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Prolog-Premiere: verpackte
Räder
Samstag, 2. September
2006: Flug Frankfurt - Moskau - Taschkent In der länglichen
Warteschlange für Aeroflot-Flug SU106, ein Kürzel, das immer noch an
sowjetische Zeiten erinnert, sorgen wir für erstklassige Unterhaltung. Wir
verpacken unsere Räder fluggerecht. Variante 1: In eine riesige, 2 cm
dicke Plastikplane, die Andrea (Danke, Andrea!) hinter dem Büro-Kopierer
gefunden hat und die wir im Gelben Sack unterm Arm zum Flughafen befördert
haben. Variante 2: Mit 120 m Frischhaltefolie, die ich x-fach um das
Fahrrad herumlaufend abrolle bzw. unten drunter durchschiebe. Als wir
uns nach einer Stunde Artistik bis zum Schalter vorgeschoben haben, ist es
fast geschafft. Die Flughafen-Mitarbeiter bemerken genauso wenig wie ich,
dass ich um das überflüssige gleichwohl stetig verlangte Entlüften der
Reifen herumkomme. Das Ganze sieht gar nicht mal total amateurhaft aus
(Foto rechts: linkes Fahrrad in Frischhaltefolie, rechtes Fahrrad in
Kopierer-Plastik, Koffer nicht von uns -do not leave your luggage
unattended- oben links Miri). Anstandslos werden beide Räder eingecheckt.
Ohne Waage, ohne Aufpreis. Der enge Abflug- bzw. Transit-Bereich in
Moskaus Flughafen Sheremetsevo 2 ist reichlich voll. Da nützen auch die
über die Bildschirm flimmernden Animationen vom Neubau Sheremetsevo 3
wenig, dessen Rohbau wir bei der Busfahrt übers Rollfeld in der diesigen
Ferne erahnen. Wir machen es uns auf einer Treppe gemütlich. Mein Versuch,
einen Prospekt über das Geländer gleiten zu lassen, gelingt über Erwarten
gut und haut daher leider eine unten angelehnte Krücke weg, die sofort von
einem hilfsbereiten Menschen wieder aufgestellt wird (ohne nach dem
Verursacher Ausschau zu halten). Beim Weiterflug von Moskau nach Taschkent
bietet die Tupolew recht bescheidenen Sitzkomfort...
Sonntag, 3. September
2006: Taxifahrt Taschkent - Samarkand ...schlimmer ist nur noch
die Weiterfahrt mit dem Auto, das wir über unser bewährtes Bahodir-Hostel
in Samarkand telefonisch (weil weder Email noch Fax von Bahodirs
Visitenkarte funktionierten) für 4:30 Uhr an den Flughafen beordert haben.
Um 4:35 Uhr verlassen wir tatsächlich den Terminal, 70 Minuten nach der
Landung. Die Zwischenzeit ging drauf mit Bus, Passkontrolle,
Devisenerklärung, Warten aufs Gepäck in zentralasiatischem
Tempo. Eigentlich hatten wir Adil erwartet, der uns im letzten Jahr
samt Rädern zum Flughafen transportiert hat. Stattdessen steht Hatim mit
einem "Kris"-Schild vor uns. Nachdem wir die Fahrräder in ihrer inzwischen
leicht lädierten Verpackung (wobei die Frischhaltefolie keineswegs
schlecht abschneidet) über den gesamten Flughafen-Parkplatz (Hatim hat
halt außerhalb geparkt) geschleift haben, entpuppt sich Hatims Kofferraum
dank eines eingebauten Tanks als relativ schmal, was den Radtransport nach
Samarkand nicht gerade erleichtert. Wir entpacken die Vorderräder, die
Folie polstert die Rahmen, die Expander halten alles zusammen (Foto links
bei der Ankunft in Samarkand), schon brausen wir in der aufgehenden Sonne
durch Baumwollfelder in den Süden. Müssen, weil ein Zipfel Kasachstan die
alte, direkt verlaufende sowjetische Motor-Straße blockiert, einen Umweg
über Gullistan fahren, bis schließlich die braunen, kahlen Berge beginnen.
Dann erscheint die blau gekachelte Skyline von Samarkand, der großen,
weiten Stadt.
