Tour 65: Kirgisien - Almaty (951 km) 2013
Kirgisien 2013
Chris Tour 68: Strasbourg - Vicenza (1275 km) 2014
Alpen 2014
on the Tour 75: Iran - Persischer Golf (2690 km) 2015
Iran 2015
Bike Tour 82: Karibik: Barbados - Haiti (902 km) 2016
Karibik 2016

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VG WORTTour 67 - Teil 1: Malaga - Gibraltar / Ronda - Malaga (280 km)


Sonntagmorgen an der Strandpromenade von Fuengirola, Andalusien
Sonntagmorgen an der Strandpromenade von Fuengirola, Andalusien

Bike-Blog & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Malaga - Gibraltar / Ronda - Malaga (9.-15.11.2013)
Sonnige November-Tage an der andalusischen Küste

Es sollte eine schöne, runde Tour durch Andalusien werden: Nach dem Aufgalopp an der Küste bis Gibraltar sollte es in die Berge gehen zu den weißen Dörfern. Vor allem über die 31 Kilometer lange ehemalige Bahntrasse und heutige “Via Verde de la Sierra” von Puerto Serrano nach Olvera mit 30 Tunneln. Zuletzt über Ronda, eine Art andalusisches Rothenburg ob der Tauber zurück nach Malaga. Das war der Plan, und irgendwie ging er am Ende auch diesmal halbwegs in Erfüllung. Etwas mehr noch mit Teil 2 der Tour:

Teil 2
Ronda - Tarifa / Casablanca - Melilla (1016 km) Dez. 2013
Sonnenwende an der marokkanischen Atlantik- und Mittelmeerküste


Die Tour bei YouTube


Unsere besten Fotos und Videos der Tour als Film


Miri schläft im ORN-Bus 351 von Idar-Oberstein zum Flughafen HahnBeim kirgisischen Fahrradverleih in Andalusien
Samstag, 9. November 2013: Flug Hahn - Malaga - Fuengirola (34 km)

Häufig steht am Anfang einer Tour ein längeres Lamento über die Wehen einer Bahnfahrt mit Rad. Heuer soll es mit dem Bus zum Flughafen Hahn auf den Hunsrück ohne Bahn gehen. Doch auch diesmal schlüpft die Bahn in die Rolle der Spaßbremse.
Wir mühen uns, den Bus um 6.20 Uhr am Mainzer Hauptbahnhof zu bekommen. Der erste Schreck: Miris Rad hat einen Platten. Ich eile zurück in den fünften Stock, hole den Schlüssel für das letzte vorhandene Rad. Wir sind pünktlich am Bahnhof, der Bus aber schon eine Stunde weg. Nur samstags fährt er jetzt um 5.20 Uhr. Fahrplanwechsel am 27. Oktober. Vor zwei Wochen. So etwas ahnend, hatte ich die Verbindung Mitte Oktober noch einmal bei bahn.de überprüft. Für den heutigen Tag. Alles in Butter. Sollte die Bahn nicht in der Lage sein, Fahrplanänderungen, die nur zwei Wochen entfernt sind, in ihre Computer einzuspeisen?
Es gibt zum Glück noch eine Alternative (zur Taxifahrt). Mit dem Zug (also doch) bis Idar-Oberstein, von dort mit einem Feld-Wald-und-Wiesen-Linienbus auf den Hahn. Including fünf Minuten Umsteige-, Reserve-, Verspätungszeit. Bei angeblich vier Minuten Fußweg. Die Gesamtfahrzeit ist doppelt so lang wie beim Direktbus. Die BahnCards haben wir natürlich zu Hause gelassen. Profit DB AG. Sei's drum: wie sich der Bus in Idar-Oberstein aus dem Nahetal schraubt auf die Höhen des Hunsrück unter einem Wolkenteppich, der hier und da die Sonne auf die herbstlichen Wälder scheinen lässt, ist ein immer noch frühmorgendliches (Foto links) Erlebnis. Auch wenn der ein oder andere Koffer der Mitreisenden in den rasanten Kurven durch den Bus kegelt. Die Wartezeit am Flughafen ist jedenfalls verkürzt.


