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Kirgisien 2013
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Karibik 2016

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VG WORTTour 88: Den Haag - Duisburg (299 km)


Radweg: Fahrt in Richtung auf die Schrägseil-Brücke 'Prins Willem-Alexanderbrug' bei Beneden-Leeuwen, Niederlande
Prinz-Willem-Alexander-Brücke (1972-1974) über die Waal bei Beneden-Leeuwen

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Rhein: Den Haag - Duisburg (4.-7.8.2017)
Rückenwind im holländischen Fluss-Delta

Seitdem wir vor zwei Jahren am Rhein bis fast zur deutschen Grenze in Emmerich gekommen sind, steht noch der holländische Teil des Rheins aus. Im Grunde steht ein Teil des Teils auch nach dieser Tour noch aus: denn das Delta bietet viele Streckenvarianten. Wir entscheiden uns für die "Waalvariant" - den Hauptarm des Rheins, den die Holländer "Waal" nennen. Bei bestem Wetter kommen wir gut voran: Sonne und Wolken, ohne einen Tropfen Regen aber mit jeder Menge westlichem Rückenwind. Dabei bewähren sich auch die beiden Räder, die wir vor zwei Wochen gebraucht gekauft haben. Beide von der Marke Koga-Miyata, die inzwischen nur noch Koga heißt. Eine holländische Firma.

Räder im schweizer EuroCity Rowdie-Radfahrt durch den Düsseldorfer Hauptbahnhof
Freitag, 4. August 2017: Mainz - Zug - Den Haag - 's-Gravenzande (21 km)


Prolog: Neues von der Bahn. Als ich im Juni zum ersten Mal Rad-Tickets für die Fahrt von Mainz nach Den Haag buche, ist die alte Schnellwahl mit der '6' fürs Fahrrad nicht mehr gültig. Trotzdem hab ich meine Tickets in neuer Rekordzeit: neun Minuten. Leider müssen wir die Fahrt verschieben. Diesmal wieder neuer Rekord: nur noch sieben Minuten. Und am Automaten sind die Karten vom Juni auch heute noch abrufbar.

Es sind nur ein paar hundert Meter Fahrt, aber für die Videos davon aus den verschiedenen Überwachungskameras würde ich einiges geben. Eigentlich haben wir am Düsseldorfer Hauptbahnhof 18 Minuten Zeit zum Umsteigen. Wir könnten jenes Moments auf Bahnsteig 4 gedenken, als Miri vor zwei Jahren einfiel, dass sie ihren Personalausweis für die Einreise nach Großbritannien zu Hause gelassen hat.
Aber der schweizer EuroCity erreicht Deutschland schon mit drei Minuten Verspätung, die er bis Mainz auf sechs Minuten ausbaut. Kurz vor Düsseldorf sind es acht geworden. Doch vor der Einfahrt in den Bahnhof stockt es mal wieder. Die verbliebenen Minuten verrinnen. Schließlich bleiben nur knapp drei Minuten für den Weg von Gleis 17 zu Gleis 4. Und wir sind ganz am Ende des Zuges.
Der schweizer Eurocity hat kein großes Fahrradabteil wie die deutschen Züge, sondern maximal zwei Stellplätze pro Waggon. Die beiden von uns reservierten Plätze waren schon belegt. Weil zwei Schweizer wegen eines verpassten Anschlusszuges mit ihren Rädern im Zug bleiben mussten. So bekomme ich zum ersten Mal eine Pinion-Schaltung zu sehen (Fotos unten).
Jedenfalls brauchen wir deshalb unsere Räder nicht aufzuhängen und wieder runterzunehmen. Dafür stehen sie ständig im Weg (Foto links). Jetzt aber raus damit. Auf der andern Bahnsteigseite wartet noch ein ICE. Wir radeln in dem auf die Schnelle maximal erreichbaren Tempo am ICE entlang zum Treppenabgang. Keine Rolltreppe abwärts. Also Tragen. Ich meine, so etwas wie "Unverschämtheit" hinter uns zu hören.
Unten sofort wieder in den Sattel. Und im Slalom durch die Menschenmassen. Größtes Hindernis eine junge Frau mit Koffer, die nicht weiß, wohin sie will. Zehn Sekunden vor Abfahrtszeit erreichen wir den Fuß der Treppe zu Gleis 4. Stürmen hinauf. Kurze Irritation: ein anderer Zug steht auf dem Gleis. Der Zug nach Venlo steht auf der Anzeigetafel noch darunter. In Wirklichkeit aber auf dem Gleis gegenüber. Die letzten Fahrgäste drängen hinein. Jetzt auch noch wir. Mit einer Minute Verspätung verlässt der Regionalzug den Düsseldorfer Hauptbahnhof. Zum Glück. Sonst wären wir nicht mit dabei.


