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Tour 34: Assuan - Khartum (969 km)


VG WORTEinsamer Baum in Sahara-Wüste, Sudan
Einsamer Baum in der Sahara

Erster Teil
Wadi Halfa - Dongola
Fast 500 km Rumpelpiste am Nil

Fahrrad bei Wüsten-Panne: Wasser immer in den Schatten stellen, SudanEndlich geht's los - mit Platten
Mittwoch, 28. Februar 2007: Wadi Halfa - [Wadi Halfa +86 km] (86 km)
Gut geschlafen. Auf zur Registrierung. Hin und her von Flachbau zu Flachbau auf der Security Station. Der Typ, der mich gestern zum Dienstschluss vom Hof geworfen hat, sitzt im Vorzimmer des Stations-Chefs. Nur der darf das Geld für die Registrierung von Andrew, Ekki und mir entgegennehmen. Je 20 Euro. Ekki meint: "Alles reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen."
Neun Uhr - ich bin nun schon den fünften Tag unterwegs - kann ich endlich losrollen. Nach 45 Minuten der erste Platten. Ein scharfer Gegenstand muss auf der Piste gelegen haben. Als der erste Flicken nicht reicht, wechsle ich komplett Schlauch und den recht abgefahrenen Mantel. Mit dem neuen läuft’s super.

Dreifaches Grauen: Wellblech-Piste, Schotter, Sand im Sudan
Ich wechsle ständig zwischen der Rumpelpiste, die hier Straße genannt wird, und der neuen fest gestampften Trasse, die mich sehr lückenhaft die ersten 60 km begleitet. Nur ein einziges Mal führt sie über mehrere km. An den Auf- und Abfahrten verliere ich meist im Schotter die Zeit, die ich durch die schnellere Trasse, die sicher bald asphaltiert werden soll, gewinne.
Immer wieder stecke ich im Sand fest. Und schiebe. Es dauert eine ganze Weile, bis das Gepäck auf dem Hinterrad so sitzt, dass nichts klappert oder herunter fällt. 14 Liter Wasser habe ich dabei, Verpflegung für zwei bis drei Tage. Das meiste steckt im Korb, sodass der Schwerpunkt enorm hoch liegt. Eine Tortur für meinen neuen 40-Kilo-Gepäckträger. Eine Mutter hat sich bald durch die Rüttelstrecke gelöst.

Wasserstelle 70 km hinter Wadi Halfa: leere, trockene Amforen, SudanDie km-Zähler setzen wechselweise aus. So weiß ich am Abend nicht genau, wie weit ich gefahren bin. Eigentlich dürften es 90 km sein. Aber da müsste ich schon an der zweiten alten Wasserstelle sein. Die erste bei km 67, zwei Krüge, die einst wohl einen Sonnenschutz hatten, war ausgetrocknet (Foto links).
Allerdings wird kurz davor an einer kleinen Häusergruppe gebaut. Zwei Benzinfässer voller Wasser stehen dort. Noch voller Skepsis und Vorräte fülle ich einen Liter ab für die abendliche Dusche aus der Plastikflasche mit Loch. Durch den Straßenbau verbessert sich die Infra-Struktur erheblich.
Als die zweite Wasserstelle nicht kommen will, suche ich ein kleines sandiges Plätzchen inmitten der Steinwüste durch einen kleinen Hügel von der Piste getrennt. Die erste von zehn großartigen Wüsten-Nächten (Foto unten; Fotos von allen zehn Wüsten-Quartieren hier).



Foto Special: Zehn Wüsten-Nächte



Kinder nehmen schreiend Reißaus
Donnerstag, 1. März 2007: [Wadi Halfa +86 km] - Umweg Nil-Abstecher (28 km) - [Akasha +5 km] (69 km)
Gut geschlafen. Um halb vier aufgewacht. Trotz relativ windgeschützter Stelle weht kalter Wind ums Resthaar. Die Sudanesen mummeln sich immer rundum ein mit ihren Decken. Auf dem Schiff wär ich beinah auf die unförmig herumliegenden Decken getreten. Mache ich es ihnen mit Schlafsack und Kefije nach.
Ungewollter Blick auf das grüne Nil-Band, SudanDer Mond erleuchtet alles. Als er untergeht, steht schon das Morgenrot über mir. Ich stehe mit der Sonne auf. Um neun Uhr komme ich los. Es sind doch noch vier, fünf km bis zur Wasserstelle mit Restaurant. Ich spreche kurz mit dem Besitzer, mag aber nicht so kurz nach dem Aufbruch pausieren. Habe auch reichlich Vorrat.
Die Strecke gabelt sich jetzt immer wieder in vielerlei Spuren, die bald wieder zusammen führen. Grundregel: Im Zweifelsfall rechts halten, denn da kommt irgendwann der Nil. Und bei Tages-km 20,3 liegt er vor mir, eingefasst in Palmengrün, davor ein Dorf (ganz am Horizont: Foto links). Laut Streckenbeschreibung ist es ein bisschen früh für den Nil. Erst viel später soll die Straße wieder zum Fluss führen.
Ich rolle holpernd ins Dorf. Die Kinder nehmen Reißaus und rennen schreiend in ihre Häuser. Einer meint, da vorn gehe es weiter. Dafür will er gleich Geld haben. Inzwischen kommen sie aus allen Häusern zusammengelaufen. Halten aber einen Sicherheitsabstand zu mir.
Einer der Dorfältesten wird zu mir geschickt. Er erklärt mir, ich müsse zurück fahren zur Hauptstraße. Ich habe keine Ahnung, wann ich die verlassen habe. Bin unentschlossen. Ob die Dörfler richtig einschätzen können, ob ich mit dem Fahrrad nicht doch am Ufer entlang ganz gut weiter fahren kann. Doch die Warnung ist eindringlich.
Ich kann es nur schwer akzeptieren, aber trete schließlich den Rückzug an. Nach 14 km komme ich an die entscheidende Kreuzung. Auf den letzten Metern sehe ich die Spuren von zwei Motorrädern. Das müssen Ekki und Andrew gewesen sein. Offensichtlich sind sie mir zunächst gefolgt. Vermutlich haben ihre GPS-Geräte Alarm geschlagen. So haben sie frühzeitig umgedreht.
An der entscheidenden Kreuzung habe ich - von einer der Nebenspuren kommend - die Hauptstrecke, die meist am wellblechigsten ist, gekreuzt, in der Annahme, dass auch hier nur eine Variante ist, die bald wieder zurück führt. Ein Irrtum, der mich fast einen halben Tag gekostet hat.