Im Hostel Bahodir bekommen
wir das gleiche Zimmer wie im Vorjahr und sitzen gleich beim Frühstück
wieder mitten unter Travellern aus allen Himmelsrichtungen. Um uns an die
Zeitumstellung zu gewöhnen, stürzen wir uns trotz Müdigkeit auf die schon
am Vormittag heißen Straßen von Samarkand. Zunächst zur
russisch-orthodoxen Kirche, einer Kathedrale, vor der Bettler auf
Gottesdienstbesucher warten, während drinnen etwa zehn Frauen aufmerksam
der Predigt des jungen Popen lauschen. Dann zum 11-Uhr-Gottesdienst in der
römisch-katholischen Kirche, wo ein polnischer Franziskaner auf Russisch
zelebriert, uns zuvor mit englischen Messtexten versorgt, um dann beim
Kommunionempfang unmittelbar vor Empfang der eingetauchten Hostie zu
fragen: "Are you Catholic?" Eine französische Jugendgruppe der Points-Coeurs singt dafür
noch schöner als zuvor die russich-orthodoxen Frauen. Zwei der Franzosen,
Yoann Proteau und Emmanuel Grossetête, haben ihre Weltumradlung
weitgehend hinter sich und befinden sich auf der Heimfahrt über die
Seidenstraße. Vom kirgisisch-chinesischen Irkeshtam-Pass, über den wir
fahren wollen, können sie nur Gutes berichten, abgesehen davon, dass ihnen
einige deutsche Radler begegnet seien. Den Rest des
Akklimatisierungs-Tages verbringen wir mit Räder-flott-machen und
Wäsche-waschen. Beim Abendessen lernen wir ein Paar aus Barcelona kennen.
Wegen verbreiteter Diarrhoe mussten sie ihre Besteigung des - so sein
neuster Name - "Pik Unabhängigkeit" (tadschikisch Qullai Istiqlol), 7134 m
hoch, abbrechen. Er ist immer noch sehr viel bekannter unter seinem
früheren Namen "Pik Lenin", genauer "Pik Lenina". Er und der Muztag Ata in
China, 7546 m, gelten als die "leichtesten" Siebentausender.
Bei den alten Sogdiern
Montag, 4. September
2006: Samarkand - Grenze Usbekistan/Tadschikistan - Pendschikent (71
km) Wir lassen es langsam angehen. Schließlich sind es nur 70 km
bis zum Tagesziel Pendschikent. Dazwischen liegt allerdings die
usbekisch-tadschikische Grenzstation. Nach dem Abschiedsbild vom Registan
(Foto links) finden wir am Ortsausgang von Samarkand eine Autowerkstatt,
in der das Werks-Team aus einem Metallstreifen einen Aufhänger für Miris
Satteltasche modelliert, nachdem der umgedrehte, frisch erworbene
Baumarkt-Handtuchhalter den Flugtransport nicht überstanden hat. Nur
unsere Kinder-Countries, die wir als Dankeschön dalassen, finden die
Handwerker ein bisschen komisch. Sogar mein Fahrrad-Computer
CicloMaster 434 hat sich spontan entschieden, wieder zu funktionieren, was
er über die letzten Wochen in Europa standhaft verweigerte. So können wir
erstmals die Höhenmeter auf unserer Tour verfolgen, was ganz hilfreich
beim Harren auf einen Gipfel sein könnte. Heute kommen auf die Höhe von
Samarkand, 725 m, nur rund 300 Meter drauf.
Nach zwei Dritteln der
Strecke erwarten uns an der noch jungen Grenzstation Abfertigungsgebäude
und ein überdachter Auto-Kontrollplatz der Usbeken. Ein Scanner wandelt
die Hauptseite der Reisepässe in eine Video-Datei. Danach werden unsere
Namen auf einer Liste handschriftlich verewigt, bevor eine Frau unsere
Daten noch einmal in einen Computer eingibt. Schließlich setzt sie den
Ausreisestempel. Rund 25 Meter weiter haben die Tadschiken zwischen
zwei Schranken nur ein paar Holz-Container stehen. Ruckzuck bekomme ich
zwei, Miri einen Stempel in den Pass. Die Zöllnerin im zweiten Container
spricht besser Deutsch als ich Russisch. Im dritten Container weint eine
Frau mit usbekischem Pass. Vor ihr liegt ein "Protokol" und ein in
Taschentücher gewickeltes Päckchen in Größe eines Geldscheinbündels. Mehr
können wir nicht in Erfahrung bringen.
Bei unserer ersten
tadschikischen Pause schenkt uns eine Bäuerin mehrfach Weintrauben. In
Pendschikent (alias Pendjikent, Pendzhikent, Pandschakent, Pandzhikent,
Panchekanth) checken wir im Intourist-Hotel ein. Eine einst sehr schön
angelegte weite Garten-Anlage, die nicht ganz so heruntergekommen ist, wie
es der Lonely Planet schildert. Nachmittags und nachts ohne fließend
Wasser, dafür dürfen wir die Räder über den abgewetzten roten Teppich in
unseren Bungalow rollen. Wir raffen uns noch auf zur Besichtigung der
Ruinenstätte von Pendschikent. Wir finden sie mit Hilfe von ein paar
Jungen (Foto rechts ihr weibliches Pendant), die darin wohl geübt sind,
aber kein Geld verlangen. Die Ausgrabungen selbst sind enttäuschend (Foto
links), weil die zerfallenden Lehmruinen der Sogdier aus dem 5. bis 8. Jh.
kaum etwas erkennen lassen. Unsere Räder wirbeln viel Staub auf. Zurück am
Eingang ist inzwischen der Direktor oder Betreuer des Museums, Ismatullo
Rachmotullojew, eingetroffen. Er öffnet uns den kleinen Ausstellungsraum,
in dem vor allem Wandmalereien zu sehen sind. Die Originale werden in
Tashkent und St. Petersburg gezeigt. Ich kann den "Direktor" mit einem
Spiegel-Artikel erfreuen, der im Wesentlichen aus seinen Zitaten und nicht
gekennzeichneten Informationen aus dem DuMont Zentralasian besteht.
