana (1521 km) Feb./März 2006


Jan-Peter Sölter


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Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum 2009
Chris Tour 51: Khartum - Addis Abeba (1760 km) 2010
Äthiopien 2010
on the Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) 2011
Moldau 2011
Bike Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
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