Anastasia und Vladimir von bike2malaga geben uns Tipps für unseren Andalusien-Trip Kurz darauf stehen wir in einem winzigen Fahrradladen in der Calle Vendeja von Malaga mit ausgezeichneter Homepage, auch auf Deutsch: bike2malaga. City-, Renn- und Tourenräder für jeden Geschmack. Auch im Laden (Foto rechts) spricht man perfektes Deutsch. Vladimir, im kirgisischen Tokmok aufgewachsen, hat 13 Jahre in Deutschland, vor allem Berlin, gelebt. Und hier einen Radverleih aufgemacht, der auch größere Andalusien-Touren verschiedener Rad-Reiseveranstalter ausrüstet. Und uns in Nullkommanix die richtige Sattelhöhe, gut eingestellte Bremsen und die Bauanleitung aus dem Internet für den Lenkertaschenhalter besorgt (Fotos und Angaben zu den Rädern ganz unten). In knapp einer Stunde haben wir alles, was wir brauchen, dazu noch gute Tipps und ein paar Erinnerungen aus Kirgistan und Kasachstan ausgetauscht.
Natürlich rät auch Vladimir letztlich von der Küstenroute ab. Aber wir wollen später durch die Berge zurück, doch zunächst mal nach Gibraltar, nachdem sich im Sommer in Almaty herausgestellt hat, dass Kasachstan (2002) neben Montenegro (2007) seit dem 24. Mai 2013 eben nicht mehr das jüngste Uefa-Mitglied ist. Deshalb sind wir im Rahmen meiner Länderstatistik auf dem obligatorischen Weg zu dem Affenfelsen.
Wir versuchen, weitgehend kleinere Küstenstraßen, am liebsten Strandpromenaden zu fahren (auch Radwege gibt's in Malaga: Foto unten). Das geht mal besser, mal schlechter. Es ist jedenfalls warm, der Wind kommt halbwegs von hinten und als die Sonne untergeht, sind wir in Fuengirola. Das sich - erst recht nach dem Genuss von zwei Gläsern Vino Rossado - als lebhaftes, spanisches und zumindest zu dieser Zeit keineswegs von Touristen übervölkertes Städtchen erweist.


Radweg in Malaga, Andalusien
Miri auf Rad und Radweg in Malaga

Angler am Strand von Fuengirola
Angler am Strand von Fuengirola

Radeln hinter der Leitplanke zwischen Fuengirola und Marbella
Radeln hinter der Leitplanke zwischen Fuengirola und Marbella


Castillo de Sohail: Ummayaden-/Omayaden-Burg an der Mündung des Fuengirola am südlichen Stadtrand, AndalusienBlumenzauber und Azulejos
Sonntag, 10. November 2013: Fuengirola - Marbella - Estepona (64 km)

Ela hat behauptet, die Andalusier würden alle lispeln, und das bestätigt zumindest der Sonntagsgottesdienst in Fuengirola. Kein Wunder auch, dass sie die meisten "S" am liebsten verschlucken. Ein schöner sonniger Sonntagmorgen an der Costa del Sol (Foto links und ganz oben). Nun gut, die Küste ist ziemlich zugebaut. Aber auch nicht mehr als andere schöne Küstenstreifen am Mittelmeer.
Für uns ist das größere Problem, dass keine durchgehende, kleinere Straße an der Küste entlang führt. Nur die große A7. Autostrada. Fahrrad fahren scheint da erlaubt zu sein, aber schön ist was anneres. Deshalb versuchen wir, so lange wie möglich am Strand zu bleiben und halten uns eine ganze Weile wacker hinter der Leitplanke auf Betonplatten (Foto oben). Die haben allerdings das ein oder andere Leck. Und enden auch schon mal an Blumenkübeln oder Laternenmasten. Wie stets wechseln wir nach der ein oder anderen Sackgasse dann irgendwann doch auf die Autostrada. Zum ersten Mal etwa zehn Kilometer vor Marbella. Dort rollen wir wieder schön über die Strandpromenade. Und gönnen uns am Sandstrand ein Bad im recht kühlen Mittelmeer (Fotos hier:).