Doppel-Platten: Zwei Schnitte im Fahrrad-SchlauchJetzt also auf der Wellblech-Piste oder Waschbrett-Piste weiter. Der Lehm hat mit der Zeit quer zur Fahrtrichtung Wellen gebildet und so eine Art Waschbrett geschaffen. Wie solche "Washboard Roads" entstehen hat jetzt Nicolas Taberlet von der University of Cambridge in einem wissenschaftlichen Experiment untersucht: Danach bilden sich feste Wellen erst ab einer Geschwindigkeit von 5,4 km/h. Solange ich fahre und nicht schieben muss, bin ich etwas schneller, obwohl ich bei dem steten Auf und Ab schon deshalb langsam fahre, um mein Fahrrad zu schonen. Die Ausweichrouten sind meist versandet. Mit dem Rückenwind erreiche ich trotzdem gelegentlich 20 km/h. Durchschnitt heute: 10 km/h. Plus Pausen.
In diesem Strecken-Abschnitt ist von Straßenbau weit und breit nichts zu sehen. Nur vier Fahrzeuge begegnen mir in acht Stunden Fahrt, bevor ich bei Akasha dann doch noch an den Nil komme. Ich halte an der Wasserstelle und schon füllt einer der Männer eine meiner Wasserflaschen. Das Wasser ist trüb. „Mango Juice“ nennt es einer der Rad-Blogger deshalb. Ich will es ja auch nur zum Duschen nutzen.
Beim Verlassen von Akasha verfolgt mich ein Hund, bellend. Ich beschleunige. Die Strecke macht’s möglich. Bis ich über eine Bodenwelle haue. Zu viel für meinen gestern erst eingelegten neuen Schlauch am Hinterrad. Er ist sofort platt. Zwei relativ lange, parallele Schnitte (Foto rechts). Ich versuche es mit einem einzigen Flicken. Ein Bauer hilft beim finalen Aufpumpen. Noch fünf Kilometer fahre ich weiter, bis ich abseits in einem schmalen trockenen Bach-Bett, eine halbwegs windgeschützte Stelle finden. Zelt-freies Campen Teil 2 (Foto von dieser und den andern neun Wüsten-Nächten hier).

Nil: Besiedlung erst jenseits der Botanik, SudanGöttliche Nil-Überfahrt bei untergehender Sonnenscheibe
Freitag, 2. März 2007: [Akasha +5 km] - Abri - Suarda - Fähre - [Sedeinga +6 km] (92 km)
Bestens geschlafen. Wache aber neben plattem Reifen auf. Der Flicken deckt nicht hundertprozentig. Kommt noch einer drauf. Schreck am Morgen: Aus der Tip-Top-Vulkanisier-Tube kommt fast nur noch Luft. Bekomme mühsam ein bisschen Kleber zusammen. Vielleicht reicht es noch ein einziges Mal. Und nur noch ein Schlauch in Reserve. Das kann knapp werden. Zum Glück hält’s heut erst mal.
Ich sehe frische Radspuren. Offenbar habe ich die beiden mir entgegen kommenden Radler, von denen mir die zwei deutschen Motorradfahrer in Wadi Halfa erzählten, über Nacht verpasst.
Es geht 20 km durch Bergwüste. Am Fuß des letzten großen roten Felsmassivs wieder ein Dorf: Ferka. Zieht sich lang hin. Viele bitten mich anzuhalten. Einfach so. Die Häuser sind meist um einen ummauerten Hof gebaut. Durch das offene Tor sehe ich gelegentlich sauber gepflegte Innenhöfe. Die Straße ist müllfrei. (Ich sammle meinen Wüstenmüll in einer hinter mir klappernden Plastiktüte.)
Jetzt ist das Ostufer fast durchgehend besiedelt. Flache Lehmhäuser. Fast übergangslos erreiche ich Abri. Die erste „Stadt“ ist zu erkennen an einem Zentrum voller Läden. Die sind weitgehend geschlossen. Freitag. Ruhetag. Lautsprecher übertragen die Predigt aus der Moschee ins Freie.

