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VG WORTLimes-Radweg




Der Limes Radweg: Tagelang können Radtouristen entlang des römischen Grenzwalles strampeln. Westlich von Regensburg geht's rauf auf den Sattel. Tolle Landschaften und jede Menge Sehenswürdigkeiten liegen bis zum Zielort Bad Hönningen am Rhein auf der Strecke. Mit wilden Germanen muss man zum Glück nicht rechnen, schon eher mit schlechtem Wetter.




Der Beitrag über den Limes-Radweg


Germanien – das Land des ewigen Regens. Auf der Donau-Fähre bei Eining-Hienheim beginnt der Limes-Radweg: 440 km auf den Spuren des römischen Grenzwalls liegen vor mir. Die alten Römer waren irgendwie schon hier, wahrscheinlich hats da auch schon geregnet. Hoffentlich regnets bei uns nicht den ganzen Limes lang.

Mit einem Römer-Schild geht’s voran durch einsame Wälder, schmale Wege, steile Stege. Der Regen bleibt der treue Begleiter. Der Grenzwall ist hier und da wieder aufgebaut. So wie die Wachtürme, die die Römer alle paarhundert Meter postiert hatten. Mal gucken, welchen Blick hier die alten Römer von oben hatten. Wenn’s schon damals so aussah, hätten die Römer vor lauter Bäumen die Germanen nicht gesehn.

Mit ein bisschen Glück gerät man auf der Burg Kipfenberg bei Eichstätt mitten in einen Römer- und Bajuwaren-Markt. Hier gibt Vera Prantl alias Liutgart von Sueben den Rhythmus vor: „Wir stellen Alemannen dar und das war ein alemannischer Tanz, so wie sie es früher gemacht haben“ Die schönen AlemannInnen lassen sogar das römische Mainz hochleben: „Moguntia, hey.“
Mit einem reitenden Römer muss ich mich zuguterletzt noch im Wettkampf messen. Und das auch noch bergauf. Doch der Römer-Gaul kann mir nicht entkommen. Am Ende liege ich mehr als eine Pferdelänge vorn.

Mit dem Schwung geht’s weiter bergauf raus aus dem Altmühltal. Auf der Anhöhe kreuzt der Limes den geographischen Mittelpunkt von Bayern. Wenn der Mittelpunkt Bayerns auf der rämischen Grenze liegt, dann haben die Römer offenbar auf die Grenzen des Freistaats Bayern gar keine Rücksicht genommen…

Bayern jedenfalls lebt und der Limes auch. Posieren mit römischen Soldaten, und seien sie aus Holz, ist in. So wie Limes-Cafés, Limes-Gasthöfe und Limes-Straßen. Auch wenn der Grenzwall schon im dritten Jahrhundert fiel. Von den Römern blieben nur Trümmer. Immerhin kann man inzwischen wieder dem Kaiser huldigen: im Deutschen-Limes-Museum von Aalen bei Stuttgart.
Und jedes Jahr fördern neue Ausgrabungen alte Attraktionen ans Licht. Diese römischen Bade-Thermen wurden im fränkischen Weißenburg entdeckt, als man eine Siedlung Einfamilienhäuser bauen wollte.

Theoretisch hat der Deutsche Limes-Radweg seinen ganz eigenen Wegweiser. Leider ist der nicht ganz zuverlässig. Phasenweise wirft das Zeichen mehr Fragen als Antworten auf. Manchmal fehlt es ganz, zumindest auf den ersten Blick. An einer Kreuzung findet es sich auf der andern Seite - versteckt unter den neusten Zweigen. An einer anderen Stelle kann ich den Verlauf des Limes-Radwegs sogar selbst beeinflussen: das Schild kann man drehen und wenden, wie man will.

An einer anderen Kreuzung gibt es drei Richtungen zur Auswahl. Links, geradeaus oder rechts. Nur dank meiner Karte weiß ich: hier marschierten die Römer links herum. Ohne Karte oder einen guten Radwander-Führer kann man die römischen Spuren schnell verlieren. Vor zweitausend Jahren war der Weg vermutlich leichter zu finden. Damals war es wohl auch nicht so einsam: Noch bin ich keinem einzigen Limes-Radler begegnet.

Immerhin treffe ich jugendliche Römer. Und zwar am einzig nachgewiesenen Limes-Tor in Dalkingen. Es hatte sogar einen Triumphbogen. Kaiser Caracalla soll hier die Alamannen zurück über die Außengrenze des römischen Reichs getrieben haben. Vor zwei Jahren wurde der Limes Weltkulturerbe, auch wenn er nicht überall bombastisch aussieht.
Dann ist Germanien mal wieder feucht und neblig. Bei Miltenberg stößt der Limes-Radweg auf den Main und damit auch auf den Main-Radweg. Das machts leichter. 65 km lang ist der Limes ist der Main. Der Main der Limes. Die Römer machten den Fluss zur Grenze. Und es den Radlern damit leicht. Hier ist es flach. Der Weg leicht zu finden. Alles wird gut?
Naja, hinter Aschaffenburg wieder Regen, wieder Berge. Der Taunus kommt. Die Römer nahmen mit ihrem Limes keine Rücksicht auf steilste Steigungen. Das sind 20 Prozent.

Kurz vor dem Limes-Ziel: Pech. Der einzige Platten auf meinen Stippvisiten auf fünf deutschen Fernradwegen. Doch die römische Glücks-Göttin Fortuna ist mir hold: Nur das Ventil hat sich gelockert. Aufpumpen und weiter.
Zu letzt geht’s bergab von den Höhen des Westerwaldes. Der Weg ist halbwegs beschildert und führt hinunter zum Rhein, den die Germanen eines Tages wieder zurückerobert haben. Auch die Limes-Radler, selbst wenn sie nicht sehr zahlreich sind, bekommen hier Eroberungsgefühle.

Für mich ist hier der Limes-Radweg zu Ende. Ich bin keinem einzigen Limes-Radler begegnet. Der Weg ist eben nichts für jeden Aber: Mit ein bisschen sportlichem Ehrgeiz, Ausdauer und Orientierungssinn kommt man auch hier ans Ziel. Versprochen.




Bilder von Peter Ruppert und Christoph Gocke


Fünf deutsche Fernradwege im Test
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