Serafschan-Tal
Dienstag, 5. September
2006: Pendschikent - Serafschan-Tal - Ayni (102 km) Es erinnert an
das Jordan-Tal. Ein breiter grüner Streifen, der Fluss dazwischen eher zu
ahnen als zu sehen, umgeben von kahlen gelben Hügelketten. So präsentiert
sich das Serafschan-Tal (alias Zerafshan, Zeravshan, Zarafshan,
Zarawschan) von Pendschikent an eine ganze Weile. Und eben wunderschön.
Die Straße mutiert gelegentlich zur Schotterpiste, vor allem an den
Brücken, die wir im enger werdenden Tal immer häufiger queren müssen. Bald
birgt das Tal nur noch den Fluss Serafschan. Die Straße führt über die
Berge mit bestem Blick auf die engen Flusswindungen. Dann wird auch die
Besiedlung und Bewirtschaftung weniger. Kaum noch Dächer, die mit
Apfelstücken zum Trocknen belegt sind. Die Lage von Ayni, unserem
heutigen Ziel, ist auf den verschiedenen Karten nicht richtig auszumachen.
Zunächst taucht der Ort linker Hand auf, reicht gerade an die Kreuzung mit
der tadschikischen Nord-Süd-Verbindung heran. An der Kreuzung selber
Militär und ein paar Geschäfte. Ein Hotel soll es weiter südwärts geben.
Tatsächlich: nach ein paar hundert Metern liegt linker Hand der
bescheidene Flughafen von Ayni. Dahinter beginnt der Ort von Neuem.
Nicht mehr im Tal sondern ein paar Meter oberhalb. Auch hier fragen wir
wieder nach einem Hotel. Ein Mann lässt seinen Sohn zunächst mal sein
defektes Fahrrad holen. Ich soll es reparieren. Die Gangschaltung
funktioniert gar nicht. Sie sieht sehr chinesisch aus. Ich ziehe die
Schaltzüge an und schon lässt sich ein bisschen hin und her schalten.
Manchmal dreht aber auch alles durch. Ein Fahrrad mit Leerlauf, wie sich
herausstellt.
Eine Unterkunft sollen wir
weiter Richtung Süden finden. Noch bevor wir wieder eine Ortsgrenze
erreicht haben, begegnet uns ein UN-Jeep. Ich versuche halbherzig ihn zu
stoppen, nach ein paar Minuten kommt er tatsächlich zurück. Ein
tadschikischer UN-Mitarbeiter stellt uns vor die Alternative: Gästehaus
der Welthungerhilfe, deren "german-agro-action"-Schilder an den
verschiedenen Projekten, besonders Wasser-Gräben, uns seit Pendschikent
treu begleitet haben, oder ein privater "Homestay" in einer kleinen
Seitengasse. Wir entscheiden uns für Letzteres. Und radeln dazu in den
dritten Ortsteil von Ayni. Finden dort das Haus, das von außen nicht als
Herberge zu erkennen ist: ein großes Herrenhaus umgeben von einem Hof, der
wiederum von kleineren Gebäuden umrandet ist. Während das Haus mit
riesigen leeren Sälen aufwartet, befinden sich Sauna, Bad, Bäckerei etc.
in den Außengebäuden. In unserm riesigen Zimmer fühlen wir uns unter einem
Berg sauberer Bettwäsche weit wohler in dieser klaren Nacht auf etwa 1400
m Höhe als die Nacht zuvor in dem alten Hotel von Pendschikent. Und noch
viel, viel wohler als in der kommenden Nacht...
Auf den Ansob
Mittwoch, 6. September
2006: Ayni - Ansob-Pass (3373 m) (77 km) Im oberen Hauptsaal wird
das Frühstück aufgetragen: ein Gemisch aus Pommes Frites, Erbsen,
Teigtaschen, Eiern. Wir brauchen viel Power. Heute soll es auf 3373 m
gehen. Im August haben wir trainiert auf der Großglockner-Hochalpenstraße
und erreichten dort unser bisheriges all-time-high von 2504 m. Heute also
fast tausend Meter höher. Zu den erwarteten Höhenmetern gesellen sich
noch ein paar zusätzliche, da die Straße zu Beginn auf und ab führt.
Wieder weil das Tal recht eng ist. Und schon sehr einsam wirkt.