Nubisches Haus und Fahrrad im SudanOrangen, Gurken, Erdnusscreme, Käse, Kekse. Nur Wasser hat keiner zu verkaufen. Alle weisen nur zu den Tonkrügen vor vielen Häusern. Peu à peu nähere ich mich dem Gedanken, doch den „Mango Juice“ zu trinken. Fülle mal prophylaktisch alle Flaschen und hau noch ne Tablette Micropur rein. Zwei Stunden warten. Und es schmeckt phantastisch. Es bekommt phantastisch.
Eine weitere Magen-Probe: mein erstes sudanesisches Essen. In einem Hof sehe ich Geschirrberge, viele Frauen, die sie spülen und viele Mädchen spielen. Ich frage, ob ich hier was essen könne. Kann ich. Entega kommt mit einem Riesentablett mit Brot, Karotten, Nudeln und dem unvermeidlichen Foul, an das ich mich auch nach der vierten Ägypten-Reise nicht gewöhnen mag. Trotzdem ein super Menü. Bei dem bald 20 Mädchen an mir und meinem Stuhl hängen. Zahlen darf ich nix. Entegas Schwester heiratet heute, das Festmahl ist beendet und das Epizentrum der Feier ist mit der Braut zum Bräutigam und den Männern gewandert.
Nach Ferka war die Straße besser, nach Abri wird sie wieder schlechter. Kinder wollen mich anhalten, werfen auch mal einen dicken Stein hinterher. Wollen gelegentlich was haben. Die meisten sind nett, sympathisch, viele rufen „Hello, Mister!“ oder zu jeder Tageszeit „Good morning!“.
Ich will zu den Tempeln auf der anderen Nil-Seite. Der Bradt-Reiseführer "Sudan" von Paul Crammer aus dem Jahr 2005 ist der einzige der letzten 20 Jahre. Sehr genau ist er leider nicht. Die Kilometer-Angaben stimmen in der Regel nicht. So bin ich an der ersten Fähre vorüber, bevor ich’s merke. Bei der zweiten Gelegenheit bin ich vorsichtiger und hartnäckiger. Die Recherche ist mühsam. Die einen meinen, man müsse den Fährmann erst vom andern Ufer herbeitelefonieren, die andern, heute fahre nichts mehr, die nächsten schicken mich zu einer Anlegestelle, an der kein Schiff liegt.

Nil-Fähre bei Sedenga/Seddenga/Sedeinga, SudanDa kommt ein freundlicher Mann daher und bringt mich zur Hauptanlegestelle, an der ich auch schon vorüber war. Er klärt mich noch auf, dass die andere Uferseite nur eine Insel sei. Ehe ich mich versehe bin ich samt Fahrrad sein Einzelgast auf dem kleinen Motor-Boot (Foto links). Preisverhandlungen sind nicht mehr möglich.
Es ist eine göttliche Fahrt. Die Sonne wirft ihr schönstes Licht auf die von Palmen gesäumten Ufer. Das Boot kämpft sich durch die leichten Wellen um die Insel herum und dann gegen den starken Strom bis zum Tempel von Sedeinga. Ich bin überhappy. Das Grün und das Blau mitten in der Wüste, die Wärme, das Licht. Unbezahlbar. Was schließlich rund sechs Euro kostet.
Auch wenn vom Tempel nicht viel mehr als eine einsame Säule steht. Amenophis III. widmete ihn seiner Lieblingsfrau Teje, vergöttlichte sie damit - die Mutter Echnatons, dem Monotheisten Number One, der nichts anbetete außer der Sonnenscheibe: Aton!

Jung und ernst: Rabab in Sedenga, SudanGanz einsam ist der Trümmerhaufen nicht. Zwei junge Männer thronen in ihren langen weißen Gewändern obenauf. Klar, sie wollen kassieren. Jene zehn Dollar, die die Besichtigung jeder Sehenswürdigkeit im Sudan kostet. Bei der Einreise kann man für jeden Sight ein Ticket erwerben. Angesichts der Ungewissheiten einer Radtour hab ich kein einziges erworben. Ich ignoriere die Forderungen der Männer, auch wenn einer sich mit einem arabischen Ausweis als „Police“ ausgeben will.
Zum Glück kommt grad ein Ägypter mit vier Frauen vorbei. Eine ist seine Frau, die mich zu guter Letzt um ein Stück Käse bittet, die anderen seine Töchter. Rabab möchte fotografiert werden. Das freut mich. Auch, dass sie ganz ernst dabei guckt (Foto rechts). Der Ägypter, der fast sein gesamtes Leben im Sudan zugebracht hat, will mit seiner Familie zurück nach Ägypten. Sektierer gebe es im Dorf, die sein Leben zur Hölle machten, erzählt er mir.
Durch die lange Suche nach der Fähre ist es spät geworden. Die Sonne geht unter. Ich fahre noch ein paar Kilometer, bis die Straße vom Ufer wegführt. Schließlich möchte ich nicht den Krokodilen als Frühstück dienen. So liege ich in den Bergen (Foto von dieser und den andern neun Wüsten-Nächten hier), wo ich in der Ferne Hund, Esel und Vögel höre. Der Nil lebt.
Im Mondlicht schäle ich Gurke und Orangen. Auch die ein bisschen gewöhnungsbedürftig für meinen Magen. Nicht nur er ist happy über den ersten ganz und gar sudanesischen Tag.


