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Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel (EAPPI) Dec. 2004 - Feb. 2005 |
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Ich lernte Tawfik
Salim kennen in dem – wie ich annahm – traurigsten Moment seines Lebens. Der
56jährige Palästinenser eilt einem jungen israelischen Soldaten und mir
voraus auf eine kleine Anhöhe. Die Dezember-Mittagssonne wärmt. Ein klarer
Tag. Am Horizont die Skyline von Tel Aviv, Herzlia, Nethania. Dahinter ein
Schimmer Mittelmeer. Rundum Zitronen-, Orangen-, Guaven- und Olivenhaine.
Gut, das Felsplateau, auf dem wir uns bewegen, ist von einem großen
Steinbruch umgeben. Ja, die Steinbrecher haben sorgsam unser Felsplateau
ausgespart, als sie hier in den vergangen zwölf Jahren den weiß-gelben Stein
abgebaut haben, um damit Häuser in Jerusalem und andernorts zu verkleiden.
Und während das Steinebrechen fast zum Erliegen gekommen ist, haben vor
wenigen Tagen ein Steinzertrümmerer und ein Bulldozer begonnen, den felsigen
Grund jenseits des Steinbruchs einzuebnen, Wege zu bahnen.
Und mittendrin
liegt der Tawfiks Olivenhain, den wir schon fast erreicht haben. Seit mehr
als hundert Jahren gehört dieses Land seiner Familie, den Salims. Vor rund
dreißig Jahren hat er selbst die Olivenbäume gepflanzt. Ein moderner
Olivenanbau, bei dem die Bäume nicht so eng beieinander stehen. Jahr für
Jahr hat er hier seitdem Oliven geerntet. Und dabei jedem der rund 350 Bäume
zwei Liter Olivenöl abgerungen.
In diesem Jahr ist die Ernte fast
abgeschlossen. Es ist ein gutes Jahr, was die Oliven angeht. Ein schlechtes,
was die Preise angeht. Es gibt gerade noch zwei bis drei Euro pro Liter.
Durch die vielen Sperren sind viele Märkte unerreichbar geworden. Die
Fellachen sind Probleme gewohnt. Das Leben wird wieder einmal schwieriger,
haut sie aber nicht um.
Was Tawfik nun am Donnerstag, 9. Dezember 2004,
um kurz nach 14 Uhr sehen muss, geht doch ein Stückchen härter. Dort, wo am
Morgen seine Olivenbäume standen, sind Kuhlen. Löcher im steinigen Erdreich.
Die Bäume liegen wie Mikado-Stäbchen kreuz und quer durcheinander. Eine
Raupe hat kurz zuvor einen Weg geebnet, von dem aus ein großer Bagger immer
von Neuem zugreift. Mit Leichtigkeit hebt die Schaufel die meterhohen Bäume
wie eine Zimmerpflanze beim Umpflanzen aus dem Erdreich. Lässt sie links und
rechts niedergleiten. Der ein oder andere Baum wird dabei ganz zerstört.
Seit sechs
Stunden wütet der Bagger auf dem Olivenhain von Tawfik. Ich habe es zufällig
von einer entfernten Anhöhe aus gesehen, mehr erahnt. Eigentlich habe ich
eine Gruppe Israelis von den „Rabbinern für Menschenrechte“ begleitet. Sie
sind aus Jerusalem angereist, um einer palästinensischen Familie bei der
Olivenernte zu helfen. Und da ich erst zwei, drei Tage hier bin, will ich
mir von der Anhöhe aus ein Bild machen von der Gegend, in der ich ein paar
Wochen leben will. Es sind die ersten Berge östlich vom Küstentiefland, das
bis zum Zusammenbruch der New Economy als „Silicon Wadi“, als Sammelbecken
für zukunftsträchtige Internet- und HiTech-Entwicklungen galt.
Zwischen
den felsigen Hügeln liegen die grünen Obstwiesen und die lang gestreckten
grauen Plastik-Gewächshäuser, in denen das ganze Jahr über Gurken und
Tomaten reifen. Auf der natürlichen Grenze zwischen Tief- und Hochland liegt
in dieser Gegend auch ungefähr die sogenannte „Green Line“, die von 1948 bis
1967 Israel von der jordanischen Westbank abgrenzte und die völkerrechtlich
immer noch die israelische Auslands-Grenze ist.
