Tour 65: Kirgisien - Almaty (951 km) 2013
Kirgisien 2013
Chris Tour 68: Strasbourg - Vicenza (1275 km) 2014
Alpen 2014
on the Tour 75: Iran - Persischer Golf (2690 km) 2015
Iran 2015
Bike Tour 82: Karibik: Barbados - Haiti (902 km) 2016
Karibik 2016

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VG WORTTour 96: Karibik II: Havanna - Miami (1560 km)


Rad am Strand von Bimini, Bahamas
Bimini, Bahamas: Mein Radl-Land No. 100

Teil 3: Florida & Bahamas (31.10.-4.11. / 18.-24.11.2018)
Das hundertste Radlland und der weite Weg nach Key West

Mehrfach führt mich diese Tour nach Florida: schon auf dem Weg von Havanna nach Trinidad (s. Teil 2), dann vor der Kreuzfahrt samt einer Fährfahrt zur Bahama-Insel Bimini. Vor allem aber nach der Kreuzfahrt mit Miri für eine Küsten-Insel-Tour von Palm Beach über Miami bis zum südlichsten Punkt der USA: Key West.

Tri-Rail-Haltestelle am Flughafen Fort Lauderdale Warten in den Staaten
Mittwoch, 31. Oktober 2018: [Crown Point/Tobago - Flug - Piarco/Trinidad - Flug] - Fort Lauderdale/USA - Zug - Miami (4 km)

...Bei der automatisierten Einreisekontrolle in Fort Lauderdale scanne ich zuerst Visum, dann Reisepass. Falsch. Schon wird ein Voucher ausgedruckt, auf dem alles durchgestrichen ist. Extra-Kontrolle. Ich bin nicht allein. Eine knappe Stunde Wartezeit vergeht gar nicht. Ich bin total müde. Habe die beiden letzten Nächte in dem etwas runter gekommenen Hostel in Tobago bei Licht und damit sehr schlecht geschlafen. Erst als ich in der Hand der sympathischen, jungen Frau vor mir einen Pass aus Haiti entdecke, kommen wir nett ins Gespräch.
Ein Mann, der längst im Ruhestand sein sollte, erklärt mir an der Ausgangsinfo des Flughafens, wie ich zum TriRail komme. Der „verbindet“ die Flughäfen von Miami und Fort Lauderdale und führt darüberhinaus bis West Palm Beach. Am Flughafen Miami hatte ich mir letzte Woche angeschaut, wie ich dort direkt mit einer führerlosen Bahn vom Gate zum TriRail-Bahnhof komme. Wie der Mann erklärt, braucht man in Fort Lauderdale einen Bus, der die fünf, sechs Kilometer zwischen Flughafen und Bahnhof zurücklegt. Als er endlich kommt, ist die vorletzte der stündlichen Verbindungen gerade weg. Wieder warten (Foto rechts).
Auf dem Bahnsteig in Miami hole ich das Rad aus dem Karton. Der Vorteil meiner neuen Übertasche: ich kann sie samt Karton beim Radeln in die Hand nehmen und muss den Karton nicht mit dem Expander befestigen. So geht's schneller. Es sind nur anderthalb Kilometer bis zur kleinen Ferienwohnung. Die habe ich aus logistischen Gründen gewählt: hier soll der Rad-Karton bis zum Rückflug in gut drei Wochen bleiben. Trotz Müdigkeit wasche ich kurz vor Mitternacht noch alles. Zum Teil mit Hilfe des Wasserkochers als Kochwäsche. Ist, vor allem aufgrund meiner Unterkunft in Tobago, nötig.


Miami Skyline vom Port Blvd
Miami Skyline


Radfahrer mit zwei Fahrrädern vor der American Airlines Arena in Miami Beschwingender Queen-Film
Donnerstag, 1. November 2018, Allerheiligen: Miami - Miami Beach - Miami (68 km)

Ich radle zur nächsten katholischen Kirche. St. Michael the Archangel. Vor ihr liegen einige Obdachlose. Hinten ist der Eingang zur geräumigen Kapelle. Rund hundert Leute. Alles auf Spanisch. Auch die ausführliche Allerheiligen-Predigt. Danach ziehen Schüler in die Kirche. Verkleidet als allermögliche Heilige.
Weiter geht’s Richtung Miami Port und Beach. Ich will checken, wie ich morgen in aller Frühe zu meiner Fähre zu den Bahamas komme. Im Kreuzfahrtenhafen finde ich schließlich den letzten Terminal: J. Heute leider ohne Fahrt nach Bimini/Bahamas. Das hätte etwas besser in meinen Zeitplan gepasst. Auch die parallele Fähre von Fort Lauderdale nach Freeport/Bahamas fährt ausgerechnet heute nicht.
Bei der Fahrt zurück über die große Brücke nach Downtown (Foto oben) das bekannte Gefühl: das Hinterrad wackelt immer mehr und ist binnen kurzem geleert. Auch der neue Schlauch hat nicht geholfen. Offensichtlich ist der Mantel so löcherig, dass nur ein neuer hilft. Es sind noch zehn Kilometer bis zum local Brompton-Dealer: Miami Beach Bicycle Center.
Im Bayside-Touri-Vergnügungszentrum entdecke ich einen Fahrradverleih: Bike and Roll. Der hat eine Dependance ganz in der Nähe des Radladens. Ich miete eins. Für eine Stunde zahle ich 12 Dollar 50. Und schaffe es in dieser Zeit, auf dem etwas niedrigen Gurkenrad das Faltrad samt total plattem Hinterrad zehn Kilometer mit der rechten Hand zu führen (Foto links und unten).