Tempel-Ruinen von Soleb/Solub/Sulib/Sulb, Sudan
Tempel-Ruinen von Soleb


Fahrrad vor Tempel-Ruinen von Soleb/Solub/Sulib/Sulb, Sudan Gepäckträger-Bruch und Platten-Serie: Die Tour hängt am seidenen Faden
Samstag, 3. März 2007: [Sedeinga +6 km] - Soleb - Sesebi - Fähre - [Delgo +3 km] (82 km)
Relativ kalte, windige Nacht. Trotzdem gut geschlafen. Heute geht’s wirklich früh los. Vor acht. Ab sieben ist es hell.
Die Strecke führt weg vom Nil. Ich habe niemanden gefragt, bin unsicher, ob das richtig ist. Aber bald kommen wieder Palmen in Sicht. Soleb - alias Solub, Sulib, Sulb.
Wo sind die laut Führer über die Palmenwipfel ragenden Trümmer des ägyptischen Tempels?
Linker Hand liegt ein Berg, mit weichem welligen Sand überzogen (Foto Tour-Hauptseite ganz oben). Ein bisschen durch den schweren Untergrund schieben und ein paar Meter gehen, schon bin ich da. Im Fels ägyptische Zeichnungen und Höhlen-Portale. Der Tempel ist das nicht.
Ich gewinne ein paar Höhenmeter im Sand. Auch von dort ist kein Tempel zu sehen. Von den Bewohnern scheint niemand zu verstehen, was ich suche. Es gibt doch nur diese eine bedeutende Sehenswürdigkeit hier. Die größten Tempelreste im ganzen Sudan. Schließlich meint einer, ganz am Ende des Dorfes gäb’s was zu sehen. Das zieht sich noch Kilometer hin.
Kaum hab ich die Säulen fernab von Palmen erreicht, ist auch schon ein daher gelaufener Junge zur Stelle, der „ashera Dollar“ (zehn Dollar) haben möchte.
Ich ignoriere ihn. Er lässt mich fotografieren. Eigentlich will ich vor dem Tempelpanorama frühstücken. Daraus wird nichts. Als ich zurück am Rad bin, wartet dort ein ältere Herr, der mit zwei arabischen Eintrittskarten, die er von anderen Touristen einbehalten hat, zehn Dollar kassieren will. Als ich nix gebe, ist das auch ok.

Mohammed auf dem Weg nach Koya am Nil, SudanAm Ende der nächsten Ortschaft führt die Straße wieder vom Nil weg, eine Anhöhe hinauf. Ich gelange auf eine scheinbar endlose Ebene, frühstücke und folge dem Mainstream der Spuren. Der ist immer weniger zu erkennen. Kilometer um Kilometer. Die Himmelsrichtung stimmt nicht so ganz. Ich habe keine Alternative. In der Ferne erhebt sich schon mal eine Staubwolke, verschwindet ebenso schnell. Ich bin irgendwo im Nirgendwo. Mehrmals meine ich Gebäude zu erkennen. Die lösen sich beim Näherkommen in Nichts auf. Bis auf eins. Es sieht zwar unbewohnt aus, aber es ist der einzige Anhaltspunkt.
Als ich es fast erreicht habe, löst sich ein Fahrradfahrer aus dem Schatten der Mauern. Mohammed. Er fährt nach Koya, ich müsse aber eine andere Richtung wählen. Spuren zweigen in alle Richtungen. In dem Häuschen gibt es eine Kühltruhe mit Getränken. Eiskalt, ohne dass ein Anflug von Stromversorgung zu sehen wäre. Die drei Männer meinen, ich solle doch dem Jungen nach Koya folgen. Ich folge Mohammed, hole ihn nach einiger Zeit ein (Foto rechts). Wir gurken gemeinsam durch schwarze Basaltberge runter ins fruchtbare Tal.

