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Mongolei 2022
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VG WORTTour 102: Karibik III: Cayenne - Fort-de-France (2250 km)


I LOVE Suriname: Chris
Happy in Suriname: Chris

Teil 1
Französisch-Guyana - Suriname - Guyana
Durch Regenwald an der Nordküste von Südamerika

GoogleMaps kennt diese Strecke nicht: zwischen Brasilien und Venezuela an der südamerikanischen Küste entlang. Die beiden Grenzflüsse scheinen die Fahrt zu blockieren. Eine Tour durch ärmliche Länder im Regenwald schien mir schwierig. Und reizvoll. Die Recherche zeigte: niemand scheint diese Strecke zu radeln. Aber es soll möglich sein. Und da sich die drei Länder mehr zur Karibik als zu Lateinamerika hingezogen fühlen - auch die drei Fußballverbände gehören zum karibischen Fußballverband und versuchen sich dort für die großen Turniere zu qualifizieren - passt das Trio wunderbar in die Tour zur Vollendung der Karibik-Touren.


Die besten Videos und Fotos dieses Teils der Tour zu Musik in 18 Minuten.
Hier direkt zu sehen.


Gustavo & Chris im Flugzeug Im Accor-Dorf
Freitag, 11. Oktober 2019: Mainz - Zug - Frankfurt - Flug - Paris

Andrea bringt mich mit ihrem Auto zum Hauptbahnhof. Gestern hat sie schon meinen Karton mit dem Faltrad geladen. Der wird diesmal an Terminal 2 in Frankfurt direkt vom Schalter per Band befördert. Alles geht so schnell, dass ich endlos Zeit habe am Abfluggate.
Neben mir im Billigableger Hop! von Air France sitzt Gustavo (Foto links). Der brasilianische Elektroingenieur hat acht Wochen für eine italienische Firma in Bielefeld gearbeitet. Und ist froh, morgen früh zurück in São Paulo zu sein. Wo er zu den Fans von Präsident Jair Bolsonaro gehört. À propos Fan: er trägt das Nationaltrikot. Und erwähnt auch das 1:7. Nicht ich...


Brompton-Karton bei der Gepäckausgabe am Flughafen Charles de Gaulle in Paris, Roissy, an Terminal 2G
Gepäckausgabe in Roissy, Terminal 2G


Roissy: Novotel Eingang bei Nacht im village accor Terminal 2G in Roissy hat den Charme von „Frankfurt-“Hahn. Nur viel kleiner. Trotzdem dauert es zwanzig Minuten, bis das Gepäckband anläuft (Foto oben). Obwohl beides Air-France-Flüge sind, muss ich in Paris von Flughafen zu Flughafen: von Roissy nach Orly einmal quer durch Paris. Ich habe zwar eine Boardkarte für den Gesamtflug von Frankfurt nach Cayenne, Französisch-Guyana. Das Gepäck wird aber nicht automatisch durch Paris transportiert. So hebe ich den Karton in den Flughafen-Shuttlebus N2. Der bringt alle ins Herz von Terminal 2 am Charles-de-Gaulle-Flughafen. Wo ich für morgen zunächst „Le Bus Direct“ nach Orly suche. Vergebens. Er fährt so spät auch nicht mehr. Gut, dass ich hier ein Quartier gebucht habe und nicht bei Orly.
Den Hotel-Shuttle Blue Line finde ich. Er bringt uns ins „village accor“. In dem eingezäunten Areal sind die Tochter-Hotelketten Novotel, ibis budget und hotelF1 aneinander gereiht (Fotos rechts und unten). Ich habe in letzterem gebucht. Wo Dusch- und WC-Kabinen im Gang sind, und die Flugzeuge im Fenster über mich hinweg abheben. On-Tour-Feeling.


hotel F1 im village accor, Roissy
Roissy: hotel F1 im "village accor"


Orly 3 Durchs Morgengrau in die Karibik
Samstag, 12. Oktober 2019: Paris-Roissy - Bus - Paris-Orly - Flug - Cayenne Aéroport - Cayenne (25 km)

Ich blicke wieder auf die Bäuche der Flugzeuge, die sich über der Leuchtschrift von Aéroville, der Riesen-Shopping-und-Kino-Mall an CDG, erheben, als ich früh wach werde. Die "Navette" alias Hotel-Shuttle bringt mich durch die Beton- und Verkehrswüste im Umfeld von Roissy zurück zu Terminal 2. Dank einer kleinen Online-Recherche in der Nacht finde ich den Busbahnhof für die Flughafenbusse von Le Bus Direct in die Stadt sofort. Ich dokumentiere alles für Miri. In vier Wochen hat sie nur wenig Zeit, um auf die gleiche Weise durch die Stadt zu kommen. Mit Radkarton.
Der 6.35-Uhr-Bus fährt mir vor der Nase weg, obwohl der Fahrer mich noch sieht. Mc Donald‘s schafft es nicht, bis zum 7-Uhr-Bus die von mir am Monitor bestellten Eier-Brötchen fertig zu bekommen. Dann fahren wir am trikolorig erleuchteten Terminal 1 und Ikea vorbei ins Pariser Morgengrau. Hotelketten, Einkaufszentren und Hochhäuser säumen dicht gedrängt den Weg auf der Stadtautobahn. Um diese Zeit am Samstagmorgen schafft der Bus die Strecke in 55 statt 75 Minuten.
Der Flughafen Orly ist sehr viel übersichtlicher. Terminal 1, 2, 3, 4 liegen im Halbrund aufgereiht (Foto links). Beim Einchecken nach Französisch-Guyana wird mein Gelbfieberschutz im Impfpass überprüft. Erfolgreich. Mein Pass bekommt einen kleinen gelben Aufkleber.
Nach Handgepäck-Kontrolle und Duty Free überrascht noch eine automatisierte Passkontrolle. Obwohl es ein Inlandsflug ist. Nach Südamerika.
Emily wartet beim Boarding wie ich, bis die meisten im Flugzeug verschwunden sind. Sie lebt in Cayenne. Hat eine Woche Urlaub in Paris gemacht. Und freut sich nach den nasskalten Tagen auf die Rückkehr ins karibische Heimatklima.


Quechua-Rucksack und Brompton-Karton auf Gepäckwagen am Flughafen Paris-Orly
Mein Gepäck: Quechua-Rucksack und Brompton-Karton

Bildschirme im abgedunkelten Flugzeug
Individuelles Bordprogramm


Aéroport Cayenne: Brompton mit Karton in Ortlieb-Tasche Der Plan: zum ersten Mal will ich den Radkarton auf der Tour mitnehmen. Zu Hause habe ich es ausprobiert: Zusammengefaltet passt er in die kleine Lowrider-Fahrradtasche, die eigentlich für das Vorderrad am großen Tourenrad gedacht ist. Die wiederum passt hinten ans Brompton. Am Flughafen von Cayenne klappt’s nicht ganz so gut wie daheim (Foto rechts). Ich treffe beim Zusammenfalten nicht genau die Nahtstellen. Hier und da reißt der Karton. Ob er noch zum Fliegen taugt, wird sich in zwei Wochen zeigen. Wenn ich von Guyana weiter fliegen will.
On y va. Bei schwülen 32 Grad. Ein paar Wölkchen verschonen mich hier und da vor der größten Hitze. Frankreich im Regenwald. Auf der N4 folge ich „toutes directions“ (Foto unten). Es gibt sogar ein paar Fahrradwege. Über allem wehen die Trikolore, die EU-Fahne und die von Carrefour. Die äußeren Einkaufszentren wecken größere Erwartungen als die Stadt hält. Sie wirkt mehr wie eine französisch-karibische Kleinstadt. Und versetzt mich ein paar Jahrzehnte zurück.
Relaxte Samstagnachmittag-Atmosphäre. Ein junger Mann macht Handstand am Sandstrand (Foto unten). Straßen und Plätze recht leer. Ein bisschen Kolonialstil. Die wenigen vom deutschen Südamerika-LonelyPlanet angepriesenen Sehenswürdigkeiten machen keinen großen Eindruck.
Hitze und fünf Stunden Zeitverschiebung machen mir zu schaffen. Ich steuere mein Airbnb an. Ein wahres Airlebnis: ich schlafe auf einer Luftmatratze unterm Moskitonetz in der Wohnküche von Elzy und Alexandre. Ihre beiden kleinen Kinder sind grad nicht da. Während Elzy das Abendessen kocht, bin ich schon eingeschlafen.