Mietrad und Faltrad auf dem Venetian Causeway, Miami Beach
Mietrad und Faltrad auf dem Venetian Causeway


Brompton mit nagelneuem Schwalbe Marathon Mantel, Miami Beach Im Miami Beach Bicycle Center braucht man anderthalb Stunden für die Reparatur. Das gibt mir Zeit für den Beach und die Jugendstilfassaden an der Strandstraße (Fotos unten). Dann ist ein echter Schwalbe Marathon Mantel drauf (Foto rechts). Der Schnellspanner der Sattelstütze-Extension ist hinüber und musste von der Werkstatt leider festgeschraubt werden. Bitte ich Miri noch, einen passenden Inbusschlüssel mitzubringen. Jetzt habe ich auf der Strandpromenade von Miami Beach ein völlig neues Fahrgefühl. Der desolate Mantel eierte immer, selbst wenn die Luft hielt. Wieder einiges gelernt.
Der relaxte Teil beginnt. Viele Räder sind unterwegs. Ein lokales Mietsystem, Citibike, hat überall Stationen. Einige private Vermieter. Wenige normale Radler. Obwohl es einige Radwege gibt. Wo es sie an den großen Straßen nicht gibt, wird an jeder Kreuzung mit Schildern darauf hingewiesen, dass Räder auf der ganzen Breite der Straße zugelassen sind. Die meisten Autofahrer fahren vorsichtig. Florida, der Rentner-Staat. Nervend allerdings sind die vielen Ampeln. Mit langen Wartezeiten. Wo es geht, weiche ich auf Nebenstraßen aus. Da alles am Reißbrett entworfen ist, geht das sehr oft.
Es geht so gut, dass ich abends noch neun Kilometer zum Kino radle. Cinépolis in Coconut Grave. Diesmal Richtung Süden von meinem Quartier aus. Bohemian Rapsody läuft offiziell erst morgen in den USA an. Ein Musikfilm über die Gruppe Queen. Vor allem deren King: Freddie Mercury. Erstaunlich, wie viele Berührungspunkte zu meinem Leben auftauchen. „Don‘t stop me now“ läuft erst zum Abspann. Bei meinem Marathon auf Island in Reykjavík lief es ganz am Anfang. Und ließ mich nicht mehr los. Bis zum Ziel. Inzwischen funktioniert das Licht an meinem Rad nicht mehr. Ich fühle mich trotzdem sicher bei der vom Film beschwingten Rückfahrt durch die Dunkelheit zurück Richtung Quartier am Flughafen.


Jugendstilgebäude in Miami Beach mit Brompton-Lenker
Miami Beach mit dem Faltrad

Brücke am Lake Pancoast, Miami Beach (25°48'01.1
Brücke am Lake Pancoast, Miami Beach

The Barbizon, Miami Beach
The Barbizon, Miami Beach


Der Bahamas-Tag der Tour bei YouTube


Videos und Fotos des Bahamas-Tags der Tour zu Musik in vier Minuten -
mit einem Rückblick auf einige der hundert Länder on the Bike.
(Evtl. nur) hier direkt bei YouTube zu sehen.


Fahrt aus dem Hafen von Miami mit der Fähre nach Bimini: HSC 'San Gwann' Das hundertste Land: Bimini und Miri
Freitag, 2. November 2018: Miami - Fähre - Bimini/Bahamas - Fähre - Miami (48 km)

Terminal J, den Abfahrtsterminal für die kleine Bahamas-Insel Bimini, hatte ich gestern gecheckt. Als ich heute um sieben Uhr hier vorradle, ist alles verschlossen. Ich bin so ratlos wie die andern, die mit ihren Autos vorfahren. Und der Security-Mensch. Der telefoniert. Aha. Heute ausnahmsweise Terminal C. Warum hat man wie so oft all unsere Kontaktdaten erbeten wie E-Mail-Adressen und informiert uns dann in einem solchen Fall nicht?
Die große Fähre "San Gwann" der "FRS (=Fast Reliable Seaways) Caribbean" wirkt zwischen den großen Kreuzfahrtschiffen Carnival Victory und Norwegian Sky, der ich schon vor ein paar Tagen in Havanna begegnet bin, wie eine Quietsche-Badeente am Kai. Fotografieren darf man das nicht: Grenzgebiet - Ausreise aus den USA (Foto links: Ausfahrt aus dem Hafen von Miami).
Als wir in das Telefonnetz der Bahamas einschippern, kommt die gute Nachricht: Miri hat, mehr oder weniger wider Erwaten, ihren Anschlussflug in Madrid bekommen. Sie wird heute Abend in Miami sein. Yippie.
Bimini-Tagesgäste wie ich haben schon bei der Abfahrt einen Plastikstreifen am Arm verpasst bekommen. Damit sind wir auch als Gäste des Hilton kenntlich. Die, die nicht gleich an Bord ein Golf Cart gebucht haben, werden in einem großen, offenen Elektrowagen erst zum Hilton-Beach und dann zur Hilton-Bar kutschiert. Die ganze Nordhälfte der nur wenige hundert Meter breiten Insel Nord-Bimini ist die "Resorts World" mit dem Hilton als Herzstück. Eine traumhafte, aseptische Anlage (Foto unten).
Am Rande der "Resorts World" bietet "Bimini Undersea" maritime Ausrüstung, vor allem zum Tauchen, Ausflüge und, was die Homepage nicht verrät: Fahrräder. Typische, uralte Insel-Gurken-Räder (Fotos unten). Keine Gangschaltung, kein Licht, nur Rücktritt. Mein Standard-Hauptproblem: die niedrigen Sättel. Dem lässt sich nur begrenzt Abhilfe schaffen. Egal: es rollt. Für mich nunmehr im hundertsten Land auf der Nordhalbkugel unseres kleinen Globus. Mal wieder mit Linksverkehr. Nach drei Tagen Rechtsverkehr in Florida. Der zeitliche Aufwand für die Fahrt hierhin ist im Verhältnis zur Netto-Zeit auf der Insel gewaltig. Und doch auch gering, wenn sich so ein neues Land ein bisschen kennenlernen lässt. Seitdem ich vor rund vier Wochen mit meinen Planungen die Bahamas zu Land Nr. 100 meiner Touren erkoren habe, freue ich mich auf diesen Moment. Und vor Ort ist es tatsächlich ein grandioses Gefühl.