Pinion: Carbon-Kette und hinteres Zahnrad
Pinion: Kette und Zahnrad hinten

Pinion: Antrieb mit Kette
Pinion-Antrieb


Miri mit Koga-Miyata-Rad im holländischen InterCity In Mönchengladbach die Erinnerung an die Entscheidung vor zwei Jahren: Miri fährt für ihren Ausweis zurück nach Mainz. Fliegt mit RyanAir am nächsten Morgen nach England hinterher. Ich übernehme beide Räder und fast das komplette Gepäck. Und schlage mich damit bis zur Fähre nach Rotterdam durch. Wir treffen uns keine 24 Stunden später am Bahnhof von Hull. Happy End.
Jetzt aber wechselt der Zug in Mönchengladbach nur die Fahrtrichtung, um uns nach Holland zu bringen. Noch zweimal Umsteigen. Schon stehen wir auf dem Hauptbahnhof von Den Haag. Wir sind nach Arbeit und Fahrt hundemüde. Die frische Seeluft bringt wieder Leben in die Beine.
Es ist kurz vor Mitternacht und so kühl, dass wir mit Jacke durch den Hochsommerabend radeln müssen. Der kräftige Westwind ist zwar für den Rest der Tour gern gesehen. Heute Abend aber eher hinderlich. Vor allem, als wir am Stadtrand von Den Haag den Dünen-Radweg entern. Der Mond bescheint romantisch Weg, Dünen, Strand und Meer. Dank Smartphone-Route wissen wir immer, wo wir lang müssen. Und erreichen um viertel vor eins das Haus von Rene. Unser erstes Airbnb-Abenteuer.
Rene hatte keine Einwände gegen unsere Pläne und Ankunftszeit. Und so zeigt er uns topfit unser Zimmer. In dem wir schnell in den Schlaf sinken. Nach der - soweit ich mich erinnere - ersten Etappe, die über Mitternacht hinaus ging. Gleichwohl eine der kürzesten Etappen.


Radlerin am Nordsee-Strand Slag Vlugtenburg bei 's-Gravenzande
Strand am Morgen bei 's-Gravenzande


Radfahrt durch die Dünen vor der Kulisse das Hafens von Rotterdam Pittoreskes Holland
Samstag, 5. August 2017: 's-Gravenzande - Hoek van Holland - Rotterdam - Fähre - Kinderdijk - Fort Vuren (93 km)