France-Guyane: Brompton auf der N4 Richtung Matoury
Frankreich in Südamerika

France-Guyane: Landschaftsstraße bei Cayenne
Erste Anzeichen von Regenwald

Cayenne: Häuser im Kolonialstil
Erste Impressionen von Cayenne

Handstand am Strand von Cayenne, France-Guyane
Handstand am Strand von Cayenne


Remire-Montjoly: Brompton-Faltrad-Schatten mit Radler Rasender Affe
Sonntag, 13. Oktober 2019: Cayenne - Remire-Montjoly - Cayenne - Kourou (112 km)

Durch den Jetlag bin ich extrem früh wach. Schreibe am Blog. Ohne Gepäck starte ich um halb sieben zu einer Strandtour Richtung Osten. Sonntagmorgen, kaum Verkehr. Bald bin ich am ersten Sandstrand. In der Ferne Inseln. Ganz flach geht es hier ins Wasser. Millimeterweise. Schildkröten legen hier ihre Eier ab. Allerdings nicht zu dieser Jahreszeit.
Ein Auto hält direkt an meinem Fahrrad. Als ich hinter dem Baum hervorkomme, wendet es und gibt Gas. Sieht ein bisschen nach Suche von Diebesgut aus. Möglicherweise Glück gehabt. Bald darauf eine Streife der Gendarmerie, auch die Polizei patrouilliert. Ein Schatten auf dem friedlichen Morgen mit vielen Radlern. Und Wanderern auf dem Sentier du Rorota. Auf dem schiebe ich am Lac Lalouette das Rad nur ein paar Meter. Zu unwegsam. Schon auf diesen Metern ein toller Einblick in die Vegetation. Die Hummerschere (Fotos unten), die ich im Februar in Uganda sah, ist hier heimisch. Ich radle an der Küste bis über das undurchdringliche Fort Diamant hinaus. Wende am Hafen und fahre die gleiche Strecke zurück. Was ich selten tue. Einfach zu schön.
Noch ein Abstecher zu den Plages de Montjoli (Foto ganz unten). Ein kurzer Spaziergang durch die Salinen. Am Strand machen verschiedene Gruppen Gymnastik. Vor acht. Es wird stetig wärmer.
Zurück in Cayenne zieht eine lautstarke Marien-Prozession, "Cirio de Nazareth", in die Kathedrale. Die meisten Teilnehmerinnen tragen pink-weiße Cirio-2019-T-Shirts. Der Gottesdienst ist komplett zweisprachig: Französisch und Brasilianisch. Obwohl der Priester seine Botschaft ins Mikro schreit, dämmer ich weg. Als nach achtzig Minuten erst der Wortgottesdienst vorbei ist, muss ich los. Um verabredungsgemäß meine Klamotten bei Elzy und Alexandre abzuholen. Eigentlich haben sie weder Zeit noch wirklich Platz für Airbnb.


Anse de Rémire mit Sonne am frühen Morgen
Anse de Rémire

France-Guyane: Hummerschere (Heliconia rostrata) - auch: Falsche Paradiesvogelblume
Hummerschere (Heliconia rostrata)
- auch: Falsche Paradiesvogelblume

Fort Diamant, Remire-Montjoly
Fort Diamant

Salines de Montjoly
Salines de Montjoly

Cayenne: Ortsschild mit Brompton-Faltrad
Radln, wo kein Pfeffer wächst: Cayenne

Cirio de Nazareth: procession Mariale in der Kathedrale von Cayenne
Cirio de Nazareth: "procession Mariale" in der Kathedrale

Guyanas (von Arnold Platon; CC_BY-SA_3.0; wikimedia)
Guyanas (von Arnold Platon; CC_BY-SA_3.0; wikimedia)


Brücke über den Rivière de Cayenne Jetzt geht es in die eigentliche Fahrtrichtung: Westen. Die vielen Guyanas (was, aus einer Indianersprache abgeleitet, „Land der vielen Wasser“ bedeutet) liegen an der Nordostküste Südamerikas (s. Karte oben). Bei früher wechselnden Besitzverhältnissen geht es letztlich vom ehemals portugiesischen und heute brasilianischen Guyana über Französisch-Guyana und Suriname, das ehemalige niederländische Guyana, zum heutigen Staat Guyana, dem ehemaligen British-Guayana. Dessen Grenzen von Venezuela mit dem ehemaligen Spanish-Guyana nicht anerkannt werden. Die einzige Region in Südamerika, in der nicht Spanisch oder Portugiesisch gesprochen wird. So orientiert man sich eher Richtung Karibik. Die drei Guyanas, auch Französisch-Guyana, gehören nicht dem südamerikanischen Fußballverband Conmebol an, sondern der "Caribbean Football Union" innerhalb der "Confederation of North, Central America and Caribbean Association Football" (Concacaf).
Jetzt ist es richtig heiß. Schon am Stadtrand von Cayenne flüchte ich mich in den klimatisierten Carrefour. Kann kurz vor Ladenschluss um halb eins noch eine Quiche und Flan essen. Schon bin ich auf der Küstenstraße, der N1. Ganz schön Verkehr. Aber ein kleiner Seitenstreifen und Rückenwind erleichtern das Radeln. Der Ostwind begleitet mich voraussichtlich die beiden Wochen hier. Sobald Wolken auftauchen, wird es halbwegs erträglich. In Thonate flüchte ich mich in den Schatten. Kann vor Hitze kaum was essen. Weiter. Vom Meer bekommt man nichts mit.
Dann zweigt die N1 noch weiter von der Küste ab. Eine schmalere Nebenstrecke, die D15, führt zunächst geradeaus. Ich frage an einem der wenigen Häuser, ob ich am Ende zurück zur Hauptstraße komme. Ja. Aber es sei ein "großer Umweg". Ich rechne nach mit GoogleMaps: zwei Kilometer mehr. Der Asphalt ist etwas rauer, aber die Autos sind verschwunden und ich höre das Leben im Regenwald links und rechts der Straße. An einer Stelle sehe ich einen Affen durch die Baumwipfel rasen.
Ich bin komplett erschöpft, als ich bei Véronique und Didier ankomme. Bekomme netterweise eine Dose Bier angeboten, die nichts besser macht. Zum Essen empfehlen sie den „Camion“ an der Straßenecke. In dem mobilen Imbiss ist so gut wie alles ausgegangen. Einen Camion weiter gibt es ein Ei-Sandwich. Und zwei Brasilianerinnen, die sich zu mir setzen. Und ein Paar aus Regensburg, das seit 19 Jahren durch die Welt segelt und seine Zeit vor allem in Brasilien verbracht hat. Hier ist es ihnen "zu steril". Ich finde es einfach öde. Und ärmlich. Trotz Weltraumzentrum ganz in der Nähe.


Rauch im Regenwald
Rauch im Regenwald

Radler ohne Helm auf der D15 in France-Guyane
Schöne Nebenstrecke: Auf der schmalen Route Départementale 15

Bienvenue à Kourou
Bienvenue à Kourou


Tour Dreyfus à Kourou Besuch bei Ariane und der Sound des Regenwalds
Montag, 14. Oktober 2019: Kourou - Sinnamary - Iracoubo (119 km)

Mindestens einer der beiden Hunde nagt in der Nacht an irgendwas im Zimmer der Herrchen über mir. Und damit an meinen Nerven. Etwas hellhörig das kleine Haus. Aber sehr nett eingerichtet. Wieder bin ich frühmorgens zunächst ohne Gepäck unterwegs. Zur Mündung des Kourou-Flusses. An dem wacht der Tour Dreyfus (Foto links). Zur Zeit des antisemitisch motivierten Prozesses gegen Offizier Alfred Dreyfus war Französisch-Guyana eine (un-)beliebte Strafkolonie. Dreyfus wurde auf den Îles du Salut vor der Küste bei Kourou gefangen gehalten. Heute joggen ein paar französische Soldatinnen und Soldaten hier gemächlich herum. Noch sind die Temperaturen erträglich.
Kourou ist weltweit (und darüberhinaus...) bekannt durch das CSG: Centre Spatial Guyanais. Weil Raketen hier von der stärkeren Rotation am Äquator beflügelt werden, spart die ESA beim Abschuss der Satelliten jede Menge Energie. Nirgendwo werden mehr Satelliten mit Ariane-, Soyuz- und Vega-Raketen ins All befördert. Ein Modell der aktuellen Rakete Ariane 5 begrüßt die Besucher vor dem Weltraumzentrum (Foto unten). Ich gehe ins Museum. Ob ich ein Messer dabei habe, werde ich bei der Leibes- und Gepäckkontrolle gefragt. Und wenn schon: ich bin der einzige Besucher. Zudem gibt es kaum historische Exponate. Aber viele interessante Erklärungen. Vor allem ist alles klimatisiert.
Ich fahre weiter Richtung Abschussrampen und Treibstoffproduktion auf der Küstenstraße. Laut GoogleMaps komme ich hier auch durch. Nach fünf Kilometern kommen mir immer mehr Zweifel. Mit Mühe halte ich einen Fahrer an. Ja, in sieben Kilometern sei Schluss. Da komme man nur mit Ausweis weiter. Ich muss zurück und vor allem die wesentlich längere Inlandsstrecke radeln. Am Ortsausgang von Kourou flüchte ich mich noch einmal in die klimatisierte Total-Tankstelle. Auf den nächsten 60 Kilometern kommt nichts mehr. Meine Möglichkeiten Lebensmittel mitzunehmen sind begrenzt. Also Mittagessen um halb elf. Dabei entdecke ich, dass die Lowrider-Tasche am Gepäckträger so weit nach hinten gerutscht ist, dass der Reifen ein Loch in die Tasche gefräst hat. Ich mache einen weiteren Befestigungsversuch (Foto unten).


Centre Spatial Guyanais: Radler, Globus, Ariane
Centre Spatial Guyanais à Kourou

Ortlieb-Tasche: schwierige Befestigung am Brompton-Gepäckträger
Befestigungsprobleme am Brompton-Gepäckträger


Brücke über den Fluss Sinnamary bei der Stadt Sinnamary Die Strecke verläuft nicht nur im Hinterland, sondern ist auch ein bisschen hügelig. Rund 240 Höhenmeter verschaffen Abwechslung. Mitten durch den Regenwald. Hinter Kourou hat der Verkehr stark nachgelassen. So bekomme ich wieder mehr vom Treiben im Regenwald mit.
Unter Wolken bleibt die Temperatur unter 35 Grad, aber immer wieder knallt die Sonne herunter. Ständig bewässer ich mein Käppi. Es gibt kaum Schatten. Die Sonne steht fast im Zenit. Äquatornähe eben.
Verlockend sind gelegentlich Picnic-Areas an kleineren Gewässern, die hier als „Crique“ beschildert sind. Aber ich kann mich nicht dazu durchringen, da einzutauchen. Jungsgruppen schrecken mich zum Beispiel ab.
Dann bin ich wieder auf der Küstenstraße und bald darauf in Sinnamary. Ein kleines Provinznest. Durch den unerwarteten Umweg habe ich schon 90 Kilometer hinter mir. Französisch-Guyana ist ziemlich genau so groß wie Österreich. Ich eegeneriere mich mühsam in einem halbwegs klimatisierten Lebensmittelladen. Die hier wohl weitgehend von Asiaten betrieben werden. Ich würde gern hier übernachten. Aber mein drittes und vorerst letztes vorgebuchtes Airbnb liegt 30 Kilometer weiter: in Iracoubo.
Meine Vermieterin Marie-France (Foto unten) kommt mir im Auto mit vier Kindern entgegen. Ihr Mann gibt mir in dem kleinen Örtchen die Schlüssel. Ein bis zwei Kilometer sei der Weg noch. Seine Wegbeschreibung klingt länger. Die erste Savannen-Piste links ab und dann bis ganz zum Ende. Nach vier Kilometern biege ich da auf ein großes Areal mit einer riesigen Villa (Fotos unten). Türen und Fenster stehen auf. Hier bin ich heute Nacht weit und breit der einzige. Umgeben vom Sound des Regenwalds.


