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Béni Ounif - Jerba: 1. Teil


Sonnenaufgang in der Sahara

Start fast täglich vor Sonnenaufgang


No Risc, No Fun

Prolog I: Mallorcas Ballermänner

Routen-Karte: Walking & Biking auf Mallorca 2002Mehr Mittelmeer geht nicht
Samstag, 19. Oktober 2002: Palma de Mallorca - S'Arenal - Cala Santanyi (69 km)
Was wäre die große Mittelmeer-Umrundung ohne eine kleine Runde auf Mallorca? Meinen flugtechnisch bedingten Zwangsaufenthalt nutze ich an den Ballermännern von S'Arenal vorbei zu einer Tour entlang der Südküste nach Cala Santanyi. Eine Felsbucht mit kleinem, feinem Sandstrand. Dazu das Hostal Playa. Die Pinien, die Libellen, der Mond, die Wellen, das Salz. Mehr Mittelmeer geht nicht.

Mallorca ist auch nicht ungefährlich
Sonntag, 20. Oktober 2002: Cala Santanyi - Ermita de San Salvador - Palma de Mallorca - Flug - Algier (94 km)
Schwimmen morgens und abends. 21 Schwimmer sind in diesem Sommer ertrunken. Mallorca ist auch nicht ungefährlich. Auf der Ermita de San Salvador (509 m) ist es ziemlich kalt.
Ziemlich überraschend meint Khalifa Airways, es sei keineswegs sicher, ob genug Platz an Bord für mein Fahrrad sei. Als ich im kleinen Teil des Flughafens für die Nicht-Schengen-Länder sitze (Briten und Algerier unter sich), taucht es dann doch auf dem Rollfeld auf. In Algier habe ich zum Glück im ausgebuchten Hôtel de l'Aéroport ein Zimmer vorbestellt.

Prolog II: "Touriste ou Tourisque?"

Höchsttemperaturen Béchar, Okt. 2002Fließend Wasser in der Wüste
Montag, 21. Oktober 2002: Algier - Flug - Béchar (12 km)
Dreimal werden wir kontrolliert und abgetastet: Beim Betreten des Terminals, nach dem Einchecken, vor dem Besteigen des Flugzeugs. Mein Sitznachbar preist das von uns beiden avisierte Hotel in Béchar mit den Worten, dort gebe es sogar in der Regel fließend Wasser. Vor Ort gibt es einige andere Hotels. Westliche Ausländer sehe ich nicht. Und es ist heiß; und windig, eher stürmisch. Und es gibt fließend Wasser.

Heiße Wüste
Dienstag, 22. Oktober 2002: Béchar
Wer in die Wüste fährt, sollte sich nicht über die Hitze beschweren. Aber wie wetteronline.de zeigt (Grafik links), ist es noch einmal außergewöhnlich heiß geworden. Nicht für die Leute hier, die in diesem Sommer 55 Grad zu verkraften hatten. Aber zu heiß für mich zum Fahrrad fahren. Mindestens noch einen Tag Akklimatisierung.
Als ich in die Bank zum Geldwechseln gehe, meint der Typ am Schalter, ich wolle doch nicht etwa zum offiziellen Euro-Kurs von 77 Dinars Algériens tauschen und bietet mir 90. Am hellichten Tag mitten in der Bank. Bei der Landung in Algier meinte einer, der Schwarzmarkt-Kurs liege bei 100. Aber das sei ja nichts für mich. Der Juwelier bietet gleich 98, als ich in seinem kleinen Laden rumstehe.