Unser Host, Rene, ist - wie angekündigt - zu einem längeren Spaziergang aufgebrochen. Während wir in seiner großen Wohnzimmer-Küche frühstücken. Der ganze Küchentisch ist voller Optionen. Sogar unseren vorab per Mail erfragten Eierwunsch hat er perfekt umgesetzt: weich für Miri, hart für mich.
Zielstrebig radeln wir zum Strand. Da kommt sogar die Sonne kurz durch die Wolken (Foto oben). Wir stürzen uns ins Wasser. Sind weit und breit die einzigen. Das Wasser ist erstaunlich angenehm. Die Wellen ideal.
Wir radeln noch die wenigen Meter durch die Dünen auf die Skyline des Rotterdamer Hafens zu (Foto links). Bis zur langen Kaimauer des "Neuen Wasserwegs" (Nieuwe Waterweg), über den ich vor zwei Jahren mit der Fähre nach England gefahren bin. An der kanalisierten Flussmündung des Rhein-Maas-Deltas von 1866-1872 fahren wir fast lückenlos auf dem Radweg entlang nach Rotterdam. Der kräftige Westwind bedeutet heute Rückenwind pur. Flach ist es natürlich auch noch. So geht es zügig voran.
Gleichwohl brauchen wir nach den ersten 40 Kilometern des Tages eine kräftige und kräftigende Pause. Wir setzen uns mitten in die Fußgängerzone der Hafenstadt. Wischen erstmal Spuren eines Regens beiseite, von dem wir verschont geblieben sind.
Hier startet bzw. eigentlich endet der Bikeline-Rheinführer, genauer gesagt dessen dritter Band. Wir folgen nun zunächst seinem Streckenverlauf durch die Rotterdamer Innenstadt. Am Stadtteil Feyenoord vorbei zum Fahrradweg - der hier sehr oft durch Mofafahrer dominiert wird (Foto unten) - auf der Autobahn-Brücke über den Rhein, genauer gesagt hier die Nieuwe Maas. Am Südufer schlängelt sich eine kleinere Straße zum Fährterminal "Ridderkerk De Schans".


Rotterdam: Mofa-Fahrer dominieren den Radweg
Rotterdam: Mofa-Fahrer dominieren den Radweg


Kinderdijk: Fahrradfahrt durch Mühlen-Meer Wir treffen wenige Sekunden vor Abfahrt der 15-Uhr-Fähre ein. Die uns die wenigen Meter nach Kinderdijk hinüberbringt. Hier wartet die Armada des internationalen Tourismus. Eidiweil hier eine Phalanx alter Mühlen pittoresk an einem Kanal steht (Foto rechts). Die haben früher das Wasser aus dem unterm Meeresspiegel gelegenen Gebiet in den höher gelegenen Fluss gepumpt. Heute dienen sie als Fotomotiv. Für ein Holland, das es nicht mehr gibt.
Auch die verschiedenen holländischen Radwege, denen wir nun folgen, führen uns durch Orte und Landschaften, die so schön und klassisch holländisch sind, das wir auch das kaum für möglich gehalten hätten. Schließlich landen wir hinter Sliedrecht wieder am Rhein, genauer gesagt, dessen Hauptarm "Waal". An dem wollen wir bis zur deutschen Grenze.
Heute allerdings nur noch ein kleines Stück. In Boven-Hardinxveld sitzen wir vor einem Lokal mit einigen anderen Radlern und blicken auf den Rhein. In der "Binnenstad" von Gornichem können wir unsere Sonntagseinkäufe erledigen. Sehen zuletzt die Kulisse von Woudrichem auf der südlichen Uferseite mit dem (einstigen Gefängnis-)Schloss Loevestein. Genau gegenüber steht das Fort Vuren (Fotos unten). Eine runde militärische Festung von 1844, umgeben von einem Wassergraben. Heute B&B. Auch Airbnb. Und wir mitten drin. Die großen Backstein-Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet.
Ein kleiner Abendspaziergang an einem See und an Brombeerhecken entlang führt uns noch nach Vuren. Ein schöner Tag im Rhein-Maas-Delta geht für Miri mit einem zweiten Bad zu Ende.


Fahrräder in Fort Vuren
Quartier in Fort Vuren

Fort Vuren: auf der ehemaligen Zugbrücke
Miri auf der ehemaligen Zugbrücke


Frühstück über dem Wassergraben


Chris auf dem Waal-Deich (Waalbandijk) bei Gameren, Niederlande Holländisches Finale
Sonntag, 6. August 2017: Fort Vuren - Fähre - Brakel - Nimwegen - Millingen am Rhein (93 km)