Airbnb à Iracoubo: Lieu très calme et 2 km du bourg de la commune: villa
Meine Airbnb-Unterkunft in Iracoubo

Airbnb à Iracoubo: Lieu très calme et 2 km du bourg de la commune: detail
Auf der Veranda

Airbnb à Iracoubo: Lieu très calme et 2 km du bourg de la commune: veranda
Mitten im Regenwald

Airbnb à Iracoubo: Lieu très calme et 2 km du bourg de la commune: plant
Blütenpracht

Airbnb à Iracoubo: Lieu très calme et 2 km du bourg de la commune: coco
Kokosnüsse

Airbnb à Iracoubo: Lieu très calme et 2 km du bourg de la commune: Marie-France
Sehr nette Gastgeberin: Marie-France


Laotin in Organabo gibt mir Wasser Massenquartier mit Meeresrauschen
Dienstag, 15. Oktober 2019: Iracoubo - Mana - Awala-Yalimapo (104 km)

Heute will ich ganz früh auf die eigentliche Etappe. Wenn es noch nicht so heiß ist. Aber das Erwachen in und um meine Lodge ist einfach zu großartig. Ich genieße ein Frühstück mit meinen wenigen Lebensmittelresten.
Als ich um acht Uhr losradle, kommt mir auf der Piste meine Vermieterin Marie-France (Foto oben) entgegen. Sie war es, deren Schritte ich am Abend rund ums Haus gehört habe. Als ich gerade im Badezimmer ein Mücken-Blutbad angerichtet hatte. Und mich fragte, wie wohl hier die erste Nacht ohne Moskitonetz werden würde. Sie wiederum dachte, ich schliefe schon. Au revoir.
Mit Schrecken habe ich in der Nacht auch festgestellt, dass im Internet alle Quartiere bis zur Grenze ausgebucht sind. Ich hätte es mir denken können, als ich in der Guyana-Ausgabe der Tageszeitung FA (France-Antilles) vom ersten "Festival International du Film documentaire Amazonie Caraïbe" im Grenzort Saint Laurent du Maroni in dieser Woche las. Das Festival war ein weiterer Grund, warum ich dort auch übernachten wollte. Ich hatte ursprünglich vor Wochen über Airbnb eine Bleibe gebucht. Host Majed begründete seine Stornierung so: „Je dois partir en metropole.“ Jetzt weiß ich nicht so recht, wie es weitergehen kann. Erstmal will ich im einzigen Ort weit und breit, Organabo, an Lebensmittel kommen und eventuell sogar dort bleiben. Doch vor Ort stehen nur ein paar Häuser.
Immerhin bekomme ich Wasser (Foto links). Das Gehöft ist typisch für viele heute am Wegesrand: die Häuser stehen auf Stelzen, alles ist recht ärmlich und Hab und Gut, vor allem die Küchenutensilien, stehen im Freien. Das ganze Terrain ist mit Sand ausgelegt. Ich vermute, es handelt sich um Flüchtlinge aus Laos. Teile des Hmong-Volkes wurden nach dem Indochina-Krieg hier angesiedelt. Das Ehepaar spricht mühsam ein bisschen Französisch. Sie versichern mir, dass der nächste Laden auf der Nationalstraße N1 erst nach weiteren 85 Kilometern komme. Auf der Küstenstraße seien es „nur“ 45 km. Ich habe noch acht Butterkekse. Und ein paar Mini-Salzbrezeln...


France-Guyane: Radnetz-Spinne (Argiope) an einer Brücke im Regenwald
Radnetz-Spinne (Argiope) an einer Brücke

Brompton-Lenker als Wäschetrockner
Lenker als Wäschetrockner

Früchte und Gemüse zum Verkauf am Straßenrand
Früchte und Gemüse zum Verkauf am Straßenrand


Kirche von Mana mit Büste von Anne Marie Javouhey: Mutter der Stadt Mana und Befreierin der Sklaven Bleibe ich also auf der Küstenstraße. Die ist jetzt stärker besiedelt als bisher. Beim Fotografieren an einer der vielen Brücken, über die ich jeden Tag fahre, entdecke ich am Brückengeländer eine bizarre Radnetz-Spinne in ihrem Netz (Foto oben). Einige Gehöfte haben kleine Verkaufsstände am Straßenrand. Meistens leer oder mit sowas wie Kartoffeln. Einmal sehe ich Bierflaschen da rumliegen. Die schwangere mehrfache Mutter meint, die letzte Flasche habe sie längst verkauft. Es ist so eine Lethargie in den allermeisten Begegnungen. Desinteresse. Dann doch noch ein Stand mit etwas Brauchbarem für mich (Foto oben). Eine kleine Wassermelone bekomme ich für einen Euro.
Mana ist am späten Mittag wie Highnoon im Wilden Westen. Eine herunter gekommene Kulisse. Vor der Kirche steht eine Skulptur von Anne Marie Javouhey, die als "Mutter der Stadt Mana" (Gründung 1828) und "Befreierin der Sklaven" gilt (Foto rechts). Rundherum abgewrackte Typen. Die Post ist für immer geschlossen. Niemand kann oder will mir so recht Auskunft geben. In meiner Ratlosigkeit rufe ich Vincent an. Auf dem Radlernetzwerk Warmshowers hat er sich unter Mana registriert. Aber er lebt inzwischen in der Hauptstadt Cayenne. Er meint, ich solle 20 Kilometer weiter fahren zu den Stränden von Les Hattes. Dort gebe es ein paar Hängematten. Die Straße dahin ist eine Sackgasse am äußersten nordwestlichen Zipfel von Französisch-Guyana. Zum dritten Mal hintereinander komme ich so ungewollt auf mehr als hundert Tageskilometer. Der Körper gewöhnt sich langsam an Hitze und Strapazen.
Die chambres d'hôtes "Chez Rita" werden gerade renoviert, die Auberge Simili ist geschlossen, Marimille hat auch keine Lust mich aufzunehmen. Ganz am Ende, wo der Strand direkt am Straßenrand liegt, werde ich doch noch fündig. Nachdem ich nochmals Absagen bekomme, einen dubiosen Typen halbwegs abhängen kann und eine halbe Stunde warte, bis der Wirt vom Restaurant Yalimalé seine Pepperoni gegossen hat. Dann bekomme ich von ihm einen riesigen Saal, der nach vier Seiten nur durch Fliegengitter geschützt ist. Mit ein paar Stockbetten und Meeresrauschen. "Carbet" nennen sie das in den französischen Antillen: ein Massenquartier. Ganz für mich allein (Foto unten).


Awala-Yalimapo: Strand und Palmen
Am Strand von Awala-Yalimapo

Carbet Yalimalé in Awala-Yalimapo: Gîte, Refuge
Meine Unterkunft: Carbet Yalimalé ist offen in alle Richtungen


Awala-Yalimapo: harmac Hitze und der erste Regen
Mittwoch, 16. Oktober 2019: Awala-Yalimapo (13 km)

Mit dem Sonnenaufgang bin ich im Meer. Wunderbar. Ich bleibe heute hier. Weiterfahren würde nur in eine Sackgasse führen, denke ich: mittwochnachmittags fährt laut mehrfach am Straßenrand aufgestelltem Fahrplan die Fähre nicht rüber nach Suriname. Und im Grenzort Saint Laurent gibt es wegen des Filmfestivals nach wie vor kein Quartier.
Überraschend bieten mir meine Gastgeber aus Suriname ein Frühstück an. Mit exzellenten Chutneys aus Zitrone, Ingwer, Kürbis, Süßkartoffeln und allem möglichen. In meinem riesigen Gîte, alias "Carbet", verbringe ich die heißesten Stunden. Es gibt nur keine Steckdose. Handyladen geht nur im Laden an der Straße. Als ich am Nachmittag aufbrechen will, geht mein erster Regen nieder. Obwohl kaum Wolken zu sehen sind, steigern sich die Wassermassen in wenigen Minuten zu einem ohrenbetäubenden Lärm. Als er nachlässt, radle ich vom Ortsteil Yalimapo zurück nach Awala. Hauptsächlich suche ich einen beschilderten Naturpfad, zu dem ich gestern einen Hinweis sah. Aber der scheint noch weiter vor gewesen zu sein. Immerhin kann ich ein bisschen was einkaufen. Wieder zurück geh ich nochmals schwimmen: jetzt ist das Wasser schon fast heiß.