Gebrochener Fahrrad-GepäckträgerIch entschließe mich, bis Sesibi auf der West-Seite zu fahren. Das ist zwar ein Stück länger, ich kenne keine Streckenbeschreibungen aus dem Internet, aber ich benötige zwei Nil-Überquerungen weniger. Die Strecke erweist sich letztlich als nicht schlechter oder besser als die der letzten Tage. Und ganz einsam. Gelegentlich muss ich durch den Sand auf offener Strecke oder in kleinen Ortschaften schieben. Alle ohne Autos. Paradiesisch. Die Autos werden kommen...
Das gemächliche Vorankommen wird jäh unterbrochen: der Gepäckträger knirscht auf der rechten Seite. Das Alu (?) bricht auf einen Schlag. Nominell ist er nicht überladen. Aber 300 km Schüttelstrecke hier und zuvor schon 55 km in Kirgistan waren für den gerade mal ein Jahr alten Träger, mit dem ich ohne Not den vorherigen, nominell nicht so tragfähigen ersetzt habe, zu viel (Foto links).
Was nun? Was tun? Ich binde die beiden Rohrenden mit Kabel zusammen, nehme den elf-kg-Rucksack auf den Rücken, die Satteltasche auf der gebrochenen Seite wird in den längst ramponierten Korb gelegt.
Kurz danach mal wieder ein Laden-Café. Wasserflaschen gibt es wieder nicht, so trinke ich mich von Limo zu Limo. Als ich weiter will, macht das Hinterrad schlapp. Von dem doppelten Riss von Akasha vorgestern ist die andere Seite durch. Schlauchwechsel. Fehlerortung bei den beiden Ersatzschläuchen. Ich rechne damit, mit der Vulkanisierflüssigkeit maximal einen Flicken setzen zu können. Tut es Alleskleber auch?

Bus mit Passagieren auf dem Dach in der Sahara-Wüste am Nil, SudanKaputter Gepäckträger, kein Flickzeug: das Weiterkommen hängt immer mehr am seiden Faden. Zu allem Übel steckt der Sand voller Dornen. Vor allem, die von der zwei bis drei Zentimeter langen Sorte. Doch die Dornen verschonen mich.
Sesibi lässt auf sich warten. Der vierte Fahrer, dem ich heute begegne, will etwas gegen das schlechte sudanesische Image in der Welt tun, wie er sagt. Deshalb fährt er mir voran, immer versprechend, dass in zwei km Sesibi erscheinen werde. Es sind dann insgesamt zehn Kilometer bis zum Jebel Sesi (Sese) mit Burg aus dem fünften Jahrhundert. Etwas weiter stehen drei antike Säulen.
Dort warten vier Jungs. Wider Erwarten verlangen sie nicht zehn Dollar, sondern stehen nur andächtig um mein Fahrrad, während ich eine schnelle Besichtigungs-Tour durch die Trümmer, einen Aton-Tempels Echnatons, mache.
Mit Glück kann ich die allerallerletzte Fähre zum Sonnenuntergang flott machen. Die Autofähre hat den Betrieb längst eingestellt. Schon radle ich wieder rechtsnilisch. Hier wartet Emmanuel aus dem Süden des Sudan. Er bittet den Fährmann, noch einmal überzusetzen, weil er zurück zu Frau und krankem Kind will, für das er grad noch Medizin gekauft hat. Aber der Fährmann ist unerbittlich. Will von dem Sudanesen genauso viel wie von mir samt Fahrrad für die Überfahrt. Der Sudanese hat aber grad mal die Hälfte davon im Portemonnaie.
Im Halbdunkel hält ein junges Ehepaar mit Pick-Up neben mir und lädt zur Übernachtung ein. Warum lehne ich ab? Die Nächte in der Wüste waren zu schön. Zu frei und unbeschwert. Jenseits aller Konventionen, Kontakte, mühseligen Gespräche.
Aber Weiterfahren im Dunkeln ist auch nicht das Wahre. Das Nilufer ist überdüngt von dem Vieh, das auch nachts herumsteht. Nirgends ein kleiner schützender Berg. Nur der ausgehobene Kanal für neue Leitungen parallel zur Straße. Immer wieder streife ich durch die Umgebung der Straße. Als meine Aufmerksamkeit nachgelassen hat, schlängelt sich einen Meter links von mir plötzlich eine größere Schlange durchs Gras davon. Deo Gratias.
Ich entscheide mich schließlich für ein Strohdach vor einem scheinbar ruhendem Haus. Wenige Meter vom Nilufer. Zum Glück kommt noch Besuch zum Haus. Dem kann ich helfen, einen Tisch ein paar Häuser weiter zu tragen und so um eine Genehmigung für mein Nachtlager bitten. Tamam. Alles ok.

