Tour 65: Kirgisien - Almaty (951 km) 2013
Kirgisien 2013
Chris Tour 68: Strasbourg - Vicenza (1275 km) 2014
Alpen 2014
on the Tour 75: Iran - Persischer Golf (2690 km) 2015
Iran 2015
Bike Tour 82: Karibik: Barbados - Haiti (902 km) 2016
Karibik 2016

Home: Alle Touren Karte Bikes Run & Fun Links Kontakt Suchen EA: Palästina/Israel

VG WORTTour 66: Bamberg - Neckarelz (856 km)


Blick auf Bamberg mit dem Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia
Start in Bamberg

Bike-Blog & Routen-Karte & Etappen-Übersicht
Bamberg - Eichstätt - Ulm - Neckarelz (28.9.-5.10.2013)
Flüsse-Tour an der Europäischen Wasserscheide

Die Entdeckung der Tour: es ist möglich, von Mainz aus in einem großen Bogen über Main, Main-Donau-Kanal, Altmühl, Donau, Neckar und Rhein fast ständig an Flüssen entlang eine riesige Rundtour durch Süddeutschland zu machen. Zusätzlich zu den hier hingelegten 856 Kilometern wären das etwa 500 weitere Kilometer. Fast immer schön flach und ruhig und einsam und schön. Obwohl es zwei Mal über die Europäische Wasserstraße geht. Bei diesem Teil hier hat man am besten Ost-, weil Rücken-Wind. Und den hatte ich...

Panther Dominance Trekking vor MyZeil in Frankfurt am MainAsylbewerber in der Jugendherberge und Julia im Jungenzimmer
Freitag, 27. September 2013: Mainz - Zug - Bamberg

Zwischenstopp in Frankfurt. Erfolgreicher Umtausch einer Columbia-Jacke bei den netten Leuten vom Columbia-Shop in MyZeil (Foto rechts). Die gerade gekaufte Windbreaker-Jacke war so dünn und empfindlich, dass sie in einem unbemerkten Augenblick mehrere Risse bekommen hat. Wird aus Kulanz-Gründen ersetzt - bevor das Sicherheitspersonal in den Laden stürzt, um in radebrechendem Deutsch über mein Fahrrad vor dem Laden im zweiten Obergeschoss zu klagen. Tatsächlich, in einem ellenlangen Text am Eingang wird auch das Thema Radeln bzw. Nicht-Radeln abgehandelt, wie ich beim Rausrollen bemerke.
Zur Abwechslung bereitet nicht die geliebte Deutsche Bahn Schwierigkeiten zum Auftakt sondern die Suche nach der Jugendherberge. Der per Google Maps eingeprägte Weg zur Südspitze der Bamberger Insel führt von der Altstadt durch düstere Waldpassagen. In der potentiellen Jugendherberge, in der ich vor ziemlich genau 13 Jahren auf dem Weg nach Vilnius übernachtet habe, brennen ein paar Lichter mehr als üblich, im Fenster liegt ein Raucher, möglicherweise Balkanese.
Von der kleinen Orientierungs-Tafel im Eingangsbereich führt der Pfeil Richtung Empfang zu einer Glastür hinter der es dunkelt. Kein Wunder, es ist schon nach 21 Uhr. Eine Frau kann sich nicht recht verständlich machen, holt die nächste, die immerhin klar machen kann: die Jugendherberge ist nicht hier, hier Asylbewerber-Heim. Aber wo die Juhe abgeblieben ist, habe sie nun gar keine Ahnung.
Ein paar Meter weiter ist das ausgebuchte Hotel Lieb. Hier hilft man mir mit der Empfehlung, den Rückweg durch den dunklen Wald anzutreten. Auch die JH-Telefonnummer bekomme ich, nur hebt niemand ab. 22 Uhr ist die deadline. Wird knapp. Ich beschleunige die bis dato gemütliche Rumradelei. Kann in der Tiefe des Waldes einem älteren Ehepaar den Weg zum Hotel Lieb weisen. Und erreiche die Stadt an jenem "Unteren Kaulberg", an dem das Jugendgästehaus sein soll.
Das residiert in einem historischen Bau. Die Dame an der Rezeption lamentiert: Die Asylbewerber hat man uns da reingesetzt. Dass Google Maps zunächst nach Bayreuth verweist und dann zu den Asylbewerbern findet sie (heute am 15. Suchmaschinen-Geburtstag) auch nicht gut, kommt aber nicht darauf, dass die Juhe daran irgendetwas ändern könne oder solle. Jedenfalls drehe ich mit dem Rad noch eine altstädtische Ehrenrunde, bevor es am Fuße der Jugendherberg in einem mehr oder weniger offenen Unterstand angeschlossen werden kann.
Das Vier-Bett-Zimmer, in das die Dame mich einquartiert hat, ist leider komplett belegt. Als ich mit Dame dort zum zweiten Mal eintrete, sitzt auf einem Bett eine junge Frau. Die Dame ist beruhigt, dass der Buchungsfehler auf den JH-Leiter zurückzuführen ist. Die junge Frau, Julia, wird in ein Mädchenzimmer umquartiert, wo ich ihr das Bett beziehen kann. Ich lege mich ins gemachte Bett. Während im Nachbarstockbett ein Auto-Reisender und ein Pole über deutsche Organisationskunst debattieren.