Überraschend taucht - im Widerspruch zu manchen Karten - nach 20 km der
Ort Serafschan auf der rechten Seite auf. Kurz zuvor führt eine Straße
links ab. Sie führt aber nicht zum See Iskander-Kul. Der Abzweig zu diesem
touristischen Highlight folgt erst, nachdem die Hauptstraße nach links
gedreht hat, dort wo der auf mancher Karte zu findende Ort Rabot ein
Phantom bleibt. Auf den auf 2400 m gelegenen See müssen wir leider
verzichten. Schon jetzt bedaure ich, den Zeitplan durch die Festlegung des
kirgisischen Visums so eng gezogen zu haben. Andererseits haben wir in den
zwei, drei Tagen Fahrt schon so viel spektakuläre Natur gesehen... Und es
geht stetig weiter. Mit ein paar Spitzkehren steigt die Straße von 1800
auf 2000 m, wo sie sich zunächst in einem langen Talkessel entlangzieht,
um sich dann wieder durch eine Schlucht zu schlängeln. Am Ende des
Örtchens Ansob (bzw. Anzob) beginnt der eigentliche Anstieg auf den
Ansob-Pass. Uns ist nur nicht klar, dass dieser Ort, in dem wir mehr
zufällig Wasser und Lebensmittel tanken, bereits Ansob ist. Stattdessen
treibt uns die Verheißung dieses Ortes stetig voran. Auf stetig schlechter
werdender Strecke. An einer Stelle teilt sich die Straße an einem steilen
Teilstück. Wir zögern eine Weile, fragen Leute, bevor sich nach mühseliger
Fahrt die zwei Zweige bald wieder vereinen. Langsam gerät die Straße in
den Schatten. Wir sind auf 2800 m, 2900 m - laut barometrischem
Höhenmesser. Noch einmal sehen wir Häuser auf der rechten Seite: sie sehen
mehr nach Ruinen aus, obwohl auch Fahrer dort halten. Ein paar Meter
weiter ein Bauwagen mit zwei Männern. Sollen wir bei denen übernachten?
Wir haben keine Ahnung, wann die nächste Unterkunft kommt und ob wir es
heute noch auf den Pass schaffen. Denken daran, zur Not uns hierher
zurückrollen zu lassen. Dann eine letzte rudimentäre Ruine am Straßenrand.
Auch sie könnte ein Notlager hergeben. Weiter.
Während Miri voranradelt,
fällt mir jeder Meter schwerer, ich steige vom Rad, pausiere kurz,
schiebe, blicke gebannt auf den Höhenmesser: bis 3000 m will ich
durchhalten. Dann merke ich dass ich wanke, mir wird übel, alles im Kopf
dreht sich, es geht keinen Schritt weiter. Mir ist zum Heulen. Wir setzen
uns an den Straßenrand. Ich könnte nicht mal mehr aufstehen. Ich spüre
oder hoffe es vielleicht nur: der Körper braucht Zeit, sich an die Höhe zu
gewöhnen. Und dann beginnt der Kampf mit dem Kopf. Während ich kräftig
atme. Ich denke an kritische Momente beim Laufen, beim Radeln. Und wie
sich die Situation wieder besserte. Iiiirgendwann wird es immer besser.
Warten. Denken. Motivieren. So hocken wir da. Mindestens eine halbe
Stunde. Die Sonne geht unter. Es wird dunkel. Es wird kälter. Und dann
stehe ich auf. Gehe. Klappe mit einem Tritt den Ständer zur Seite. Und
schiebe. Es sind vier oder fünf km bis zur Passhöhe. Und 400 oder 500
Höhenmeter. Ich teile den Weg mental in lauter kleine Portionen: zwei
mal von unserer Mainzer Wohnung zum Hauptbahnhof und zurück. Hier
allerdings mit zehn Prozent Steigung. Spätestens nach jeder dieser
Mini-Etappen müssen wir eine Pause machen. Zum Glück geht es Miri gut,
auch wenn sie die Dunkelheit nicht gerade liebt, durch die sich mit lautem
Heulen die LKW neben uns hochquälen. Und stetig arbeitet mein Kopf,
entwirft Ekstase-Szenarien, die mich nach vorne treiben. Kann kaum noch
vernünftige Sätze sprechen. Und plötzlich sind wir ganz oben. Die
allerletzten Meter sind geschenkt: die Strecke ist ein paar hundert Meter
kürzer als erwartet und der Höhenmesser steigt auch nicht auf die
offizielle Höhe von 3373 m. Wir sind da. Rollen aus dem Bergschatten auf
den Mond beschienenen Pass.
Drei, vier Häuser stehen
hier rum. In einem Fenster brennt Licht. Mirjam stürzt sofort darauf zu.