Über dem Burggraben des Fort (Fotos oben) thronend, genießen wir unser Frühstück. Je länger es dauert, desto stärker profitieren wir von der Sonne. Der Morgen beginnt wolkenlos. Wir rollen an Vuren vorbei zur Fähre bei Brakel. Schon hier sind einige Radler und Biker mit von der Partie.
Auf der Südseite der Waal verläuft inzwischen auch eine Variante des offiziellen Rhein-Radweg, die EuroVeloRoute 15: die 'Waalvariant' (Schild-Foto weiter unten). Auch wenn die Beschilderung nur selten explizit in Erscheinung tritt. Dominierend ist das holländische Prinzip der Zahlen-Knotenpunkte: man folgt einer bestimmten Zahl, die dem nächsten Knotenpunkt zugeordnet sind. Am Knotenpunkt gibt es dann (fast) immer eine Karte, auf der man sich den nächsten Knotenpunkt suchen kann.
Wir haben es da heute einfach. Fast immer verläuft der Weg auf dem Deich, dem Waalbandijk. Und mit uns sind viele Holländer auf ihren Holland- und sonstigen Rädern unterwegs. Vor allem ältere Paare. Fast alle ohne Helm. Kinder sitzen direkt hinterm Lenker und einer durchsichtigen Plastikscheibe. Manchmal auch rückwärts auf dem Gepäckträger.
Anfangs können wir mit unseren 17 Stundenkilometern mit einem flussaufwärts fahrenden Binnenschiffer mithalten. Dann macht der Deich einen Bogen, wir eine Pause, und die Bohemia II ist weg. Der Weg bleibt wundervoll. Wir mäandern ohne Hindernisse durch die flache Landschaft (Fotos unten). Der heutige Südwest-Wind gibt uns meist noch einen zusätzlichen Schub. Highlights sind auch die majestätischen Rhein-Brücken (Fotos unten und ganz oben).
Einzige Stadt des Tages ist Nimwegen alias Nijmegen. Die Einfahrt ist trotz des großen Hafens easy. Zur zentralen Stefanskerk geht es erstmals in drei Tagen ernsthaft bergauf. Miri muss absteigen. Weil sie nicht rechtzeitig runter geschaltet hat. Ungewohnt halt. Ansonsten kommen wir mit unsern beiden vor zwei Wochen gebraucht gekauften Koga-Rädern gut zurecht. Dass sie holländische Handarbeit sind, bringt uns am Wegesrand gelegentlich zusätzliche Sympathien ein.


Radfahrt auf dem Waalbandijk bei Gameren
Fahrt auf dem Waal-Deich

Blick vom Radweg: Eisenbahn- und Autobahnbrücke bei Zaltbommel
Eisenbahn- und Autobahnbrücke bei Zaltbommel

Rad-Wettfahrt mit den Binnenschiffern
Wettfahrt mit den Binnenschiffern


Rad-Schild Rheinradweg alias Rijnfietsroute EuroVeloRoute 15: Waalvariant Nun aber ist Holland auf sich selbst fixiert: die Damen stehen im Endspiel um die Fußball-Europameisterschaft. In Enschede beginnt um 17 Uhr das Finale. Und keine zehn Minuten später hallt Jubel über den Marktplatz von Nimwegen (Foto unten). Die Holländerinnen haben ein Tor geschossen. Zuvor hatten allerdings schon die Däninnen zugeschlagen.
Wir schwingen uns für die letzten zwanzig Kilometer des Tages in den Sattel. Eigentlich hätte es Nijmegen als Zielort auch getan. So werden es heute doch noch - genau wie gestern - 93 Tages-Kilometer.
Millingen am Rhein (Millingen aan de Rijn) liegt direkt vor der deutschen Grenze. Es ist der einzige Ort in den Niederlanden, wo sich der aus Deutschland kommende Rhein noch nicht aufgeteilt hat und 'Rijn' heißt. Hier teilt er sich in seine Mündungsflüsse Waal und Lek, der zunächst noch Nederrijn heißt, auf.
Wir haben ein sehr nettes B&B gebucht. Jenny & Steven sind aber gerade gebannt von den letzten Minuten der Nachspielzeit. Die Holländerinnen führen inzwischen 4:2. Alles spricht dafür, dass sie in wenigen Minuten ihren allerersten internationalen Titel holen. Eine Holländerin brettert einer Dänin noch mal voll den Ball vor den Schädel. Die kippt um. Sekunden später ist das Spiel aus, wir gratulieren unseren Gastgebern und bekommen das schöne Zimmer und die noch schönere Wohnküche gezeigt.
Seit September haben die beiden den Laden übernommen. Und Jenny führt ihn mit viel Liebe, während Steven wochentags noch an der Westküste arbeitet. Außer morgen, da bekommt die alte Straßenkatze einen kleinen Kater gekauft.
Miri wirft sich noch in einen Strudel des Waal-Rhein, dessen Arme hier auseinanderlaufen. Mit dem bikeline-Rhein-Führer, der seine Follower über die längere Strecke via Arnheim führt, sind wir jetzt wieder vereint.