Hilton, Bimini, Bahamas
Hilton, Bimini, Bahamas

Bahamas Radl-Land Nummer 100: Happy Chris on the Bike in Bimini
Bahamas Radl-Land Nummer 100: Happy Chris


Bailey Town, Bimini, Bahamas Jenseits des monumentalen Resort-Tors zeigt sich die eher ärmliche Karibikwelt (Foto rechts). Verbunden mit der anderen durch wunderschöne Strände. Nur fünf Kilometer sind es bis zur Südspitze. Für die Fahrt mit der kleinen Personenfähre nach Süd-Bimini ist mein Rad nicht komfortabel genug. Wenn es überhaupt mitgenommen würde. Auf der Südinsel liegt der Flughafen, der in der Schlussszene vom Schweigen der Lämmer seinen großen Auftritt hatte. Als die letzte Piste der Welt, sozusagen. Die Kneipe „Ende der Welt“ finde ich nicht. Auch Hemingways Quartier, das Compleat Angler Hotel, ist vor zwölf Jahren samt vieler Erinnerungsstücke des Schriftstellers, abgebrannt.
Unser Englischlehrer, Franz-Josef Helten, hat bei der allfälligen britischen Landeskunde am Carl-Humann-Gymnasium in Essen immer davor gewarnt, sich den Golfstrom wie Badewannenwasser vorzustellen. Aber genau so startet er hier. Bimini liegt direkt am Golfstrom, der sich aus dem Golf (daher: Golfstrom) von Mexiko zwischen Florida und Bimini hindurchpresst. Was den ein oder anderen Piraten hier auf der Insel sein Domizil suchen ließ. Denn für Kolumbus und Konsorten war der Golfstrom der one and only Highway zurück in die alte Welt. Also mussten sie alle hier vorbei.
So gehe ich zur Feier des Tages und mangels größerer Entfernungen zweimal in den Badewannen-Golfstrom. Einmal wild, einmal wieder zurück in der Hilton-Kohorte. Wo die Beach-Musik auch „Havanna ooh-na-na“ nicht auslässt. Was den Bogen zum Beginn der ersten Hälfte dieser Tour schließt: Drei grandiose Wochen bin ich jetzt in der Karibik unterwegs. Die Strände überall ein Traum. Armut überall präsent. Jede Insel, jedes Land eine Welt für sich. Inselwelten.

Miri und ich treffen etwa zeitgleich in Miami ein. Bis ich vom Hafen zum Flughafen geradelt bin, hat Miri immer noch nicht ihr Gepäck: der Karton mit dem Brompton und einigem, was sie noch hineingesteckt hat. Wir texten hin und her, bis wir uns endlich sehen. Das Gepäck wird heute gar nicht mehr kommen. Es soll morgen nachreisen, heißt es schließlich. Hoffentlich. Im Karton ist auch ein bisschen Nachschub für mich. Zum Beispiel eine neue Gallseife. Bei meinem Minimalgepäck, mit dem ich sehr zufrieden bin, wasche ich täglich ein bis zwei Mal. Mir fehlen nur meine Reiseslipper. Auch die sind im Karton.


Rostiges Mietrad vor rosa Bank, Bimini, Bahamas
Rostiges Mietrad vor rosa Bank


Die Florida-Tage der Tour bei YouTube


Videos und Fotos der Florida-Tage der Tour zu Musik in acht Minuten.
(Evtl. nur) hier direkt bei YouTube zu sehen.


Miri mit dem Mietrad: Shark Valley in den Everglades Alligator-Alarm: Mindestabstand nicht zu halten
Samstag, 3. November 2018: Miami - Auto - Everglades: Shark Valley - Auto - Tampa (34 km)

Die Frühmesse in St. Michael the Archangel ist sehr viel leerer als vorgestern an Allerheiligen. Dafür ist Miri an meiner Seite. Noch müssen wir uns getrennt fortbewegen: sie läuft, ich radle. Frühstück in einer Bäckerei. Auch da alles auf Spanisch.
Ich radle zur Autovermietung am Flughafen. Ein Riesenrund mit allem, was Autos verleiht. Ich hatte in Deutschland bei Dollar gebucht. Die einfachste Kategorie mit Drop-Off in Tampa. Dort legt unser Kreuzfahrtschiff ab. Mietwagen ist die einfachste und schnellste Möglichkeit dort hinzukommen. Zumal unter den neuen Bedingungen: Miri bekommt eine SMS, dass ihr Radpaket heute um 17 Uhr am Flughafen abgeholt werden kann.
Am Dollar-Desk höre ich neben mir, dass Dollar praktisch keine Wagen mehr dahat. Billigstes Angebot: 150 Dollar. Unser Glück ist doppelt: weil wir früh gebucht haben, zahlen wir sehr viel weniger und weil fast keine Autos da sind, bekommen wir einen riesigen SUV: Chrysler Pacifica. Es dauert etwas, bis ich die Gangschaltung finde. Und bis ich begreife, dass, solange der Autoschlüssel in der Nähe des Autos ist, der Wagen nicht abgeschlossen ist.
Wohin sollen wir fahren, bis das Gepäck da ist? Das Wetter ist zu schlecht für den Strand. Bleibt der Krokodil-Radweg in den Everglades. Sechzig Kilometer Richtung Westen. Eigentlich liegt er auf dem Weg nach Tampa, wo wir heute hinwollen. Aber wegen des Gepäcks müssen wir nachher leider wieder zurück nach Miami.


Schildkröte, Shark Valley, Everglades
Schildkröte

Heuschrecken, Shark Valley, Everglades
Liebe in den Everglades

Vogel, Shark Valley, Everglades
Viele Vögel...

Alligator am Radweg, Shark Valley, Everglades
...und Krokodile am Radweg

Alligator und Radler auf Radweg, Shark Valley, Everglades
Empfohlener Mindestabstand: fünf Meter