Ich fühle mich mehr nach einer Abfahrt. Miri ist nicht zu bremsen. Auf
unsere anscheinend deplatzierte Frage, wo hier ein Hotel sei, antwortet
der Mann in der Tür mit einem unglaublichen: "JA." In dem
Zwei-Zimmer-Haus sollen wir den größeren Raum bekommen, der außer ein paar
auf dem Boden liegende Decken völlig leer ist. Im andern Raum, der Küche,
drängen sich drei Jungen und vier Männer. Der Vater der Kinder ist
Betreuer der Meterologie-Station, die neben dem Haus steht. Drei Männer
sind auf der Durchreise, Viehwirtschafts-Kontrolleure, so weit wir
verstehen. Sie bieten auch uns etwas zu essen an. Ich lehne mit Verweis
auf meine Übelkeit dankend ab, auch wenn es mir längst wieder ganz gut
geht. Miri lässt sich erweichen mit einem ekeligen Löffel Dosenfleisch,
das uns zu Ehren in den Kochtopf wanderte, zu essen. Wirklich klasse
dagegen ist die lange Honig-Melone, die einer der Männer liebevoll (und
sehr hygienisch) in kleine Stücke schneidet. Uns zieht es ziemlich
schnell aufs Nachtlager. Ein paar Decken bekommen wir zugeteilt, der Rest
bleibt in der Ecke liegen, wo wir uns bedienen. So gehen die andern leider
leer aus, als der Vater später noch ein paar in die Küche holen
möchte. Kaum liegen wir auf dem harten aber warmen Untergrund, beginnen
die Mäuse zu tanzen. Im Gebälk über uns. Früher oder später raschelt es
auch in unserm Zimmer. Das ganze Haus steckt voller Ungeziefer. Wir sind
reichlich müde. Schrecken dennoch immer wieder aus dem Schlaf. Gegen halb
drei piept ein Wecker. Ohne Unterlass. Obwohl er im Nachbarraum steht, wo
die andern schlafen, nervt er auch uns. Irgendwann hat Miri genug, geht
ins Nachbarzimmer und stoppt den Wecker inmitten der schlafenden Kinder
und ihrem Vater. Drei Stunden später ist wieder Mess-Alarm in der Station.
Diesmal wacht der Vater auf. Die Mess-Werte verbreitet er danach lautstark
auf Russisch via Telefon in die weite Welt.
Auf dem Ansob-Pass (3373 m)
Geräderte Radler
Donnerstag, 7. September
2006: Ansob-Pass (3373 m) - Duschanbe (90 km) Wir fühlen uns
gerädert. Als eine Maus über meinen Schlafsack klettert, erleichtert das
das Aufstehen ungemein. Schnell alles zusammenpacken. Dankend das
Frühstück ablehnen. Das Dosenfleisch murrt schon etwas in Miris Magen.
Aber nicht ohne ein paar Fotos an diesem höchsten Punkt: Der Vater und
seine drei Söhne (Foto links), die Meteorologie-Station, mit
amerikanischen Instrumenten, die automatisch abgelesen werden und die
Pass-Höhe: ein Blick zurück und eine fantastische Abfahrt Richtung
Duschanbe. Die Straße ist zwar so schlecht, dass man das Rad nie
richtig rollen lassen kann, aber der Blick entschädigt für die Straße, die
Steigung und die Nacht. Es wäre noch sehr, sehr weit und lang gewesen zum
nächsten Ort. Und ob wir dort ein besseres Quartier bekommen hätten, lässt
sich nicht sagen. Immerhin gibt es einige offene Straßencafés:
Holzpodeste, die mit Teppichen rundum bespannt sind. Hier frühstücken wir.
Direkt hinterm
Dorfende kommt endlich, wonach wir gestern vergebens Ausschau gehalten
haben: der Tunnel. Kurz vor unserer Abreise habe ich einen Hinweis
gefunden, dass Irans Präsident Ahmadineschad einen von seinem Land
finanzierten und gebauten Tunnel feierlich eingeweiht habe (kleines Foto
rechts). Tadschikistan und Persien sind sprachlich und ethnisch
verwandt. Wir hatten in den ersten Tagen schon erfahren, dass der Tunnel
noch nicht für den Verkehr freigegeben sei. Ein Stück Resthoffnung war
geblieben, dass wir den Pass samt meteorologischer Mäuse auf 2000 m
unterqueren könnten. Doch wie wir später erfahren, liegt die Tunnelöffnung
auf der Nordseite nicht direkt an der bisherigen Straße. Deshalb hatten
wir vergeblich Ausschau gehalten. Hier auf der Südseite dagegen liegt
der Tunnel direkt an der Straße und wird bald die Dorf-Cafés
überflüssigmachen. Eine Gruppe ausländischer Hilfskräfte verhandelt von
ihrem Auto aus an dem Kontroll-Häuschen, ob sie durchfahren können. Wir
haben kein Interesse mehr daran. Genießen die Abfahrt auf der allmählich
besser werdenden Straße.
