|
CHRIS & EAPPI Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel (EAPPI) Dec. 2004 - Feb. 2005 |
|
English version of this page |
Teil 2: Am Nachmittag
13:03 h: Der Laster verlässt den Steinbruch mit zehn Olivenbäumen vorbei an der Familie von Jamil Haj Salim (65), der dem Ökumenischen Begleiter unter Tränen erzählt, dass er 35 Jahre auf seinem Olivenhain gearbeitet hat.
13:17 h: Seine Frau, Isra Abet Fata (50), Sohn Arafat (17) und Tochter Sabrin (11) bekommen eine Genehmigung die letzten Habseligkeiten vom Olivenhain zu räumen: eine Leiter, ein Wasser-Kanister und ein Sack mit Plastik-Planen für die Oliven-Ernte.
13:23 h: Die entrechtete Familie bietet Clementimen und Orangensaft dem Wächter des Steinbruchs und dem Ökumenischen Begleiter an.
13:33 h: Ein Militärfahrzeug hält an. Gleichzeitig treffen Vertreter der Siedler ein, als auch der Bruder von Jamil Haj Salim: Tawfik Salim. Sie sind die Eigentümer des Olivenhains und versichern, dass ihre Familie dieses Gelände seit 110 Jahren besitzt.
13:44 h: In getrennten Gesprächen mit den Siedlern und Felachen sowie nach Studium der Dokumente, die beiden Seiten vorbringen, entscheiden die Soldaten, dass das Ausreißen der Olivenbäume sofort beendet werden soll, um auf eine neue Entscheidung der Armee auf der Basis weiterer Untersuchungen bis Sonntag zu warten. Auch die beiden Bulldozer, die in der Nähe Wege für einen Siedlungs-Neubau vorbereiten, sollen aufhören. Nichtsdestotrotz arbeiten die noch ein bisschen weiter.
14:02 h: Begleitet vom Ökumenischen Begleiter und einem israelischen Soldaten wird Tawfik Salim jetzt zugestanden zu sehen, was aus seinem Olivenhain geworden ist. Er bricht in verzweifeltes Heulen aus, attackiert spontan symbolisch die herumstehenden Siedler und sinkt in die Arme des Ökumenischen Begleiter, der versucht ihm zu helfen. Der Bagger stoppt seine Arbeit und verlässt den Hügel auf Anweisung der Soldaten so wie alle Anwesenden.
14:31 h: Der Ökumenische Begleiter kehrt zum Olivenhain zurück um die ausgerissenen Oliven-Bäume zu zählen. Es sind 117, mit den zehn Bäumen, die bereits abtransportiert wurden. Rund ein Drittel des Olivenhains ist zerstört.
14:58 h: Die verzweifelte Felachen-Familie von
Jamil Haj Salim wartet am Zaun. Der Ökumenische Begleiter bittet Soldaten in einem vorbeifahrenden Militär-Jeep den Zaun aus humanitären Gründen für die Familie zu öffnen. Die Soldaten weisen darauf hin, dass der Strom für die Sensoren im Zaun zentral ein- und ausgeschaltet werde und deshalb alle Tor-Öffnungen am Zaun koordiniert werden müssten. Sie versuchen höherrangige Soldaten zu erreichen, die entscheiden, dass die Familie bis zur regulären Öffnung um 15:45 h warten muss.
15:50 h: h: Die Militär-Polizei kommt für die 15:45 h Öffnung. Da jedoch der Schlüssel für das Tor fehlt, müssen sie auf ein Militärfahrzeug bis 15:58 h warten, sodass das Tor dann um 16:03 h geöffnet wird.
Überblick der Chronik Dies ist die private Homepage
von
Bitte beachten: Ich war von
Dez. 2004 bis Feb. 2005 tätig im Auftrag des Evangelischen Missionswerks in
Südwestdeutschland (EMS) als ein Ökumenischer Friedensdienstler für das
Programm Ecumenical Accompaniment Programme
in Palestine and Israel (EAPPI) des Weltkirchenrates (ÖRK).
Diese Seite gibt nur meine persönlichen Ansichten wieder, die nicht
unbedingt die des EMS und/oder des
ÖRK sind. Wer diese
Informationen verbreiten will unter Berücksichtigung des offiziellen
Standpunkts der Organisationen, kann diese in Erfahrung bringen beim
EMS-Koordinator, Pfr. Andreas Maurer (maurer@ems-online.org), oder beim
EAPPI Communications Officer in englischer Sprache (eappi-co@jrol.com).
Danke.

Fortsetzung der Chronik
Sonntag/Montag, 12./13. Dez. 2004
Neue Landvermessung
Olivenhain-Zerstörung in
Jayyous