Frühstück mit Orangen und Schmelzbäse-Brot unter Palmen am Nil, SudanDer Schweißer von Kerma und das Ende der Scheibe
Sonntag, 4. März 2007: [Delgo +3 km] - Kerma - Deffufa - [Kerma +20 km] (84 km)
Gut geschlafen bis halb acht. Kaum bin ich aufgestanden, öffnet eine kleine, alte, gekrümmte Frau das Tor in der Lehmmauer. Sie bietet mir Tee an. Danach setzt sie sich auf die Bank vor dem Haus (Foto auf der Seite Sudanesische Gesichter), sodass ich auch heute nicht an meinem Traumplatz frühstücken mag.
Ein paar Palmen weiter will ich wieder zum Nilufer. Lande an einer Fähr-Anlegestelle, an der ich ebenfalls erwartungsvoll angeblickt werde. Das fruchtbare Niltal ist furchtbar eng besiedelt.
Ich ziehe mich ein paar Meter zurück. Auch da bekomme ich Gesellschaft. Isa, zwölf Jahre. Ist nett und sehr zurückhaltend. Kann einiges Englisch. Ich frage nach dem Schulunterricht, da ich den ganzen Tag über immer Kinder sehe. Der sei abends. Eine Orange nimmt er nur nach vielfacher Aufforderung. Und versteckt sie schnell hinter dem Rücken, als sein Vater dazu kommt. Isa wird weggeschickt und erscheint kurz darauf mit zwei warmen Eiern. Voller Optimismus schlage ich ein Ei an meinem Knie auf. Leider roh. Ich bekomme noch zwei weitere Eier geschenkt mit dem Hinweis, sie doch ein paar Minuten in heißem Wasser zu kochen. Aja.
In Fareig mal wieder Tee-Einladung an einer Wasserstelle. Die Männer geben mir einen Abkürzungs-Tipp, den ich schon aus dem Internet kenne. Vor dem hohen Berg mit den Antennen drauf links ab. Ersparnis: 20 km Softsand. Wie schon gelegentlich zuvor, geraten die Männer auch hier aus einem kleinen Anlass untereinander in einen lauten Streit. Auslöser war meine Frage, wie viele Kilometer es bis Kerma, der nächsten Stadt, seien.

Amforen: Wasser-Krüge mit kühler Erfrischung am Wegesrand in der Sahara-Wüste am Nil, SudanDurch die gewohnt brilliant-karge Bergwüstenlandschaft geht es bei einer inzwischen auf zwei Fahrzeuge pro Stunde angewachsenen Verkehrsdichte. Als die Strecke sich wieder leicht abwärts nach Kerma neigt, sehe ich am Horizont Laster im Minutentakt ihre Ladung abkippen und Riesen-Raupen hin- und herrollen. Verglichen mit den Straßenbauarbeiten auf den ersten 60 km hinter Wadi Halfa mindestens mit zehnfacher Potenz.
Aber keine der wieder mal weit auseinander führenden Pisten kommt ganz an die neue Piste ran. Kann ich dort weiter fahren? Ich meine, einer der beiden deutschen Biker erwähnte so etwas beiläufig.
Erstmal muss ich in die Stadt. Am Rande des Zentrums von Kerma erreiche entdecke ich einen Schweißer bei der Arbeit. Ruckzuck ist mein Rad entladen und der gebrochene Gepäckträger abmontiert. Innerhalb von 75 Minuten ist die Bruchstelle mit einem Metallmantel zusammengeschweißt und wieder hundertprozentig tragfähig.
Zwei Läden weiter gibt es Vulkanisierer. „Diamond Solution“ - Made in Taiwan... Die Tour scheint gesichert. Nach mehr als 100 km kann ich den Rucksack wieder absetzen und in den Korb legen. War aber eigentlich recht easy, die elf kg zusätzlich zu schultern. Obwohl sich der Bauchgurt des Vaude-Rucksacks in Deutschland befindet.

Schmied in Kerma  (Sudan) schweißt und repariert gebrochenen Fahrrad-GepäckträgerIch frage nach der neuen Straße, deren Bauarbeiten ich in der Ferne meinte erkannt zu haben. Bringe aber kaum Handfestes in Erfahrung. Einer der Befragten lässt das Stichwort „Deffufa“ fallen. Stimmt, da wollte ich hin. Fünf Kilometer südlich der Stadt sollen sich die Riesen-Grabanlagen befinden. Die Strecke ist fast durchgehend Softsand. Dann die ersten Grabhügel: die Eastern Deffufa. Die noch größeren Western Deffufa liegen in Sichtweite, ca. 300 m südwestlich (eine der vielen Ungenauigkeiten von Paul Clammer, der den Abstand mit zwei Kilometern "east" angibt. Dort gibt es eine Umfassungsmauer, ein Tickethäuschen, Tickets. Geht doch. Da zahl ich selbstverständlich auch zehn Dollar. Braucht man doch nicht an der Grenze zu erledigen. Allerdings wird auch hier umständlich registriert. Immerhin akzeptieren sie die Personal-Ausweis-Nr. als Pass-Nr.
Die höchsten Lehm-Ziegel-Mauern reichen im Zentrum der tausend Gräber 50 m hoch. Stufen führen auf die Höhe, wo einst ein Schrein gestanden haben soll. Mehr als 3.500 Jahre sind sie alt, die großen Pyramiden von Gizeh um einiges älter. Von oben sieht man die Palmen sich kilometerweit in die Landschaft erstrecken. Von der erträumten neuen Straße nichts zu erkennen.