Chinesische Bautrupps
arbeiten offenbar daran, die Straße bis zum Tunnel durchgängig zu
asphaltieren. An den zahlreichen Baustellen müssen wir immer wieder durch
Staubwolken hindurch. Und dann können wir wirklich rollen. Im Tal stehen
einige neu gebaute Paläste mit bester Aussicht. Ein Komplex gehört - wie
wir am nächsten Tag erfahren - dem tadschikischen Präsidenten, der auf dem
Gründstück auch Wladimir Putin eine Villa geschenkt hat. Soldaten ohne
jeden Schutz fällen kurz vor Duschanbe einen Baum, der mit großer Wucht
auf die Fahrbahn knallt, ohne dass der Verkehr zurückgehalten worden wäre.
Mehr zufällig passiert nichts. Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe
(bzw. Dushanbe) kommt sehr unspektakulär daher. Wir sind im Zentrum, bevor
wir es richtig merken. Wir haben Schwierigkeiten uns zu orientieren, weil
die großen repräsentativen Gebäude einige Nummern kleiner sind als
erwartet. Eine grüne Stadt, weiträumig geplant. In einem Straßencafé
essen wir am Abend. Vor uns sammeln sich verschiedenstePolizei- und
Militärtrupps und ziehen Richtung Zentrum. Sinn und Zweck der Übung
erschließt sich uns erst in den folgenden Tagen. Ich mache noch kurz
einen Schlenker zum Internet-Café, wo ich über unsere weitere Strecke
lese, dass das von uns in Aussicht genommene Garm-Tal mit dem Fluss
Kyzylsu (Kyzyl Suu) eine Islamisten-Hochburg, ein Rückzugsgebiet für
Schläfer sei, in dem schwer bewaffnete Mujaheddin den Alltag prägen. Das
verspricht Spannung.
Umplanung ins Taxi
Freitag, 8. September
2006: Duschanbe - Taxi-Fahrt - Chudschand Miri geht's nicht gut.
Ich kann sie davon überzeugen, im Bett zu bleiben. Ich ziehe los, ein paar
Kleinigkeiten zu erledigen und nebenbei bleibt noch Zeit für einige
Telefongespräch an der Rezeption. Gerade ist Schichtende für die ältere
Dame mit Deutschkenntnissen, Ablösung durch eine jüngere russische
Matrone. Sie wirft sofort den Fernseher an. Und schaltet gleich den Ton
ab, weil auch auf ihrem Bildschirm die Rede des Präsidenten zum morgigen
Nationalfeiertag übertragen wird. Neunzig Minuten wird sie dauern und der
optische Eindruck hätte das ZK der SED sicher in Begeisterung
versetzt. Es soll ein reiner Routine-Anruf bei der deutschen Botschaft
in Duschanbe sein. Frank-Walter Steinmeier ruft auf seiner Homepage
ausdrücklich dazu auf, bei Reisen in Tadschikistan mit der deutschen
Botschaft Kontakt zu halten, die Reisedaten zu hinterlegen und sich nach
der aktuellen Sicherheitslage zu erkundigen. Vor zwei Monaten hatte ich
deshalb schon mit einem Mitarbeiter telefoniert. Jetzt will ich ihn wieder
sprechen. Der Mitarbeiter ist inzwischen versetzt. Ich werde mit "Frau
Böhme" verbunden. Sie habe vor zwei Wochen versucht, erzählt sie mir, über
den Grenzübergang, über den wir nach Kirgisien wollen, mit einem Wagen
nach Tadschikistan einzureisen. Das sei sogar für sie als Diplomatin
unmöglich gewesen. Nur noch Einheimische dürften dort durch. Bleibt uns
also das Islamisten-Tal erspart. Aber: wie weiter? Eine Alternative wäre
der "Pamir-Highway", eine Hochstraße auf dem Pamir-Plateau mit mehreren
4000-m-Pässen. Von dieser Strecke könnte man entweder bei Murgab abzweigen
und über den Kulma-Pass (4363 m) direkt nach China auf das letzte Stück
des Karakorum-Highways kommen oder nach Kirgisien und von dort über den
von uns ins Auge gefassten Irkeshtam-Pass nach China. Allerdings braucht
man für den Pamir eine Sondergenehmigung und das dauert gewöhnlich Wochen.
Frau Böhme meint noch, die Wartedauer sei wohl auch eine Frage des Geldes.
Wir bräuchten den Permit aber sofort und das geht gar nicht.
Bleibt der Weg durch das
breite Fergana-Tal. Einziger Haken: wir müssen dabei unser zweites
Usbekistan-Visum verballern, das eigentlich für den etwa 15-stündigen
Aufenthalt in Tashkent zwischen den Rückflügen gedacht war, den wir jetzt
wohl im Transit-Bereich verbringen müssen. Nur: die Fergana-Strecke ist
nicht zu bewältigen, ohne die Frist unseres Krigisien-Visums zu sprengen.