Häuser am Pfahlplätzchen in Bamberg
Am Pfahlplätzchen in Bamberg


Chris on the Bike am Main-Donau-KanalBarocke Erzengel: Du hast mein Herz
Samstag, 28. September 2013: Bamberg - Nürnberg - Berching (128 km)

Das Juhe-Frühstück ist mit Namensschildern kommunikativ angeordnet. Ich sitze mehr oder weniger mit unserer Ex-Zimmergenossin Julia zusammen. Sie studiert BWL auf Master in Bamberg, wohnt aber nach wie vor in Nürnberg, ist nur an diesem Wochenende in der Juhe, weil ihr universitärer Excel-Kurs früh am Morgen beginnt.
Auf der andern Seite sitzt Zimmergenosse Jaroslaw Kitala, polnischer Bariton-Opernsänger aus Kattowitz, der durch deutsche Fußgängerzonen tingelt. Er hat eine von drei Musik-Genehmigungen der Stadt Bamberg fürs Wochenende ergattert. Angeblich verdient er hundert Euro pro Stunde, wenn's gut läuft. Julia könnte seine Managerin werden...
Polnisch ist auch die Reisegruppe, die am frühen Morgen per Ohrstöpsel durch Bamberg geführt wird. Ich erfreue einige mit ein paar Takten "Zabrałaś serce moje" (Du hast mein Herz). Ich folge dem Weg, den ich gestern Abend schon vor und zurück gefahren bin. Bei Tageslicht noch schöner (Foto oben und ganz oben).
Auf der andern Seite der Stadtinsel nehme ich Kontakt zum Main-Donau-Kanal auf. Ein kleiner Traum, der mich seit längerem begleitet, soll wahr werden. Der Sprung über die Europäische Wasserscheide auf komfortablem Kanal-Niveau. Main und Donau kenne ich, die Verbindung nicht. Wo fahren die Schiffe hin, die in Mainz in den Main biegen?
Über verschiedene Staustufen werden sie peu à peu bis auf 406 Meter gehievt. Hier und da werde ich auf den Vorgänger Ludwig-Donau-Main-Kanal aufmerksam, der die Schiffe noch ein bisschen höher beförderte und dessen Reste heute vielleicht die schönere Rad-Variante wäre. Viele Schiffe sind heuer nicht zu sehen. Und praktisch gar keine Freizeitschiffer, die auf der Wasserautobahn zum Schwarzen Meer unterwegs sind. Deutlich zahlreicher: Radler (Foto links), Jogger, Spaziergänger.
Bei Erlangen haben sich ein paar Hochhäuser ans Ufer gestellt. Die städtische Kulisse von Fürth und Nürnberg kommt nah und bleibt doch dem andern Ufer fern. Eine Drohkulisse, doch der Weg führt ohne Straße, geschweige denn Ampel, durch die Doppelstadt. Bei Hilpoltstein versorgt mich das 22. Familiendrachenfest (Wer ist Familiendrache?) mit erstklassigem Kuchen und einer Parade merkwürdiger Fluggeräte.
Mal liegt der Kanal etwas höher als die Umgebung, mal tiefer. Selbst auf dem höchsten Level bricht er durch kein Gebirge auf dem Weg vom Pegnitz- ins Sulz-Tal (Foto unten).
In dem geht's wieder abwärts. Schon kommt Berching. Die Stadt, die durch zahlreiche Türmchen und Mäuerchen auf sich aufmerksam macht. Ich möchte sowieso einkaufen. Und erliege bald dem Charme von Vor- und Altstadt. Ergattere schließlich ein Zimmer. Das letzte im Hotel Zum Dallmayr. Als die Chefin entdeckt, dass es nicht gemacht ist, will sie mich weiter schicken. Ich weigere mich. Und beziehe mein Bett selbst. Aber erst, nachdem ich in einer barocken Abendmesse den Erzengeln gehuldigt habe.