Doch eine ganz reale
Grenze zieht sich neuerdings über die Hügel. Mit gigantischem Aufwand ist
sie serpentinenhaft in die Erhebungen gesprengt: Ein langer Streifen aus
Stacheldraht, Asphalt, Zaun, Asphalt und Stacheldraht mäandert durch die
Gegend. Von den einen als „Separation Barrier“ bejubelt, von den andern als
„Apartheid Wall“ beklagt.
An dieser Stelle hat die Barriere Tawfik so
wie fast alle Bauern des 3.500-Einwohner-Orts Jayyous von seinem Ackerboden
abgeschnitten. Wer von den Fellachen auf seinem eigenen Grund und Boden
arbeiten will, muss dafür durch Tor 25. Viermal am Tag wird es von
israelischen Soldaten für etwa eine Stunde geöffnet. Manchmal aber auch
nicht. Als es im letzten Sommer 26 Tage hintereinander geschlossen blieb,
fanden die Gemüsebauern in ihren Gewächshäusern nur noch Tomatenmatsche vor.
Für das Tor brauchen die Bauern zudem einen Passierschein. Den bekommen nur
Landeigentümer, und selbst die nur dann, wenn den Israelis danach ist. Schon
gar nicht, wenn jemand in Haft saß. Offiziell begründet wird eine Ablehnung
nicht.
Tagtäglich bin ich Augenzeuge der schikanösen Behandlung,
Erniedrigungen und Demütigungen der Palästinenser an diesem einen Tor: Lacht
einer der Jugendlichen, muss er sich in aller Regel umdrehen und warten. Mal
werden Kinder und Jugendliche durchgelassen, mal nicht. Mal werden Leute mit
Passierschein für Tor 26 durchgelassen, mal nicht. Pure Willkür. Mit
Sicherheit für Israel hat das nichts zu tun. Auch wenn ich selbst das Tor
passieren will, werde ich jedes Mal anders behandelt. Gelegentlich kommen
wir nur mit großer Überredungskunst hinüber. Manchmal brauchen wir nicht mal
den Pass zu zeigen.
Als ich jetzt
von der Anhöhe den Blick von der Schneise, die der Zaun ins Land gefressen
habe, auf die Seite des Ackerlandes blicke, fällt mir sofort auf, dass heute
drei statt zwei Baumaschinen rund um den Steinbruch im Einsatz sind. Und die
neuste Maschine bewegt sich mitten durch den Olivenhain von Tawfik.
Aus
der Ferne kaum zu erkennen: der Bagger bewegt ganze Olivenbäume. Ich warte
ab, bis es wieder so weit ist. Tatsächlich, da dreht sich in der Ferne der
Baum mit dem Bagger. Ich gehe zurück zur israelisch-palästinensischen
Erntegruppe. Ein Israeli und ein schwedischer Fotograf kommen mit. In einer
halben Stunde über Stock und Stein sind wir am Ort.
Zwei mit
Maschinengewehren bewaffnete Männer bewegen sich zeitgleich auf den Bagger
zu. Der erreicht gerade die erste Reihe Bäume flachgemacht, etwa zwanzig
Stück. Wir machen Fotos, die Männer in blauer Uniform schreiten nicht ein.
Meine beiden Begleiter müssen zurück zur Olivenernte. Der Israeli warnt mich
noch, bei einer ähnlichen Aktion sei 2002 im Gaza-Streifen eine
internationale Helferin brutal getötet worden. Ein Bulldozer sei gezielt auf
sie losgefahren, was später als Unfall getarnt worden sei.
Ich hocke
mich hin. Und heule. Ich kenne in diesem Moment weder Tawfik, noch Verträge,
Hintergründe, Sinn oder Zweck. Ich bin nur ergriffen von der Brutalität
dieses Baggers – diese Übermacht, die Pflanzen aus dem Boden reißt, im
Kontrast zu den Bauern, die mit ihren Eselskarren jeden Morgen zu ihren
Feldern rumpeln.