Nimwegen: Durchfahrt zum Stevenskerkhof
Nimwegen: Durchfahrt zum Stevenskerkhof


Schloss Wissen bei Weeze mit dem Rad Fußgänger-Führung am Niederrhein
Montag, 7. August 2017: Millingen am Rhein - Grenze NL/DE - Kleve - Kevelaer - Moers - Duisburg (92 km)

Am Frühstückstisch sitzen wir mit zwei Holländerinnen, die ein bisschen wandern. Und Jenny, die ein exzellentes Frühstück präsentiert. Angefangen mit edelsten Brotsorten. Gut gestärkt rollen wir nach einem Kilometer auf dem Deich über die niederländisch-deutsche Grenze.
Nach wenigen Kilometern sehen wir in der Ferne die große Rheinbrücke von Emmerich. Vor zwei Jahren waren wir dort am Ziel unserer Tour. Den Rhein-Radweg kennen wir nun von der Mündung bis jenseits von Liechtenstein. Viel mehr geht nicht.
Deshalb folgen wir für den Rest des Tages nicht dem Rhein, sondern fahren landeinwärts über Kleve, Goch, Schloss Wissen (Foto links), Kevelaer, Kamp-Lintfort, Moers - bevor wir an der großen Autobahn-Rheinbrücke bei Duisburg zurück am Fluss sind.
Der Wallfahrtsort Kevelaer ist der ideale Ort für eine ausführliche Mittagspause. Am Kapellenplatz (Foto unten) platzieren wir die Räder im Schatten der Kerzenkirche neben einer Bank. Und lustwandeln durch die verschiedenen Heiligtümer. Bevor wir auch noch etwas essen.
Überwiegend folgen wir dem, was Google Maps so vorschlägt. Nicht nur in der Fahrrad-Variante. Denn oft ist Google bei der Radstreckenführung überkritisch. Wenn auf Landstraßen kein Radweg ist, haben sie kaum eine Chance. Mag die Landstraße auch noch so heimelig sein. So schlägt sie also zwischen Kevelaer und Kamp-Lintfort einen beachtlichen Umweg entlang der Bundesstraße vor. Denn an der gibt es einen Radweg. Da hilft nur die Fußgänger-Variante. Da ist Google Maps viel unkritischer. Jede Straße, solange sie nicht für Fußgänger gesperrt ist, kommt gerade recht. So kommen wir zum kürzesten und sehr schönen Weg über die Dörfer. Oder sagen wir vorbei an einzelnen Gehöften.