Baum-Spiegelung mit Kilometer-Schild am Main-Donau-Kanal
Main-Donau-Kanal


Triathlon-Lenker und Lenker-Tasche auf dem Altmühltal-Radweg zwischen Eichstätt und DollnsteinWarm Showers auf dem Oktoberfest
Sonntag, 29. September 2013: Bamberg - Eichstätt - Donauwörth (119 km)

Die Sonne ist mehr oder weniger verschwunden. Bedeckt geht's weiter. Noch ein paar Kilometer am Kanal, bis dieser bei Beilngries die Altmühl erreicht. Die sind wir vor gut drei Jahren entlang gefahren. Ich fahre den allerschönsten Teil jetzt noch einmal (Foto rechts). Diesmal Altmühl-aufwärts (Fotos unten) bei kräftigstem Ost-Rückenwind über Eichstätt (Foto unten im Dom-Kreuzgang) bis Dollnstein.
Hier scheint die günstigste Querverbindung zur Donau bei Rennertshofen. Tatsächlich: es geht nie höher als rund zehn Höhenmeter rauf. Anfangs auf der ehemaligen Bahntrasse. Und vom höchsten Punkt etwa eben so viele Höhenmeter runter zur Donau. Die Altmühl wird in grauer Vorzeit sicher auch hier ihren Weg gesucht und gefunden haben.
Auch an der Donau sind wir damals von der Altmühl- zur Lech-Mündung bei Marxheim geradelt. Und kurz vor Marxheim erreiche ich die Donau, irgendwie auch den Donau-Radweg, aber der versteckt sich ein bisschen, vor allem hinter einer neuen, noch gesperrten, aber sehr gut befahrbaren Straße bis zum Ortseingang von Marxheim. Von nun an also weiter auf dem Donau-Radweg und der erklimmt hier ungeahnte und gefühlt unnötige Höhen. Immer wieder kräftig bergauf. Zum Glück weiterhin mit Ost-Wind-Unterstützung.
Auch Donauwörth ist wieder pralle Geschichte, praller Barock, pralle Schönheit. Nicht nur die Jugendherberge ist ausgebucht. Ein Kanadier auf einem Dahon-Bike will mit französischer Freundin und Zug nach München, weil er dort über die Radler-Seite Warm Showers auf eine günstige Unterkunft hofft. Mitten im Oktoberfest.
Abends gönne ich mir noch den Vortrag einer katholischen Referentin, Katharina Ceming, im evangelischen Gemeindehaus zum Konflikt zwischen Menschenrechten und Religionen. Sehr informativ, aber er dringt in der Kürze der Zeit nicht zu den inhaltlichen Problemstellungen vor.


Chris on the Bike hinter dem Panther Dominance Trekking auf dem Altmühltal-Radweg bei Kinding
Hinter dem eigenen Fahrrad her

Vergoldeter Christus-Korpus am Kirchanhausener Weg bei Beilngries
Güldener Korpus bei Kirchanhausen

Doppelter Chris on the Bike im Kreuzgang des Eichstätter Dom
Doppelt im Kreuzgang des Eichstätter Dom


Albertus-Magnus-Denkmal vor dem Rathaus in LauingenCrazy Guy on a Bike
Montag, 30. September 2013: Donauwörth - Ulm - Ehingen (122 km)