Western Deffufa in Kerma, SudanEin Mann meint, auf die neue Straße käme ich automatisch nach 15 oder 50 km - ich kläre die Zahl nicht bis ins Letzte. Er bleibt der letzte, der mir die Existenz dieser Straße bestätigt. Es reicht mir als Anhaltspunkt, um mich auf dieser Nil-Seite zu halten, vor der in allen einschlägigen Foren gewarnt wird. Softsand!
Weil es so sandig ist, schaffe ich die 15 resp. 50 km nicht mehr vor Sonnenuntergang. Ich schlage mich in die Felder und richte mein Nachtlager im Windschatten einer Lehmmauer ein (Foto von dieser und den andern neun Wüsten-Nächten hier). An die Mauer gelehnt spüre ich beim Schreiben die Wärme, die die Mauer gespeichert hat.
Während der Westen das letzte Tageslicht verschluckt, geht im Osten glutrot der Mond über den Palmen auf. Und wandert die ganze Nacht über uns bis ans andere Ende der Scheibe.


Esel, Kamele, Sudanesen auf der Soft-Sand-Strecke, Sudan
Esel, Kamele, Sudanesen auf der Softsand-Strecke


Sonnen-Aufgang durch Dornen-Strauch in der Wüste am Nil, SudanNil-Neuling
Montag 5. März 2007: [Kerma +20 km] - Selim - Fähre [Dongola +15 km] (80 km)
Ich wache auf in den Feldern. Ein Esels-Reiter nähert sich. Ihm ist unverständlich, wieso ich unterm Sternenhimmel schlafe.
Sandig bleibt die Strecke. Ich bin unentschlossen, ob ich mich zu der entfernten potentiellen Neubau-Schnellstraße durchkämpfen soll, die Fähre zur anderen Seite oder die Sandstrecke nehmen soll. Ich fahre vor und zurück. Niemand kann so recht Auskunft geben. Die Fähren können auch auf Inseln führen. Als Nil-Neuling kann ich das schwer einschätzen.
Zur Aufmunterung mache ich Bilder von einer Frau und ihren Kindern. Und folge schließlich dem Sand. Mühsamster Sand. Der Kilometer-Zähler funktioniert mal wieder nicht. Er muss an jedem Morgen erst mal warm werden, bevor er loslegt.
Bald verläuft eine breite Trasse parallel zur kurvigen Straße. Versuch macht klug: fürchterlich. Die Trasse ist irgendwann mal angelegt, aber nie befestigt worden. Loser Schotter. Hier versinkt das Rad noch mehr als zuvor. Da fast das ganze Gewicht auf dem Hinterrad lastet, stockt die hintere Rad-Hälfte immer mehr als die vordere. Es gibt Schöneres. Angenehmeres. Eleganteres.

Ein einziger asphaltierter Kilometer Land-Straße bei Selim, kurz vor Dongola, SudanDann überraschend winzige Asphaltspuren im Sand, die Jahrzehnte als sein müssen. Sie bilden selber Wellblech. Auch nichts Traumhaftes.
Etwa 50 km nach Kerma sind endlich wieder neue Straßenbauarbeiten zu beobachten. Ich nutze das, was an Trasse da ist. Einmal werfen mich Bauarbeiter runter. Ich folge doch nur dem Vorbild meines Vaters, der ein Faible für die Nutzung noch nicht frei gegebener Autobahnstrecken hat...
Dann liegt gelegentlich eine feine, teilweise Millimeter-dünne Teerschichte auf und schließlich 60 km hinter Kerma: Asphalt. Allerfeinster Asphalt. Asphalt so weich und zart wie ein Kinder-Popo (Foto rechts). Ich will es einfach glauben: Good-bye, Schotter. Good-bye, Sand.
Der Asphalt zieht sich über ziemlich genau einen einzigen Kilometer. Als sich die Bauarbeiten ins Nichts aufzulösen scheinen, mache ich erst mal Pause. Ich wähne noch 30 km Fahrt vor mir bis Dongola, der einzigen größeren Stadt im Norden des Sudan.

Nil-Fähre zwischen Selim und Dongola, Sudan Doch die Trasse endet abrupt an einem Kanal. Etwas umständlich kämpfe ich mich in einem Bogen zurück zur Rast-Stelle. Ein paar Meter weiter begeistern mich Kinder wieder zum Fotografieren. Immer wieder werde ich nach meiner Kamera gefragt und gebeten, Fotos zu machen. Auch jetzt jubeln die Mädchen wieder über ihre Porträts auf dem kleinen Display. Und holen die Mütter herbei. Es muss einfach noch ein bewegtes Familien-Gesamtbild geben (Portraits und Gruppenfotos auf der Seite Sudanesische Gesichter).
Ein paar Meter weiter Taxis und Geschäfte. Hin und her bis ich etwas zu trinken finde - jetzt plötzlich eine Riesen-Palette an Soft- und Milk-Drinks. Ein Epochensprung. Der von einem Esel gezogene Wasser-Tank-Wagen kommt vorbei. Ich folge ihm für ein Foto, wie die Amforen mit dem von mir längst lieb gewonnenen trüben kalten Wasser gefüllt werden. Städtischer Service, sozusagen.
Da hält mir ein Mann seinen staatlichen Archäologen-Ausweis unter die Nase. Ob ich nicht nach Kawa wolle? Doch. Ich sei quasi schon da. Mit Beginn der Mittagspause hatte ich schon Selim erreicht, das gegenüber von Dongola auf der anderen Nil-Seite liegt. Da ich mich nun schon etliche Zeit hier aufhalte, spar ich mir die spärlichen Tempelreste von Tutenchamun und Taharqa, um zügig in Dongola einzufahren.