Awala-Yalimapo: Radspur im Sand am Strand
Radspur im Sand am Strand

Awala-Yalimapo: Strand und Sand
Ende vom Sandstrand


Dunkle Wolken über Saint-Laurent-du-Maroni Last card: Das Suriname-TouristCard-Drama
Donnerstag, 17. Oktober 2019: Awala-Yalimapo - Mana - Saint Laurent du Maroni - Sammeltaxi - Cayenne (67 km)

Ich hatte nur eine Chance. Wusste es aber nicht. Verlangt war zur Zahlung der "TouristCard" im Konsulat von Suriname (Fotos unten) in Saint Laurent du Maroni die "carte bancaire". In Frankreich sehr beliebt. Ich versuche es mal mit meiner Girocard, vulgo "EC-Karte", dem deutschen Pendant. Die Pin ok. Aber dann wird die Karte für die Zahlung der Gebühr von 37 Euro nicht akzeptiert. Unwirsch schiebt der Konsularmitarbeiter das Gerät zu meinem Nachbarn. Während ich den PIN meiner Kreditkarte suche. Beim Nachbarn funktioniert's. Und der Mann vom Konsulat spricht zwei Worte aus, deren Tragweite ich erst ganz langsam begreife: „Last card“.
Bis zu diesem Moment schien alles gut zu laufen an diesem Tag. Um sieben Uhr der Start nach dem Bad im Meer. Halbwegs wolkig. Mit Rückenwind ab Mana auf der D9. Schließlich die letzten Kilometer wieder auf der N1 in den Grenzort Saint Laurent (Foto links) am Maroni-Fluss. Doch in dem kleinen Konsulat von Suriname ist gerade ein kleines Stück Einreisegeschichte zu Ende gegangen. Die TouristCard galt bisher in Reiseführern als reine Formsache. Alle Länder Amerikas sind meines Wissens und meiner Erfahrung nach für deutsche Touristen visafrei zu besuchen. Nur ganz langsam begreife ich, dass das mit dem heutigen Tag vorbei ist. Ich sehe, dass die Dame am Schreibtisch vom Block die letzte Karte abreißt. Für meinen Nachbarn. Scherzhaft schlage ich noch vor, sie auf den Farbkopierer zu legen. Irgendwann wird schon ein neuer Block kommen. Nein. Das System läuft hier und jetzt aus. In der Botschaft von Suriname in Cayenne seien sie schon früher ausgegangen. Neben dem Schalter hängt ein großes Poster mit den drei angeblich simplen Schritten zu einem "eVisa".
In dem immerhin klimatisierten kleinen Schalterraum lege ich sofort mit meinem Smartphone los. Über das eigentliche Formular legt sich immer sofort eine fast bildschirmfüllende Chat-Maske, die ich nur mühsam verkleinern kann. Schon an der ersten Registrierung scheiter ich. Also doch der Chat. Lia meint dort, es gäbe momentan Probleme mit dem System. Wichtige Info: das eVisa gibt’s frühestens nach 72 Stunden. Meine gesamte Tourplanung gerät ins Wanken. Der zweite Regiestrierungsversuch mit zweiter Email-Adresse gelingt. Beim Visumantrag komme ich nicht weiter. Zwölf Uhr Mittag. Das Konsulat schließt. Und ganz Frankreich mit ihm. Nein: das Internetcafé hat noch bis halb eins auf. Während draußen der allerheftigste Regen niedergeht, kämpfe ich mit einer fremden Tastatur. Eine Minute vor Schließung müsste ich noch Reisepass, Passfoto und Flugbuchungen hochladen. „On ferme.“ Die junge Frau macht den Laden dicht. Um 18:30 Uhr geht’s weiter. Der Apotheker könne mir vielleicht ein Zimmer vermitteln. Noch immer blockiert das Amazonas-Karibik-Dokumentarfilmfestival alle Unterkünfte in der Stadt und der weiteren Umgebung. Eigentlich ist von September bis Januar hier Nebensaison. Auch die Apotheke hat jetzt erstmal lange Mittagspause.


Consulat général du Suriname in Saint-Laurent-du-Maroni: Bittsteller
Bittsteller im Consulat général du Suriname

Consulat général du Suriname in Saint-Laurent-du-Maroni: Konsular-Mitarbeiterin mit dem Block der Tourist-Cards
Konsular-Mitarbeiterin mit dem Block der Tourist-Cards

Consulat général du Suriname in Saint-Laurent-du-Maroni: Brompton-Faltrad und Mitarbeiter
Mittagspause

Consulat général du Suriname in Saint-Laurent-du-Maroni: Brompton-Faltrad vor heruntergelassenen Rolläden
La fin?


Zwei junge Frauen: Regen in Saint-Laurent-du-Maroni Ich irre auf dem Rad durch die Stadt, stets bedroht vom nächsten Regenwald-Regen (Foto rechts). Am Busbahnhof, wie könnte es an diesem Tag anders sein, wird gerade der Fahrkartenschalter für Cayenne geschlossen. Der letzte Bus für heute ist weg. Da absehbar ist, dass ich in den kommenden Tagen hier nicht über die Grenze komme, erscheint mir die Hauptstadt des Départements, mein Startpunkt Cayenne, als sinnvollste Option. Vielleicht radle ich spontan und notgedrungen von dort nach Brasilien. Der Weg rund um Suriname nach Guayana ist allerdings ein paar tausend Kilometer lang.
Ohne große Hoffnung frage ich eine vielleicht Zwölfjährige am Busbahnhof, wie ich hier noch wegkommen kann. Sie überlegt kurz und spricht dann das Zauberwort aus. Natürlich: die Anlegestelle der Boote von Suriname muss der eigentliche Transporthub der Stadt sein. Schon bretter ich die lange Straße runter. Sehe ein Knäuel aus Transportern am Ende stehen. Im nächsten nach Cayenne sind drei von neun Plätzen belegt. Einer durch den bulligen Fahrer. Der gibt sich natürlich optimistisch, dass sein Sammeltaxi bald voll sei.
Während die nächsten Tropfen einsetzen klappe ich mein Rad zusammen, damit es in den kleinen Gepäckraum passt (Foto unten). Die Handlanger der kleinen Boote, die aus Suriname kommend hier einfach am Strand anlegen, laufen bei mir ins Leere. Wer weiß, ob ich je über den Fluss setzen darf. Außerdem wollte ich ja die große offizielle Autofähre nehmen, deren Fahrzeiten am Straßenrand schon seit dem Ortsausgang von Cayenne angeschlagen, für Fahrradfahrer aber offenbar irrelevant sind. Es dauert noch ein Stündchen, bis es losgeht. Einmal stürme ich von der Rückbank nach draußen, weil mein Rad droht, von Gepäckbergen erdrückt zu werden. Zuletzt werden meine Nachbarinnen aus New York und Guayana noch beim französischen Zoll vorbeigefahren, um den Einreisestempel zu bekommen. Mehr eine freiwillige Sache an dieser EU-Außengrenze. Ich könnte wohl auch illegal nach Suriname.
Die ganze Strecke nach Cayenne zurück. Der Fahrer gibt Vollgas. Zum Glück gibt der Transporter nicht viel her. Meine Nachbarin aus New York will beim nächsten Mal fliegen. Allerdings kann man von Cayenne nur nach Paris oder Martinique fliegen. Könnte mein Problem werden. Da absehbar ist, dass ich heute nicht mehr an einen richtigen Computer komme, bitte ich während der Fahrt Miri telefonisch, das eVisa für mich von zuhause aus zu beantragen. Um nicht einen weiteren Tag zu verlieren. Am Ende zicken alle Kreditkarten. Schwager Stefan rettet uns. Merci.
Als in Deutschland alles schläft, erreiche ich mein Airbnb in Cayenne. Eine kleine Holzhütte (Foto unten) am Rande eines eingezäunten Immobilienkomplexes rund um einen Swimmingpool. In den schaffe ich es mangels Code heute nicht mehr, aber Host Isabelle bietet an, dass ich auch eine zweite Nacht bleiben kann. Wenn nötig. Vor allem hat sie zufällig heute von einem Bekannten gehört, dass morgen in der Botschaft von Suriname doch noch die allerletzten TouristCards vergeben werden...


France-Guyane: Faltrad und Ortlieb-Tasche im Gepäckraum des Sammeltaxis
Zurück nach Cayenne

Airbnb in Cayenne: petite maison en bois
Zurück in Cayenne: petite maison en bois


Cayenne: Chris vor der Botschaft von Suriname Soo Happy End: analoges Visum in der Botschaft
Freitag, 18. Oktober 2019: Cayenne - Sammeltaxi - Saint Laurent du Maroni (13 km)

Ich bin offensichtlich nicht der einzige, der von den allerletzten TouristCards gehört hat. Punkt neun Uhr drängen rund zwanzig Leute durch die enge Tür der Botschaft von Suriname in Cayenne. Dann hat der Konsularmitarbeiter seinen großen Auftritt: es gibt keine einzige TouristCard mehr. Aber es gebe heute eine Art Ausnahmegenehmigung, mit der man ein Visum bekommen könne. Eventuell noch heute, ansonsten Montag, vielleicht Dienstag. Eine Zwickmühle für mich. Wenn ich den Antrag stelle, bin ich möglicherweise über das Wochenende und länger meinen Reisepass los. In der Zeit würde mir ein eVisa nichts nützen.
Das macht Fortschritte: ich werde per Email gebeten, Informationen nachzureichen. Mir gelingt es, auf meinem Smartphone aus einer Word-Datei über einen Screenshot eine grade noch lesbare PDF-Datei zu machen. Nur die wird akzeptiert. Das klappt. Kurz darauf bekomme ich die Nachricht, der Antrag sei jetzt vollständig und werde ans Außenministerium von Suriname übermittelt. Schönes Wochenende... Da habe ich aber schon meine Dokumente vorschriftsgemäß im gegenüberliegenden Lebensmittelladen kopiert. In allerletzter Minute hatte ich zuhause noch ein Passbild eingesteckt. Was mir jetzt jede Menge Zeit erspart. Noch vor halb zehn reiche ich meinen analogen Visum-Antrag ein. Während zwei Asiaten, die mit einem Botschafts-Hiwi getuschelt hatten, ihre schon wieder zurück bekommen. Ich soll es kurz vor Schließung um zwei Uhr mal versuchen. Ergebnis offen.
Auf der Terrasse des klassischsten aller Etablissements der Stadt, dem Hôtel des Palmistes, gedulde ich mich mit frischer Limonade, Tageszeitung und der Plat du jour: Freitagsfisch mit Reis und Gemüse. Endlich mal was Richtiges zu essen. Schlendere über den Markt (Fotos unten). Schaue schon mal nach den Sammeltaxis Richtung Grenze. Bin aber eigentlich entschlossen, heute hier zu bleiben. Denn so oder so komme ich morgen nur bis Moengo.
Erwartungen runterschrauben, tief ein- und ausatmen, alles nicht so wichtig. So versuche ich mich innerlich vorzubereiten. Bevor ich meine Quittung durch den schmalen Schalterschlitz in der Botschaft reiche. Der Konsularmitarbeiter geht in die vom Schalter aus nicht einsehbaren Amtsstuben. Kommt zurück. Und hat tatsächlich meinen Pass in der Hand. Samt Visum (Foto unten). Das 40 Euro gekostet hat. Die man nur bar zahlen konnte...