Auch am Frühstückstisch Kanadier. Bob und Brigitte, ein älteres Paar aus Kanada auf monatelangem Flüsse-Trip durch Deutschland. Main, Rhein, Neckar, Donau. Brigitte lässt sich bergauf von einem Ebike-Motor unterstützen. Stärker als in Deutschland eigentlich erlaubt. 300 Euro hat allein der Versand der Batterie nach Deutschland gekostet. Im Flugzeug werden so starke Batterien nicht mehr mitgenommen. Bob musste sich in Deutschland erst mal ein Fahrrad kaufen. Mit Fahrrad Franz in Mainz war er nicht zufrieden. Erst bei Bikemax in Wiesbaden war er erfolgreicher. Bob ist schon 1984 einmal quer durch Kanada geradelt. Die beiden schwärmen von den deutschen Radwegen und den tollen historischen Orten in Süddeutschland. Und von der Website Crazy Guy on a Bike, und den wilden Touren dort.
Heute ist es noch bedeckter und noch kälter. Der Weg führt wieder recht selten direkt an der Donau entlang. Das sind Highlights (Foto unten). Viel Zickzack. Ich werde das Gefühl nicht los, der Weg könne viel häufiger direkt an der Donau, die hier KM-Markierungen wie 2535 (gemessen von der Mündung ins Schwarze Meer) hat. Häufig sieht es so aus, als wollten die lokalen Bürgermeister jeden Radler auch mit dem letzten Kopfstein auf ihrem Pflaster beglücken.
Lange Mittagspause am Fuße von Albertus Magnus in seinem Geburtsort Lauingen (Foto links). Irgendwann bei elf, zwölf Grad und leichtem Wind kein Vergnügen mehr. Trotzdem kurz darauf weitere Pause am römischen Apollo-Grannus-Tempel in Faimingen, dem antiken Phoebiana.
Ulm nehme ich nur vom Donauufer aus wahr. Also so gut wie gar nicht. Vom höchsten Kirchturm der Welt sehe ich nur die alleroberste Spitze. Spuren vom gestrigen Marathon sind auf der Uferpromenade zu erkennen. Hier endet nach 2858 Kilometern die Schiffbarkeit und damit auch die Strecken-Markierung alle 200 Meter.
Drei Kilometer vor Ehingen (Donau) eine letzte (und heute erste) Steigung. Anscheinend völlig unnötig. Mal so richtig einen Berg rauf. Das verschafft mir einen Blick auf eine ganze Armada von Baukränen am Ortsrand von Ehingen. Bei meinem Anblick geht die Dame an der Hotel-Rezeption gleich mit dem Preis runter. Radler-Bonus.


Fahrradweg an der Donau bei Hochstädt mit Panther Dominance Trekking
Donau bei Hochstädt

Obermarchtal: Stuckdecke der Prämonstratenser-Abteikirche
Obermarchtal: Stuckdecke der Prämonstratenser-Abteikirche


Jurafelsen im Oberen Donautal zwischen Sigmaringen und BeuronHeftige Herbergssuche in Beuron
Dienstag, 1. Oktober 2013: Ehingen - Sigmaringen - Beuron (102 km)