Dann werde ich aktiv. Doch jetzt rächt sich manches
Detail. Ich habe nicht das richtige Handy. Das Mobiltelefon, das ich von
meinem Vorgänger übernehmen sollte, ist abhanden gekommen, vermutlich
gestohlen. Ich habe keine Videokamera, weil die einzige Kamera, die dem
Programm zur Verfügung stand, defekt ist. Ich konnte mich nicht richtig
ausstatten, weil ich direkt nach Ankunft in Jayyous, für zwei Tage nach
Nablus geschickt worden bin und noch aus dem Rucksack lebe. Immerhin: Ich
habe ein Handy des einzigen palästinensischen Handynetzes, Jawwal. Obwohl
der Empfang hier im Grenzgebiet extrem schwach ist, gelingt es mir
einerseits die Koordinatorin unseres Programms „Ecumenical Accompaniment
Programme in Palestine and Israel“ (EAPPI) in Jerusalem und andererseits
jemanden aus Jayyous jenseits des Zauns zu erreichen.
Damit setzt sich
der Protest in Bewegung. Doch die nächste Öffnungszeit an Tor 25 ist erst um
halb eins. Mir bleibt nichts, als mit meiner kleinen Fotokamera das
Zerstörungswerk zu dokumentieren. Kritisch beäugt von den beiden bewaffneten
Männer, die sich mir als israelische Siedler aus dem Jordantal zu erkennen
geben.
Gegen zwölf
taucht ein Laster auf. Fährt zu der erstbesten Gruppe herumliegender
Olivenbäume und hievt einen nach dem andern mit den eigenen Bordmitteln,
einem kleinen Kran, auf die Ladefläche. Als die fast voll ist und ich an den
Wagen herantrete um nachzuzählen, fragt mich einer der bewaffneten
Wachmänner, ob ich ihm nicht helfen könne beim Zusammenschieben. Krass. Ein
Anderer fragt mich, ob ich nicht entwurzelte Ölivenbäume kaufen wolle.
Der Laster-Fahrer erzählt mir, dass er die Bäume zum Verkauf in den
Großraum Tel Aviv bringen werde. Als der Laster vom Plateau herunterfährt
passiert er Tawfiks Bruder Jamil mit Frau, Sohn und Tochter, die gerade
eingetroffen sind. Ich gehe zu ihnen. Jamil (65) bringt unter Tränen und
Seufzen zunächst nur zwei Worte hervor: „Thirty-five years.“ Sein ganzes
Arbeitsleben hat er hier verbracht. Jetzt traut er sich nicht mal auf den
Olivenhain: Zu viele Palästinenser sind schon „versehentlich“ von
Wachmännern erschossen worden.
Innerhalb von
wenigen Minuten versammeln sich immer mehr Beteiligte am Fuße der Anhöhe.
Tawfik, bewaffnete und unbewaffnete Siedler. Ein Militärjeep fährt vor.
Jamils Frau und seine Kinder holen die letzten Habseligkeiten vom
Olivenhain: Eine Leiter, ein Wasserkanister, ein Sack mit Plastikplanen. Die
Soldaten versuchen mich fernzuhalten und zwischen den beiden Parteien zu
vermitteln. Tawfik hat Dokumente mitgebracht, die Siedler ebenso. Nach ein
paar Minuten Wortwechsel entscheiden die Soldaten: Alle Arbeiten müssen
sofort gestoppt werden, das Entwurzeln der Bäume genauso wie das Planieren
des Erdreichs jenseits des Steinbruchs. In drei Tagen, nach dem Sabbat, soll
neu entschieden werden.
Erst jetzt ist der Moment gekommen, in dem
Tawfik in militärischer Begleitung das Zerstörungwerk sehen darf. Als wir
die Anhöhe erreichen, bricht im selben Augenblick die Verzweifelung aus. Er
reißt begleitet von einem bitteren Schrei die Arme nach oben und zeigt
verzweifelt auf den aufgewühlten Ackerboden nach unten. Er stürzt sich in
die Olivenbaum-Zweige, drückt die Blätter heulend an die Schläfen, rennt von
einem Baum zum andern. Ich habe nichts Besseres zu tun, als Foto auf Foto zu
schießen.