Marktstand in Cayenne
Marktstand in Cayenne

Terasse des Hôtel des Palmistes
Hôtel des Palmistes

Cayenne: Früchte auf dem Markt
Früchte auf dem Markt

Suriname-Visum von Consul Général Genia J. Lank-Corinde
Got it: mein Suriname-Visum


France-Guyane: Kolumbianer John und Argentinier Leonardo im Taxi Ich bin soo happy. Im selben Moment ist alles anders: ich will auf jeden Fall heute noch zurück nach Saint Laurent. Wo es inzwischen bei Airbnb noch ein Zimmer für heute Nacht gibt. Schon gebucht. Ich radle an der Sammeltaxi-Sammelstelle vorbei. Ich solle mich beeilen. Rase zu meiner Holzbude, um mein Gepäck zu holen. Als ich wieder da bin, ist das Taxi weg.
Bald darauf kommt einer mit 'nem ganz normalen PKW. Behauptet, er würde auch nach Saint Laurent fahren. Kostet 50 Euro statt 30. Für 250 Kilometer. Ein Fahrgast ist schon da. Argentinier Leonardo möchte allerdings nur nach Kourou. Dann kommt John. Der Kolumbianer lebt seit fünf Jahren hier und möchte auch nach Suriname (Foto rechts: John auf dem Beifahrersitz und Leonardo). Als sich weit und breit kein vierter Passagier findet, fahren wir trotzdem los. Der Fahrer fährt viel angenehmer als der von gestern. Ich erzähle Leonardo vom Weltraumzentrum in Kourou. Von dem er nichts weiß. Er will mit seinen vierzig Jahren einfach mal bei der französischen Fremdenlegion in Kourou anheuern. Ohne einen Termin zu haben, oder irgendwas zu wissen. Dafür ist er von der Südspitze des Kontinents ganz in den Norden gekommen. Auf dem Landweg.
Zu zweit will uns der Fahrer dann doch nicht weiter bringen. Er vermittelt uns an einen anderen Fahrer mit einem weiteren Passagier. Jetzt sitze ich hinten mit John. Der Kolumbianer spricht trotz fünf Jahren Guyane relativ wenig Französisch. Er nimmt auch meine stetig wiederholten Hinweise auf die Problematik des Suriname-Visums nicht wirklich ernst. Unterdessen brettert unser Fahrer mit bis zu 180 Stundenkilometern über die Straße. Meines Wissens ist nicht mal auf französischen Autobahnen dieses Tempo vorgesehen. Noch weniger auf zweispurigen französischen Landstraßen. Nicht mal in der Karibik.
Erst in Saint Laurent dämmert John die ganze Dimension des Visum-Problems. Er steht noch lange vor dem MFc, dem "Maroni Fried Chicken", und versucht telefonisch einer Lösung näher zu kommen. Während ich gegenüber ein Zimmer in der Familie von Mitch beziehe. Die vor einem Monat ihr erstes Kind bekommen hat. Nicht die ideale Konstellation, um Fremde zu beherbergen. Egal. Ich bin soo froh. Suriname ist soo nah.


Junge Radlerin in Kourou
Beim Zwischenstopp in Kourou

Überfahrt mit Brompton-Faltrad auf einem einfachen Boot von France-Guyane nach Suriname
Von France-Guyane nach Suriname


Junge Frau und Suriname-Fahne auf Mobilfunk-Werbeplakat Als "blanke Heer" im früheren Niederländisch-Guyana
Samstag, 19. Oktober 2019: Saint Laurent du Maroni - Fähre/Grenze Französisch-Guyana/Suriname - Albina - Moengo (55 km)

Der Besuch beim französischen Zoll ist absolut überflüssig. Natürlich wird ein EU-Pass nicht gestempelt bei der Ausreise aus der EU. Einer versucht noch, mich für zehn Euro in einem Privatschiff über den Maroni-Fluss zu bringen. Hätte ich mich auch gleich in eine Pirogue setzen können. Nach minimaler Abwehr dreier Fährleute fahre ich dort mit der nächsten direkt los. Habe am Ende Mühe, meine 2,50 Euro beim Ferryman loszuwerden.
Auch auf der anderen Seite werde ich von den Schleppern in Ruhe gelassen, nachdem klar ist, dass ich radeln will. Die Immigration ist auch auf dieser Seite irgendwo, losgekoppelt von den Verkehrsströmen. Noch einmal muss ich einen langen Zettel ausfüllen. Dessen Durchschlag bleibt im Pass. Jetzt bin ich auch offiziell in Suriname. Die Bank hat am Samstag geschlossen. Den besseren Kurs zahlt wohl sowieso der Typ vor einem Laden. 1:8,4.
Suriname trat in mein Leben während der Olympischen Spiele von Seoul 1988, die ich in Israel und Palästina erlebte. Ein Leitartikel der Jerusalem Post war am 30. September gegen Ende der Spiele betitelt: „Surinam hasn‘t got a Satellite.“ (Das Internet bestätigt meine Erinnerung.) Ein Athlet aus Suriname hatte die allererste olympische Medaille für sein Land gewonnen, während Israel damals weiter auf die erste Medaille wartete. Der glossenhaft geschriebene Kommentar versuchte nun, das erfolgreiche Platzieren des ersten israelischen Satelliten Ofeq-1 ein paar Tage zuvor launisch dagegen abzuwägen.


Suriname: Straße durch den Regenwald
Mitten durch den Regenwald mit Linksverkehr


Texelstraat in Moengo, Suriname Erst bei der Vorbereitung auf diese Tour erfuhr ich, dass Suriname die ehemalige niederländische Kolonie Guyana ist. (Ohne die Suriname-stämmigen Spieler Ruud Gullit und Frank Rijkaard hätten die Niederlande womöglich das historische EM-Halbfinale 1988 gegen Deutschland (und danach den EM-Titel) gar nicht gewonnen...) Trotzdem fahren die Autos links. Was ich wegen ein paar Einbahnstraßen und Chaos erst relativ spät bemerke. Die rote Radtasche mit dem Radkarton auf der linken Seite hält die Autos nun auch nicht mehr auf Abstand. Die Landschaft ähnelt den bisherigen Etappen. Ein bisschen hügelig, da wir fernab der Küste sind. Aber Kinder und Erwachsene reagieren plötzlich auf mich.
Bis zur Hauptstadt Paramaribo sind es 150 Kilometer. Zu weit. Einzige Stadt dazwischen: Moengo (sprich: Mungo). Deshalb eine kurze 50-Kilometer-Etappe heute. Bin schon um halb zwölf da. Das Masanga-Guesthouse, erste Adresse am Ort, ist nicht mobil zu machen. Auch nicht in der Polizeistation mit ihren vier top Polizisten-Fahrrädern. Die rufen eine andere Herberge an. Doch vor Ort weiß man nichts mehr von einem freien Zimmer. Immerhin entdecke ich so die Texelstraat (Foto rechts). Die meisten Schriftzüge sind niederländisch. Gesprochen werden alle möglichen Sprachen. Die meisten verstehen Englisch. Im Lebensmittelladen vermittelt man mich („blanke heer“) an eine kleine Pension im Parterre einer Villa. Drei Häuser weiter wohnt eine weiße Familie. Die offensichtlich demente Großmutter begrüßt mich mit: Are you still around? Ihr Sohn erzählt mir, dass Eltern und Bruder baptistische Missionare sind.
Hauptsehenswürdigkeit von Moengo ist die Casa Blanca (Foto unten), erbaut 1930 von den Bauxitfirmen für den Minendirektor. Heute eher eine Ruine. Von der angeblichen Abendmesse um 18 Uhr in St. Theresia ist nichts zu sehen. Bleibt der chinesische Kiosk, wo ich Reis mit irgendwas in Plastik bekomme. Wenigstens kein Rad-Junkfood.


Casa Blanca in Moengo, Suriname
Casa Blanca in Moengo


Oost-West Verbinding, Julianaweg Weyneweg: Brücke über den Cottica I love SU
Sonntag, 20. Oktober 2019: Moengo - Paramaribo (103 km)

Um sieben Uhr starte ich. Es ist nur 23 Grad. Und null Verkehr. Ich rolle wunderbar dahin. Heute ist es ganz flach. Einzige nennenswerte Erhebung: die riesige Jules-Wijdenbosch-Brücke über den riesigen Fluss Suriname. Mit sechs, sieben Prozent Steigung geht es auf 52 Meter. Etwa so, wie die morgendliche Rampe auf den Lerchenberg. Nur bei inzwischen 35 Grad. Aber ich bin da ja auch nach hundert Kilometern schon in der Hauptstadt Paramaribo (Betonung wie bei Haribo). Wo ich erneut das Guesthouse "De kleine Historie" gebucht habe. Als ich wegen des Visumproblems am Donnerstag kurzfristig absagen musste, haben sie kostenlos storniert. Sehr nett. Ein ganz tolles Hostel im Herz der alten holländischen Gebäude der Stadt.