Irgendwie keinen Bock heute. Lese Zeitungen. Erst beim Super-Frühstück. Dann im Super-Zimmer. Erst um halb elf quäle ich mich auf den Sattel in der Tiefgarage. Lustlos rumpel ich auf den heute vielfach asphaltierten Pfaden. Lustig die Stelle, an der jüngst ein Brückenpfeiler mitten auf den Radweg-Asphalt gesetzt wurde. Rundum Provisorium.
Eigentlich führt der Donau-Radweg heuer am Fuße von Obermarchtal vorbei. Mich zieht's trotzdem auf den Klosterberg. Das ehemalige riesige Prämonstratenserstift (Foto oben) dient heute verschiedenen kirchlichen Zwecken. Schülerinnen und ein paar Schüler beleben den Klosterhof.
Weiter quälen. Bergauf. Dann kommt hier und da die Sonne durch. Sogar ich strahle gelegentlich. Und bei Scheer - mein Kamera-Akku hat sich grad verabschiedet: erst in Sigmaringen kann ich ihn in einer Bäckerei laden - beginnt die große Symphonie des Donauradwegs. Der Fluss, nun nicht mehr völlig kanalisiert, windet sich zwischen den Jura-Felsen (Fotos rechts und unten). Der Weg führt durch Wälder. Alles schlängelt und schlingelt sich nach Osten.
Und schließlich Beuron. Die Donau hat inzwischen eine Höhe von 600 Metern erreicht. Das Kloster-Ensemble mit seiner Umgebung thront im Tal. Die Benediktiner beten die Vesper. Dann beginnt die Herbergssuche. Das Hotel Pelikan hat Ruhetag, bei Ciprian gegenüber vom Bahnhof macht keiner auf, beim Gästehaus Schönwälder erfahre ich über die Sprechanlage, sie hätten kein Einzelzimmer. Ich solle es bei Frau Kiene versuchen. Die versichert mir, sie könne nun leider absolut niemanden aufnehmen, vielleicht im Café Härtl. Wo man zwar noch freie Betten hat, aber nur in einem Raum, der schon von andern Gästen belegt ist, und die seien gerade nicht da.
In der gegenüberliegenden Pilgerbetreuungsstelle wird noch betreut. Ein Herr nimmt sich meiner an. Telefoniert und geht zum Gregoriushaus, bei dem ich es gar nicht versucht habe, weil es noch töter aussah als alles andere hier im Ort. Doch die Tür lässt sich öffnen, aber kein Licht, kein Leben. Der Mann telefoniert. Vergeblich. Aber er hat eine Idee, wo der Gregorius-Meister stecken könnte. Wir finden ihn nach einem kleien Spaziergang. Ich bekomme einen very basic room. Eine angehende Eremitin ist auch noch in dem riesigen Gebäude zu Gast. Und am Ende der ruhigen Nacht gibt's ein freundliches Frühstück.


Jurafelsen im Oberen Donautal bei Gutenstein
Oberes Donautal bei Gutenstein

Gutshof Käppeler im Tal der Oberen Donau bei Beuron-Thiergarten mit Jurafelsen
Gutshof Käppeler

Oberes Donautal zwischen Beuron und Fridingen im herbstlichen Morgen-Nebel
Herbstlicher Morgen-Nebel zwischen Beuron und Fridingen


Kreuzgang im Benediktiner-Kloster BeuronVon Quelle zu Quelle: Donauversinkung und Wasserscheide
Mittwoch, 2. Oktober 2013: Beuron - Donaueschingen - Schwennigen - Rottweil - Sulz am Neckar (133 km)

Besuch am frühen Morgen bei Benediktiner-Pater Benedikt Schwank im Kloster Beuron (Foto links). 91 Jahre ist er alt und immer noch voll auf Ballhöhe. Seine legendäre Dia-Sammlung über das Heilige Land erscheint demnächst digital. 50.000 Bilder, die ersten aus dem Jahr 1954. Der Krieg brachte ihn einst in den Kaukasus, wo ich 60 Jahre später rumradelte. Eine Autobiographie hat er nun geschrieben. Untertitel: Wie ich das 20. Jahrhundert erlebte. Danke, Benedikt.
Das Donautal wird jetzt im Morgennebel noch schöner. Autos, Straße, Eisenbahn, alle weg. Nur der Fluss, die Felsen und der Weg. Ich gleite durch die sieben Grad kühle, nebelige Morgenluft (Foto oben). Hier und da kommen mir schon Radler entgegen.
Dann weitet sich das Tal. In Tuttlingen kann ich einen kurzen Blick in die Jugendstil-Stadtkirche werfen. Der Nebel klart auf. Die immer noch breite, kräftige Donau verschwindet, ihr Tal bleibt: die rätselhafte Donauversinkung oder auch Donauversickerung. Dann sind in der Weite kaum mehr Berge zu sehen. Irgendwoher verläuft der Radweg, ab und zu erahnt man den Fluss. Seine Quelle in Donaueschingen ist außer Betrieb. Sie wird neu gefasst, neu erfunden.
Sanft gleitet der Weg über die Europäische Wasserscheide. Alles in allem keine hundert Höhenmeter und ich bin am Zollhaus zwischen Villingen und Schwenningen. In Schwenningen liegt die Neckarquelle (Fotos unten). Und dem kleinen, jüngst zur Landesgartenschau 2010 renaturierten Bächle folgt der Radweg anfangs recht treu. Der Neckar hat wesentlich mehr Gefälle als die Donau. Die ja auch fast fünf Mal so lang ist. Bei Rottweil wird es etwas unübersichtlich. Im sich windenden Tal geht es definitiv nicht weiter. Früher oder später, in meinem Fall erst ganz spät, muss man rauf in die Stadt. Auch danach geht's weiter rauf. Eine lange Abfahrt führt zurück zum Fluss, der nun ganz wunderbar im engen Tal dahinfließt - samt Radweg.