Unsere Räder am Strand von Marbella
Unsere Räder am Strand von Marbella

Die Räder beobachten Miris Gang ins Meer in Marbella, Andalusien
Die Räder beobachten Miris Gang ins Meer



Gefilmt mit der Nikon Coolpix S3300


Gefilmt mit dem iPhone 4S


Miri auf dem Camino Verde, der Strandpromenade zwischen Marbella und Puerto Banus Und können dann eine ganze Weile auf dem Camino Verde (Foto rechts) zwischen den Touristen dahingurken. Sogar erlaubter Weise. Noch einmal eine längere Pause. Und eine Zwangspause: an meinem Rad ist hinten eine Speiche gebrochen. Ich versuche, das Rad halbwegs zu richten. Es hält bis zum Ende der Tour.
Als wir diesmal nach Sackgassen und Sandstrecken versuchen, auf die Autostrada zu wechseln, müssen wir im Zickzack rauf und runter, rechts und links fahren, bevor wir es schaffen.
Erst in Estepona geht's wieder auf die Strandpromenade (Foto unten). In der Altstadt verzaubert uns das Ein-Sterne-Hostal el Pilar direkt an der Plaza de la Flores mit seinen Azulejos-Kacheln im Innenhof, an die gelehnt die Fahrräder eine traumhafte Nacht haben. Während wir durch die Geranien-geschmückten Straßen schlendern. Jede Gasse mit eigener Blumentopf-Farbe. Zurück an der schönsten aller Plazas sitzen wir im Scheinwerferlicht und genießen Sangria, Calamares und Wlan.


November-Sonnenuntergang am Strand von Estepona, Andalusien
November-Sonnenuntergang am Strand von Estepona


Chris und das Ridgeback-Rad auf dem Balkon des Hotel Patricia in TorreguadiaroRast auf Boots- und Holzsteg
Montag, 11. November 2013: Estepona - Torreguadiaro (26 km)

Irgendetwas in den vergangenen beiden Tagen und Nächten ist mir nicht so gut bekommen. Aber was? Null Ahnung. Jedenfalls habe ich kaum Appetit heute Morgen, überlege, in Estepona zu bleiben. Aber die paar Kilometer bis Gibraltar müssten ja hinhauen. Überhaupt: Gibraltar. Normalerweise wäre das eine Ein-Tages-Tour gewesen. Jetzt ist es schon der dritte Tag.
Die gut zwanzig flachen Kilometer am Ende der Costa del Sol bekomme ich noch halbwegs hin. Als die Straße nur ein bisschen ansteigt, um rüber zur Autovia zu führen, wird's schon schwierig. Wir können noch zwei, drei Kilometer am Ufer bleiben. Torreguadiaro Teil 1, Teil 2, ich halte schon Ausschau nach Hotels, Puerto Sotogrande, der künstliche Yacht-Hafen (Foto unten) umgeben von drei Golf-Plätzen.
Ich sinke am Ende eines Beton-Bootsstegs auf den Boden. Schlafe kurz darauf am Strand auf einem überdachten Holzsteg. Dann geht's nur bis zum nächstbesten Hotel (Foto links). Elend. Zum Sonnenuntergang reicht es für einen kleinen Spaziergang. Saft- und kraftlos sinke ich ins Hotelbett, vor dem Balkon tost die Brandung heran. Die ganze Nacht.


Puerto Sotogrande
Puerto Sotogrande


Chris in the Bed: Hotel Patricia in TorreguadiaroPositiv Schlafen
Dienstag, 12. November 2013: Torreguadiaro

Es ist wieder ein grandioser, sonniger Morgen an der Costa del Sol. Ich schaffe es kaum auf den Balkon. Kann kaum essen. Trinken. Nicht mal Emails schreiben. Kaum lesen. Nicht mal einen Spaziergang. Nicht morgens, nicht abends (Foto rechts).
Miri macht einen Ausflug in die Umgebung. Plündert einen Lidl. Schwimmt im Meer. Wir sehen den großen Felsen von Gibraltar hinter Puerto Sotogrande (Foto unten) und die kleinen Berge von Afrika. Aber wie weit werden wir noch kommen? Positiv Einschlafen heißt: irgendwie werden wir es zumindest bis Gibraltar schaffen. Denken. Glauben.