Suriname: Vogel im Käfig im Regenwald
Im Käfig im Regenwald


Paramaribo: Albino Pammy mit Kindern Den zwei Tagen, die ich wegen der Visumbeschaffung hinter meinem Plan herhinke, fällt der ursprünglich geplante Pausentag in Paramaribo zum Opfer. Da ich so früh angekommen bin, bleibt noch reichlich Zeit für einen Rundgang (Fotos unten). Dimensionen und Dynamik sind größer als in Cayenne. Auch wenn am Sonntagnachmittag wenig los ist.
Bis zum Milchpudding Vla reicht das holländische Erbe. Goedemorgen wurde mir überall heute zugerufen. Architektur, Sprache - so viel Holland in Südamerika überraschend mich. Eine junge Frau aus Eindhoven, die vor fünf Jahren hierhin gekommen ist, managt an einem Souvenirstand der Touristen-Info noch ein paar Unterkünfte für die nächsten Tage. Plötzlich scheint alles ganz einfach.
Bei dem mehrdeutigen I-love-SU-Denkmal (Foto ganz oben) lerne ich Pamela mit ihren zwei kleinen Kindern (Foto rechts) kennen. Schwiegereltern und Schwager sind auch dabei. Von ihrem Mann hat sie sich getrennt. Sie leidet unter ihrem Albinismus, hier draußen vor allem an der Sonne. Arbeitet, während die Kinder beim Daycare sind, wo die kleinere aber sehr viel Rabatz macht.


Denkmal zur Erinnerung an den Militärputsch vom 25.2.1980 in Suriname
Denkmal zur Erinnerung an den Militärputsch vom 25.2.1980

Fort Zeelandia in Paramaribo
Fort Zeelandia

Sint-Petrus-en-Paulus Basiliek van Paramaribo
Sint-Petrus-en-Paulus Basiliek van Paramaribo

Moschee neben Synagoge in Paramaribo
Moschee neben Synagoge

Denkmal in Paramaribo: Frau mit Baby
Baby in der Luft

Niederländische Häuser in der Mr. J.C. De Miranda St, Paramaribo, Suriname
Alte Holzhäuser in der Altstadt von Paramaribo


Kreuz und Holz in der Sint-Petrus-en-Paulus Basiliek van Paramaribo Landlust am Saramacca
Montag, 21. Oktober 2019: Paramaribo - Groningen - Sidoredjo (67 km)

Die Kathedrale von Paramaribo soll das größte Holzgebäude der westlichen Welt sein. Jeden Morgen um halb sieben ist Gottesdienst. Rund zwanzig Leute verlieren sich in den Holzbänken. Dank der Gottesdienstbeleuchtung kommen die feinen Hölzer gut zur Geltung (Foto links). Die EU hat vor wenigen Jahren die Restaurierung gesponsert.
Nach fast 24 Stunden checke ich in dem Hostel "De Kleine Historie" aus. Heute mal eine späte Etappe. Eigentlich sind es 50 Kilometer bis zum Landgoed Linde's Lust, dem Quartier, das ich gestern vermittelt bekam. Aber heute fahre ich mal nicht auf der Nationalstraße. Etwas südlich verläuft eine Parallelstrecke. Die Fahrt aus der Stadt zieht sich. Der Asphalt ist nicht ganz so fein wie auf der Hauptstrecke. Aber immer noch wesentlich besser als das hard core Zeug in Französisch Guyana.
Ronny Bar ist zunächst das letzte Haus. Hier warte ich einen Schauer ab. Dann geht’s über die Brücke des Saramacca.


Erfrischung am Saramacca River, Suriname
Erfrischung am Saramacca River

Henny Donks mit Frau in Groningen am Saramacca River, Suriname
Henny und Carmen Donks

Chris on the Bike: Abfahrt am Saramacca River, Groningen
Weiter geht's


Häuser am Kanal, Suriname Diesem Fluss folge ich mehr oder weniger den Rest des Tages. Am schönsten ist es bei Carmen und Henny Donks auf der Terasse, die weit in den Saramacca-Fluss hineinragt. Die beiden verbringen hier ihren Lebensabend, nachdem sie lange in Rotterdam gelebt haben. Hier konnten sie ihren Traum vom Wohnen am Wasser wahrmachen (Fotos oben).
Kurz zuvor in Misgunst fand ich den empfohlenen Abstecher zu einer Aufzuchtstation von Faultieren. Aber der einzige Mensch vor Ort hatte keinen Bock, mir was zu zeigen.
Auch hinter Groningen bleibe ich auf der südlichen Parallelen zur Hauptstraße. Eine Piste bringt mich nach Sidoredjo und damit zurück zur Hauptstrecke. Das Landgoed Linde's Lust ist wiederum auf einer Sandpiste mitten im Grün zu finden ist. Ein kolossales Haus im Kolonialstil, allerdings von 2011. Linde ist nicht da, aber Sunday zaubert ein vegetarisches Abendessen der Extraklasse (Fotos unten).


Landgoed Linde's Lust, Sidoredjo, Saramacca, Suriname: Veranda
Unterkunft mit Hängematte

Landgoed Linde's Lust, Sidoredjo, Saramacca, Suriname
Landgoed Linde's Lust

Landgoed Linde's Lust, Sidoredjo, Saramacca, Suriname: Abendessen
Leckeres Abendessen


Mülltüte vor Abholung durch Müllabfuhr, Suriname Zu den Schotten
Dienstag, 22. Oktober 2019: Sidoredjo - Totness (94 km)

Die Nacht in Linde‘s Lust war relaxt. Auch dank einer räuchernder mosquito coil. Vom Stromausfall am Morgen hab ich gar nichts mitbekommen. Papaya-Frühstück.
Ich starte mit der Müllabfuhr. Die rosa Müllsäcke werden halbhoch am Straßenrand in Metallgittern bereit gelegt (Foto links). Hier und da stehen auch Plastik-Recycling-Container.
Nun bin ich wieder auf der Küstenstraße, der Oost-West-Verbinding. Aber sie hat nicht mehr diesen supersanften Asphalt. Und wird nach der Coppename-Brug, die ganz flach über etwa einen Kilometer den Fluss quert, richtig schmal. Keine Markierung mehr.


Ostufer Coppername bei Boskamp, Suriname
Am Ostufer des Coppername


Schmetterling, Suriname Vorher finde ich dank eines Abstechers nach Boskamp am Ufer des Coppername den einzigen Supermarkt am heutigen Wegesrand. Als ich den eiskalten Vanille-Vla runterkippe, entdecke ich in der Idylle des verschlafenen Dörfchens einen schwer bewaffneten Soldaten, der neben dem Supermarkteingang die Umgebung beobachtet. Dann fährt er davon mit einem normalen Wagen, der offenbar irgendeinen größeren Wert befördert.
Die Idylle der kleinen Tropenstraße wird durch viele Kilometer Baustelle gebrochen. Die Straße wird verbreitert. Mitten drin vor einer Villa ein Verkaufsstand mit edlen Säften und mehr. Ich wecke die Verkäuferin und schlafe dann selbst fast ein. Die Hitze strapaziert mich mehr als an den letzten beiden Tagen, an denen ich mal vormittags, mal nachmittags gefahren bin. So ziehen sich die gut 90 Kilometer bis Totness. Klingt schottisch und war es auch. (Auch, wenn es den gleichen Ortsnamen im Süden Englands gibt.) Das relativ neue Hotel, das überraschend auftaucht, heißt denn auch Tot Ness Palace.


Sde rijweg, Oost-West Verbinding, Suriname
Oost-West Verbinding: schmale Hauptstraße


Schlange auf Hauptstraße bei Wageningen in Suriname Schlange vor dem Paradies
Mittwoch, 23. Oktober 2019: Totness - Paradise - Nieuw Nickerie (98 km)

Heute wieder um sieben Uhr los. Nachdem ich den Wasserkocher im Hotelzimmer noch für eine Art Kochwäsche genutzt habe. In der Luftfeuchtigkeit wird manches nicht so richtig trocken. Da braucht man etwas heißeres Wasser. Am Lenker, an der Sattelstange und über den Karton gestülpt trocknet es bei der Fahrt (Foto weiter oben).
Der Wald hat sich heute erstmals weit zurückgezogen. Weite Ebenen mit Gräsern sind dazwischen getreten, später dann riesige Felder, die mit den Kanälen ringsherum an Holland erinnern.
Kurzer Schreck: eine riesige Schlange liegt zum größten Teil vor mir auf dem warmen Asphalt (Foto links). Tote Schlangen, Frösche, Vögel seh ich täglich zuhauf. Die hier scheint noch unversehrt. Nicht immer behalte ich die Strecke vor mir im Blick. Nach diesem Schreckmoment seh ich erstmal nur noch Schlangen am Straßenrand.