Müssen wir also ein Stück per Flug oder Auto zurücklegen. Eine Rückfahrt
mit dem Fahrrad über den Ansob-Pass kommt sowieso nicht in Frage. Auch
nördlich von Ayni ist ein gleich hoher Pass, den wir auch nicht mehr
schaffen können. Reisen wir also nach Chudschand. Beim Flug mit dem
sowjetischen Kleinflugzeug Jak 40 ist unklar, ob auch die Räder mitkommen
können. Wählen wir folglich das Taxi.
Beim Taxi-Stand am
nördlichen Stadtrand von Duschanbe treffe ich Oleg, ein Russe in Diensten
von USAid, der auch nach Chudschand muss, schnell. Letzteres kann er bei
der Fahrt über zwei 3370-m-hohe Pässe, größtenteils nicht (mehr)
asphaltiert, vergessen. Obwohl er tadschikische Helfer hat, muss er
feilschen, um den erhöhten Wessi-Fahrpreis in Grenzen zu halten. Zu dritt
ist das einfacher, vor allem billiger. Am Ende zahlen wir für uns und
die Fahrräder 100 €, den Rest übernimmt Oleg. Zehn Stunden sollen wir für
die 350 km brauchen. Am Ende sind es 15 Stunden, weil Rachim unser
tadschikischer Fahrer (Foto rechts im Deutschland-Trikot von letzten
WM-Gewinn 1990 in Italien, beim Kühlwasser-Nachfüllen; Räder auf dem Dach)
zwar sehr gut fährt, aber die Strecke nicht so gut kennt. Und
Straßenschilder gibt es in Tadschikistan praktisch gar nicht.
Zwischenzeitlich landen wir an irgendeinem Schlagbaum, werden
kontrolliert. Ein Schild besagt: Veterinär-Kontroll-Punkt. Also rückwärts.
Nachdem Oleg seinen Flug von Tashkent endgültig abgeschrieben hat,
Immerhin amüsieren wir uns mit ihm großartig über die zentralasiatischen
Pirouetten unseres Chauffeurs. Allein der nächtliche Besuch einer
Tankstelle: Rachim prüft die in großen Gläsern angebotenen Kraftstoffe mit
Nase und Zunge, bevor er sie in den Wagen füllen lässt (Foto rechts).
Nationalfeiertag der Arier
Samstag, 9. September
2006: Chudschand - Grenze Tadschikistan/Usbekistan - Kokan (142
km) Es ist 3 Uhr morgens, als wir einchecken im Hotel Leninabad -
so hieß Chudschand (alias Khudzhand, Khujand, Chodschent) von 1939 bis
1992. Deshalb steht eine rekordverdächtige 22 m hohe Lenin-Statue heute
noch in Sichtweite des Hotels am andern Ufer des Syrdarja herum (abgesehen
davon hieß die Stadt ursprünglich "Alexandra Eschate", das
eschatologischste also entfernteste Alexandria im Imperium ihres Gründers
Alexanders des Großen). D.h. wir schleppen unsere restlos verstaubten
Klamotten und Räder vom Wagen ins Hotel, nachdem es mir gelungen ist,
einen Nachtwächter zu wecken. Mit seinem Kollegen spult er das gesamte
quälende Ritual der Anmeldung ab. Als der bescheidene Preis bezahlt ist,
fordert er noch Geld für das Abstellen unserer Fahrräder in einer
Rumpelkammer. Geschult durch Olegs Verhandlungskünste verblüffe ich die
Hotelangestellten damit, dass wir durch den schlechten Wechselkurs das
schon längst mitgezahlt hätten. Auf ihren Einwand, dass immer noch ein
Fehlbetrag übrigbleibe, zauber ich zwei winzige tadschikische Geldmünzen
aus meinem Portemonnaie, die den vermeintlichen Fehlbetrag abdecken. Damit
ist der Bann gebrochen: Die Nachtwächter lachen, schlagen ein. Sie nehmen
uns Ernst. Das Hotelzimmer ist mal wieder ein post-sowjetisches, das
noch heute von der Sowjetunion in ihrem Original-Auflösungs-Zustand
kündet. Das Bad samt WC ist versperrt, das Bad im Nachbarzimmer, schon
hinreichend heruntergekommen, dient dem (vermutlich ansonsten leeren) Flur
als Ausweichörtchen. Genau zwei Stunden nachdem wir uns endlich hinlegen
konnten, weckt uns Tschingderassa-Bumm-Parade-Musik von der Straße.
Schließlich ist heute Nationalfeiertag. Am 9. September 1991 erklärte sich
Tadschikistan kurz nach dem gescheiterten August-Putsch gegen Michail
Gorbatschow wie andere Sowjet-Republiken für unabhängig (Foto links:
Weibliche Betriebsgruppe posiert mit Präsidenten-Portrait vor Chudschands
Moschee). Bevor wir unsere Räder durch die feiernde Menge - fast alle
145000 Einwohner der zweitgrößte Stadt des Landes scheinen auf den Beinen
- schieben, brauchen wir Stunden um Räder und Gepäck halbwegs von Staub
und Dreck zu befreien.