Dann versucht
Tawfik sich mit letzter Kraft auf die israelischen Wachleute zu stürzen. Der
Soldat und ich halten ihn zwei, drei Sekunden gegen seine eigene Energie
fest. Schon sinkt er in meinen Armen auf den Boden. Wimmert, ist geschüttelt
von Tränenkrämpfen. Wird plötzlich völlig star, wirkt bewusstlos. Der Soldat
schreit mir zu: „Water.“ Ich reiße eine Flasche aus meinem Rucksack,
versuche Tawfik etwas einzuflößen. Dann sinkt er ganz in sich zusammen.
Jetzt sorgt der Soldat dafür, dass der Bagger das Areal verlässt.
Gemeinsam heben wir Tawfik hoch und schleppen ihn zum Militärjeep. Als ich
zurück will, um die entwurzelten Bäume zu zählen, verbieten die Soldaten
auch mir, den Olivenhain noch einmal zu betreten. Ich warte, bis sie weg
sind und gehe noch einmal hoch, um den Status Quo zu fotografieren und jeden
einzelnen der herumliegenden Bäume zu zählen. 107 sind es. Plus die zehn
abtransportierten. Macht 117. Von schätzungsweise 350. Ein Drittel des
Ölgartens ist zerstört.
Auf dem Weg zurück zum Tor im Zaun sehe ich,
dass Bulldozer und Steinzertrümmerer immer noch weiterarbeiten. Entgegen der
Anweisung der Soldaten. Sie bereiten das Straßennetz für eine neue illegale
jüdische Westbank-Siedlung mit schönen Häuschen vor, die rund um den
Steinbruch entstehen soll. Illegal, weil Ansiedlungen der eigenen
Bevölkerung in besetzten Gebieten, und nichts anderes ist die Westbank, laut
Völkerrecht verboten sind. Außerdem haben sich die Israelis in der
sogenannten Road Map, dem zuletzt beschlossenen Plan zu einer endgültigen
Lösung des Nahost-Konflikts, verpflichtet, jeden Weiter- oder Ausbau der
Siedlungen zu unterlassen. Stattdessen wird hier die bestehende Siedlung
Zufim um ein Vielfaches ihres bisherigen Ausmaßes erweitert.
Als ich beim Tor
am Zaun ankomme hockt dort Tawfiks Bruder mit seiner Familie und
Eselskarren. Der Familienvater liegt reglos am Boden. Den Anblick des
zerstörten Olivenhains hat er sich erspart. Ein Militärjeep fährt vorüber.
Ich halte ihn an und bitte die Soldaten angesichts dieses Tages für die
Familie, die nicht mehr an den eigenen Olivenbäumen arbeiten darf, das Tor
außerhalb der Öffnungszeiten zu öffnen. Die Soldaten argumentieren, dass der
Strom, unter den der Zaun gesetzt ist, nur zentral ab- und angeschaltet
werde. Immerhin versuchen sie es, bekommen aber von zentraler Stelle eine
Ablehnung. Zum Abschied sagt der Soldat, die Familie solle doch froh sein,
immerhin sei niemand heute getötet worden.
Als ich schließlich in unserm
kleinen Flachbau-Haus in Jayyous ankomme, gelingt es mir in einem günstigen
Augenblick, als sowohl Strom- als auch Internet-Leitung nicht gestört sind,
Fotos und Informationen der israelischen Zeitung Haaretz zu übermitteln. Am
nächsten Tag erscheint ein Artikel mit meinem Foto: Der verzweifelte Tawfik
neben dem israelischen Soldaten. Schon am frühen Morgen ist das erste
Fernseh-Team im Ort, um Tawfik zu seinem Schicksal zu befragen.