See bei Totness
See bei Totness

Henar-Brücke über den Nickerie am Henarpolder
Henar-Brücke über den Nickerie


Mofa-Fahrer mit Papagei in Paradise am Nickerie, Suriname Von der großen Brücke über den Nickerie (Foto oben) an wird’s wieder besiedelt. Dazu Siebziger-Jahre-Pflaster. Auf der Karte entdecke ich eine Nebenstrecke. Ein Mofafahrer mit Papagei auf der Schulter (Foto rechts) bestätigt sie mir. Fast wie auf einem Flussradweg fahre ich auf der kleinen Straße am Nickerie entlang. Auf diese Weise komme ich, kurz nach der Begegnung mit der Schlange, durch das Örtchen Paradise.
Nieuw Nickerie soll meine letzte Station in Suriname sein. Der Hotelier des Tyche, ehemals "Royal Hotel" (den Swimmingpool gibt’s immer noch), checkt noch mal für mich: die Fähre rüber nach Guyana fährt wieder, nachdem sie im Frühjahr einige Monate außer Gefecht war, wie ich zufällig mitbekommen hatte. Allerdings nur einmal am Tag. Angeblich um neun Uhr. Sicherheitshalber stelle ich den Wecker auf fünf Uhr. Es sind noch vierzig Kilometer bis zur Grenze.


Vredeskerk (Friedenskirche; Brüdergemeine/Moravian) in Nieuw Nickerie, Suriname
Vredeskerk: Friedenskirche der Herrnhuter Brüdergemeine in Nieuw Nickerie

Hotel Tyche am Nickerie, Suriname
Hotelterasse am Nickerie

Sonnenaufgang bei Nieuw Nickerie
Sonnenaufgang bei Nieuw Nickerie

Dunst am Morgen im Regenwald bei Nieuw Nickerie
Dunst am Morgen im Regenwald


Vieh auf der Straße zur Fähre nach Guyana, Suriname Zu den Indern
Donnerstag, 24. Oktober 2019: Nieuw-Nickerie - Fähre/Grenze Suriname/Guyana - Skeldon (52 km)

Tatsächlich bin ich um halb sechs on the road. Und keineswegs der Einzige. Zumindest in Nieuw Nickerie. Außerhalb der Stadt erlebe ich das allererste Morgenlicht, die Spiegelungen in den Gewässern, schließlich den Sonnenaufgang (Fotos oben). Ganz, ganz wenige Autos kommen vorbei. Eines hält. Der Fahrer fragt mich, wann die Fähre ablegt. Ich gehe nach wie vor von neun Uhr aus.
Angesichts der wenigen Autos unterwegs belagern erstaunlich viele Leute schon um acht Uhr die Grenzstation. Es ist völlig anders als bei der Einreise. Dort das völlig unkontrollierte Übersetzen der vielen kleinen Piroguen, hier die streng kontrollierte und reglementierte Abfertigung. Eine illegale Einreise wäre hier an ihr Ende gekommen. Lucky me. Suriname war eine Überraschung. Viel niederländischer als erwartet. Sprache, Architektur, Landschaftskultur. Und damit gefühlt sehr nah.
Die einfache Fahrt kostet 15, das Rückfahrtticket 20 US-Dollar. Die Fähre fährt erst um elf Uhr. Monatelang fuhr sie, einst von der EU gesponsert, gar nicht. Seit ein paar Wochen läuft sie wohl wieder. Sogar Imbiss und Duty Free gibt’s. Rückwärts setzen die Fahrzeuge aufs Schiff (Foto unten). Ein Einweiser schlägt‘s mir scherzhaft auch vor.


Wartesaal: South Drain, Clarapolder, Suriname
Wartesaal: South Drain, Clarapolder, Suriname

Rückwärts einparken auf der Fähre von South Drain (Suriname) nach Moleson Creek (Guyana)
Rückwärts einparken auf der Fähre

Guyana-Fahne auf Fahrrad
Guyana-Fahne am Fahrrad

Brompton-Faltrad auf der Fähre über den Courantyne River
Auf dem Courantyne River


Holzhäuser in Skeldon, Guyana Beim Anlegen unterhalte ich mich mit New Yorkern, die in Guyana leben, über die Sicherheit auf meiner Strecke. Sie empfehlen, die letzten 35 km vor der Hauptstadt Georgetown mit dem Auto zurückzulegen. Locals dagegen sehen überhaupt kein Problem, verstehen die Frage gar nicht.
Guyana verlangt nix bei der Einreise. Nur die Gelbfieberimpfung. Vor dem Terminal kommt ein junger Geldwechsler geradewegs auf mich zu. Guter Kurs. Schon in Suriname war der Schwarzmarktkurs an der Grenze der beste, der mir sonst begegnet ist.
Jetzt allerdings muss ich zurück nach Norden zur Küste radeln. Bei mächtig Gegenwind. Die Straße klein und schmal. Corriverton besteht aus vielen kleineren Orten. In Skeldon sehe ich am Straßenrand ein Schild zum City Inn Hotel. Ein paar Querstraßen ins Hinterland und ich stehe vor einem einladenden Haus. Besser als alles in Suriname. Ich handle den Chef noch zehn Dollar runter. In Bremen hat er zu Wendezeiten als Tellerwäscher in einem amerikanischen Steakhouse gearbeitet. Nach der Rückkehr ist er zu Hause durchgestartet: als Bürgermeister, Hotelier und Taxiunternehmer. Seinen Transportservice hat er nach Vorbild der deutschen Züge Intercity getauft.
Trotz fast fünf Stunden an der Grenze ein leichter Tag. In Skeldon suche ich noch ein Restaurant. Mit vierzig Prozent stellen die Inder mit Abstand die größte Bevölkerungsgruppe in Guyana. Also lande ich in einem indischen Imbiss. Der und die indischen Läden haben ein ganz anderes Flair als ihre chinesischen Pendants in Suriname: gepflegt, einladend und zuvorkommend.


Straßenszene Skeldon, Guyana
Nachmittagsspaziergang in Skeldon, Guyana


Liverpool in Guyana Ein einziges Dorf
Freitag, 25. Oktober 2019: Skeldon - New Amsterdam (80 km)

Der Ex-Bremer Hotelier telefoniert leider - noch früher als ich sowieso schon aufstehe - unmittelbar vor meiner Zimmertür. Und ununterbrochen. Setze ich mich also zu einer Tasse Kaffee und Tee ihm gegenüber. Schon ruft er seine Ex-Geliebte in Deutschland an. Die weiß nicht so recht, wie sie auf die Nachricht reagieren soll von meiner Anwesenheit im fernen Skeldon.
Jedenfalls bin ich noch vor sieben Uhr unterwegs. In Suriname ist es allerdings schon acht. Bis der übliche Ostwind eine Stunde später einsetzt, bin ich schon wieder an der Küste und genieße ihn als Rückenwind.
Die Dörfer sind durchnummeriert. Die erste Zahl, die ich wahrnehme ist Dorf Nr. 77. Manche haben dazu noch klassische Namen. Manchester. Bengal. Macedonia. Oder Liverpool (Foto links). In fast allen gilt Tempo 80 Stundenkilometer. Selten 65, ganz selten 50, wie die Ortsschilder im Pepsi-Look verraten. Nahtlos reihen sich die Dörfer aneinander. Im Grunde ist es ein einziges Dorf. Mit Schweinen, Ziegen, Kühen, Eseln, Pferden und Hunden direkt am Straßenrand. Guyana ist etwas kleiner als die Bundesrepublik vor dem Beitritt der DDR.


Jagans Memorial Park in Port Mourant
Jagans Memorial Park in Port Mourant


Tempel Shree Ram Mandir in No. 69-70 Village, Corriverton, Guyana Zufällig sehe ich die Schilder zu „Jagans Memorial Park“ in Port Mourant. In den letzten Tagen bin ich durch die Lektüre von John Gimlette „Wilde Küste“ auf den Staatsgründer Cheddi Jagan und seine Frau Janet aufmerksam geworden. Etwa ein Kilometer von der Hauptstraße entfernt ist ihr Ehrengrab (Foto oben). Und eine große Tribüne in den Farben ihrer Partei PPP: solche Fahnen hängen fast an jedem Laternenpfahl: Schwarz-Rot-Gold.
Trotz Mittagessen bin ich schon vor zwölf Uhr mittags in New Amsterdam, dem Zielort am Riesenfluss Berbice (sprich Börbíss). Vor dem großen alten Fährterminal wird grad eine Bühne für Konzerte am Wochenende aufgebaut. Die Personenfähre fährt am Wochenende nicht. Muss ich also auf jeden Fall über die große, neue Brücke fünf Kilometer flussabwärts. Ich sehe in der Ferne, dass sie in der Mitte gerade für Schiffe zur Durchfahrt geöffnet ist.
Die Abendmesse beginnt nicht wie auf der Leuchtreklame kundgetan um 17 Uhr, sondern eine halbe Stunde später. Das Publikum des indischen Jesuiten Anthony de Sousa (aus Goa...) besteht zur Hälfte aus vier Mutter-Theresa-Schwestern. Auch die sind ein indischer Import. Anthony predigt sogar. Was ohne Mikro nicht leicht zu verfolgen ist. Der Straßenlärm von draußen wird gelegentlich noch durch einen Schuss verstärkt.


Optiker-Werbung vor New Amsterdam
Optiker-Werbung vor New Amsterdam


Am Straßenrand, Guyana Gefährliches Georgetown?
Samstag, 26. Oktober 2019: New Amsterdam - Georgetown - Auto - Timheri (113 km)

Der heutige Tag beschäftigt mich schon eine Weile. Und je näher er kommt, desto mehr. Die Warnungen des Auswärtigen Amtes vor der Gewaltkriminalität in Georgetown und einigen Vororten, durch die meine Strecke unausweichlich führt, sind eindeutig. "Türen und Fenster der Autos sollten geschlossen gehalten werden", steht da. Ah ja. Der Jesuit gestern Abend dagegen hat überhaupt kein Problem gesehen, als Weißer da durchzuradeln. Die Optionen, die ich in Erwägung ziehe: bis kurz vor die kritischen Vororte zu fahren, dort zu übernachten und am frühen Sonntagmorgen da durch. Es scheint aber weit und breit keine Hotels zu geben. Alternativ kann ich, wenn es mir zu mulmig wird, in Bus oder Taxi umsteigen. Oder ich fahre einfach. Jedenfalls ist die innere Spannung enorm.
Die Strecke ist wie an allen Tagen bisher: flach, dörflich, rückenwindig. Es stellen sich keine Anzeichen von Großstadt ein. Meinen Pausenrhythmus orientiere ich an der Durchfahrt durch die Orte, vor denen das Auswärtige Amt besonders warnt: Buxton, Annandale, Friendship. Bei der letzten Pause gerate ich an den indischen Getränkegroßhändler Vic. Er weiß nicht nur genau über Angela Merkel und die Lage in Nicaragua Bescheid. Sondern hält auch meine Weiterfahrt für völlig ungefährlich. Also los. Gestärkt noch von seinem Geschenk: Vanillemilch und Erdbeermilch.
Ich scanne alles um mich herum kritisch. Dorf bleibt Dorf. Vielleicht mal ein baufälliges Haus. Keine abfälligen Blicke oder Bemerkungen. Keine Provokationen.