Alligator im Sumpf, Shark Valley, Everglades
Alligator im Sumpf

Chris on the Brompton, Shark Valley, Everglades
Chris on the Brompton


Happy Miri: Bike just arrivedIm Shark Valley Visitor Center, mitten in den Everglades, können wir ein Rad zu unserm Faltrad dazumieten (Foto oben links). Die meisten Touristen sind mit den eigenen Rädern am Start, das sie mit ihren großen Wagen mitgebracht haben. Der 24-Kilometer-Parcours führt zu einem Aussichtsturm. Erst sehen wir eine kleine Schildkröte, Heuschrecken und Reiher. Dann brütet ein Krokodil im Wasser direkt neben dem asphaltierten Radweg. Schließlich Alligator-Alarm: ein Krokodil wartet mit der Schnauze auf dem Asphalt auf sein nächstes Opfer (Fotos oben). Fünf Meter Abstand empfiehlt der Park-Ranger zu jedem Krokodil. Doch so breit ist der Weg gar nicht. Mission impossible. Zum Glück: Das Urvieh zuckt nicht.
Zurück in Miami bin ich zu müde zum Essen. Ich schlafe im Laderaum unserer Limousine (Foto unten). Noch gut 400 Kilometer Autofahrt liegen vor uns. Dann heißt es lucky us: Miri bekommt am Iberia-Schalter ihr Paket und rollt damit zum Mietwagen (Foto rechts). Alles drin. Rad heil. Die beiden Rad-Kartons können wir bis zum Rückflug bei unserem Vermieter in Laufnähe zum Flughafen lassen.
Ein Extra-Toll-Pass für alle denkbaren Straßengebühren in Florida hat noch einmal elf Dollar gekostet. Aber so können wir über die Schnellstraßen Richtung Nordwesten davonbrausen. Bald ist der Tempomat bei 70 Meilen eingestellt. So wie offenbar rund um uns herum auch. Der ganze Verkehr gleitet gleichmäßig durch die Nacht.
Erst an der Westküste von Florida tauchen wieder "Food Areas" auf. Wir testen Taco Bell. Lecker. Aber ein bisschen herunter gekommen. Kurz vor Mitternacht erreichen wir unser Airbnb in Tampa. Robert vermietet ein Zimmer in seiner Wohnung. Dass er von seinen Gästen erwartet, dass sie durch den Hintereingang kommen, hätte er noch etwas deutlicher schreiben sollen. So macht er uns schließlich vorne auf.


Brompton im SUV Chrysler Pacifica
Brompton im Mietwagen - auch mein Schlafplatz

Chrysler Pacifica und Brompton, Tampa Airport Car Rental
Brompton neben dem Mietwagen


Radeln auf dem Tampa Riverwalk Herz Jesu und Kreuzfahrt
Sonntag, 4. November 2018: Tampa (25 km) - Start Kreuzfahrt

Mietwagen-Rückgabe am Sonntagmorgen (Foto oben). Während Miri Waschmaschine und Trockner von Robert rotieren lässt. Die Tankstelle, die ich finde, ist unbemannt. Der Sprit für die 750 Kilometer, die wir mit unserm Schlitten hingelegt haben, kostet nur 40 Dollar. It's America.
Auf der Meeres- und Flusspromenade joggen Tampaerinnen und Tampaer (Foto links). Wir radeln zur "Sacred Heart Catholic Church" (eine Herz-Jesu-Kirche ist wohl immer katholisch....) in Downtown. Nach der ausführlichen Sonntagsmesse checken wir noch am Bahnhof die Möglichkeiten zur Weiterfahrt nach Ende unserer Kreuzfahrt in zwei Wochen: zwei Busse und zwei Züge fahren hier jeden Tag. einer der beiden Züge fährt nach West Palm Beach, ist aber heute mit einem alten Holzschild mit dem Label "LATE" markiert.
Bei Hooters, eine Restaurant-Kette, die besonders durch extrem sexy gekleidete, junge, weibliche Bedienung im Gedächtnis ihrer Kunden bleiben möchte, stärken wir uns für den Check-In zur Kreuzfahrt. Wir sehen, wie ein Auto nach dem andern unsere Co-Passagiere samt Gepäck ausspuckt. Das Publikum ist deutlich älter und weißer als bei unserer ersten Kreuzfahrt vor zwei Jahren mit Carnival.
Wider alle Skepsis als altgediente Individualreisende, haben wir die Kreuzfahrt damals sehr genossen. Diesmal ist die Kreuzfahrt zwei Wochen und damit doppelt so lang. Dazu hat sie vier Seetage. War der einzige Seetag damals noch mit Befürchtungen größter Langeweile besetzt, haben wir schnell den Wert für Akklimatisierung und Regeneration schätzen gelernt. Norwegian Cruise Line bietet außerdem an, Falträder mit an Bord zu nehmen. So entfällt das nervenaufreibende Ausleihen in jedem Hafen. Wenn die Räder tatsächlich mitkommen...


Fortsetzung hier:

Teil 4: Kreuzfahrt: Tampa - Karibik - Tampa (4.-18.11.2018)
Reggae, Rasta, Regenwald: mit fliegenden Fischen zu den Maya


Fortsetzung nach der Kreuzfahrt hier:

Carole (78) und Jim (80): unser Shuttle von Tampa nach Palm Beach Hit the Road, Jim!
Sonntag, 18. November 2018: Tampa - Auto - Palm Beach - Lake Worth (16 km)

...Rund zwei Stunden nach uns, haben auch Carole und Jim die Ausschiffung von der Norwegian Pearl und die Einreisekontrolle hinter sich. Die beiden Senioren mussten stundenlang stehen. Jetzt geht’s im Shuttle zum nahe gelegenen Dauerparkplatz. Und schon sitzen wir in ihrem roten SUV. Bekommen noch viel erzählt und erklärt. Eine kurzweilige Fahrt quer durch Florida. Mit Zwischenstopp bei McDonald’s. Bis Carole dort zum Aufbruch bläst: "Let's hit the road!"
Die Sonne geht schon fast unter, als wir über die Brücke von West Palm Beach nach Palm Beach fahren. Carole und Jim bestehen darauf, uns bis zum Meer, bis zur Küstenstraße A1A zu bringen (Foto links). Thanx a lot.


Ocean Blvd, Palm Beach
Ocean Blvd, Palm Beach

Offener Aston Martin vor Clock Tower, Ocean Blvd, Palm Beach
Clock Tower mit Aston Martin