Abdul: 'Ich war zu Selbstverteidigungs-Kursen in Tora Bora' Beim Rollen auf die Auto-Fähre komme ich mit Abdul, Professor für Ökonomie an der Hochschule von Dongola, ins Gespräch. Der untersetzte Mann (Foto) erzählt, er sei in Guantanamo gewesen und von den Amerikanern gefoltert worden. Schon vor dem 11.9.2001 hätten sie ihn in Indien festgenommen und verhört. Nur, weil er im afghanischen Tora Bora „Selbstverteidigungskurse“ absolviert habe. Dabei sei er auch El-Qaida-Chef Osama bin Laden und dem Taliban-Führer Mullah Omar begegnet, zwei sehr sympathischen Persönlichkeiten, die sich bester Gesundheit erfreuten. Was er denn von den Anschlägen vom 11.9. halte? Abdul weicht aus. Er beginnt mit einer langatmigen Erklärung, dass die Amerikaner ja sehr wohl von den Anschlägen gewusst hätten. Bedauern ist ihm nicht anzumerken. Schon sind wir auf der andern Nil-Seite und verabreden uns lose für den Abend.
Einfahrt in eine richtige Stadt: Dongola. Einzelne Straßen sind sogar asphaltiert. Das beste Hotel in der Stadt ist recht schäbig. Außerdem dürfen sie mich nur aufnehmen, nachdem ich bei der Polizei eine weitere Registrierung über mich ergehen lasse. Aus der Serie: Wie vergraule ich die allerletzten Touristen.
Ich suche erst mal ein Internet-Café. Zuerst knalle ich meine Ladegeräte in alle verfügbaren leeren Steckdosen. Mit Tricks schaffe ich es, trotz begrenzter Verbindung meine Seite zu aktualisieren. Ich transferiere die neu verfasste Seite zuerst in einen kleinen Ordner bei meinem Provider, bevor ich sie dort in den Ordner mit den ganzen Bike-Seiten verschiebe. Funktioniert.
Der ägyptische Patron, den ich beim Tempel von Sedeinga kennen lernte, hat mir eine Adresse seines Geschäfts in Dongola gegeben. Jeder hier meint zwar, den Laden zu kennen, aber niemand kann mich hinführen. Ich werde kreuz und quer durch die Stadt geschickt. Ohne Fortschritt. Die Falafeln bestehen hier nur aus Brot und Kichererbsenbrei-Bällchen. Joghurt und Sweets kann ich kaufen. Paradiesische Verhältnisse.
Ich entschließe mich, weiter zu fahren. Im Dunkel auf der Asphaltstraße aus der Stadt heraus zum Flughafen, vor dem links und immer grade aus. Etwas abseits findet sich dann wieder ein Fleckchen zum Übernachten mit Premium-Sternen-Himmel (Foto von dieser und den andern neun Wüsten-Nächten hier).


Zweiter Teil
Dongola - Karima - Khartum
Hassan, Pyramiden und das lange Ende meines Fahrrads


Route Assuan - Khartum



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Assuan - Wadi Halfa - Dongola - Karima - Khartum (26.2.-10.3.2007)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 26.2.2007 Assuan Assuan High Dam 17
2. 27.2.2007 Wadi Halfa Port Wadi Halfa 5
3. 28.2.2007 Wadi Halfa Wadi Halfa +86 km 86
4. 1.3.2007 Wadi Halfa +86 km Umweg Nil-Abstecher (28 km) Akasha +5 km 69
5. 2.3.2007 Akasha +5 km Abri - Suarda - Fähre Sedeinga +6 km 92
6. 3.3.2007 Sedeinga +6 km Soleb - Sesebi - Fähre Delgo +3 km 82
7. 4.3.2007 Delgo +3 km Kerma - Deffufa Kerma +20 km 84
8. 5.3.2007 Kerma +20 km Selim - Fähre Dongola +15 km 80
9. 6.3.2007 Dongola +15 km Debba -6 km 135
10. 7.3.2007 Debba -6 km Abu Dom - Taxi - Nuri - Fähre Karima 52
11. 8.3.2007 Karima Jebel Barkal - El Kurru - Fähre Tangasi +62 km 84
12. 9.3.2007 Tangasi +62 km Abu Dom Abu Dom +65 km 103
13. 10.3.2007 Abu Dom +65 km [Abu Dom +145 km] - [160 km Autotransport] Khartum 80
Summe 969

Überladener Bus bzw. LKW im Gegenverkehr am Nil, Sudan
Nur vier Fahrzeuge in acht Stunden

Zur ganzen Tour: Assuan - Khartum (969 km ) Feb./März 2007


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