Um elf Uhr radeln wir auf
der weiten Ebene des Fergana-Beckens weiter Richtung Osten. Wir wissen
nicht so recht wie weit es genau bis zur Grenze und dann noch bis Kokan
ist, weil die Karten sich widersprechen, bzw. nicht zweifelsfrei zu lesen
sind. Nach fast hundert Kilometern erreichen wir die Grenze. Die
Tadschiken wollen zu unserm Abschied Hitler hochleben lassen, was uns
nicht gerade erfreut. Ja, sagen sie daraufhin ergänzend, Faschismus sei
natürlich nicht gut, aber die arische Rasse, zu der sich eben Tadschiken
wie Deutsche zählen könnten, sei doch eine feine Sache. Als sich auf
der usbekischen Seite der Grenze die Kontrolle dahinschleppt und in
tausend Kleinigkeiten verliert, werde ich angesichts der sich neigenden
Sonne etwas ungeduldig. Am Ende erreichen wir nach 142 langen Kilometern
Kokan (alias Qoqand, Kokand, Chokand, Khokand), einst Hauptstadt des
gleichnamigen Khanates, erst in der Dunkelheit. Von der ersten Kreuzung
werden wir zu einem kleinen Hotel in der Nähe geleitet. Auch das
ex-sowjetisch, aber eins von der kleinen zweistöckigen überall baugleichen
Serie. Und die werden meist sehr viel sorgsamer gepflegt als die großen
Plattenbau-Kästen. Auch hier in Kokan, wo sie sogar so sorgsam sind, dass
sie uns fragen, ob wir denn verheiratet seien und ob wir das mit
Dokumenten belegen könnten. Ansonsten dürften sie uns kein Zimmer geben.
Sehr sorgsam sind sie auch ständig hinter uns her, sobald wir unser Zimmer
verlassen. Das ist nach der langen Etappe und der kurzen Nacht zuvor nicht
mehr allzu häufig der Fall.
Khudoyar-Khan-Palast in Kokan
Flaches Fergana-Tal
Sonntag, 10. September
2006: Kokan - Fergana-Tal - Andischan (133 km) So sehen wir Kokan
erst am Morgen. Wir entdecken keine rechte Stadtmitte, aber halten
ausgiebig vor dem Khudoyar-Khan-Palast (Foto oben). Weiter also durchs
weite Fergana-Tal, in dem man im Dunst die hohen Berge zu allen Seiten
meist nicht erkennen kann. Rückenwind treibt uns durch die Baumwoll-Felder
(Foto rechts), längs und quer zu Bewässerungskanälen auf der großen,
gelegentlich sechsspurigen Magistrale. Anfangs ist auch einiger Verkehr,
bald wird er weniger. Nach wieder fast 140 km erreichen wir Andischan
(alias Andijan, Andijon, Andizhan, Andizan). Dieser Ort machte im letzten
Jahr Schlagzeilen: "Am Abend des 13. Mai 2005 wurden bei der
Niederschlagung massiver Unruhen mehrere hundert Menschen vom Militär und
zum größten Teil von Sondereinheiten des Innenministeriums erschossen. In
der Nacht zuvor war ein Gefängnis von einer Gruppe Menschen gestürmt
worden, die viele der circa 730 zu diesem Zeitpunkt inhaftierten
Gefangenen befreiten. Der Auslöser für die Unruhen war ein anstehender
Terrorprozess gegen 23 des radikalen Islamismus verdächtigter Personen."
(Wikipedia) Auf uns wirkt der Ort gar nicht wie eine
Islamisten-Hochburg. Es gibt einen riesigen Markt und an dessen Rand auch
ein Computer- und Internet-Café, in dem die Jugend rumballert - wie
überall. Ich kann endlich mal bis nachts um eins Fotos von der ersten
Hälfte der Tour ins Netz stellen. Das hat kathartische Wirkung.
Etäppchen
Montag, 11. September
2006: Andischan - Grenze Usbekistan/Kirgistan - Osch (50 km) Aus
logistischen Gründen heute nur 50 km bis Osch, der zweitgrößten
kirgisischen Stadt, direkt hinter der Grenze. Nach Osch warten wieder hohe
Pässe und lange Passagen ohne Hotel und Geschäfte - so they say. Der
Weg zur Grenze führt über eine kleine Anhöhe. Danach hält uns nur die
Mittagspause auf der kirgisischen Seite der Grenze auf. Ansonsten ist
alles easy. Eine frühe Ankunft hat auch ihren Reiz, zumal Osch einen noch
berühmteren Bazar hat als Andischan. Wir können noch einmal in ein
richtiges Restaurant gehen, in dem nach russischer Art auch getanzt wird.
Jetzt warten fünf mehr oder weniger zivilisationslose Etappen auf uns...
(Bike-Blog Teil 2:
Kirgistan & China)
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