Villa in Palm Beach, Ocean Blvd
Villa am Ocean Boulevard


Chris und Limou vor The Breakers Palm Beach So sind wir nur ein paar Meter entfernt vom legendären Hotel The Breakers. Hier wäre das Doppelzimmer heute ab 660 Dollar zu haben. Als junger, ahnungsloser Reporter bin ich mal mit Kameramann Yinon vor 25 Jahren hier untergebracht worden. Zum Erinnerungsfoto gesellt sich die Stretchlimou (Foto rechts).
Die Villen, teils mit eigenem Strandzugang, sind einmalig. Miri ruft den kleinen Unterschied zu den desaströsen Wohnverhältnissen, die wir vor ein paar Tagen in Colón/Panama erlebt haben, in Erinnerung. Dazu ringsherum die passenden Autos (Fotos oben).
Bald taucht ein mobiles Schild auf mit dem Hinweis: vom 20. bis 25. November (Thanksgiving...) ist die Uferstraße, der Ocean Boulevard, an dieser Stelle gesperrt. Donald Trump will das Fest in seiner Residenz- und Clubanlage Mar-a-Lago verbringen. Eine amerikanische XXL-Fahne weht auf dem Gelände (Foto unten). Die Einfahrt von der Seeseite her ist recht schlicht und nicht beschriftet. Die Straße führt an zwei Seiten um die Grundstücksmauer herum. Irgendwo steht ein Polizeiwagen.
Auf die Villen folgen größere Residenzen, Edel-Wohnanlagen. In einer kann ich das Wlan nutzen, um eine erschwingliche Unterkunft zu suchen. Lago Mar Motel bietet sich an. Nur ein paar Meter entfernt von meinem Wlan und von der Kneipenszene von Lake Worth.


Mar-a-Lago Club im Sonnenuntergang, Palm Beach
Trumps Winterresidenz Mar-a-Lago im Sonnenuntergang


Lake Worth Lagoon Das Leben der Reichen und der ewige Börek
Montag, 19. November 2018: Lake Worth - Miami Beach (108 km)

Lake Worth ist bekannt für einen tollen Strand. Den nutzen wir gleich mal zum Schwimmen. Etwas Wellen. Deshalb hängt wohl die gelbe Fahne. Aber alle hundert Meter wacht ein Lifeguard.
Die A1A bleibt heute unser treuer Begleiter. Links und rechts bebaut mit Villen oder Appartementblocks am Meer (Foto links), so geht es immerfort Richtung Süden. Die ultralange Halbinsel ist meist so schmal, dass nur Straße und Haus zwischen die beiden Meeresseiten passen. Das Leben der Reichen (Foto unten).
Mittagspause am Deerfield Beach. Wieder Schwimmen. Der Atlantik lockt den ganzen Tag. Es ist warm, nicht heiß, überwiegend sonnig.


Yellow Ferrari Cabrio, Strandpromenade Lauderdale Beach
Ferrari Cabrio, Strandpromenade Lauderdale Beach


Miri kämpft sich samt Brompton-Faltrad zum Strand durch bei Hillsboro Beach Eine Baustelle blockiert bei Hillsboro Beach die Straße. Eigentlich blockiert hier mehr der Bauarbeiter, der uns nicht durchfahren lässt. Wir weichen durchs Gebüsch auf den Strand aus (Foto rechts). Sehr mühsam. Drei Häuser weiter wage ich mich bei einer Edelvilla in den Garten, um über das Grundstück wieder zurück auf die Straße zu kommen. Ein Kind sieht mich. Alarmiert den Vater. Der lässt uns seinen Grund und Boden durchqueren. Schon sind wir wieder auf der Straße. Mitten in der Baustelle. Aber jenseits der Kontrolle.
Bei Fort Lauderdale ist die Halbinsel erstmal zu Ende. Ein großer Hafen mit einigen Kreuzfahrtschiffen schiebt sich dazwischen. Die A1A vereinigt sich landeinwärts mit der US 1 und führt unromantisch vielspurig direkt am Flughafen vorbei. Zurück am Meer auf einer neuen Halbinsel beginnt sogar ein Strandradweg. Bald sitzen wir mit Bier und Margarita an der Strandpromenade.
Hollywood, der nächste Badeort, bietet irgendwie irgendwo Wlan. Ich buche ein Zimmer in Miami Beach. South Beach. Eigentlich sind wir zu erschöpft für die restlichen Kilometer bis dorthin. Das merken wir erst, als der Börek, den Miri bei einem türkischen Restaurantimbiss bestellt, ewig nicht fertig wird. Und uns mehr Fahrt durch die Dunkelheit bereitet. Bei der wir immer auf der Suche nach dem Strandradweg bleiben. Den es aber nicht überall gibt. Schließlich sind wir mitten im Trubel des Art Deco Distrikts von Miami Beach. Aber zu kaputt, um damit was anzufangen. So wird es die erste Faltradetappe über hundert Kilometer. Möge es die letzte bleiben.


Lauderdale Harbours
Lauderdale Harbours

Miami Beach
Edelwolkenkratzer, Miami Beach


Miri & Chris cycling in Miami Beach Auf dem Commodore- und Cutler-Trail zu den Keys
Dienstag, 20. November 2018: Miami Beach - Miami - Florida City (66 km)

An den Jugendstilfassaden von Miami Beach entlang (Fotos links und unten) radeln wir zurück zur 17. Straße. Die führt zum venezianischen Weg über Wasser und Inseln nach Miami. Vor gut zwei Wochen habe ich das schon genossen. Jetzt ist auch Miri angetan. Schon bald erscheint die Skyline von Miami Downtown (Foto unten). Immer wieder wow.
Dort halten wir uns weitgehend auf der South Miami Avenue. Wollen jetzt ganz in den Süden von Florida und den USA auf die Inselkette der Keys. Key West werden wir wohl nicht mehr ganz erreichen können, wenn wir nicht weiterhin Hundert-Kilometer-Etappen fahren. Egal.
Erstmal erreichen wir Coconut Grove. Chicer Stadtteil von Miami. Anfang November war ich hier im Kino. Bei Tageslicht wirkt alles noch freundlicher. Nettes Straßencafé. Ich bin schon platt. Von gestern und wenig Schlaf.