Jugendstil: Rathaus I in Donaueschingen
Jugendstil: Rathaus I in Donaueschingen

Neckarquelle in (Villingen-)Schwenningen
Neckarquelle in (Villingen-)Schwenningen

Bronze-Skulptur aus dem Jahr 2010 zur Landesgartenschau geschaffen von Herbert Wurm: Zeitungsleser Matze an der neuen Neckarquelle in (Villingen-)Schwenningen
Zeitungsleser Matze an der Neckarquelle (geschaffen von Herbert Wurm 2010)


Schwarz-Rot-Gold: Deutschland-Fahne am Tag der Deutschen Einheit vor dem Rathaus von RottenburgSchwarz-Rot-Goldener Tag am Neckar
Donnerstag, 3. Oktober 2013, Tag der Deutschen Einheit: Sulz am Neckar - Tübingen - Stuttgart - Remseck - Winnenden (144 km)

Der Feiertag beschert mir nicht nur deutsche (Foto rechts vor dem Rathaus von Rottenburg), baden-württembergische und europäische Fahnen allüberall, sondern vor allem in den ersten, fünf Grad kühlen Morgenstunden Ruhe und Beschaulichkeit auf dem Neckarweg, Neckartalweg oder Neckartal-Radweg. Kühl aber sonnig. Ein Festtag.
Sulz mit seinem beginnenden Amateur-Theaterfestival und seinen Heimattagen lasse ich hinter mir. Glück gehabt, dass ich noch ein Zimmer bekommen habe. Der Weg wandert gelegentlich von der einen zur andern Seite des Neckar. Ab und zu verfehle ich den richtigen Track durch zu schnelle Entscheidungen bei zu schnellem Tempo. Manchmal sind mir die Wechsel oder Umwege auch zu blöd.
Jedenfalls bin ich bald am und im Dom zu Rottenburg. Dann in Tübingen. Längst hat sich die Armada der Feiertags-Radler auf dem Radweg verbreitet. Am Ende von Tübingen bleibe ich linksneckarisch, weil ich den Weg vor einem Jahr noch gejoggt bin. Dann führt er eine Weile an der Schnellstraße entlang. Die B 27 ist so laut, dass ich fast vor einen Mercedes schlenkere, den ich nicht von hinten habe kommen hören.
Es geht alles ganz hurtig heute. Pause in Nurtingen, nachdem ich die Altstadt erklommen habe. Weiter zum Neckarknick, den Hundertwasser-Turm von Plochingen umkurven. Rein nach Esslingen. Hier entscheide ich mich, nicht über die Berge nach Winnenden zu strampeln, sondern zunächst weiter im Ostwind, der mir nun fast eine Woche treu ist, am Neckar zu bleiben. Und am Cannstatter Wasen vorbei Richtung Norden bis Remseck. Im zweiten Anlauf finde ich hier den richtigen Einstieg in die Steigung nach Winnenden.


Blick von der Neckarbrücke in Tübingen Richtung Stiftskirche
Tübingen am Tag der Deutschen Einheit

Neckar-Radweg zwischen Esslingen und Stuttgart
Neckar-Radweg zwischen Esslingen und Stuttgart


Panther Dominance Trekking am Bahnhof WinnendenRuhe und Party in Winnenden
Freitag, 4. Oktober 2013: Winnenden

Fahrrad ruht am Bahnhof von Winnenden (Foto links). Schöne Party von Andrea.