Schild in Marokko: 178 km bis Colomb BecharUmweltschutz in der dreckigsten Stadt Algeriens
Mittwoch, 23. Oktober 2002: Béchar
Heute fällt es mir schon schwerer nicht loszufahren. Ein deutliches Zeichen, dass ich mich besser fühle. Aber nicht gut genug. So lande ich wieder im Internet-Café "CyberSat", das sich seines direkten Satelliten-Anschlusses preist. Redouane, Herr über 15 schon mittags komplett besetzte Terminals, hat mich bereits verlinkt auf seiner Seite "Saoura" (inzwischen defekt). Saoura heißt der Bezirk, vor allem aber das "Tal der Palmen", das Oued Saoura, von dem ich noch drei Etappen entfernt bin.
Béchar (ehemals Colomb-Béchar) ist mit 80.000 Palmen und 80.000 Menschen hier weit und breit das Zentrum, auf das mich schon im Mai (trotz geschlossener Grenze) die Straßenschilder in Marokko hinwiesen (Foto rechts). Der neue Bürgermeister hat unmittelbar nach seinem Amtsantritt in der letzten Woche Aufsehen erregt (Zeitungs-Überschrift: Bürgermeister für Umweltschutz), als er vor seinem Amtssitz die Straße hat fegen lassen. Béchar gilt als dreckigste Stadt Algeriens.

Landwirtschaft in einer Oase bei Timimoun "Tourisque" statt "Touriste"
Donnerstag, 24. Oktober 2002: Béchar - Béni Ounif - Bus - Béchar (123 km)
Ab 6 Uhr ist die Straße freigegeben. Bei Dunkelheit starte ich zur Grenze. Die einzige Etappe der Mittelmeer-Umrundung, die ich nicht in Richtung Jerusalem fahre. In Béni Ounif, der Nachbarstadt von Figuig, wo meine Marokko-Tour im Mai endete, viel Militär und Polizei. Ein Soldat vermutet, wie die meisten, ich würde hier arbeiten. Als ich ihm sage, ich gedächte, meinen Urlaub in Algerien zu verbringen, meint er, ich sei kein "touriste" sondern ein "tourisque".
Um die Risiken zu minimieren, muss ich mich in jeder Stadt bei der Polizei anmelden. Die Prozedur, die nicht spürbar zu meiner Sicherheit beiträgt, wird hier und heute formlos auf einem weißen Blatt Papier erledigt. Besonders nachteilig hat sich bereits erwiesen, dass mein Einreisestempel von Algier nicht lesbar ist. Niemand will mir so recht glauben, dass ich samt Fahrrad mit dem Flugzeug angekommen bin.
Endlich darf ich zur Grenzstation. Die Grenze zwischen Marokko und Algerien ist seit acht Jahren aus Angst vor Übergreifen des islamistischen Terrors geschlossen. Die Grenzer bemerken mich erst reichlich spät. Dann aber werde ich wieder schriftlich registriert. Diese Reise wird sicherlich die amtlich am umfangreichsten dokumentierte. Keine 20 Meter entfernt bin ich vor ein paar Monaten auf marokkanischer Seite langgejoggt.
Mit dem Bus fahre ich zurück. 110 Kilometer für rund 110 Eurocent, incl. Bike. Als ich in Béchar den Vorderreifen wieder montiere, aufpumpe, den Korb installiere, den Kilometer-Zähler anbringe, das Gepäck auflade, sammelt sich eine immer größer und letztlich auch bedrohlich werdende Kindermenge um mich. Als die ersten meinen, sie könnten mal klingeln oder sonstige Fahrradteile testen, bin ich gerade fertig. Habe aber nicht bemerkt, wie mir ein Kind den Reisepass aus dem Trikot gezogen hat. Die älteren geben ihn mir zurück.


Route Béni Ounif - Jerba



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen auf Mallorca und Béchar - Béni Ounif

Details mit Geschwindigkeiten etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 19.10.2002 Palma de Mallorca S'Arenal Cala Santanyi 69
2. 20.10.2002 Cala Santanyi Ermita de San Salvador - Palma de Mallorca - Flug Algier 94
3. 21.10.2002 Algier Flug Béchar 12
4. 22.10.2002 Béchar
5. 23.10.2002 Béchar
6. 24.10.2002 Béchar Béni Ounif - Bus Béchar 123
... ... ... ... ... ...
Summe 298

Teil 2
Eine Million Meter Gegenwind
Sand-Salven und eine wüste Café-Chefin

Teil 3
Radeln im Ramadan
Mozabiten, Sandsturm, Thermalbad und endlich Aicha

Radel-Schatten im Sahara-Sand

Zur ganzen Tour 20: Sahara: Béni Ounif - Jerba (2605 km) Okt./Nov. 2002


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