Radlerin mit Helm vor Jugendstilgebäude in Miami Beach
Miri & Jugendstil

The Cardozo Hotel, South Beach, Miami
Cardozo Hotel, South Beach

Zufahrt auf das Royal Palm Hotel, Miami Beach
Zufahrt auf das Royal Palm Hotel

Collins Avenue, Miami Beach
Collins Avenue

Radlerin auf dem Venetian Way Richtung Miami Downtown
Auf dem Venetian Way Richtung Miami Downtown


Radweg-Schild: No. 1 - Commodore Trail South, Coconut Grove, Miami Direkt gegenüber vom Café ein Schild: Radweg 1 Richtung Süden (Foto rechts). Hier „Commodore Trail“. Versuchen wir mal. Anfänglich etwas unbefriedigend. Bald aber nett, meist schattig auf der linken Straßenseite verlaufend - ziemlich genau auf der Route, die wir nehmen wollten. Bald wird er zum „Old Cutler Trail“ und begleitet die „Old Cutler Road“ durch die Cutler Bay.
Auch wieder alles Villenviertel. Meist als Viertel ummauert. Viele Bäume. Teilweise im Neunzig-Grad-Winkel über den Radweg führend (Foto unten). Mittagspause schön gekühlt bei Sandwich mit Sandwich. Selbst die schließen übermorgen an Thanksgiving. Dann kommen ärmere Viertel. Alles ganz anders. Die Cutler Road endet an der US 1. Der Radweg hat sich schon länger verabschiedet.
Parallel zur US 1 ist der Old Dixie Highway zu einer Busstraße gemacht worden. Gigantische Haltestellen, wenige Busse. Die aber haben alle vorne ein Fahrradgestell. Und neben den Busspuren verläuft ein breiter Radweg. Führt uns fast bis zum Ziel. Unserm Holiday Inn Express mit Pool in Florida City, dem "Gateway" zu den Keys. Das Kino ist etwas zu weit weg. Feiern wir Miris Geburtstag im Hotelzimmer.


Radweg unter 90-Grad-Baum
Baum in 90 Grad gewachsen

Busstop 301 Dade-Monroe-Express
Busstop


Chris in the Bus: Dade-Monroe-Express Das Tolle der Tour und der Tropenhelm
Mittwoch, 21. November 2018: Florida City - Bus - Key Largo - Marathon (85 km)

Am Morgen die Entscheidung: Wir wollen doch noch die ganzen Keys bis zur Westspitze radeln. Dafür müssen wir 40 Kilometer von unserm Hotel in Florida City bis nach Key Largo mit dem Bus fahren. Laut Google Maps fährt Linie 301 (Haltestellen-Foto oben) genau die Strecke. Ohne anzuhalten. Dazwischen ist auch nichts. Die US 1 ist hier viel befahren, eingezäunt mit Randstreifen. Radlbar aber aus dem Bus heraus (Foto links) nicht sonderlich attraktiv.
Nicht sonderlich attraktiv zunächst auch der Radweg auf den Keys. Rund 90 der 106 Meilen seien fertig gestellt, heißt es auf der Homepage des "Florida Keys Overseas Heritage Trail". Eigentlich gibt es so über weite Strekcen zwei Radwege: ein markierter Randstreifen auf beiden Seiten der US 1 und dann noch mal ein Radweg in beide Richtungen, überwiegend auf der südlichen Seite der Straße.
Allerdings wechselt er gelegentlich die Straßenseite und so müssen wir immer wieder den unverändert heftigen Verkehr queren. Sehr unangenehm. Am besten fährt sich eigentlich dort, wo es noch den alten Highway aus Zeiten der Eisenbahnverbindung gibt. Eine Führung für Radfahrer durch Beschilderung gibt es gar nicht. Von dem „Florida Keys Overseas Heritage Trail“ sehen wir das erste Schild erst am späten Nachmittag. Überhaupt ist das Tolle der Tour zunächst nur auf der Karte und nicht im tosenden Verkehr zu erkennen: das 200 Kilometer lange schmale Inselband erschließt sich vor allem aus der Luft.


Cycling the Keys
Chris on the Keys

Robbie's, Islamorada
Robbie's, Islamorada

Brücke mit Lücke, The Keys, Florida
Brücke mit Lücke

Gecco, The Keys, Florida
Gecco...

Gecco auf dem Radweg
...auf dem Radweg

Edgewater Lodge, Overseas Highway, Layton, Florida
Pause an der Edgewater Lodge


Platten: Draht im Brompton-Mantel Mit den Brücken und schmaler werdenden Inseln gewinnt die Etappe zunehmend an Reiz. Am Fuß der langen Upper Matecumbe Key Bridge pausieren und baden wir. Die verschieden farbigen Geccos kommen nah heran. Immer wieder tauchen sie vor uns auf dem Radweg auf. Alle zwanzig Kilometer machen wir eine Pause. Die schönste ist die nächste an der netten Edgewater Lodge. Wieder am Fuß einer langen Brücke. Diesmal mit separater Heritage Trail Brücke (Fotos oben).
Dann eine Zwangspause. Ein kleiner Draht hat sich in Miris Hinterradmantel gebohrt (Foto rechts). Durch die vielen Platten zu Beginn meiner Tour, habe ich ausreichend Übung. Wir flicken das schnell. Als wir fast fertig sind, kommen Paige und Scott McLemore daher. Ihre grellen Helme sind noch umrundet von einem Tropenring der Marke DaBrim (Fotos unten). So sind sie mir schon heute Morgen aus dem Bus heraus aufgefallen. Die beiden Senioren sind als „Turtels to the Keys“ mit ihrem Blog bei "Crazy Guy On A Bike" präsent. Haben vor kurzem das Fernradeln rund um ihren Wohnort Orlando entdeckt. Wir radeln ein, zwei Kilometer gemeinsam, bevor sie es zum Zeltplatz für einen Thanksgiving-Ruhetag zieht. Wir übernachten im Zentrum des Örtchens Marathon im Coconut Cay Resort & Marina. Letzter nutzt Miri zu einem Abendbad (Foto unten). Und Morgenbad.