Die ersten Sonnenstrahlen erreichen Puerto Sotogrande und den Felsen von Gibraltar
Die ersten Sonnenstrahlen erreichen Puerto Sotogrande und den Felsen von Gibraltar


Miri on the Bike vor dem Felsen von GibraltarIn der Biker-Schlange von Gibraltar
Mittwoch, 13. November 2013: Torreguadiaro - Grenze - Gibraltar - Grenze - La Línea de la Concepción (41 km)

Über Nacht ist es wie eine Auferstehung. Ich schlafe (fast) durch. Und bin am Morgen ein neuer, zumindest ein nicht mehr völlig desolater Mensch. Ich esse ein wenig mit Freude. Und gegen Mittag fühle ich mich fit genug, zumindest ein paar Kilometer auf dem Rad zu versuchen.
Die große Anlage von Puerto Sotogrande, die Miri gestern schon erkundet hat, ist ein schönes, super gepflegtes Gelände, mit zum Schluss vierspuriger Straße. Umgeben von entsprechenden Golfplätzen. Auch danach die Service-Straße, die mal auf der einen, mal auf der anderen Seite der Autovia entlangführt, ist sehr schön und führt uns bis auf 150 Meter Höhe. Hier radeln wir in Alcaidesa runter zur Küste.
Der Fußgänger-Modus bei Google-Maps empfiehlt diese Route. In der Bucht endet der Asphalt, zwei französische Touri-Radler kommen uns entgegen und raten uns zumindest nicht von dieser Route ab. Die Alternative wäre eh 150 Höhenmeter zurück bergauf. Ich kann momentan keinen einzigen Meter mehr bergauf. Deshalb schieben wir eine Pause ein in einer schönen Strand-Lounge. Heute ist ein bisschen Wellengang. Aber eben auch entsprechender Wind. Dann nehmen wir den Wanderweg in Angriff. Wunderschön, wie der Felsen von Gibraltar vor uns am Horizont steht (Foto links). Nur meine Kräfte bleiben verborgen, und so ist es immer auch eine Quälerei.

Chris on the Bike radelt auf der Rollbahn des Flughafens von Gibraltar Eigenartiger Weise lässt das Qual-Empfinden nach, in dem Moment, wo wir das Minimalziel Gibraltar erreicht haben. Quer über die Start- und Landebahn (Foto rechts) britisches Territorium beradeln. Wir wählen gleich den ersten Abzweig links, um die Halbinsel einmal zu umrunden. Kurz vor der Südspitze führt zunächst ein Tunnel kräftig nach oben und nach einem Blick auf Leuchtturm, Moschee und Afrika wiederum hinauf: die Europa Road.
Am Abzweig zu den Affen auf den Bergen kehre ich in eine Bushaltestelle ein, während Miri den Gipfel in Angriff nimmt. Leider zeigen sich ihr die Affen nicht. Dafür später uns beiden die Main Street. Eine winzige einspurige Dorfstraße, die heuer Fußgängerzone ist. Auch wir steigen angesichts der Bobbies vom Rad. Erwerben royale Gibraltar-Briefmarken. Trotz Union-Jack gibt's Rechtsverkehr, spanische Uhrzeit, und den Euro akzeptieren sie auch.
Mit ihren 30.000 Einwohnern sind sie seit Mai auch Mitglied der Uefa. Die Nike-Trikots ihrer National-Mannschaft zieren die Shops der Main Street. Auch wenn die Siegesgöttin Nike bei der demnächst anstehenden EM-Quali wohl auf sich warten lassen wird.
Beim Zurück nach zwölf Kilometern Fahrt auf sechs Quadrat-Kilometern Gibraltar über die Grenze produzieren die spanischen Zollbeamten einen Stau. Eine Extra-Spur ist für Fahrräder, Mofas und Motorräder vorgesehen. Wobei Radler sich etwas weiter vorne einreihen dürfen. Wir stehen lang genug im Gestank der motorisierten Biker (Foto unten). Gibraltar ist der europäischen Zoll-Union nicht beigetreten. Das führt zu den Kontrollen. Außerdem haben die Briten vor ein paar Wochen begonnen, Beton-Elemente ins Meer zu versenken und erweitern damit ihre hiesige Landmasse. Zum Ärger auch der spanischen Fischer. Auch deshalb sind verstärkte Grenzkontrollen angesagt. Am Ende (des Staus) müssen die Zweirad-Besitzer gerade mal mehr symbolisch ihre Taschen öffnen. Wir nicht mal das.
Dann bin ich am Ende. Und unsere Tagesetappe. 41 Kilometer gegen den eigenen Körper. Hätten wir heute nochmals pausiert, wäre ich vielleicht morgen richtig fit. Doch womöglich auch so.