Kapellenplatz in Kevelaer (2017)
Kapellenplatz in Kevelaer


Terrassengarten bei Kloster Kamp in Kamp-Lintfort Kloster Kamp selbst ist ein bisschen enttäuschend, aber der große Terrassengarten dahinter (Foto rechts) erinnert uns an unsere Loire-Schlösser-Tour in diesem Frühling. Dann folgen wir einfach der Moerser Straße. Nicht schön, aber schnell, direkt und damit praktisch. In Moers schließt sich der Kreis zu unserer Rhein-Tour vor zwei Jahren. Aber weil noch reichlich Zeit ist, fahren wir weiter übern Rhein nach Duisburg.
Die Brücke unserer Wahl zwischen den Ortsteilen Homberg und Neuenkamp ist allerdings seit letzter Woche gesperrt. Als ein Riss in der Seilverankerung der Hängebrücke entdeckt wurde, musste von jetzt auf gleich die Autobahn A 40 gesperrt werden. Ich checke kurz auf dem Smartphone: Fußgänger und Fahrradfahrer dürfen weiterhin passieren. Das lassen wir uns nicht entgehen (Foto unten). Und sind bei weitem nicht die einzigen, die so den Rhein überqueren.
In Duisburg führt der Weg zunächst durch Wohnviertel, dann entlang der Autobahn, auf der sich der Verkehr staut, der nicht mehr über die A 40 rollen kann. Schließlich sind wir an der Marina (Foto unten). Das Vorzeigeobjekt Duisburger Stadt- und Hafenerneuerung ist aber seit meinem letzten Besuch 2011 nicht so recht voran gekommen. Eine junge Frau, bittet uns noch darum, ihr Rad aufzupumpen. Auch wenn das Hinterrad kaum schwächelt.
Vor dem Hauptbahnhof wird auch an der Stadterneuerung gebastelt. Wir stellen hier fest, dass der von uns avisierte Zug um 18 Uhr 13 entfällt. Dafür hat der IC von 17 Uhr 34 so viel Verspätung, dass wir ihn gerade noch kriegen können. Wir wuchten die Räder über die Treppe auf Gleis 2, um festzustellen, dass er wegen der Verspätung heute am nächsten Bahnsteig von Gleis 3 abfährt. Als wir das gerade erreichen, hat sich die Verspätung so ausgeweitet, dass er doch von Gleis 2 startet. Immerhin: das Fahrrad-Abteil ist leer. Was uns - ohne Fahrrad-Reservierung - sehr entgegen kommt. In der Hektik haben wir es kaum bemerkt: wir sind am Ziel. Den Rhein kennen wir jetzt so gut wie durchgehend von der Mündung zur Quelle.


Radfahren auf dem Radweg der gesperrten Autobahnbrücke Neuenkamp (A 40) bei Duisburg
Radfahren auf der gesperrten Autobahnbrücke bei Duisburg

Radlerin in der Marina Duisburg
In der Marina Duisburg


Route Den Haag - Duisburg



Blaue Linie = Touren-Route; Buchstaben = Start und Ziel der Etappen

Etappen Den Haag - Duisburg (4.-7.8.2017)

Details mit Geschwindigkeiten, Höhenmetern etc. als Excel-Tabelle

Tag Datum Start Zwischenstationen Ziel km
1. 4.8.2017 Den Haag 's-Gravenzande 21
2. 5.8.2017 's-Gravenzande Hoek van Holland - Rotterdam - Fähre - Kinderdijk Fort Vuren 93
3. 6.8.2017 Fort Vuren Fähre - Brakel - Nimwegen Millingen am Rhein 93
4. 7.8.2017 Millingen am Rhein Grenze NL/DE - Kleve - Kevelaer - Moers Duisburg 92
Summe 299

Fahrrad-Rückspiegel
Neu: Rad mit Rückspiegel


Anschluss Tour 89: Duisburg - Ostende - Saar (772 km) Okt. 2017

Anschluss Tour 72: Mainz - Emmerich (416 km) Mai 2015

Anschluss Tour 31: Paris - Hamburg (1100 km) Juli/Aug. 2006


Nächste Tour: Duisburg - Ostende - Saar (772 km) Okt. 2017

Vorherige Tour: Mainz - Münster (400 km) Juni 2017


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Tour 48: Karakorum-Highway (1010 km) 2009
Karakorum 2009
Chris Tour 51: Khartum - Addis Abeba (1760 km) 2010
Äthiopien 2010
on the Tour 58: Alpen - Prag - Berlin (2060 km) 2011
Moldau 2011
Bike Tour 59: Errachidia - Agadir (1005 km) 2012
Marokko 2012
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