Radler auf Brücke mit Schiffen, Guyana
Brücke als Anker


St. George's Cathedral, Anglican, Georgetown, Guyana Eine Stunde später bin ich im Herz von Georgetown. Immer noch sehr dörflich. Die anglikanische Kathedrale St. George's (Foto rechts) wird grad restauriert. Ganz in der Nähe ist der Outdoor- und Tierfutterladen von Joe. Mein Anlaufpunkt. Joe bietet im Radlernetzwerk Warmshowers.org Übernachtungen direkt beim Flughafen an. Da ich Montagmorgen recht früh fliege und der Flughafen vierzig Kilometer von Georgetown entfernt ist, hatte ich schon vor einiger Zeit Kontakt zu ihm aufgenommen.
Uncle Joe, wie ihn offenbar alle nennen, ist gerade nicht da. Die etwa zwölfjährige Lisa aus seiner Verwandtschaft isst gerade zu Mittag. Wie üblich aus dem Styropornapf. Fahrrad fahren kann sie nicht. Ich senke den Sattel des Faltrads für eine Übungsfahrt. Durch Lauf- und Tretübungen macht sie schnell Fortschritte. Da ist Joe mit seiner Frau Christine schon da (Foto unten). Und macht mir ein großzügiges Angebot. Ich kann direkt in seinem kleinen Transporter mitkommen und bei ihnen einen Ruhetag verbringen. Im Busch, wie er sagt.
Damit ist die Guyanas-Tour plötzlich zu Ende: nach 1115 Kilometern von Cayenne bis Georgetown. Angefangen mit einer GoogleMaps-Recherche, nach der keine durchgehende Fahrt möglich schien, bis zu einer superflachen Rückenwindpiste, deren Nutzung beinahe am Visum-Systemwechsel von Suriname gescheitert wäre. Happy Chris.
Während sich Georgetown auf das Diwali-Lichterfest eingroovt, sitze ich auf dem Boden von Joe's Nissan-Caravan-Transporter (Foto unten). Nehme immer mehr Einkaufstüten für das lange Wochenende im Busch entgegen. In der Dunkelheit erreichen wir die riesigen Ländereien, auf denen Joes Vater 1963 gebaut hat. Für mich allein gibt es einen fünfstöckigen Holzbau (Foto unten). Von der Aussichtsplattform sieht man den wenig beflogenen Flughafen. Ich fühle mich sicher. Ohne Schloss. Bin gut durch eine der gefährlicheren Städte dieser Welt gekommen.


Pet and Bicycle Shop in Georgetown: mit Christine und Joe Jardim
Mit Christine und Joe Jardim

Rad und Radler im Auto
Happy im Auto

Fünfstöckiges Quartier in Timheri
Mein fünfstöckiges Quartier in Timheri


Relaxen in Timheri Erster echter Ruhetag
Sonntag, 27. Oktober 2019: Timheri

Nach zwei Wochen on the Bike ein echter Ruhetag. Mit Minispaziergang zum Creek. Und großartiger Küche und Gesellschaft von Christine und Joe.


Laub und blauer Falter
Blauer Falter

Sandstrand in Timheri
Sandstrand in Timheri

Abendessen von oben
Abendessen von oben

Chris mit Joe und Christine Jardim
Mit Joe und Christine Jardim


Joe präpariert Brompton-Rad-Karton für Flug Unterirdische Schwarzhändler
Montag, 28. Oktober 2019: Flug Timheri/Guyana - Piarco/Trinidad [- Willemstad/Curacao]

Sogar Christine ist aufgestanden und kommt mit zum Flughafen. Joe hat trotz arbeitsfreiem Diwali-Feiertag angeboten, mich die zehn Kilometer zum Flughafen zu fahren. So konnte ich gestern schon das Rad mit seiner Hilfe verpacken (Foto links). Der Karton hat das Zusammenfalten in Cayenne und die 1115 Kilometer on the bike ganz gut überstanden. Joe‘s Tape tut sein übriges. Was für eine Gastfreundschaft.
Die Box wird problemlos akzeptiert. Ich bin mit dem gleichen Set ja schon vor einem Jahr ein paar Mal mit Carribean Airlines geflogen. Draußen vor dem Flughafen will ich meine restlichen Guyana-Dollar in US-Dollar zurücktauschen. Der Kurs der Schwarzhändler ist unterirdisch. Geh ich in ein kleines Restaurant. Da stimmt‘s...


Teil 2: Curacao, Nicaragua, Honduras, El Salvador
Auf der Panamericana durch Zentralamerika


Teil 3: Guadeloupe, Antigua, Montserrat, Dominica, Martinique
Insel-Hopping mit Hindernissen


Route Karibik III: Guyanas: Cayenne - Georgetown



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Route Karibik III: Cayenne - Fort-de-France



Die Gesamtroute von Französisch-Guyana bis Martinique

Etappen Karibik III: Cayenne - Fort-de-France (12.10.-28.11.2019)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 12.10.2019 Cayenne Aéroport Cayenne 25
2. 13.10.2019 Cayenne Remire-Montjoly - Cayenne Kourou 112
3. 14.10.2019 Kourou Sinnamary Iracoubo 119
4. 15.10.2019 Iracoubo Mana Awala-Yalimapo 104
5. 16.10.2019 Awala-Yalimapo 13
6. 17.10.2019 Awala-Yalimapo Mana St. Laurent d. M. 67
7. 18.10.2019 Cayenne 13
8. 19.10.2019 St. Laurent d. M. Fähre/Grenze Französisch-Guyana/Suriname - Albina Moengo 55
9. 20.10.2019 Moengo Paramaribo 103
10. 21.10.2019 Paramaribo Groningen Sidoredjo 67
11. 22.10.2019 Sidoredjo Totness 94
12. 23.10.2019 Totness Paradise Nieuw-Nickerie 98
13. 24.10.2019 Nieuw-Nickerie Fähre/Grenze Suriname/Guyana Skeldon 52
14. 25.10.2019 Skeldon New Amsterdam 80
15. 26.10.2019 New Amsterdam Georgetown 113
16. 27.10.2019 Timheri
17. 28.10.2019 Flug Georgetown/Guyana - Piarco/Trinidad - Willemstad/Curacao
18. 29.10.2019 Souax Westpunt - Knip - Sint Willibrordus Souax 76
19. 30.10.2019 Souax Punda - Souax - Flug - Willemstad/Curacao - Panama Managua 26
20. 31.10.2019 Managua Tisma - Granada - Bus Managua 67
21. 1.11.2019 Managua El Tránsito 80
22. 2.11.2019 El Tránsito León 61
23. 3.11.2019 León Chinandega Somotillo 114
24. 4.11.2019 Somotillo Guasaule (= Grenze Nicaragua/Honduras) - Choluteca San Lorenzo 92
25. 5.11.2019 San Lorenzo El Amatillo (= Grenze Honduras/El Salvador) La Unión 98
26. 6.11.2019 La Unión El Delirio Usulután 90
27. 7.11.2019 Usulután Puente de Oro Costa del Sol 102
28. 8.11.2019 Costa del Sol Aeropuerto El Salvador 32
29. 9.11.2019 Miami/Florida - Flug - Pointe-à-Pitre/Guadeloupe Les Abymes 5
30. 10.11.2019 Les Abymes Anse des Rochers - Pointe-à-Pitre Les Abymes 67
31. 11.11.2019 Les Abymes Deshaies Thomy 66
32. 12.11.2019 Thomy
33. 13.11.2019 Thomy Col des Mamelles (583 m) Petit-Bourg 45
34. 14.11.2019 Petit-Bourg Aéroport Pointe-à-Pitre 23
35. 15.11.2019 Dickenson Bay St. John’s - Fähre - Little Bay/Montserrat - St Peter’s - Little Bay/Montserrat - Fähre - St. John‘s Dickenson Bay 17
36. 16.11.2019 Dickenson Bay
37. 17.11.2019 Dickenson Bay St. John‘s Dickenson Bay 16
38. 18.11.2019 Dickenson Bay St. John’s - English Harbour - St John‘s Dickenson Bay 31
39. 19.11.2019 Osbourn/Antigua - Flug - Marigot/Dominica
40. 20.11.2019 Marigot
41. 21.11.2019 Marigot
42. 22.11.2019 Marigot
43. 23.11.2019 Marigot
44. 24.11.2019 Marigot Douglas-Charles-Airport Marigot 6
45. 25.11.2019 Pointe du Bout
46. 26.11.2019 Pointe du Bout
47. 27.11.2019 Pointe du Bout Les Trois-Îlets Pointe du Bout 11
48. 28.11.2019 Pointe du Bout Fähre - Fort-de-France - Fähre Pointe du Bout 10
Summe 2250

Plages de Montjoly
Plages de Montjoly, France-Guyane


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