Stehen und Gehen in der Zweirad-Schlange an der gibraltesisch-spanischen Grenze

Gibraltar mit Wolken
Good bye, Gibraltar!


Miri im RENFE-Zug Media Distancia Algeciras - GranadaGibraltar sein Bahnhof
Donnerstag, 14. November 2013: La Línea de la Concepción - Estacion Ferrea San Roque-La Línea - Zug - Ronda (13 km)

Außer 41 Kilometer hat mich der vergangene Tag nicht weiter gebracht. Ich quäle mich mit stetigem Unwohlsein und Schwäche. Also bleibt als heutiges Ziel nur Algeciras, das wir von unserm Hotelfenster aus sehen können am andern Ende der Bucht von Gibraltar. Dort habe ich vor elf Jahren übergesetzt nach Marokkko. Gäbe es mehr Fähren von Gibraltar, hätte ich die kleine britische Enklave damals schon mitgenommen.
Zwanzig Kilometer sagt der Routenplaner. Wir können eine ganze Weile direkt am Strand entlang fahren (Foto oben). Die Straße ist meist ein schmaler Streifen zwischen Sand und Häusern, gelegentlich von Stacheldraht bewehrten Raffinerie-Mauern begrenzt.
Wir wollen auf die große Brücke über den Guadarranque. Doch die ist eine Autovia. Und die merkwürdig vielen Rennradler, die uns heute begegnen, fahren dort nicht. Folgen wir ihnen ein Stück flussaufwärts. Eine Brücke ist nicht in Sicht, aber ein Bahnhof: San Roque - La Línea. Gibraltar sein Bahnhof, wenn man so will. Alle drei Orte liegen ein bisschen entfernt und gebären hier einen kleinen Bahnhof, der dem Örtchen seinen Namen gibt: Estancia Ferrea. Wie das Glück es will, kommt der nächste Zug - einer von täglich dreien in unsere Richtung - in wenigen Minuten (Foto links). Er bringt uns in anderthalb Stunden in die Bergperle Ronda. Der Zug fährt sicherlich die schönere Strecke durch waldige Täler, die Fahrradfahrt wäre vermutlich das schönere Erlebnis gewesen.
So beginnen wir am Nachmittag eine Besichtigungstour zu Fuß durch das neue und alte maurisch-spanische Örtchen mit den vielen Kirchen, Palästen, Museen, Bäumen und vor allem der tiefen Schlucht: El Tajo (Foto unten). Und ich stelle am Abend fest: der weite Weg um die Autovia herum wäre fast 40 Kilometer lang gewesen. Danke, Bahn!


Blick über die Schlucht El Tajo auf die maurische Altstadt von Ronda
Blick über die Schlucht El Tajo auf die maurische Altstadt von Ronda


Abfahrt von der Passhöhe Puerto del Viento (1190 m)

Olivenhaine bei El Burgo, Andalusien
Olivenhaine bei El Burgo


Abfahrt durch Hügel von der Passhöhe Puerto del Viento (1190 m), AndalusienAdvantage November
Freitag, 15. November 2013: Ronda - Puerto del Viento (1190 m) - Pizarra - Malaga (102 km)