Ich
stelle die bewegendsten Fotos auf meine Homepage. Über Email-Zirkel
verbreitet sich die Nachricht von Tawfiks Schicksal. Nachdem eine
amerikanische Seite den Link zu meiner Seite unter den Titel: „Israelis
entwurzeln, stehlen und verkaufen Olivenbäume“ gestellt hat, wird meine
Seite tausend Mal pro Tag angeclickt. Eine Initiatorin aus Rhode Island
startet eine Kampagne, bei der Freiwillige das State Department und White
House in Washington anrufen, um auf diesen Bruch internationaler Abmachungen
der Israelis hinzuweisen. Schwedische, britische Diplomaten kommen nach
Jayyous, die deutsche Vertretung in Ramallah ruft mich an. Vor Ort kämpft
Tawfik gemeinsam mit dem Vertreter des palästinensischen Land Defence
Committee, Sherif Omar, um sein Recht. Eine komplizierte Auseinandersetzung
zwischen den sich widersprechenden Karten israelischer und palästinensischer
Stellen, unklaren Verkaufsvorgängen, hat begonnen. Der deutsche Diplomat
meint, so etwas sei sehr häufig auf der Westbank zu beobachten und am Ende
hätten in der Regel die Palästinenser ihr Land verloren. Für sie ist es ein
verzweifelter Kampf, in den ihnen die hiesige Rechtsordnung in einer
Mischung aus osmanischem, britischem ,jordanischem und israelischem Recht,
unübersichtlichen Zuständigkeiten, Verzerrungen im Zweifelsfall zum Nachteil
gereicht. Das Dorf Jayyous hat 1948 den Teil des Landes verloren, der bei
Ende des Krieges, den die Israelis als Unabhängigkeitskrieg, die
Palästinenser als Katastrophe bezeichnen, zu Israel gehörte. Seit
Besatzungsbeginn 1967 wurde für die jüdische Siedlung Zufim ein großer Teil
des Landes konfisziert. Der Steinbruch wurde 1992 eröffnet. Durch den
Zaunbau 2002/2003 ging wiederum Land verloren. Einige Bauern kommen nicht
mehr auf ihr eigenes Gelände. Der als „Ausbau“ bezeichnete Neubau einer
weiteren jüdischen Siedlung führt nicht nur zu Feldverlusten der Bauern von
Jayyous sondern bedroht den Zugang zu den eigenen Feldern. In Zukunft können
die Bauern voraussichtlich nur noch durch einen zehn Kilometer weiten Umweg
an einem andern Tor im Zaun zu ihren Feldern gelangen. Für die meisten
bedeutet das täglich weitere zehn Kilometer Fußweg. Die israelische
Strategie ist offensichtlich: Der „Sicherheits-Zaun“ dient der Erweiterung
des israelischen Territoriums auf Kosten der Palästinenser. Das Leben wird
den Menschen von Jayyous immer schwerer gemacht, um sie zur Auswanderung zu
bewegen.
Tag für Tag habe ich Tawfik begleitet. Ein Landvermesser kam,
um Grund und Boden noch einmal zu erfassen. Der palästinensische Gouverneur
versprach erst die Bezahlung des Landvermessers, wollte dann doch nicht
zahlen. Bei der Siedlung Qedumim hat Tawfik drei Stunden gebraucht, um bei
der israelischen Polizei eine Anzeige gegen die Zerstörer seines
Olivengartens aufzugeben. Meist sitzt er einfach mit hängendem Kopf in sich
gekehrt auf einem Stuhl. Er kämpft. Und er weiß, dass dieser Kampf kaum zu
gewinnen ist.
Mehr Fotos von diesem Tag in der
Chronik
Donnerstag, 9. Dez. 2004
117 Olivenbäume ausgerissen
Überblick der Chronik
Olivenhain-Zerstörung in Jayyous
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Bitte beachten: Ich war von Dez. 2004 bis Feb. 2005 tätig im Auftrag des Evangelischen Missionswerks in Südwestdeutschland (EMS) als ein Ökumenischer Friedensdienstler für das Programm Ecumenical Accompaniment Programme in Palestine and Israel (EAPPI) des Weltkirchenrates (ÖRK). Diese Seite gibt nur meine persönlichen Ansichten wieder, die nicht unbedingt die des EMS und/oder des ÖRK sind. Wer diese Informationen verbreiten will unter Berücksichtigung des offiziellen Standpunkts der Organisationen, kann diese in Erfahrung bringen beim EMS-Koordinator, Pfr. Andreas Maurer (maurer@ems-online.org), oder beim EAPPI Communications Officer in englischer Sprache (eappi-co@jrol.com). Danke.