Paige McLemore mit Tropenextension am Helm
Mit Tropen-Fahrradhelm

Abendbad, Coconut Cay Resort & Marina
Abendbad, Coconut Cay Resort & Marina

Paige McLemore, Miri & Chris


Sonnenaufgang, Coconut Cay Resort & Marina Zehn Kilometer Rückenwind auf der Seven Mile Bridge
Donnerstag, 22. November 2018, Thanksgiving: Marathon - Key West (97 km)

Finale. Wir würden gern früh los. Aber Frühstück gibt’s erst um acht. Und das auch nur im Miniraum der Rezeption. Der ist entsprechend überfüllt von der Startsekunde an. Mit Bergen von Lebensmitteln und Plastik ziehen die Bewohner der Appartments von dannen. So auch wir. Zu unserer Sitzgruppe direkt an der Marina. An der ich schon die halbe Nacht gesessen habe (Fotos links und unten).
Als es um neun Uhr endlich losgehen soll, mache ich nach der Reifenpanne von gestern einen Routinegriff an Miris Hinterrad. Wieder platt. Das Rad landet auf dem Frühstückstisch (Foto unten). Knapp neben dem Drahtloch von gestern ein neues Loch. Wir finden zwar trotz penibler Suche keine Drahtreste mehr, aber vermutlich sind genau die verantwortlich.
Start also erst um zehn. Es ist ja auch Feiertag. Happy Thanksgiving. Happy Holiday. Für uns bedeutet das vor allem ein sehr begrenztes Shopping- und Restaurantangebot. Zuerst kommt aber mal die längste Brücke der Keys: der Name „Seven Miles“ ist Programm. Die parallele alte Eisenbahnbrücke ist gesperrt (Fotos unten). Wird gerade zu einem Radweg aufgemöbelt. Obwohl sie an mehreren Stellen unterbrochen ist. Bis zu einem Hurrikan in den dreißiger Jahren war die Eisenbahn die Verbindung der Inseln. Erst nach deren Verwüstung wurde der Overseas Highway gebaut. Auf dem also wir jetzt gemeinsam mit den Autos fahren. Auf den Brücken profitieren wir so richtig vom Ostwind. Gleiten mit 24, 25 Stundenkilometern dahin.
Pause auf dem riesigen Gelände der katholischen Kirchengemeinde von Big Pine Key. Das Kirchenhauptgebäude ist wegen Schäden durch Hurrikan Irma vor mehr als einem Jahr noch immer gesperrt. Ein Hahn an der Außenwand spendet uns Wasser.


Frühstück, Coconut Cay Resort & Marina
Frühstück vor dem eigenen Bungalow

Radreparatur auf dem Frühstückstisch
Radreparatur auf dem Frühstückstisch

Chris on the Folding-Bike auf der Seven Mile Bridge, The Keys, Florida
Seven Mile Bridge: zehn Kilometer Rückenwind

Florida Keys Overseas Heritage Trail
Florida Keys Overseas Heritage Trail

Sackgasse auf dem Overseas Trail, The Keys, Florida
Sackgasse auf dem Overseas Trail


Bäume wild gewachsen auf Overseas-Brücke Auch bei der zweiten Pause ist nur Wasser aus einem Gartenschlauch zu bekommen. Restaurants, Läden und Imbisse sind alle zu. Wie so oft bei starkem Rückenwind, macht sich die Ermüdung plötzlich bemerkbar, wenn man hält. Immerhin müssen wir heute nicht mehr ganz so oft die Straßenseite wechseln. Dafür mal wieder in einer Sackgasse über die Leitplanke klettern (Foto oben). Am frühen Nachmittag erreichen wir den Osten von Key West. Und dort auch unser Hotel.
Die Hotelpreise hier lassen an ostfriesische Inseln oder eher Sylt denken. In unserm Resort ist für uns erstmal Pause angesagt. Bevor wir uns zum Sonnenuntergang noch mal aufraffen zur Westspitze von Key West. Vorbei am (sicherlich nicht) „Southernmost Point“ der USA (so ziemlich alles bezeichnet sich hier als southernmost), Hemingways Haus (Foto unten) und Truman‘s Winter White House.
Auf dem Mailory Square ist trotz bescheidenem Sonnenuntergang (Foto unten) jede Menge los. Selbstdarsteller sammeln mit Feuer, Seil und Katzen Menschen um sich. Als wir uns in einem der vielen Lokale auf der obligatorischen Duval Street niederlassen, habe ich einen ziemlichen Einbruch. Und schleppe mich danach mühsam auf dem Faltrad sieben Kilometer zurück zum Hotelpool (Foto unten). Es sind eben heute doch wieder fast hundert Kilometer geworden.


The Ernest Hemingway Home and Museum, Key West
Ernest Hemingway Home and Museum

Sonnenuntergang auf Key West
Sonnenuntergang auf Key West

Best Western Key Ambassador Resort Inn
Best Western Key Ambassador Resort Inn


Brompton in der Ikea-Tasche von oben Eiseskälte in Terminal E
Freitag, 23. November 2018: Key West - Bus - Miami (25 km) - Flug...

Die Shuttle zum Flughafen Miami im Laufe des heutigen Tages sind alle ausgebucht. So müssen wir den Greyhoundbus am frühen Morgen nehmen. Von unserer Tour nach Detroit vor sechs Jahren wissen wir, dass Greyhound sehr etepetete bei der Fahrradverpackung ist. Damals mussten wir auf einen Mietwagen ausweichen. Auch heute haben wir nicht viel Verpackung zu bieten: Ikea- und Alditüte mit Decke (Foto links). Alles nur eine notdürftige Verpackung. Aber die Räder sind natürlich wesentlich kleiner. Der Dispatcher lässt Gnade walten. Bis Miami könne er das durchgehen lassen. Darüberhinaus gehe das so nicht. Weiter wollen wir ja auch nicht. Zumindest mit dem Bus.
Trotz Burgerking-Pause sind wir noch vor Fahrplanzeit am Flughafen in Miami. Wir wollen nochmal zum Strand. Bei Coconut Grove hoffen wir auf einen Zugang zum Wasser (Foto unten). Noch einmal radeln wir durch das vorstädtische Miami. Das System Faltrad kommt langsam an seine Grenzen. Verschiedene Gelenke schmerzen bei mir. Miri kann noch einmal ausgiebig schwimmen. Dann sammeln wir unsere Brompton-Kartons in unserm Ex-B&B ein.