Chris on the Bike mit dem Panther Dominance Trekking auf der Rad- und Fußgängerbrücken (1988) über den Neckar: seinerzeit die größte freitragende Holzbrücke Europas
Holz-Glas-Brücke über den Neckar in Remseck (1988)


Chris on the Bike und Sebastian Johannsen auf dem Neckar-RadwegNeckar-Finale mit Bastijoe
Samstag, 5. Oktober 2013: Winnenden - Remseck - Heilbronn - Neckarelz (108 km)

Es regnet. Die allerersten Tropfen dieser Tour. Langes Frühstück. Es regnet immer noch. Ich entferne erstmals auf dieser Tour die Hosenbeine, damit sie die Nässe nicht noch am Körper halten. Schließlich rolle ich durch den Regen runter nach Remseck. Und setze über eine außergewöhlich transparente und trockene Brücke (Foto oben) die Fahrt am Neckar fort.
Zunächst bis Benningen, wo Brocken-Mitradler Sebastian (Foto links) seit ein paar Wochen auf halber Höhe wohnt. Und sich nach Ende des Regens mit aufs Fahrrad neckarabwärts schwingt.
Der Himmel bleibt düster, Temperatur konstant um 14 Grad. Da lässt es sich radeln. In Heilbronn setzen wir uns zu den Freunden der Bundesliga-Übertragung in ein warmes und trockenes Café. Sebastian entscheidet sich, noch weiter mit zu fahren. Yeah. Wir wechseln mit dem Neckarweg ein paar Mal die Uferseite. Verfahren uns selten. Unterhalten uns prächtig. Aber durch die düsteren Wolken wird es noch früher dunkel.
Bei Mosbach entscheiden wir uns für ein zügiges Finale. Neckarelz ist der nächst gelegene Bahnhof. Die Elz mündet hier auch irgendwie in den Neckar. Der Radweg verläuft eine Weile direkt unter den Betonstelzen der B 37. Dann verliert sich die Beschilderung zum Bahnhof. Wir finden trotzdem hin. Es bricht die dritte Speiche der Tour. Die erste am letzten Tag, die zweite am vorletzten. Und Sebastian meint - wie sich bald rausstellt: zurecht - mein Hinterrad verliere Luft. So richtig raus ist sie aber erst, als ich am Bahnhof von Eberbach umsteige und warte. Aber die Füße sind durch den morgendlichen Regen so kühl und feucht, dass mir jede Energie fehlt, noch irgendwas zu reparieren. Morgen ist auch noch ein Tag.


Route Bamberg - Neckarelz



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Bamberg - Neckarelz (28.9.-5.10.2013)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 28.9.2013 Bamberg Nürnberg Berching 128
2. 29.9.2013 Berching Eichstätt Donauwörth 119
3. 30.9.2013 Donauwörth Ulm Ehingen 122
4. 1.10.2013 Ehingen Sigmaringen Beuron 102
5. 2.10.2013 Beuron Donaueschingen - Schwennigen - Rottweil Sulz am Neckar 133
6. 3.10.2013 Sulz am Neckar Tübingen - Stuttgart - Remseck Winnenden 144
7. 4.10.2013 Winnenden
8. 5.10.2013 Winnenden Remseck - Heilbronn Neckarelz 108
Summe 856

Neues Equipment

Crane Herbst-Radlertrikot Softshell TechTex neon 48 (400 g)
Crane Laufjacke Softshell TechTex neon 48 (400 g)
Columbia Trailfire Windbreaker Jacket 12 Omni-Heat M Chartreuse (155 g)


Chris on the Bike mit dem Panther Dominance Trekking auf dem Neckar-Radweg
Am Neckar


Anschluss Tour 83: Mainz - Denkendorf (341 km) Jan. 2017

Anschluss Tour 78: Mainz - Jagst - Kocher (528 km) Mai 2016

Anschluss Tour 76: Genfer See - Stuttgart (792 km) März 2016

Anschluss Tour 52: Richen - Füssen (670 km) April 2010

Anschluss Tour 40: Paneuropa-Radweg: Nürnberg - Prag (440 km) April 2008

Anschluss Tour 10: Mainz - Vilnius (2100 km) Aug. 2000

Anschluss Tour 7: Mainz - Ravensburg (370 km) April 1999

Anschluss Tour 3: Essen - Zagreb (1680 km) März/April 1983


Nächste Tour: Malaga - Casablanca (1296 km) Nov./Dez. 2013

Vorherige Tour: Kirgisien - Almaty (951 km) Juni/Juli 2013


Home: Alle Touren Karte Bikes Run & Fun Links Kontakt Suchen EA: Palästina/Israel

Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum 2009
Chris Tour 51: Khartum - Addis Abeba (1760 km) 2010
Äthiopien 2010
on the Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) 2011
Moldau 2011
Bike Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
© Copyright 2000-2017 Christoph Gocke. Alle Rechte vorbehalten.