Es geht mir etwa so gut oder so schlecht wie gestern. Und wir versuchen es einfach. Schon kurz hinter Ronda beginnt der Hauptanstieg. Allerdings in der Regel beschauliche vier bis fünf Prozent Steigung. Angeblich 1190 Meter hoch ist der Pass: Puerto del Viento.
Dann geht's erstmal runter und bald wieder rauf. Dank Höhenprofil-Berechnung im Internet heutzutage keine Überraschung mehr. Schön wird's bei der dann folgenden Abfahrt. Bäume, Grün, Schluchten (Foto rechts) und am Ende das weiße Dorf El Burgo.
Gegenüber der winzigen Pescaderia, die heute am Freitag Hochbetrieb hat, sitzen wir auf einer schönen Bank. Essen ist genauso eine Plage für mich wie Radeln. Doch jetzt steht nur noch eine Passhöhe aus. Vor allem aber der schönste Teil. Eine winzige Nebenstrecke, fast einspurig, die erst in nordöstlicher Richtung durch Olivenhaine führt (Foto oben). Dann die Abzweigung Richtung Süden, wo's am Ende richtig rauf geht. Es ist warm hier oben, aber nicht heiß. Advantage November.
Wieder ist die Abfahrt noch schöner als die Auffahrt. Casarabonela liegt am Hang. Eine weiße Perle. Weil die Kilometer-Angaben auf der Michelin-Karte Andalusien mal wieder nicht stimmen, gerate ich kurz nach Ortsende in Zweifel, ob wir nicht weit oberhalb hätten abbiegen müssen. Jetzt spüre ich plötzlich die Mühen und die nicht vorhandenen Reserven. Miri klärt die Route mit einem kurzen Gespräch. Weiter abwärts.
Hinter Zalea wechseln wir gleich aufs andere Ufer nach Pizarra. Unter Eukalyptus-Bäumen eine letzte Pause: Miri favorisiert Spinat (Foto unten), ich kann kaum etwas aufnehmen. Aber wir bleiben ja am Fluss, auch wenn's mal ein bisschen auf und ab geht. Schon queren wir Malagas Ringautobahnen. Junge Deutsche mit NF-Kennzeichen behaupten an der Ampel, es sei zu kühl zum Schwimmen. Das kann Miri natürlich nicht davon abhalten, im Schatten des Hafens und der Sonne noch eine kleine kühle Runde zu drehen.
Bei bike2malaga ist diesmal Steffi da, mit der wir vorher auch gemailt hatten. Radabgabe ist trotz gebrochener Speiche eine Sache von zwei Minuten. Wie haben wir heute plötzlich 102 Kilometer mit reichlich Höhenmetern hingelegt? So hätte ein Gutteil der Woche laufen sollen. Lief nicht. Und trotzdem eine letztlich runde Tour. Und Malaga mit seiner Flug-Bus-Zug-Rad-Infrastruktur drängt sich geradezu auf für eine weitere Andalusien-Tour.


Rastplatz unter Eukalyptus-Bäumen in Pizarra, Andalusien
Letzte Rast unter Eukalyptus-Bäumen in Pizarra


Teil 2
Ronda - Tarifa / Casablanca - Melilla (1016 km) Dez. 2013
Sonnenwende an der marokkanischen Atlantik- und Mittelmeerküste

Zur gesamten Tour
Malaga - Casablanca (1296 km) Nov./Dez. 2013
Rund um die Straße von Gibraltar


Gesamt-Route Malaga - Casablanca - Malaga



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Route Malaga - Gibraltar / Ronda - Malaga



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Teil 1 Malaga - Gibraltar / Ronda - Malaga (9.-15.11.2013)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 9.11.2013 Malaga Fuengirola 34
2. 10.11.2013 Fuengirola Marbella Estepona 64
3. 11.11.2013 Estepona Torreguadiaro 26
4. 12.11.2013 Torreguadiaro
5. 13.11.2013 Torreguadiaro Grenze - Gibraltar - Grenze La Línea de la C. 41
6. 14.11.2013 La Línea de la C. Estacion Ferrea 13
7. 15.11.2013 Ronda Puerto del Viento (1190 m) - Pizarra Malaga 102
Summe 280

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Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum 2009
Chris Tour 51: Khartum - Addis Abeba (1760 km) 2010
Äthiopien 2010
on the Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) 2011
Moldau 2011
Bike Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
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