David T. Kennedy Park: Blick Richtung Grove Isle


Miri verpackt das Brompton am Flughafen Miami Wir hatten den Iberia-Flug um 17.15 Uhr gebucht. Dass der auf 19.30 Uhr verlegt worden ist, hat man uns mitgeteilt. In der Flut überwiegend unsinniger Emails von Iberia taucht unvermittelt aber auch ein anderer Flug um 22.55 Uhr auf. Das bedeutet: Ankunft am Sonntag in Frankfurt um 18 Uhr statt ursprünglich halb zwölf. Und genau für diesen späten Flug werden wir beim Check-In eingecheckt. Keine Chance auf einen früheren Flug. Offenbar überbucht. Immerhin bekommen wir für den langen Flug durch die Nacht Plätze nebeneinander. Eigenartiger Weise konnte ich nur für Miri kostenlos Sitzplätze buchen. Für die Flüge, mit denen wir jetzt gar nicht mehr fliegen.
Wir können mit der restlichen Zeit nichts mehr anfangen. Draußen ist es dunkel. Die Räder eingecheckt (Foto rechts). Bleibt ein Abendessen bei Chef Creole. Etwa vier Stunden vor dem Beginn des Boarding sind wir im radikal unterkühlten Abflugterminal E. Hier kämpfen wir wie viele andere mit Pullovern, Jacken und Decken gegen den eisigen Irrsinn der amerikanischen Energieverschwendung (Foto unten). Und sind erstaunlicherweise bis zum Abflug nicht erfroren.


Miri schläft am Flughafen Miami
Schlaf bei Eiseskälte: Miri at Miami Airport


Madrid Flughafen: Dachkonstruktion Die inspizierten Fahrradkartons
Samstag, 24. November 2018: ... Madrid - Flug - Frankfurt - Zug - Mainz

Der Kurzaufenthalt am Flughafen Madrid (Foto links) ist dann wesentlich angenehmer. Einzige Überraschung in Frankfurt: die Amerikaner haben die Fahrradkartons noch einmal geöffnet, ein entsprechendes Faltblatt hinterlassen und die Kartons wieder zugeklebt (Foto unten). Alles ist da. Nur zum Nachhauseradeln vom Flughafen aus ist es jetzt am Abend zu kalt, zu nass, zu dunkel. Welcome to Germany.


Die ersten Teile hier:

Teil 1: Kuba: Varadero - Havanna - Vinales (14.-22.10.2018)
Mit Ostwind über die Via Blanca und Carretera Panamericana

Teil 2: Trinidad & Tobago, Grenada, St. Vincent (22.-31.10.2018)
Insel-Hopping mit Caribbean Airlines vor der Küste Venezuelas


Finale: Brompton-Karton in Frankfurt
Finale: Brompton-Karton in Frankfurt


Route Florida & Bahamas



Dicke Linien = Rad-Routen; dünne Linien = Fahrten mit Fähre, Bus, Auto

Chris on the Bike Tour 96: Karibik II: Havanna - Miami auf Instagram
Die Tour auf Instagram


Route Karibik II: Havanna - Miami

Karte Chris on the Bike Tour 96: Havanna - Miami

Lila = Kuba; Rot = Florida & Bahamas; Orange = Trinidad & Nachbarinseln; Gelb = Kreuzfahrt


Etappen Havanna - Miami (15.10.-23.11.2018)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 15.10.2018 Havanna/Kuba Bus - Varadero - Marina Varadero Varadero 39
2. 16.10.2018 Varadero Matanzas Playa Jibacoa 93
3. 17.10.2018 Playa Jibacoa Casa Blanca - Fähre Havanna 60
4. 18.10.2018 Havanna Mariel La Boca 55
5. 19.10.2018 Mariel La Boca Bahía Honda 58
6. 20.10.2018 Bahía Honda La Palma Viñales 83
7. 21.10.2018 Viñales Bus Havanna 47
8. 22.10.2018 Havanna/Kuba Flug - Miami/USA - Flug Piarco/Trinidad 4
9. 23.10.2018 Piarco/Trinidad 7
10. 24.10.2018 Piarco/Trinidad Flug Calliste/Grenada 6
11. 25.10.2018 Calliste/Grenada St. George‘s - Concord Waterfall - St. George‘s Calliste/Grenada 54
12. 26.10.2018 Calliste/Grenada Flug - Piarco/Trinidad - Flug - Argyle/St. Vincent Cedars 9
13. 27.10.2018 Cedars Kingstown Cedars 54
14. 28.10.2018 Cedars Argyle/St. Vincent - Flug - Piarco/Trinidad - Flug Crown Point/Tobago 9
15. 29.10.2018 Crown Point/Tobago Plymouth - Scarborough Crown Point/Tobago 41
16. 30.10.2018 Crown Point/Tobago 13
17. 31.10.2018 Crown Point/Tobago Flug - Piarco/Trinidad - Flug - Fort Lauderdale - Zug Miami/USA 4
18. 1.11.2018 Miami Miami Beach Miami 68
19. 2.11.2018 Miami Fähre - Bimini/Bahamas - Fähre Miami 48
20. 3.11.2018 Miami Auto - Everglades: Shark Valley - Auto Tampa 34
21. 4.11.2018 Tampa/USA Start Kreuzfahrt 25
22. 5.11.2018 Seetag
23. 6.11.2018 George Town/Grand Cayman West Bay George Town/Grand Cayman 47
24. 7.11.2018 Falmouth/Jamaika Shuttle - Montego Bay - Shuttle Falmouth/Jamaika 1
25. 8.11.2018 Seetag
26. 9.11.2018 Santa Marta/Kolumbien Taganga - Santa Marta - Gaira Santa Marta/Kolumbien 27
27. 10.11.2018 Cartagena/Kolumbien Castillogrande Cartagena/Kolumbien 27
28. 11.11.2018 Colón/Panama 6
29. 12.11.2018 Puerto Limón/Costa Rica Cahuita Puerto Limón/Costa Rica 93
30. 13.11.2018 Seetag
31. 14.11.2018 Harvest Caye/Belize Fähre - Placencia - Maya Beach - Placencia - Fähre Harvest Caye/Belize 33
32. 15.11.2018 Santo Tomas d. C./Guatemala Las Escobas - Santo Tomas d. C. - Puerto Barrios Santo Tomas d. C./Guatemala 38
33. 16.11.2018 Costa Maya/Mexiko Taxi - Chacchoben - Mahahual Costa Maya/Mexiko 80
34. 17.11.2018 Seetag
35. 18.11.2018 Tampa/USA Auto - Palm Beach Lake Worth 16
36. 19.11.2018 Lake Worth Miami Beach 108
37. 20.11.2018 Miami Beach Miami Florida City 66
38. 21.11.2018 Florida City Bus - Key Largo Marathon 85
39. 22.11.2018 Marathon Key West 97
40. 23.11.2018 Key West Bus Miami/USA 25
Summe 1560

Miri & Chris in Miami Beach
Miami Beach


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